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Die Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung in Deutschland

Termpaper, 2005, 29 Pages
Author: Katharina Rose
Subject: Pedagogy - General

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 29
Grade: 1-
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V59534
ISBN (E-book): 978-3-638-53445-1
ISBN (Book): 978-3-638-66678-7
File size: 444 KB
Notes :
Diese Hausarbeit wurde als studienbegleitende Hausarbeit für das Diplom angefertigt. Die Note ging in die Gesamtbenotung der Diplomleistungen mit ein.


Abstract

Die vorliegende Arbeit, unterteilt in zwei Abschnitte, befasst sich mit dem Thema der öffentlichen Kleinkindererziehung in Deutschland. Der erste Abschnitt behandelt theorethische Grundlagen wie die Bindungstheorie von J. Bowlby und M. Ainsworth sowie Grundannahmen der kindlichen Entwicklung und Erziehung. Abschnitt Zwei, der Hauptteil der Arbeit, beschäftigt sich mit der öffentlichen Kleinkindererziehung ab dem 18. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart. In der Anfangsphase der öffentlichen Kleinkindererziehung standen die Einrichtungen bevorzugt den Kindern aus den unteren Schichten offen, um diese vor allem vor Verwahrlosung zu schützen. Die Funktion der kleinkindlichen Erziehung wandelte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Einrichtungen leisteten nun auch Vorbereitung auf die Bedingungen der Arbeitswelt sowie auf die Schule. Des weiteren wurde eine Entfaltung der Persönlichkeit angestrebt. Der Kindergarten hat einen Wandel von einer reinen Notmaßnahme in Zeiten sozialer Missstände zu einer allgemeinen anerkannten Institution für alle Kinder mit präventiven und fördernden Charakter durchgemacht.Wurde früher den Kindern häufig vorgeschrieben, was sie zu tun haben oder nicht, so können sich die Kinder heute in den meisten Kindergärten frei entfalten, da sie im Mittelpunkt der pädagogischen Kindergartenarbeit stehen. Für berufstätige Eltern ist der Kindergarten heute nicht mehr wegzudenken.


Excerpt (computer-generated)

Philipps – Universität – Marburg
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Studienbegleitende Hausarbeit für das Diplom

„Die Geschichte der öffentlichen
 Kleinkindererziehung in Deutschland“

eingereicht von:
 Katharina Rose

 Juni 2005

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 1

2. Theoretische Grundlagen ... 1
2.1 Die Bindungstheorie ... 1
2.1.1 Das Konzept von J. Bowlby ... 1
2.1.2 Die Bindungsforschung nach M. Ainsworth ... 3
2.2 Die Theorien der (früh)kindliche Entwicklung und Erziehung ... 5
2.2.1 Kindliche Entwicklung ... 5
2.2.2 Frühkindliche Erziehung ... 8

3. Die Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung ... 9
3.1 Anfänge 9
3.2 Die Pädagogik der Bewahranstalten: Die Konzeption J. G. Wirths ... 10
3.3 Die Pädagogik der christlichen Kleinkinderschule: Die Konzeption T. Fliedners ... 12
3.4 Die Pädagogik des Kindergartens: Die Konzeption F. Fröbels ... 13
3.4.1 Der Volkkindergarten ... 15
3.5 Die Entwicklung im Kaiserreich (1871 – 1918) ... 15
3.6 Die Entwicklung während der Weimarer Republik ... 16
3.7 Die Erziehung im Nationalsozialismus ... 17
3.8 Die Kleinkindererziehung in Deutschland seit 1945 ... 19
3.8.1 Entwicklung in der Nachkriegszeit – die erste Phase nach Ende des Zweiten Weltkriegs (1945 – 1949) ... 19
3.8.2 50er und 60er Jahre: Phase der Restauration – Wiederaufbau des Kindergartensystems ... 20
3.8.3 Die Reformbewegung der Kleinkindererziehung seit 1970 ... 22
3.9 Die Situation der Kleinkindererziehung in den letzten Jahren ... 23

4. Fazit ... 25

5. Literaturverzeichnis ... 26

 

1. Einleitung

Es ist heute selbstverständlich, dass Kindergärten existieren. Berufstätige Eltern geben morgens ihre Kinder, ganz selbstverständlich und mit viel Vertrauen, in die Obhut von Erzieherinnen und holen sie meist erst am späten Nachmittag wieder ab.

Der größte Teil der Bevölkerung hat vermutlich einen Teil seiner Kindheit in einem Kindergarten oder in einer ähnlichen öffentlichen Einrichtung verbracht. Doch ich vage mir zu unterstellen, dass viele Menschen die Entstehungsgeschichte des Kindergartens nicht kennen. Da ich mich selbst zu diesen Menschen zähle, kam bei mir die Frage danach auf. Daher habe ich mich in der vorliegenden Arbeit genau mit dieser Entstehungsgeschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung in Deutschland auseinandergesetzt.

Die Arbeit ist in zwei Abschnitte unterteilt. Zunächst scheint es mir sinnvoll, einige theorethische Grundlagen darzulegen. Diese beinhalten einen kurzen Überblick über die Grundannahmen der (früh)kindlichen Entwicklung und Erziehung, sowie der Bindungstheorie und der damit verbundenen Mutter – Kind – Beziehung. Im zweiten Teil meiner Arbeit, dem Hauptteil, wird die Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung ab dem 18. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart näher erläutert. Zum Abschluss der Arbeit wird ein Fazit gezogen.

2. Theoretische Grundlagen

Im folgenden möchte ich einen Überblick über die Bindungstheorie von J. Bowlby und M. Ainsworth geben, die laut Dornes als ‚Gründungsfiguren’ der Bindungstheorie gelten.

2.1 Die Bindungstheorie

2.1.1 Das Konzept von J. Bowlby

Der britische Psychoanalytiker und Psychiater John Bowlby, entwickelte zu Beginn der 50er Jahre die Grundlage seiner Bindungstheorie. Bowlby ging davon aus, dass mit dem Voranschreiten der Entwicklung eines Kindes, auch das Bindungsverhalten zur Ausbildung „von gefühlsmäßigen Bindungen zwischen dem Kind und den primären Bezugspersonen“ (Hédervári 1995, S. 27) führt. In der frühen Kindheit unterscheidet Bowlby zwei Aspekte:

1. das Signalverhalten (Schreien, Lächeln etc.) mit dem Ziel, dass die Mutter zum Kind kommt

2. das Annäherungsverhalten (der Mutter nachfolgen, annähern, anklammern) mit dem Ziel, dass sich das Kind der Mutter nähert

Der Erwachsene trägt mit seinem ‚Pflegeverhalten’ zum Aufbau dadurch bei, dass er auf dieSignale des Kindes antwortet. Somit bildet sich ein komplementäres Verhaltenssystem, mit dem Bindungsverhalten des Kindes auf der einen Seite und dem ‚Pflegeverhalten’ z.B. der Mutter auf der anderen Seite, was zum einen die Funktion hat, das Kind zu schützen und zum anderen ihm die notwendige Fürsorge zum Überleben zu geben. (vgl. Hédervári 1995, S. 27f) Nach Bowlby lassen sich im Aufbau von Bindungsbeziehungen vier Phasen unterscheiden


1. Phase: „Orientierung und Signale ohne Unterscheidung der Figur“
Dauer: von Geburt bis zum 2. oder 3. Lebensmonat
Inhalt: Säugling richtet die Aufmerksamkeit auf Menschen, ohne die Personen zu unterscheiden
Verhalten: mit den Augen verfolgen, lächeln, greifen

2. Phase: „Orientierung und Signale, die sich auf eine (oder mehrere) unterschiedliche Person(en) richten“
Dauer: 2. bis 3. Lebensmonat bis ca. 6. Lebensmonat
Inhalt: Unterscheidung zwischen vertrauten und fremden Personen
Verhalten: Ausrichtung auf die Mutter oder eine andere Bezugsperson

3. Phase: „Aufrechterhaltung der Nähe zu einer unterschiedenen Figur durch Fortbewegung und durch Signale“
Dauer: 6 Monate bis 3 Jahre
Inhalt: Bindung an eine primäre Bezugsperson
Verhalten: nachfolgen der Bezugsperson, Begrüßung bei Wiederkehr

4. Phase: „Bindung einer zielkorrigierten Partnerschaft“
Dauer: ca. ab dem 3. bzw. 4. Lebensjahr
Inhalt: das Kind organisiert sein Verhalten nicht mehr alleine um von ihm gesetzte
Ziele, sondern berücksichtigt auch die Ziele und Pläne der Bindungsperson (ebd., S. 28f)

An dieser Stelle möchte ich kurz auf die Bedeutung der Bindung in Bezug auf die außerfamiliäre Betreuung eingehen.
Immer wieder kommen laut Kasten Diskussionen auf, ob eine frühkindliche außerfamiliäre Betreuung gut für ein Kind ist oder nicht. Dabei sollten jedoch die von den Bindungsforschern gemachten Erfahrungen und erhaltenen Erkenntnisse Berücksichtigung finden.

[...]


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