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Die Darstellung des Heiligen im Mérode-Altar

Termpaper, 2005, 21 Pages
Author: Isabelle Chelius
Subject: Art - Arts and Crafts

Details

Event: Flämische Bildteppiche des 15. Jahrhunderts im Kontext der südniederländischen Kunst
Institution/College: University of Cologne
Tags: Darstellung, Heiligen, Mérode-Altar, Flämische, Bildteppiche, Jahrhunderts, Kontext, Kunst
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 4  Entries
Language: German
Archive No.: V59553
ISBN (E-book): 978-3-638-53461-1
ISBN (Book): 978-3-638-77950-0
File size: 197 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Mérode-Triptychon von Robert Campin. Nachdem der Maler des Werkes in seinem zeitlichen Kontext und die Geschichte des Altars vorgestellt wird, erfolgt eine genaue Beschreibung und Analyse des Stifterflügels sowie der Mitteltafel des Altars. Im Zentrum der Arbeit steht die spannende Frage, wie es Robert Campin schafft, dem Betrachter zu verdeutlichen, dass es sich trotz des naturalistischen Umfeldes bei der dargestellten Szene um ein „Heilsgeschehen“ handelt. Es wird herausgestellt, welche Zeichen und Hinweise der Maler dem aufmerksamen Betrachter liefert, damit dieser den versteckten Symbolgehalt des Werkes entschlüsseln kann.


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln
Sonderpädagogik
 Textilgestaltung
Flämische Bildteppiche des 15. Jahrhunderts
im Kontext der südniederländischen Kunst

Die Darstellung des Heiligen im Mérode-Altar

eingereicht von:
Isabelle Chelius
(Lehramt/Primarstufe)

WS 2004/2005

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 1

2. Robert Campin ... 1

3. Der Mérode-Altar ... 2
3.1 Der Stifterflügel ... 4
3.2 Die Mitteltafel  ... 8
3.2.1 Die Wohnstube als Ort des heiligen Ereignisses ... 8
3.2.2 Größenverhältnisse und Perspektiven im Bild ... 8
3.2.3 Das Thema der Mitteltafel  ... 9
3.2.4 „Engelbrecht – ein sprechender Name“  ... 12

4. Woran erkennt der Betrachter, dass es sich bei der auf der Mitteltafel des Triptychons dargestellten Szene um ein heiliges Ereignis handelt?  ... 13

5. Fazit ... 17

6. Literaturverzeichnis ... 18

 

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit dem Mérode-Triptychon von Robert Campin beschäftigen. Nachdem ich den Maler des Werkes in seinem zeitlichen Kontext und die Geschichte des Altars vorgestellt habe, möchte ich sowohl den Stifterflügel als auch die Mitteltafel des Altars genauer beschreiben und analysieren. Auf den rechten Flügel, der Joseph in seiner Werkstatt zeigt, gehe ich nach Absprache mit dem Dozenten in dieser Hausarbeit nicht ein, da es den vorgegebenen Rahmen überschreiten würde.

Im Zentrum meiner Arbeit wird die spannende Frage stehen, wie es Robert Campin schafft, dem Betrachter zu verdeutlichen, dass es sich trotz des naturalistischen Umfeldes bei der dargestellten Szene um ein „Heilsgeschehen“ handelt. Ich werde herausarbeiten, welche Zeichen und Hinweise er dem aufmerksamen Betrachter liefert, um den versteckten Symbolgehalt des Werkes entschlüsseln zu können.

2. Robert Campin

Robert Campin wurde etwa 1375 in Tournai – im heutigen Belgien - geboren und verstarb dort im Jahre 1445, wobei die Angaben je nach Quelle unterschiedlich ausfallen. Von der Kunstgeschichte wurde er als eigenständiger Maler erst recht spät zur Kenntnis genommen, heutzutage gilt er jedoch neben Jan van Eyck als einer der Begründer der altniederländischen Malerei. Sein berühmtester Schüler war Rogier van der Weyden, wobei sich die beiden Maler im Laufe ihres Schaffens mehr und mehr gegenseitig beeinflussten, was auch bei der Betrachtung vieler ihrer Bilder deutlich wird. Über die Person des „Meisters von Flemalle“1 ist von Wissenschaftlern viel gerätselt worden und noch immer sind sie sich nicht ganz einig, ob es sich bei ihm und Campin um dieselbe Person handelt. Bei verschiedenen Bildern ist die Maltechnik tatsächlich nicht eindeutig voneinander zu trennen. Campins Werke weisen alle eine große Detailgenauigkeit auf und sind in ihrem Detail-Naturalismus revolutionär. Die menschliche Figur wird von ihm in einzigartiger Weise ebenso würdevoll und majestätisch wie naturnah und realistisch dargestellt. Durch die plastische Ausformung seiner Figuren schafft er es, dem Betrachter die Gefühlsregungen der dargestellten Menschen vor Augen zu führen. Zudem sind seine Bilder durch eine naturnahe Tiefe der Räume gekennzeichnet, auch wenn diese nicht immer mathematisch exakt dargestellt waren. Die Möglichkeiten der Ölmalerei verliehen den Gemälden eine Transparenz und leuchtende Tiefe, die bis dahin in diesem Maße nicht möglich war. Ihr neuartiger Naturalismus, die akribische Darstellung von Details, darunter auch von stofflichen Oberflächen, machten die flämischen Gemälde rasch in ganz Europa berühmt und zu einem begehrten Importartikel.

[...]


1 Der Meister von Flémalle (tätig um 1410–1440) ist einer der bedeutendsten Künstler der frühniederländischen Malerei. Er bekam seinen Namen nach drei Altartafeln, von denen man glaubte, sie stammten aus der Abtei Flémalle bei Lüttich (Eine Madonna, Die hl. Veronika, Die Heilige Dreifaltigkeit).


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