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Schulseelsorge - eine besondere Form der pädagogischen Interaktion

Termpaper, 2005, 15 Pages
Author: Klaus Genschmar
Subject: Pedagogy - Pedagogic Psychology

Details

Event: Psychologie der pädagogischen Interaktion
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Institut für Erziehungswissenschaft)
Tags: Schulseelsorge, Form, Interaktion, Psychologie, Interaktion
Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 15
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 6  Entries
Language: German
Archive No.: V59695
ISBN (E-book): 978-3-638-53561-8
ISBN (Book): 978-3-638-77103-0
File size: 163 KB

Abstract

Schulseelsorge – eine besondere Form der pädagogischen Interaktion. Warum? Ich denke gerade deshalb, weil sie die Möglichkeit bietet, Interaktionen zwischen Schüler und Schüler, Lehrer und Schüler, Lehrer und Lehrer bzw. auch die Interaktion von Eltern und Lehrern auf eine ganz besondere Weise zu beleben. Schulseelsorge versteht sich in erster Linie als Begleitung, sowohl bei Prozessen innerhalb des Schulalltags, als auch innerhalb der einzelnen Individuen der Schule selbst. Schulseelsorge ist dabei offen für jede Form von Zusammenarbeit. In erster Linie steht sie durch Beratungsgespräche mit eher privaten Inhalt von Schülern- und Schülerinnen und deren Eltern sowie den Kollegen und Kolleginnen zur Verfügung. Daneben kann sie aber auch durch gemeinsame Veranstaltungen zur geistigen Besinnung, Orientierungstagen usw., Gefühlen, Ängsten, aber auch einfach nur inneren Gedanken zum Ausdruck verhelfen. In dieser Funktion geht Schulseelsorge weit über die Institution des Beratungslehrers hinaus, insbesondere aufgrund ihrer christlichen Lebenseinstellung. Im Gespräch mit Schülern oder Lehrern ist sie da um Zuzuhören. Sie bietet keine Therapien an, kann aber psychologische Begleitung vermitteln. In dieser Hausarbeit soll im ersten Teil auf die Wurzeln der Schulseelsorge und ihren Arbeitsformen eingegangen werden. Danach werden im zweiten Teil verschiedene Seelsorgekonzeptionen aus dem 20. Jahrhundert vorgestellt und es soll danach gefragt werden, ob und wie diese für die Schulseelsorge von Nutzen sind. Im letzten Teil wird kurz darauf eingegangen, wie sich Religionsunterricht und Schulseelsorge ergänzen können.


Excerpt (computer-generated)

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Institut für Erziehungswissenschaften
Sommersemester 2005

Proseminar:

Psychologie der pädagogischen Interaktion

Thema: 

„Schulseelsorge - eine besondere Form der pädagogischen Interaktion“

Angaben zum Verfasser:

Klaus Genschmar

6. Fachsemester: LA Gym. Geschichte/Ev. Religionslehre
Clingen, den 28.07.2005

 

 

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung ... 3

Hauptteil: "Schulseelsorge - eine besondere Form der pädagogischen Interakti-on"  ... 4

1. Schulseelsorge und ihre Wurzeln ... 4
1.1 Begriff und Geschichte ... 4
1.2 Schulseelsorge oder Schulpastoral?  ... 6
1.3 Arbeitsformen der Schulseelsorge ... 

2. Seelsorgekonzeptionen des 20. Jahrhunderts ... 9
2.1 Das Problem des Verhältnisses Theologie und Psychologie ... 9
2.2 Kerygmatische Seelsorge ... 9
2.3 Pastoralpsychologische Seelsorge ... 11
2.4 Weitere Seelsorgekonzeptionen ... 12
2.5 Wie handle ich nun als schulischer Seelsorger richtig?  ... 13

3. Schulseelsorge und Religionsunterricht ... 14

Literaturverzeichnis ... 16

 

 

Einleitung

Schulseelsorge - eine besondere Form der pädagogischen Interaktion. Warum? Ich denke gerade deshalb, weil sie die Möglichkeit bietet, Interaktionen zwischen Schüler und Schüler, Lehrer und Schüler, Lehrer und Lehrer bzw. auch die Interaktion von Eltern und Lehrern auf eine ganz besondere Weise zu beleben.

Schulseelsorge versteht sich in erster Linie als Begleitung, sowohl bei Prozessen innerhalb des Schulalltags, als auch innerhalb der einzelnen Individuen der Schule selbst. Schulseelsorge ist dabei offen für jede Form von Zusammenarbeit. In erster Linie steht sie durch Beratungsgespräche mit eher privaten Inhalt von Schülern- und Schülerinnen und deren Eltern sowie den Kollegen und Kolleginnen zur Verfügung. Daneben kann sie aber auch durch gemeinsame Veranstaltungen zur geistigen Besinnung, Orientierungstagen usw., Gefühlen, Ängsten, aber auch einfach nur inneren Gedanken zum Ausdruck verhelfen. In dieser Funktion geht Schulseelsorge weit über die Institution des Beratungslehrers hinaus, insbesondere aufgrund ihrer christlichen Lebenseinstellung. Im Gespräch mit Schülern oder Lehrern ist sie da um Zuzuhören. Sie bietet keine Therapien an, kann aber psychologische Begleitung vermitteln.

In dieser Hausarbeit soll im ersten Teil auf die Wurzeln der Schulseelsorge und ihren Arbeitsformen eingegangen werden. Danach werden im zweiten Teil verschiedene Seelsorgekonzeptionen aus dem 20. Jahrhundert vorgestellt und es soll danach gefragt werden, ob und wie diese für die Schulseelsorge von Nutzen sind. Im letzten Teil wird kurz darauf eingegangen, wie sich Religionsunterricht und Schulseelsorge ergänzen können.

Die Hausarbeit soll und will die Institution der Schulseelsorge lediglich kurzgefasst vorstellen, damit sich der Leser ganz allgemein ein Bild von dieser besonderen Form der Interaktion machen kann.

Hauptteil: "Schulseelsorge - eine besondere Form der pädagogischen In-teraktion"

1. Schulseelsorge und ihre Wurzeln

1.1 Begriff und Geschichte

Die Bezeichnung "Schulseelsorge" kam um etwa 1950 im katholischen Raum auf und umfasste alle pastoralen Bemühungen, Kinder und Jugendliche über den Religionsunterricht und den Schulgottesdienst hinaus zum Glauben und zur religiösen Praxis zu erziehen. Die damalige kerygmatische (das Evangelium verkündende) Ausrichtung des Religionsunterrichts begünstigte die Vorstellung, pastorale und religionskirchliche Vollzüge auf das Engste mit der Schule verbinden zu können. Auch im evangelischen Raum blieb der Begriff "Schulseelsorge" zunächst fremd, weil "Seelsorge" an sich nicht so sehr als institutionalisierbare und organisierbare Veranstaltung, sondern als beratend-heilende und vergebende Zuwendung zum Einzelnen verstanden wurde. Die Reformen des Schul- und Bildungswesens seit 1965/1970 und die Entscheidung, den Religionsunterricht schultheoretisch im Schnittpunkt von Theologie und Pädagogik, von Gesellschaft und Kirchen zu begründen, beendete dann vollends das Miteinander von Schule, Unterricht und Seelsorge. Die Kirchen stiegen dafür intensiv in die Diskussion um die Zukunft der öffentlichen Schule ein, modernisierten das freie kirchliche Schulwesen, festigten den konfessionellen Religionsunterricht, forcierten die Fortbildung der Religionslehrerschaft und bauten pastorale Angebote (z.B. Gestaltung von Schulgottesdiensten, Schaffung von Stellen zur Beratung und Krisenintervention) aus. Man ließ sich nicht mehr von der Überlegung leiten, was man selbst als Kirche von der Schule habe, sondern was man im Sinne eines uneigennützigen Dienstes zugunsten der Schule zu leisten fähig und bereit ist.

"Moderne Schulseelsorge" versteht sich also als eine neue Form kirchlicher Präsenz in der Schule. Sie soll für die Schüler- und Lehrerschaft eine Art Lebensbegleitung sein, die Angebote im Sinne einer erlebbaren christlichen Religiosität bietet. "Schulseelsorge" im modernen Sinne hat sich also rückblickend aus verschiedenen Teilbereichen, nämlich der Religionspädagogik, der Jugendarbeit und der Seelsorge, entwickelt:1

[....]


1 Vgl. BITTER, Gottfried [Hsrg.]: Neues Handbuch religionspädagogischer Grundbegriffe, München, 2002, S. 358/359.


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