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Hauptseminararbeit, 2006, 19 Seiten
Autor: Klaus Genschmar
Fach: Theologie - Vergl. Religionswissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Theologische Fakulät)
Tags: Hilfsgeister, Schamanen, Einführung, Religionen, Schamanismus
Jahr: 2006
Seiten: 19
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-53562-5
ISBN (Buch): 978-3-638-77099-6
Dateigröße: 455 KB
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Zusammenfassung / Abstract
„Schamanen – Eine Reise in die Welt der Geister“, so lautet die Überschrift eines kurzen Artikels, der unlängst in einem populärwissenschaftlichen Magazin veröffentlicht wurde.1 Eingebettet in das große Thema „Mythen und Rätsel der Urzeit – Saurier, Steinzeitjäger und Schamanen“ befasst sich der Autor darin mit dem Phänomen des Schamanismus in der Vergangenheit (Urgesellschaft) bzw. Gegenwart (Schamanismus in Nord- und Südamerika, Sibirien und Asien). Ungeachtet der Tatsache, dass sich der Autor mit seinem Artikel an ein Massenpublikum wendet, das sich im täglichen Leben wohl kaum mit Religionswissenschaft oder Anthropologie auseinandersetzt, so gelingt es ihm, dem Leser einen kurzen und interessanten Einblick in das Thema Schamanismus zu geben. Auch ich gestehe, dass ich zu Beginn des Hauptseminars „Einführung in die ethnischen Religionen: Schamanismus“ über wenig Vorwissen zum Thema verfügte. Schamanen kannte ich allenfalls aus Fernsehdokumentationen von Klaus Bednarz auf seinen Reisen nach Sibirien oder aus alten Indianerfilmen. Schamanismus, das klingt für mich zuerst einmal sehr primitiv. Man denkt dabei an einfach lebende Urvölker, an seltsam anmutende Riten und an Aberglaube. Überraschenderweise musste ich aber feststellen, dass der traditionelle Schamanismus auch noch im 21. Jahrhundert lebendig ist, vielleicht nicht mehr so aktiv wie vor 100 Jahren, aber dennoch präsent, selbst in den Industriestaaten. So gibt es beispielsweise in modernen Staaten wie Südkorea oder Japan noch immer eine Vielzahl tätiger Schamanen, die u.a. die neu gekaufte Luxuskarosse des Firmenmanagers auf Sicherheit und Unfallfreiheit weihen (segnen). Und interessanterweise bietet gerade das Internet, bei Eingabe der Stichwörter „shamanism“ bzw. „Schamanismus“ in einschlägigen Suchmaschinen, eine Vielzahl an Treffern. Auffällig ist auch, dass der Schamanismus unter der modernen Bezeichnung „Neoschamanismus“ in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde. Im Zeitalter einer zunehmenden Säkularisierung wird dieser Begriff häufig im Zusammenhang von Esoterik, psychedelischen Reisen unter Drogeneinfluss und Kursen zur Naturheilkunde gebraucht. Diese Hausarbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf einfache und anschauliche Weise, am Anfang kurz in das komplexe Thema „Schamanismus“ einzuführen. Hauptsächlich wird sich die Arbeit aber mit den Hilfsgeistern des Schamanen beschäftigen: Was sind das für Wesen?; Wie sieht ihre Welt aus?; Wie tritt der Schamane mit ihnen in Kontakt; usw.. In diesem Zusammenhang führt ein kurzer Exkurs in die Geisterwelt der nordamerikanischen Schoschonen. Zum Schluss möchte ich in einem kurzen Resümee meine Eindrücke bzw. neuen Erfahrungen zum Hauptthema „Schamanismus“ zusammenfassen. 1 BLUMENTHAL, P.J., Schamanen – Eine Reise in die Welt der Geister, in: P.M. History – Das große Magazin für Geschichte, Februar 2006, S. 60-66.
Textauszug (computergeneriert)
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Theologische Fakultät
Hauptseminar in Religionswissenschaft:
Einführung in die ethnischen Religionen: Schamanismus
Thema:
„Hilfsgeister des Schamanen“
Angaben zum Verfasser:
Klaus Genschmar
7. Fachsemester: LA Gym. Geschichte/Ev. Religionslehre
Wintersemester 2005/06
Inhaltsverzeichnis:
Einleitung ... 3
Hauptteil: „Hilfsgeister des Schamanen“ ... 5
1. Der Schamanismus ... 5
1.1 Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Schamanismus? ... 5
1.2 Was ist ein Schamane? ... 5
2. Der Schamane und seine Hilfsgeister ... 7
2.1 Was sind überhaupt Hilfsgeister? ... 7
2.2 Eigenschaften und Funktion der Hilfsgeister für den Schamanen ... 9
2.3 Die Hilfsgeister während der schamanischen Sitzung ... 12
3. Exkurs: Geistwesen bei den Indianerstämmen Nordamerikas ... 16
Schluss/Fazit ... 18
Literaturverzeichnis ... 19
Einleitung
„Schamanen – Eine Reise in die Welt der Geister“, so lautet die Überschrift eines kurzen Artikels, der unlängst in einem populärwissenschaftlichen Magazin veröffentlicht wurde.1 Eingebettet in das große Thema „Mythen und Rätsel der Urzeit – Saurier, Steinzeitjäger und Schamanen“ befasst sich der Autor darin mit dem Phänomen des Schamanismus in der Vergangenheit (Urgesellschaft) bzw. Gegenwart (Schamanismus in Nord- und Südamerika, Sibirien und Asien). Ungeachtet der Tatsache, dass sich der Autor mit seinem Artikel an ein Massenpublikum wendet, das sich im täglichen Leben wohl kaum mit Religionswissenschaft oder Anthropologie auseinandersetzt, so gelingt es ihm, dem Leser einen kurzen und interessanten Einblick in das Thema Schamanismus zu geben.
Auch ich gestehe, dass ich zu Beginn des Hauptseminars „Einführung in die ethnischen Religionen: Schamanismus“ über wenig Vorwissen zum Thema verfügte. Schamanen kannte ich allenfalls aus Fernsehdokumentationen von Klaus Bednarz auf seinen Reisen nach Sibirien oder aus alten Indianerfilmen. Schamanismus, das klingt für mich zuerst einmal sehr primitiv. Man denkt dabei an einfach lebende Urvölker, an seltsam anmutende Riten und an Aberglaube. Überraschenderweise musste ich aber feststellen, dass der traditionelle Schamanismus auch noch im 21. Jahrhundert lebendig ist, vielleicht nicht mehr so aktiv wie vor 100 Jahren, aber dennoch präsent, selbst in den Industriestaaten. So gibt es beispielsweise in modernen Staaten wie Südkorea oder Japan noch immer eine Vielzahl tätiger Schamanen, die u.a. die neu gekaufte Luxuskarosse des Firmenmanagers auf Sicherheit und Unfallfreiheit weihen (segnen). Und interessanterweise bietet gerade das Internet, bei Eingabe der Stichwörter „shamanism“ bzw. „Schamanismus“ in einschlägigen Suchmaschinen, eine Vielzahl an Treffern. Auffällig ist auch, dass der Schamanismus unter der modernen Bezeichnung „Neoschamanismus“ in den letzten Jahren wiederentdeckt wurde. Im Zeitalter einer zunehmenden Säkularisierung wird dieser Begriff häufig im Zusammenhang von Esoterik, psychedelischen Reisen unter Drogeneinfluss und Kursen zur Naturheilkunde gebraucht.
Diese Hausarbeit hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf einfache und anschauliche Weise, am Anfang kurz in das komplexe Thema „Schamanismus“ einzuführen. Hauptsächlich wird sich die Arbeit aber mit den Hilfsgeistern des Schamanen beschäftigen: Was sind das für Wesen?; Wie sieht ihre Welt aus?; Wie tritt der Schamane mit ihnen in Kontakt; usw.. In diesem Zusammenhang führt ein kurzer Exkurs in die Geisterwelt der nordamerikanischen Schoschonen. Zum Schluss möchte ich in einem kurzen Resümee meine Eindrücke bzw. neuen Erfahrungen zum Hauptthema „Schamanismus“ zusammenfassen.
Hauptteil: „Hilfsgeister des Schamanen“
1. Der Schamanismus
1.1 Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Schamanismus?
Der berühmte Religionswissenschaftler Mircea Eliade beschreibt den Schamanismus folgendermaßen: „Strenggenommen ist der Schamanismus keine Religion, sondern ein Ganzes von ekstatischen und therapeutischen Methoden, die alle das eine Ziel verfolgen, den Kontakt herzustellen zu jenem anderen parallel existierenden, jedoch unsichtbaren Universum der Geister, um deren Unterstützung für die Besorgung der menschlichen Belange zu erwirken.“2 Der Schamanismus ist also eine Sammelbezeichnung für Religionen innerhalb derer Schamanen oder Schamaninnen das Zentrum religiöser Praxis bilden. Er lässt sich weltübergreifend auf allen Kontinenten und in den verschiedensten Kulturen nachweisen. Deshalb ist es besonders schwer, „den Schmanaismus“ als solches zu definieren. Vielmehr stellt er ein komplexes, ja fast unüberschaubares, Phänomen dar, das in seinen Grundzügen weltweit ähnlich ist, aber dennoch von Kultur zu Kultur spezifisch Elemente aufweist. Zentral- und Nordasien gilt aber dennoch als das klassische Verbreitungsgebiet des Schamanismus. Mircea Eliade beginnt folglich in seinem „Handbuch der Religionen“ zunächst mit der Beschreibung des asiatischen und sibirischen Schamanismus, gefolgt vom Schamanismus bei den arktischen Völkern und dem übrigen Asien, hin zum nord- bzw. südamerikanischen Schmamanismus.
1.2 Was ist ein Schamane?
Die sprachwissenschaftliche Herleitung des Begriffs Schamane ist bis heute nicht hundertprozentig geklärt. Mircea Eliade meint, der Begriff stamme aus der tungusischen Sprache und bedeute so viel wie „Zauberer“, wohingegen die Jakuten, Kirgisen, Usbeken, Kasaken und Mongolen andere Begriffe verwenden.3
[....]
1 BLUMENTHAL, P.J., Schamanen – Eine Reise in die Welt der Geister, in: P.M. History – Das große Magazin für Geschichte, Februar 2006, S. 60-66.
2 Zit. nach: ELIADE, Mircea/CULIANU, Handbuch der Religionen, Zürich/München, 1995, S. 176.
3 Vgl. Ebd., S. 176.
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