Alleinerziehende - Familien wie andere auch? Zur Lebenssituation von Ein-Eltern-Familien

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Details
Autor: Magdalena Palarz
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Veranstaltung: Hauptseminar: Wohin entwickelt sich die Familie? Theoretische Grundlagen, empirische Befunde.
Institution/Hochschule: Universität Bayreuth
Jahr: 2005
Seiten: 20
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 270 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-53284-6
ISBN (Buch): 978-3-638-84395-9
Zusammenfassung / Abstract
Seit ca. vierzig Jahren ist die Familie in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in anderen hochentwickelten Industriegesellschaften ausgeprägten Wandlungsprozessen unterworfen. Nie zuvor war eine Form von Ehe und Familie so dominant wie in der Nachkriegszeit bis etwa Mitte der 60er Jahre. Die gegenwärtige Situation erscheint vielen deshalb so krisenhaft, weil der Zustand vorher ungewöhnlich homogen war. Das moderne Ehe- und Familienmodell hatte sich faktisch und normativ nahezu universell durchgesetzt. Obwohl auch heute noch die Mehrheit der Bevölkerung nach konventionellen Mustern lebt, dürfte kaum bestritten werden, dass im Zuge des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses beträchtliche Veränderungen weg von diesem Modell stattgefunden haben. In allen entwickelten Industrieländern geht die Heiratsneigung zurück, die Geburtenrate sinkt und immer häufige lassen sich Ehepaare scheiden. Ein- Eltern- Familien sind auch kein neues Phänomen. In den Personenstandsregistern der vorindustriellen Zeit findet man häufig Witwen und ledige Frauen mit Kindern. Am meisten verbreitet waren Ein-Eltern- Familien in den Städten, vor allem in den unteren Sozialschichten, in denen Armut, Wohnungsnot und Standesschranken vielen Eltern eine Eheschließung verwehrten. Demgegenüber hat sich die soziale und ökonomische Situation der heutigen Ein-Eltern-Familien wesentlich verbessert. Ich möchte in dieser Arbeit das Bild familiarer Lebensformen in Deutschland darstellen. Ob Alleinerziehende auch unter den heutigen Verhältnissen noch als eine „Problemgruppe“ anzusehen sind und ob sich immer mehr ledige Frauen für ein freiwilliges Alleinerziehen entschließen, ist u.a. Gegenstand der folgenden Ausführungen.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Bayreuth, Allgemeine Soziologie
Hauptseminar: Wohin entwickelt sich die Familie?
WS 2004/05, 11. Fachsemester
Alleinerziehende - Familien wie andere auch?
Zur Lebenssituation von Ein-Eltern-Familien
von: Magdalena Palarz
Gliederung
I. Einleitung 3
1.1. Zum Begriff „Ein-Eltern-Familie“ 3
II. Zur Lebenssituation Alleinerziehender 4
III. Typologie 7
3.1. Mutterfamilien aufgrund lediger Mutterschaft 7
3.2. Mutterfamilien aufgrund Scheidung/Trennung 7
3.3. Vaterfamilien 9
3.4. Alleinerziehende Eltern durch Verwitwung 10
IV. Entwicklung der Kinder 10
V. Ökonomische Situation 11
5.1.Wirtschaftliche Situation 11
5.2. Erwerbstätigkeit 12
VI. Wissenschaftliche Erkenntnisse 14
VII. Schlußbemerkung 16
VIII. Literaturverzeichnis 19
I. Einleitung
Seit ca. vierzig Jahren ist die Familie in der Bundesrepublik Deutschland wie auch in anderen hochentwickelten Industriegesellschaften ausgeprägten Wandlungsprozessen unterworfen. Nie zuvor war eine Form von Ehe und Familie so dominant wie in der Nachkriegszeit bis etwa Mitte der 60er Jahre. Die gegenwärtige Situation erscheint vielen deshalb so krisenhaft, weil der Zustand vorher ungewöhnlich homogen war. Das moderne Ehe- und Familienmodell hatte sich faktisch und normativ nahezu universell durchgesetzt. Obwohl auch heute noch die Mehrheit der Bevölkerung nach konventionellen Mustern lebt, dürfte kaum bestritten werden, dass im Zuge des gesellschaftlichen Modernisierungsprozesses beträchtliche Veränderungen weg von diesem Modell stattgefunden haben. In allen entwickelten Industrieländern geht die Heiratsneigung zurück, die Geburtenrate sinkt und immer häufige lassen sich Ehepaare scheiden.1 Ein- Eltern- Familien sind auch kein neues Phänomen. In den Personenstandsregistern der vorindustriellen Zeit findet man häufig Witwen und ledige Frauen mit Kindern. Am meisten verbreitet waren Ein-Eltern- Familien in den Städten, vor allem in den unteren Sozialschichten, in denen Armut, Wohnungsnot und Standesschranken vielen Eltern eine Eheschließung verwehrten. Demgegenüber hat sich die soziale und ökonomische Situation der heutigen Ein-Eltern-Familien wesentlich verbessert.2 Ich möchte in dieser Arbeit das Bild familiarer Lebensformen in Deutschland darstellen. Ob Alleinerziehende auch unter den heutigen Verhältnissen noch als eine „Problemgruppe“ anzusehen sind und ob sich immer mehr ledige Frauen für ein freiwilliges Alleinerziehen entschließen, ist u.a. Gegenstand der folgenden Ausführungen.
1.1. Zum Begriff „Ein-Eltern-Familie“
Unter einer Ein-Eltern-Familie wird eine Familienform verstanden, in der ein Elternteil für ein oder mehrere Kinder allein sorgeberechtigt ist und mit diesen eine Haushaltgemeinschaft bildet. Strukturell und ökonomisch bestehen erhebliche Unterschiede zwischen Ein-Eltern-Familien. So wird unterschieden zwischen Mutter-Kind- und Vater-Kind-Familien. Nach den Gründen für das Alleinerziehen wird weiter differenziert nach ledigen, geschiedenen, verheiratet getrenntlebenden und verwitweten Alleinerziehenden. Im Hinblick auf die Lebenssituation von Ein-Eltern-Familien sind auch Variationen nach Schichtzugehörigkeit und Erwerbstätigkeit bedeutsam. Das Kind hat weiterhin zwei Eltern, lebt aber nur mit einem Elternteil zusammen. Der Begriff der Ein-Eltern-Familie suggeriert darüber hinaus, dass der nicht mit dem Kind zusammenlebende Elternteil (in fast 9 von 10 Fällen ist dies der Vater) plötzlich aus dem Familienleben verschwunden und völlig bedeutungslos geworden ist. Nach der Trennung oder Scheidung kümmern sich in vielen Ein-Eltern-Familien beide Eltern intensiv um die Kinder. „Nur“ ein Drittel der nichtsorgeberechtigten Eltern hat den Kontakt zur Familie ganz abgebrochen.3
II. Zur Lebenssituation Alleinerziehender
Alleinerziehende sind heute aufgrund der Ausbreitung und der damit einhergehenden Veralltäglichung dieser Lebensform nicht mehr so starken sozialen Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt wie noch vor einigen Jahrzehnten. Dennoch sind immer noch 80 % der Bevölkerung davon überzeugt, dass sie nicht allen Bedürfnissen ihrer Kinder gerecht werden können. Müttern, die ihr Kind alleine erziehen, fehlt angeblich eine väterliche Autoritätsfigur, die ihnen zur Seite steht. Vätern dagegen wird eher die Fähigkeit abgesprochen, ihren Kindern eine ausreichende emotionale Zuwendung geben zu können.4 Ledige Mütter intensivieren ihre Beziehung zur eigenen Mutter, mit der sie häufig auch zusammenziehen. Die Beziehung zur bisherigen (gemeinsamen) Freunden und Bekannten werden ebenfalls häufig eingeschränkt. An ihre Stelle treten im Laufe der Zeit unverheiratete Freunde des gleichen Geschlechts, oft ebenfalls Alleinerziehende. Jeder zweite Alleinerziehende leidet nach eigener Aussage unter sozialer Isolation und Einsamkeit.5
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1 Peuckert; Rüdiger: Familienformen im sozialen Wandel, S. 9.
2 Peuckert; Rüdiger: Familienformen im sozialen Wandel, S. 98.
3 Peuckert; Rüdiger: Familienformen im sozialen Wandel, S. 99.
4 Napp-Peters; A.: Ein-Elternteil-Familien. Soziale Randgruppe oder neues familiales Selbstverständnis? Weinheim und München 1985; in: Familienformen im sozialen Wandel, Peuckert; Rüdiger, S. 103.
5 Napp-Peters; A.: Ein-Elternteil-Familien. Soziale Randgruppe oder neues familiales Selbstverständnis? Weinheim und München 1985; in: Familienformen im sozialen Wandel, Peuckert; Rüdiger, S. 104.
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