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Seminararbeit, 2000, 20 Seiten
Autor: Daniel Seiffert
Fach: Medien / Kommunikation - Sonstiges
Details
Institution/Hochschule: Universität Potsdam (Institut für Kunst und Medien)
Tags: Bert, Brechts, Kriegsfibel, Bilder, Sprechen, Fotografie, Literatur
Jahr: 2000
Seiten: 20
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 31 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-53474-1
Dateigröße: 152 KB
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eingereicht von:
Daniel Seiffert
Fachsemester 1
Magisterstudiengang
Politikwissenschaft (HF)
Neuere Geschichte (1. NF)
Medienwissenschaften (2. NF)
Sommersemester 2000
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung ... 2
2. Hauptteil ... 3
2.1. Zum Begriff „Fibel“ und dessen Bedeutung für das Werk ... 3
2.2. Zur Entstehungsgeschichte der Kriegsfibel ... 4
2.3. Die graphische Darstellung und ihre immanente Wirkungsabsicht ... 8
2.4. Einflüsse und Anregungen Die „A-I-Z“ und ihre Bedeutung als Ideengeber ... 10
2.5. Die politische Bedeutung des Erscheinens der Kriegsfibel für Brecht 10 Jahre nach Kriegsende ... 14
3. Fazit ... 16
4. Literaturnachweis / Bibliographie ... 18
1. Einführung
Die Kriegsfibel ist Bertolt Brechts letztes lyrisches Werk und Kultbuch der frühen Friedensbewegung. Dennoch blieb die wissenschaftliche Rezeption bis heute erstaunlich zurückhaltend. So tituliert beispielsweise der Politologe und Germanist Theo Stammen die Fibel als „Stiefkind der Forschung“.1 Aufgrund der bewussten Verbindung von künstlerischem Gehalt und politischer Wirkungsabsicht wurde das 1955 erstmals publizierte Werk oft als propagandistische Zweckliteratur verkannt. Mit meinen Ausführungen möchte ich den Versuch unternehmen zu zeigen, dass Brecht mit seinen Text-Bild- Kompositionen nicht nur ein herausragendes kompromissloses Werk gegen den Krieg sowie seine vielfach politisch und ökonomisch bedingten Ursachen gelungen ist, sondern auch ein ästhetisches Meisterwerk, welches es gekonnt versteht, die Kunst zu lehren, Bilder zu lesen. Ganz so, wie es Brechts langjährige dänische Mitstreiterin Ruth Berlau im Jahr Zehn der Befreiung vom Hitler-Faschismus in ihrem Vorwort zur 1. im Ostberliner Eulenspiegel-Verlag erschienenen Auflage erhoffte.2 Für diesen Zweck halte ich es für unabdingbar, sowohl die langjährige Entstehungsgeschichte der Kriegsfibel - die eigentlich Antikriegsfibel heißen müsste - als auch ihre endgütige künstlerische Gestaltung, in enger Verknüpfung mit dem gesellschafts-politischen Kontext jener Zeit zu betrachten. So erkennt der Literaturwissenschaftler und renommierte Publizist Welf Kienast den eigentlichen Gehalt der erst 10 Jahre nach ihrer 1. Fassung veröffentlichten Kriegsfibel als implizierte „zehn Jahre deutscher Geschichte samt Kapitulation, Staatengründung und 17. Juni“.3 Im weiteren Verlauf meiner Ausführungen möchte ich zeigen, wie sehr der erst 1955 abgeschlossene Entstehungsprozess die so oft zitierte Stunde Null, die Geburt zweier konträrer deutscher Staaten und ihre ersten Gehversuche reflektiert.
2. Hauptteil
2.1. Zum Begriff „Fibel“ und dessen Bedeutung für das Werk
Zu Beginn meiner Ausführungen möchte ich ein paar Bemerkungen zum Begriff der Fibel anführen, die meiner Auffassung nach zum Verständnis und zur richtigen Einordnung des Werks beitragen können. Als spezifisches Kennzeichen der Fibel nennt „Meyers Handbuch über die Literatur“: „Kinderlesebuch; ursprünglich enthielt die Fibel Lesestücke aus der Bibel, heute ist sie der Vorstellungswelt des Kindes angepasst; sie dient dem ersten Leseunterricht...“4 Die Fibel bezieht sich demnach auf einen ganz umfassenden Kontext: auf die Sprache, die es zu erlernen gilt und (früher) auf die Bibel oder allgemein auf einen sogenannten normativen Text, der möglichst eindeutig eine Moral, Ethik, oder eine Weltanschauung repräsentieren will. Sie dient also ganz bestimmten Zwecken: Dem Lesen lernen (Decodieren) und dem Verstehen lernen. Man könnte sagen, sie möchte in das Decodieren als einer Kommunikationstechnik einführen. Natürlich ist die Fibel dabei auf die Aktivität des Lernenden angewiesen. Sie arbeitet mit didaktischen Mitteln, um diese Aktivität zu fördern. So bedient sie sich beispielsweise einer motivierenden Farbgebung sowie eines speziellen Text-Bild-Bezugs mit Fragen und/oder suggestiven Aufforderungen.
[...]
1 Stammen, Theo: „Kriegsfibel“, Politische Emblematik und zeitgeschichtliche Aussage, Würzburg 1999.
2 Brecht, Bertolt: „Kriegsfibel“, hrsg. von Ruth Berlau, 4. Aufl., Berlin 1983 (1955)
3 vgl. Kienast, Welf: Kriegsfibelmodell. Autorschaft und „kollektiver Schöpfungsprozess“, 1. Aufl., 2001
4 Meyers Handbuch über die Literatur, Mannheim 1964, S.46.
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