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Das Pontifikat Innozenz III. - Der Vatikan und Italien an der Wende zum 13. Jahrhunderts

Termpaper, 2003, 19 Pages
Author: Christian Tischner
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Termpaper
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 32  Entries
Language: German
Archive No.: V59249
ISBN (E-book): 978-3-638-53243-3
ISBN (Book): 978-3-638-82007-3
File size: 352 KB

Abstract

In der vorliegenden Arbeit wird sich mit dem Vatikan und Italien an der Wende zum 13. Jahrhundert befassen. Dabei soll sich speziell mit dem Pontifikat Innozenz III. beschäftigt werden. Er war es, der diese Wende maßgeblich prägte und unter dessen Regentschaft das Papsttum auf den Höhepunkt seiner Macht geführt wurde. Zunächst möchte ich einige biographische Dinge des Mannes darstellen, der mit seiner Regentschaft weltliche und geistliche Macht wesentlich beeinflussen sollte. In der Folge möchte ich genau auf diese Beeinflussung eingehen. Mit seiner weltlichen Politik prägte Innozenz ganz Europa. Ich möchte mich in der vorliegenden Arbeit aber im wesentlichen auf Deutschland, Italien und Sizilien konzentrieren. Die Politik Innozenz III. mit Frankreich, England und vielen anderen Ländern soll höchstens angedeutet werden. Besondere Beachtung soll auch das Verhältnisses des Papstes im deutschen Thronstreit und mit dem jungen Friedrich II. finden. Mit seiner Rekuperationspolitik hat sich Innozenz sicherlich nicht nur Freunde gemacht, aber es soll deutlich werden, wie er den Kirchenstaat zu alter Größe verhalf. Die päpstliche Amtsauffassung Innozenz III., so soll gezeigt werden, steht für die weltliche, ebenso wie für die geistliche Politik. Diese wird im zweiten Teil dargestellt. Dabei soll es im wesentlichen um die Kreuzzüge, die Ketzerbekämpfung, die neu entstehenden Orden und um die Kircheneinheit gehen. Mit dem IV. Laterankonzil will ich abschließend das universelle Wirken Innozenz III. zeigen. Ziemlich am Ende seines Pontifikats steht es als Symbol für dessen weltliche und geistliche Politik. Ziel der Arbeit soll es weiterhin sein, in wie weit das mehr als achtzehn Jahre dauernde Pontifikat, gemessen an den politischen Aktionen und ihren Erfolgen, bis heute als bedeutend bezeichnet werden kann. Auch möchte ich versuchen darzustellen, in wie weit die päpstliche Macht und damit auch die über den kirchlichen Bereich hinausgreifende Macht auf Probleme und Grenzen stieß.


Excerpt (computer-generated)

Martin – Luther – Universität Halle / Wittenberg, Institut für Geschichte
WS 2002/2003, 3. Fachsemester

Das Pontifikat Innozenz III. - Der Vatikan und
Italien an der Wende zum 13. Jahrhunderts

von: Christian Tischner

 


Inhaltsübersicht

1. Vorwort - 2 -

2. Innozenz III. (8.1.1198 – 16.7.1216) – Herkunft und Persönlichkeit - 3 -

2.1. Lothar Graf von Segni - 3 -
2.2. Weltliche Politik von Innozenz III. - 4 -

2.2.1. Innozenz III. und der deutsche Thronstreit - 4 -
2.2.2. Innozenz III., Friedrich II. und Sizilien - 6 -
2.2.3. Rekuperationspolitik in Italien - 8 -

2.3. Geistliche Politik von Innozenz III - 10 -.

2.3.1. Innozenz III. und die Kreuzzüge - 10 -
2.3.2. Zwischen Neuen Orden, Ketzerbewegung und –verfolgung - 12 -
2.3.3. IV. Laterankonzil – 1215 - 14 -

3. Die Zeit Innozenz III. als Thema im Unterricht - 16 -

4. Fazit - 17 -

5. Literatur- und Quellenverzeichnis - 18 -


 

 

1. Vorwort

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit dem Vatikan und Italien an der Wende zum 13. Jahrhundert befassen. Dabei möchte ich mich speziell mit dem Pontifikat Innozenz III. beschäftigen. Er war es, der diese Wende maßgeblich prägte und unter dessen Regentschaft das Papsttum auf den Höhepunkt seiner Macht geführt wurde. Zunächst möchte ich einige biographische Dinge des Mannes darstellen, der mit seiner Regentschaft weltliche und geistliche Macht wesentlich beeinflussen sollte. In der Folge möchte ich genau auf diese Beeinflussung eingehen. Mit seiner weltlichen Politik prägte Innozenz ganz Europa. Ich möchte mich in der vorliegenden Arbeit aber im wesentlichen auf Deutschland, Italien und Sizilien konzentrieren. Die Politik Innozenz III. mit Frankreich, England und vielen anderen Ländern soll höchstens angedeutet werden. Besondere Beachtung soll auch das Verhältnisses des Papstes im deutschen Thronstreit und mit dem jungen Friedrich II. finden. Mit seiner Rekuperationspolitik hat sich Innozenz sicherlich nicht nur Freunde gemacht, aber es soll deutlich werden, wie er den Kirchenstaat zu alter Größe verhalf. Die päpstliche Amtsauffassung Innozenz III., so soll gezeigt werden, steht für die weltliche, ebenso wie für die geistliche Politik. Diese wird im zweiten Teil dargestellt. Dabei soll es im wesentlichen um die Kreuzzüge, die Ketzerbekämpfung, die neu entstehenden Orden und um die Kircheneinheit gehen. Mit dem IV. Laterankonzil will ich abschließend das universelle Wirken Innozenz III. zeigen. Ziemlich am Ende seines Pontifikats steht es als Symbol für dessen weltliche und geistliche Politik.

Ziel der Arbeit soll es weiterhin sein, in wie weit das mehr als achtzehn Jahre dauernde Pontifikat, gemessen an den politischen Aktionen und ihren Erfolgen, bis heute als bedeutend bezeichnet werden kann. Auch möchte ich versuchen darzustellen, in wie weit die päpstliche Macht und damit auch die über den kirchlichen Bereich hinausgreifende Macht auf Probleme und Grenzen stieß. Besonders die weltlichen Herrscher wollten eine Abhängigkeit vom Papsttum vermeiden. Dennoch gibt es immer wieder in dieser Zeit ein Miteinander der beiden Gewalten. Wer einen größeren Nutzen aus dieser Interaktion hatte wird sich zeigen müssen. Nicht zuletzt die päpstliche Thronstreitpolitik soll zu Erkenntnissen führen. Innozenz III., soviel steht fest, führte mit seiner Politik das Papsttum auf den Höhepunkt. In wie weit er dabei positive und negative Mittel für seine Wege nutzte, soll ebenfalls Beachtung finden. Beim Schreiben der Hausarbeit möchte ich immer wieder versuchen einige Quellen, z.B. Chroniken aus der damaligen Zeit mit einfließen zu lassen. Da ich auf Lehramt studiere, soll es mir im letzten Teil meiner Arbeit um die Vermittlung der Zeit Innozenz III. im Unterricht – besonders der Kreuzzüge gehen.

2. Das Pontifikat Innozenz III.

2.1. Lothar Graf von Segni – Herkunft und Persönlichkeit

Noch am 8. Januar 1198, als der 92jährige Papst Coelestin III. (1191 – 1198) gestorben war, wählten die Kardinäle einhellig den Jüngsten aus ihrem Kreis zum neuen Oberhaupt der Christenheit. Gerade 37 Jahre alt war der Kardinaldiakon Lothar, als er dieses hohe Amt antrat und fortan Innozenz III. hieß. Selten hat die römische Kirche auf eine veränderte politische Situation so reagiert wie bei dieser Wahl. Nach dem plötzlichen Tod Heinrich VI. war das Reich in eine Krise gestützt wurden. Hier bot sich nun der römischen Kirche die Chance, ihre von den Staufer – Kaisern (Friedrich I., Heinrich VI.) beschnittene Handlungsfreiheit zurück zugewinnen. Der junge, dynamische Papst stand vor großen Aufgaben!

Innozenz III. wurde als Lothar Graf von Segni in Anagni (bei Frosinone [südwestlich von Rom], Latium) 1160/61 geboren. Sein Vater stammte aus einer begüterten, langobardischen Adelsfamilie und seine Mutter war eine römische Patrizierin aus dem Hause Scotti.1 Zunächst in Rom erzogen, studierte er Theologie in Paris und Kirchenrecht in Bologna. Im Jahre 1189 wurde er von seinem Gönner Clemens III. (1187-1191) – manche Quellen gehen von einer Verwandtschaft aus - nach Rom gerufen und Kardinaldiakon. Hier befasste er sich mit Rechtsstreitigkeiten und grundlegenden Theologischen Fragen. Unter Papst Coelestin III. war seine Arbeit bei den täglichen Kuriengeschäften etwas beschränkter. In dieser Zeit beschäftigte sich Lothar mit Schriftstellerei und es entstand sein Buch „Über das Elend des Menschen“.2 Hier nennt er jene drei Maßstäbe menschlichen Handelns, an die er sich auch später in entscheidenden Situationen halten wird: das Recht (quae licent), die Moral (quae decent) und den Nutzen (quae exediunt).3 Es zeigt sich, dass Lothar kein Stubengelehrter war, sondern er wollte aktiv zur Lösung kirchlicher Probleme beitragen. Seine Vorstellungen von der päpstlichen Würde machte er bereits sehr einprägsam in seiner Weihepredigt klar. Er sieht sich, den Nachfolger Petri, den päpstlichen Diener Gottes, dem dieser seine Kirche anvertraute, als vicarius Jesu Christi, als Christi Stellvertreter, als „der Gesalbte des Herrn, in die Mitte gestellt zwischen Gott und Mensch, unter Gott, aber über dem Menschen, kleiner als Gott, doch größer als der Mensch; der über alle urteilt, während über ihn niemand ein Urteil fällt.“4

Innozenz III. gilt als geistlicher Heerscher, dem mehr an der Durchsetzung christlicher Glaubensgrundsätze, als an Formalismus lag. Er besaß einen intelligenten, klaren, geistreichen und scharfen Verstand. Dies zeigt seine Art, schwierige Dinge in leicht verständlichen Begriffen zu analysieren. Trotz dieser hohen geistigen Begabung, fehlte es ihm fast völlig an Menschenkenntnis. Seine Gutgläubigkeit ging soweit, dass er nicht erkannte, aus welchen niederen Beweggründen Erzbischöfe, Fürsten und Könige handeln können. Er unterschätzte deren Taktik und scheiterte somit mit seiner eigenen.5

2.2. Weltliche Politik Innozenz III.

[...]


1 Vgl. Stürner, Wolfgang: Friedrich II., Teil 1 – Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland – 1194 – 1220, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, Darmstadt 1992. S. 67.

2 Vgl. Kempf, Friedrich: Innocenz III., in: Greschat, Martin (Hrsg.), Das Papsttum I, Von den Anfängen bis zu den Päpsten in Avignon, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart u.a. 1985, S. 196.

3 Vgl. Tillmann, Helene: Papst Innocenz III., Braubach, Max, Holtzmann, Walther, Nürnberger, Richard (Hrsg.), Ludwig Rohrscheid Verlag, Bonn 1954, S. 1-15. & Gesta Innocentii, c. 1-7, PL 214, XVII-XXI.

4 Vgl. Imkamp, Wilhelm: Das Kirchenbild Innocenz III. (1198-1216), in: Päpste und Papsttum Bd. 22, Stuttgart 1983, S. 273-289. & Tillmann, Helene: Papst Innocenz III., S. 15-17.

5 Vgl. Ullmann, Walter: Kurze Geschichte des Papsttum im Mittelalter, Walter de Greiyter (Hrsg.), Berlin, New York 1978, S. 194f.


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