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Kategoriale Bildung und Handlungsorientierung - Widerspruch oder Kombinationsmöglichkeit?

Subtitle: Darstellung zweier didaktischer Unterrichtsprinzipien im Fach Sozialwissenschaft

Termpaper, 2005, 14 Pages
Author: Tobias Nahrwold
Subject: Politics - Didactics, Political Education

Details

Event: Einführung in die Didaktik der Sozialwissenschaften
Institution/College: Bielefeld University
Tags: Kategoriale, Bildung, Handlungsorientierung, Widerspruch, Kombinationsmöglichkeit, Einführung, Didaktik, Sozialwissenschaften, Kombination
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 14
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V59562
ISBN (E-book): 978-3-638-53467-3
ISBN (Book): 978-3-638-84396-6
File size: 151 KB
Notes :
In dieser Hausarbeit erarbeite ich zunächst die Ziele der NRW-Rahmenvorgaben für die politische Bildung und des NRW-Lehrplans für Sozialwissenschaften. Im dritten Punkt beschreibe ich die beiden fachdidaktischen Prinzipien Kategoriale Bildung und Handlungsorientierung, um anschließend Widersprüche, Gemeinsamkeiten, Gefahren und Chancen der Kombination aufzudecken.


Abstract

In dieser Hausarbeit stelle ich zunächst kurz die Ziele der NRW-Rahmenvorgaben für die politische Bildung und des NRW-Lehrplans für Sozialwissenschaften dar. Anschließend beschreibe ich die beiden fachdidaktischen Prinzipien Kategoriale Bildung und Handlungsorientierung, um schließlich Widersprüche, Gemeinsamkeiten, Gefahren und Chancen der Kombination aufzudecken.


Excerpt (computer-generated)

Kategoriale Bildung und Handlungsorientierung –
Widerspruch oder Kombinationsmöglichkeit?

von: Tobias Nahrwold

 


Inhalt

1. Einleitung 2

2. Ziele der politischen Bildung und des Faches Sozialwissenschaften 2

3. Zwei politikdidaktische Unterrichtsprinzipien  3

3.1 Kategoriale Bildung  3
3.2 Handlungsorientierung  6
3.3 Gemeinsamkeiten und Widersprüche, Gefahren und Chancen 9

4. Fazit  11

Literatur  12
 


 

 

1. Einleitung

Kategoriale Bildung und Handlungsorientierung sind zwei fachdidaktische Prinzipien für die politische Bildung. Didaktische Prinzipien beschreiben eine wünschenswerte Ausrichtung eines Lehr-/Lernprozesses und beinhalten bereits eine Zieldimension, anders als die Leitideen in Lehrplänen (Annen 2002). Lehrpläne sind jedoch das Ergebnis vieler Diskussionen um die Leitbilder eines Faches und stellen daher den Ausgangspunkt für jede Lehrerin und jeden Lehrer dieses Faches dar. Ich möchte herausarbeiten, ob sich zwischen den politikdidaktischen Prinzipien „kategoriale Bildung“ und „Handlungsorientierung“ Widersprüche und/oder Gemeinsamkeiten finden lassen, wo eventuelle Gefahren liegen, und ob sich Kombinationsmöglichkeiten zwischen ihnen ergeben.

Daher werde ich mich zunächst mit den NRW-Rahmenvorgaben für die politische Bildung und mit dem NRW-Lehrplan für Sozialwissenschaften befassen und die Ziele herausarbeiten. Im dritten Punkt dieser Arbeit beschreibe ich zunächst die beiden fachdidaktischen Prinzipien, um anschließend Widersprüche, Gemeinsamkeiten, Gefahren und Chancen der Kombination aufzudecken. Schließlich möchte ich aus den gesammelten Informationen ein Fazit ziehen.

2. Ziele der politischen Bildung und des Faches Sozialwissenschaften

Um didaktische Orientierungen für den Politik- oder sozialwissenschaftlichen Unterricht bewerten zu können, müssen die vom Ministerium vorgegebenen Ziele dieser Fächer gegenwärtig sein. Politische Bildung, die zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen in den Fächern Sozialwissenschaften und Geschichte vermittelt wird, oder in anderen Bundesländern als eigenes Fach realisiert ist, zielt laut den Rahmenvorgaben für NRW „auf die politische Mündigkeit junger Menschen“ (MSWWF 2001, 14). Das bedeutet insbesondere die Fähigkeit zur Analyse der „politischen, sozialen und ökonomischen Realität im Hinblick auf zugrunde liegende Strukturen und Legitimationen.“ Die Leitideen Reflexionsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Toleranz, Solidarität und Handlungsbereitschaft sind dabei von besonderer Bedeutung. Die Schülerinnen und Schüler sollen eine politische Urteils- und Handlungskompetenz sowie eine methodische Kompetenz zum eigenen Weiterlernen erwerben.

Im Fach Sozialwissenschaften, das in Nordrhein-Westfalen in der Sekundarstufe II unterrichtet wird und in das neben anderen Fächern politische Bildung eingebettet ist, sollen laut Lehrplan (MSWWF 1999, 5) die übergeordneten und zusammenhängenden Ziele der gesellschaftlichen Kompetenz und der gewissenhaften Selbstreflexion erreicht werden. In den gesellschaftlich bedeutsamen Inhaltsfeldern Marktwirtschaft, Wirtschaftspolitik, Individuum, Gruppen und Institutionen, Gesellschaftsstrukturen und sozialer Wandel, politische Strukturen und Prozesse in Deutschland sowie globale politische Strukturen und Prozesse soll sozialwissenschaftliches Orientierungs-, Erschließungs-, Erklärungs- und Handlungswissen erreicht werden. Als fachdidaktische Prinzipien werden Situations-Orientierung und Problem- Orientierung in den Richtlinien genannt. Hinzu kommen noch Schüler- Orientierung sowie handlungs- und produktorientiertes Lernen (ebd., 8-12).

3. Zwei politikdidaktische Unterrichtsprinzipien

3.1 Kategoriale Bildung

Theoretisch gesprochen sind Kategorien „Begriffe, die für gewonnene Erkenntnisse stehen bzw. das Ergebnis wissenschaftlicher Forschung in verdichteter Form wiedergeben“. (Breit/Weißeno 2004, 20) Sie „geben Lernenden die Möglichkeit, Einzelheiten im lebensweltlichen Zusammenhang zu erkennen und Lehrenden die Möglichkeit, Wissenswertes auszuwählen“ (Hilligen 1999, 158). Jedoch hat der Fachwissenschaftler die Freiheit, sich seinen Gegenstandsbereich zu wählen; der Fachdidaktiker steht hingegen „vor dem Problem, aus der ungeheuren Fülle wissenschaftlicher Ergebnisse diejenigen auszuwählen, deren Mitteilung von existentieller Bedeutung ist“ (ebd., 159). Um etwas analysieren zu können, müssen Zusammenfassungen in Kategorien vorgenommen werden. Kategorien besitzen dabei bereits theoretische Vorfestlegungen. Nach Hilligen sind solche Kategorien für die politische Bildung sinnvoll, die „von Lehrenden und zunehmend auch von Lernenden als Instrumente für Erkennen, Lernen, Strukturieren genutzt werden“ (ebd., 161). Neben Vorschlägen von Spranger (1957) und Sutor (1984) sind die elf politikdidaktischen Kategorien Gieseckes (1965), die jedoch nicht die eigene Spannung und ihren Bezug zueinander darstellen, bekannt geworden: Konflikt, Konkretheit, Macht, Recht, Funktionszusammenhang, Interesse, Mitbestimmung, Solidarität, Ideologie, Geschichtlichkeit und Menschenwürde (ebd.).

[...]


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