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Geriatrie - Ein interdisziplinärer Ansatz in der Altenhilfe

Termpaper, 2006, 30 Pages
Author: Henning Becker
Subject: Social Pedagogy / Social Work

Details

Category: Termpaper
Year: 2006
Pages: 30
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V59680
ISBN (E-book): 978-3-638-53551-9
ISBN (Book): 978-3-638-64459-4
File size: 641 KB
Notes :
Die vorliegende Arbeit erörert das große Gebiet der Geriatrie. Es wird besonderen Wert darauf gelegt, die Interdisplinariät dieses Ansatzes hervorzuheben und hiervon ausgehend dessen multiprofessionelle Arbeitsweise zu erörtern. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen über die bzw. aus der Geriatrie werden mehrere beteiligte Berufsfelder vorgestellt. Die Arbeit wird durch zahlreiche Grafiken unterstützt.


Abstract

Die Gesellschaft altert – wie oft hört man seit einigen Jahren diesen Satz? Sehr oft. Der demografische Wandel, der seit einiger Zeit in mehr oder weniger allen Industrienationen zu beobachten ist, und die damit einhergehende Zunahme des Anteils alter Menschen zwingen die Gesellschaft zum Umdenken. Bislang war die soziale Fürsorge des Staates sehr stark auf die Jugend ausgerichtet. Dies reicht jedoch nicht mehr aus, denn mit dem Alter einhergehende Behinderungen und Pflegebedürftigkeit können nicht länger übersehen werden. Beide Komponenten steigen in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich überproportional an. In den vergangenen Jahren hat daher ein Arbeitsgebiet zunehmend an Bedeutung gewonnen – die Geriatrie. Doch was ist die Geriatrie genau? Worauf versucht sie konkret Antworten zu finden? Und welche Bedeutung nimmt sie in der Altenhilfe ein? Ziel dieser Arbeit ist es, die Geriatrie als interdisziplinären Ansatz zu beleuchten und ihre Bedeutung in der präventiven und rehabilitativen Arbeit mit alten Menschen herauszustellen. Daher wird eingehend das Bild vom alten Menschen beschrieben, um einen ersten Überblick über Krankheit und Behinderung im Alter zu bekommen. Im Folgenden soll die Geriatrie als methodischer Ansatz in der Altenhilfe vorgestellt werden. Hierbei wird auf wissenschaftliche Grundlagen, Anliegen, Aufgaben und Ziele der Geriatrie eingegangen. Im Folgenden ist die Bedeutung der verschiedenen geriatrischen Berufsfelder zu erörtern, um die Interdisziplinarität dieses Ansatzes zu unterstreichen. Abschließend ist es Anliegen dieser Arbeit, weiterführende Gedanken und mögliche Aufgaben des Geriaters als interdisziplinär Tätiger zu präsentieren. Es ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, die Geriatrie vollständig darzustellen. Der gesamte Ansatz ist dafür schlicht zu umfassend. Stattdessen ist es Intention, (neue) Chancen für einen alternativen Umgang mit dem Phänomen „Alter“ aufzuzeigen.


Excerpt (computer-generated)

Evangelische Fachhochschule Berlin
Seminar: Sonderpädagogik
WS 2005 / 2006, 5. Semester

Geriatrie - ein interdisziplinärer Ansatz in der Altenhilfe

von: Henning Becker

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung  3

2 Das Bild vom alten Menschen  4

3 Geriatrie als methodischer Ansatz in der Altenhilfe  7

3.1 Gerontologie 7
3.2 Grundzüge der Geriatrie  8
3.3 Geriatrisches Assessment  10
3.4 Rehabilitation  11

4 Bedeutung der einzelnen Berufsfelder in der Geriatrie 13

4.1 Sozialarbeit 13
4.2 Medizin  15
4.3 Kranken- und Altenpflege 15
4.4 Ergotherapie 16
4.5 Physiotherapie  17
4.6 Psychologie 17

5 Die interdisziplinäre Rolle des Geriaters  18

6 Schlussbetrachtung  21

Anhang  22

Fragebögen im geriatrischen Assessment  23

Bibliografie 29

 


 

1 Einleitung

Die Gesellschaft altert – wie oft hört man seit einigen Jahren diesen Satz? Sehr oft. Der demografische Wandel, der seit einiger Zeit in mehr oder weniger allen Industrienationen zu beobachten ist, und die damit einhergehende Zunahme des Anteils alter Menschen zwingen die Gesellschaft zum Umdenken. Bislang war die soziale Fürsorge des Staates sehr stark auf die Jugend ausgerichtet. Dies reicht jedoch nicht mehr aus, denn mit dem Alter einhergehende Behinderungen und Pflegebedürftigkeit können nicht länger übersehen werden. Beide Komponenten steigen in den nächsten Jahrzehnten voraussichtlich überproportional an. In den vergangenen Jahren hat daher ein Arbeitsgebiet zunehmend an Bedeutung gewonnen – die Geriatrie.

Doch was ist die Geriatrie genau? Worauf versucht sie konkret Antworten zu finden? Und welche Bedeutung nimmt sie in der Altenhilfe ein? Ziel dieser Arbeit ist es, die Geriatrie als interdisziplinären Ansatz zu beleuchten und ihre Bedeutung in der präventiven und rehabilitativen Arbeit mit alten Menschen herauszustellen. Daher wird eingehend das Bild vom alten Menschen beschrieben, um einen ersten Überblick über Krankheit und Behinderung im Alter zu bekommen. Im Folgenden soll die Geriatrie als methodischer Ansatz in der Altenhilfe vorgestellt werden. Hierbei wird auf wissenschaftliche Grundlagen, Anliegen, Aufgaben und Ziele der Geriatrie eingegangen. Im Folgenden ist die Bedeutung der verschiedenen geriatrischen Berufsfelder zu erörtern, um die Interdisziplinarität dieses Ansatzes zu unterstreichen. Abschließend ist es Anliegen dieser Arbeit, weiterführende Gedanken und mögliche Aufgaben des Geriaters als interdisziplinär Tätiger zu präsentieren. Es ist im Rahmen dieser Arbeit nicht möglich, die Geriatrie vollständig darzustellen. Der gesamte Ansatz ist dafür schlicht zu umfassend. Stattdessen ist es Intention, (neue) Chancen für einen alternativen Umgang mit dem Phänomen „Alter“ aufzuzeigen.

2 Das Bild vom alten Menschen

Der alte Mensch stellt ein höchst komplexes Bild dar. Es ist schwierig, eine allgemein gültige Aussage über seinen Zustand zu treffen – zu individuell und damit unterschiedlich gestaltet sich der Lebensabend eines Menschen. Und doch kann zumindest eines gesagt werden: Alter und Krankheit sind bzw. werden oft eng miteinander verknüpft. Zwar ist das viel verbreitete Bild von der Verschlechterung der Lebensqualität sehr allgemein und mit Recht kritisch zu sehen. Trotzdem sind es die Häufigkeit und die Vielzahl an Krankheiten, die typisch für das höhere Lebensalter sind. Multimorbidität bedeutet demnach das parallele Vorliegen mehrerer anhaltender Erkrankungen. Diese beeinflussen und verstärken sich oft gegenseitig maßgeblich, so dass deren einzelne Chronifizität noch erhöht wird.1 Damit lässt sich auch die mit zunehmendem Alter erhöhte Pflegebedürftigkeit erklären. Das besondere Bild des alten Menschen in der Geriatrie, im Folgenden der „geriatrische Patient“, ist nach RUNGE und REHFELD dadurch gekennzeichnet, dass eine Heilung der Krankheiten in der Regel überhaupt nicht mehr möglich ist. Bleibende Schäden, Funktionseinschränkungen mit Auswirkungen auf das soziale Leben und weitere Folgeerkrankungen treten ein. Man spricht in diesem Fall von Behinderung. Daher lässt sich der geriatrische Patient auch als der behinderte oder pflegebedürftige oder von Behinderung oder Pflegebedürftigkeit bedrohte Patient definieren.2 Die nachfolgenden Abbildungen machen dies noch einmal deutlich. Behinderung und Pflegebedürftigkeit steigen demnach mit dem Alter überproportional an.

Abbildung 1 Quelle3

Abbildung 2 Quelle4

Und doch fehlen bei alten Menschen oft erkennbare Befunde und Beschwerden, die auf das erkrankte Organ hinweisen. Stattdessen ist eine allgemeine Leistungsminderung, oft als funktioneller Einbruch erlebt, erstes Warnzeichen und ein Vorbote des Alterns und der damit einhergehenden (schweren) Erkrankung. Hierzu gehören Zeichen wie erhöhte Instabilität, verminderte Anpassungsfähigkeit und die nur noch begrenzte Fähigkeit, vorliegende Schwächen zu kompensieren.5

Diese unterschiedlichen Ursachenherde für Krankheiten im Alter machen deutlich, wie verschieden die Krankheitsbilder und –erscheinungen aussehen. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass keine allgemein gültige Benennung von Krankheiten erfolgen kann. Wohl aber ist es möglich, Krankheiten ausfindig zu machen, die im höheren Lebensalter statistisch verstärkt vorkommen. Altsein geht nach WOJNAR vor allem mit der Abnahme von Nervenleistungen, Muskelmasse und körperlicher Leistungsfähigkeit, Beeinträchtigung der Sehschärfe und der Farbwahrnehmung, verminderter Sauerstoffversorgung des Gehirns, Verlangsamung kognitiver Prozesse, Störung der Thermoregulation sowie Herzkreislauferkrankungen einher.6 Diese zunächst sehr diagnostisch klingenden Zuschreibungen sind im Alltagsleben alter Menschen deutlich wieder zu erkennen: So sind Gangunsicherheiten bis hin zu völliger Gehbehinderung, Demenzen, Bluthochdruck oder grauer Star Erkrankungen, die vielfach in dieser Gruppe anzutreffen sind.

[...]


1 vgl. Runge, Martin; Gisela Rehfeld: Geriatrische Rehabilitation im Therapeutischen Team. 2.Auflage. Stuttgart; New York. 2001. S.9f.

2 vgl. Runge; Rehfeld 2001. S.10f.

3 Runge; Rehfeld 2001. S.11.

4 Runge; Rehfeld 2001. S.12.

5 vgl. Runge; Rehfeld 2001. S.10ff.

6 vgl. Wojnar, Jan: Geriatrie. S.387. In: Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (Hrsg.): Fachlexikon der sozialen Arbeit. 5.Auflage. Frankfurt am Main 2002. S.386-387.


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