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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2006, 22 Pages
Author: Florian Schumacher
Subject: English Language and Literature Studies - Culture and Applied Geography
Details
Institution/College: Carl von Ossietzky University of Oldenburg (Fremdsprachenphilologien)
Tags: Devolution, West, Lothian, Question, Lösungsmöglichkeiten, History, Constitutional, Reform
Year: 2006
Pages: 22
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53328-7
File size: 242 KB
Die Arbeit beschäftigt sich mit der so genannten "West Lothian Question", die im Zuge der Dezentralisierung in Großbritannien entstanden ist - und deren Lösungsmöglichkeiten.
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Excerpt (computer-generated)
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Seminar: History of Constitutional Reform
Wintersemester 2005/06
Devolution, die West Lothian Question
und Lösungsmöglichkeiten
von: Florian Schumacher
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Devolution
1. Erklärung des Prinzips der Dezentralisierung
2. Historische Entwicklung der Dezentralisierung
III. Die West Lothian Question
1. Begriffserklärung West Lothian Question
2. In der Literatur diskutierte Lösungsvorschläge und deren Umsetzbarkeit
3. Braucht England ein eigenes Regionalparlament?
4. Andere Kritik an der Dezentralisierung
IV. Fazit
Literaturangaben
I. Einleitung
Der Fokus dieser Hausarbeit liegt auf dem Thema „Dezentralisierung in Großbritannien“- und dabei ganz besonders auf dem Verhältnis von England und Schottland nach der Dezentralisierung und auf den kritischen Aspekten, die es bei der Devolution gab und noch heute gibt. Die Hausarbeit basiert auf dem Seminar „Constitutional Change in Britain“ und dabei besonders auf der Arbeit des britischen Unterhauses („House of Commons“, Anm. des Autors). Dabei wird hier erst das Prinzip der Devolution erläutert, wonach dann ein kurzer Blick auf die historische Entwicklung der Dezentralisierungsbemühungen in Großbritannien geworfen wird (auch hierbei wird wieder konkreter auf Schottland geschaut).
Im nächsten Punkt wird diese Arbeit dann auf die problematischen Aspekte der Dezentralisierung zu sprechen kommen. Hierbei wird erst auf das Problem eingegangen, welches in der Literatur unter dem Begriff der West Lothian Question behandelt wird. Es wird erklärt, was genau die West Lothian Question bedeutet und durch welche Anomalie sie entstanden ist. Hieran schließt sich ein kurzer Blick auf die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten der West Lothian Question an und es wird diskutiert, ob diese Lösungsmöglichkeiten wirklich umsetzbar sind oder nicht. Da es ausreichend Literatur zu diesem Thema und auch zu den potentiellen Lösungen gibt wird diese Arbeit nur auf die Lösungsvorschläge eingehen, die am meisten genannt und am ehesten umsetzbar sind.
Danach werden noch einmal ein paar grundsätzlich problematische Aspekte und Entwicklungen der Dezentralisierung genannt, gefolgt von der Frage, ob England eine eigene Regionalregierung braucht bzw. ob diese mögliche eigene Regionalregierung zum Problemabbau beitragen könnte. Die Arbeit wird dann durch ein Fazit (des Autors) abgeschlossen und es wird ein Ausblick über die Zukunft des Dezentralisierungsprozesses gegeben. Beim Fazit werden sowohl die Meinungen aus den literarischen Quellen wie auch die Meinung des Autors dargestellt.
II. Devolution
1. Erklärung des Prinzips der Devolution
Der Begriff Devolution, der die Dezentralisierung der Macht von der zentralen britischen Regierung in Westminster, London, hin zu dezentralen Regionalparlamenten in Cardiff, Edinburgh und Belfast beschreibt, wird seit Jahrzehnten von britischen Politikern und Bürgern heftig diskutiert. Aber schauen wir zuerst auf eine allgemeine Beschreibung des Begriffs Devolution: Unter Devolution versteht man in einem Einheitsstaat die Übertragung administrativer Unabhängigkeit auf regionale Körperschaften (beim Beispiel Großbritannien sind diese regionalen Körperschaften also Wales, Schottland und Nordirland)1. Dabei werden die regionalen Körperschaften durch diese Übertragung politisch legitimiert. Die politische Souveränität bleibt allerdings bei der übertragenden Stelle (in unserem Beispiel ist das die Zentralregierung in Westminster, London), die die regionalen Körperschaften auch wieder auflösen oder deren Kompetenzen erweitern oder vermindern kann. Beim Beispiel Großbritannien besitzen alle genannten Körperschaften unterschiedliche Rechte und Kompetenzen, so dass man also von einer asymmetrischen Dezentralisierung sprechen könnte. So kann das schottische Parlament bis zu einem gewissen Grad selbst Gesetze erlassen und hat sogar ein geringes Mitspracherecht bei der Verteilung der Steuern, während die National Assembly for Wales nur über die Verwendung des von der zentralen Westminster- Regierung bereitgestellten Etats entscheiden kann. In Nordirland und Schottland gibt es seit Einführung der Dezentralisierung jeweils ein regionales Parlament (das regionale Parlament von Nordirland ist derzeit suspendiert), wohingegen es in Wales eine so genannte Nationalversammlung (National Assembly) gibt. In allen drei Fällen gibt es einen so genannten Ersten Minister als Vorsitzenden der jeweiligen Regionalregierung (der Erste Minister ist in etwa vergleichbar mit einem Ministerpräsidenten eines Bundeslandes in Deutschland).
Die Dezentralisierung wurde in Großbritannien eingeführt, um die Gleichberechtigung aller Teilstaaten zu sichern – besonders im Hinblick darauf, dass Schottland, Wales und Nordirland immer Gefahr liefen, von England dominiert zu werden (da England nicht nur 83 Prozent der Bevölkerung des Vereinigten Königreiches sondern auch 80 Prozent der Parlamentsmitglieder stellt). In England gibt es (noch) kein regionales Parlament – bei einer Abstimmung in Nordengland sprachen sich im November 2004 78 Prozent der Engländer gegen die Einführung einer regionalen Regierung aus. Bei den Wahlen der jeweiligen Landesparlamente kommt teilweise das Verhältniswahlrecht zur Anwendung. Die Räte sind aber bei weitem nicht so mächtig wie das britische Parlament in Westminster.
[...]
1 Vgl. Becker (2002) S.63
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