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Essay, 2005, 12 Pages
Author: Klaus Genschmar
Subject: History - Miscellaneous
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Historisches Institut)
Tags: Robin, Hood, Hollywood, Rekonstruktion, Mittelalterbildes, Beispiel, Robin, Hood, Braveheart, Robin, Hood, Karl, Große, Mittelalter, Film, Jahrhunderts
Year: 2005
Pages: 12
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53567-0
ISBN (Book): 978-3-638-77098-9
File size: 505 KB
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Abstract
Schon seit der Geburtsstunde des Kinos vor ca. 100 Jahren haben sich die Filmemacher immer wieder dem Mittelalter als Stoff für ihre Filme zugewandt. Und im Gegensatz zur Antike, die vor allem im Monumental- oder dem sogenannten Sandalenfilm umgesetzt und erst durch Ridley Scotts Gladiator (2000) wiederbelebt wurde, war das Mittelalter in Film und Fernsehen über die Jahrzehnte hinweg allgegenwärtig. Aber woran liegt es, dass gerade dieses Zeitalter eine so große Wirkung und Faszination auf die Menschen ausübt? Vielleicht liegt es daran, dass das Leben der Menschen damals überschaubarer war. Ritterkult, Minnedienst, Burgen, Könige usw. erwecken in uns ganz unbewusst romantische Gefühle, an eine vermeintlich bessere Welt, die noch von Idealen geprägt war. Gerade in unserem hektischen und globalen Kommunikationszeitalter ist es daher allzu verständlich, dass wir uns gerne in eine solch idealisierte Welt entführen lassen. Andererseits stellt sich uns das Mittelalter aber auch als eine ziemlich düstere Zeit dar. Man denke an die Inquisition, die Pest oder die Allmacht der katholischen Kirche. Umberto Eco, der Autor von Der Name der Rose, drückte es so aus: „people simply seem to like the Middle Ages. We see in the medieval a world at once distant from, yet related to, our own.”1 Nicht zu vergessen die Popularität der mittelalterlichen Mystik, wie Schwarze Magie, Alchemie oder Astrologie. Denn sie belebte in nicht unerheblichem Maße die moderne Fantasy-Literatur. Und man darf mit Fug und Recht behaupten, dass sich auch der Regisseur Peter Jackson und seine Crew für The Lord of the Rings (2001-2003) mystischer und mittelalterlicher Elemente bedienten. Im mittelalterlichen Film spiegeln sich aber auch unterschiedliche zeitgenössische Geschichtsbilder wider. D.h. weltgeschichtliche Ereignisse und Debatten innerhalb der Forschung hatten und haben auf die Filmproduktion und das damit vermittelte Bild vom Mittelalter durchaus erheblichen Einfluss. Mittelalterliche Figuren wie König Artus, Johanna von Orleans oder auch Robin Hood können dabei beispielhaft herangezogen werden. In diesem Essay soll jedoch lediglich am Beispiel des Films The Adventures of Robin Hood (1938) die Figur des Robin Hood und das durch ihn vermittelte Geschichtsbild analysiert werden. Dabei sollen die Entstehungsumstände, die zeitliche Einordnung und die damalige, wie auch gegenwärtige, Wirkung des Films auf den Zuschauer berücksichtigt werden.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Historisches Institut
Übung Geschichte und Öffentlichkeit: Braveheart, Robin Hood und Karl der Große.
Das Mittelalter im historischen Film des ausgehenden 20. Jahrhunderts
Wintersemester 2004/05, 5. Fachsemester
Robin Hood und Hollywood – Rekonstruktion eines
cineastischen Mittelalterbildes am Beispiel
The Adventurs of Robin Hood
von: Klaus Genschmar
Schon seit der Geburtsstunde des Kinos vor ca. 100 Jahren haben sich die Filmemacher immer wieder dem Mittelalter als Stoff für ihre Filme zugewandt. Und im Gegensatz zur Antike, die vor allem im Monumental- oder dem sogenannten Sandalenfilm umgesetzt und erst durch Ridley Scotts Gladiator (2000) wiederbelebt wurde, war das Mittelalter in Film und Fernsehen über die Jahrzehnte hinweg allgegenwärtig.
Aber woran liegt es, dass gerade dieses Zeitalter eine so große Wirkung und Faszination auf die Menschen ausübt? Vielleicht liegt es daran, dass das Leben der Menschen damals überschaubarer war. Ritterkult, Minnedienst, Burgen, Könige usw. erwecken in uns ganz unbewusst romantische Gefühle, an eine vermeintlich bessere Welt, die noch von Idealen geprägt war. Gerade in unserem hektischen und globalen Kommunikationszeitalter ist es daher allzu verständlich, dass wir uns gerne in eine solch idealisierte Welt entführen lassen. Andererseits stellt sich uns das Mittelalter aber auch als eine ziemlich düstere Zeit dar. Man denke an die Inquisition, die Pest oder die Allmacht der katholischen Kirche. Umberto Eco, der Autor von Der Name der Rose, drückte es so aus: „people simply seem to like the Middle Ages. We see in the medieval a world at once distant from, yet related to, our own.”1 Nicht zu vergessen die Popularität der mittelalterlichen Mystik, wie Schwarze Magie, Alchemie oder Astrologie. Denn sie belebte in nicht unerheblichem Maße die moderne Fantasy-Literatur. Und man darf mit Fug und Recht behaupten, dass sich auch der Regisseur Peter Jackson und seine Crew für The Lord of the Rings (2001-2003) mystischer und mittelalterlicher Elemente bedienten.
Im mittelalterlichen Film spiegeln sich aber auch unterschiedliche zeitgenössische Geschichtsbilder wider. D.h. weltgeschichtliche Ereignisse und Debatten innerhalb der Forschung hatten und haben auf die Filmproduktion und das damit vermittelte Bild vom Mittelalter durchaus erheblichen Einfluss. Mittelalterliche Figuren wie König Artus, Johanna von Orleans oder auch Robin Hood können dabei beispielhaft herangezogen werden. In diesem Essay soll jedoch lediglich am Beispiel des Films The Adventures of Robin Hood (1938) die Figur des Robin Hood und das durch ihn vermittelte Geschichtsbild analysiert werden. Dabei sollen die Entstehungsumstände, die zeitliche Einordnung und die damalige, wie auch gegenwärtige, Wirkung des Films auf den Zuschauer berücksichtigt werden. Robin Hood – „legendärer Balladenheld, Räuberhauptmann, ausgezeichneter Bogenschütze, Wildschütz, Verehrer der Jungfrau Maria, Freund der Armen [...]“2. Selbst das Lexikon des Mittelalters bietet eine Vielzahl von Umschreibungen, die in irgendeiner Weise auf diese mittelalterliche Figur passen. Und sicher gibt es kaum einen Menschen, der noch nie von der Legende um Robin Hood gehört hat. Die zahlreichen Bücher und Verfilmungen trugen sicherlich dazu bei, dass seine Popularität auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch ungebrochen ist. Und es steht außer Frage, dass gerade die moderne Popkultur unser Bild vom Helden Robin Hood maßgeblich geprägt hat. Seine Ideale wie Freiheit, Gleichberechtigung oder Befreiung von der Tyrannei sind zeitlos und üben auf jeden Menschen, egal zu welcher Zeit und in welcher Kultur man auch lebt, eine große Anziehungskraft aus. Egal, ob man Robin aber nun aus Büchern oder Filmen kennt, die Legende hat, wie es Kevin Carpenter ausdrückt, „in jeder neuen Generation zum Teil drastische Veränderungen erfahren. Vor allem die Figur des Robin Hood wurde mehrfach umgedichtet.“3
[...]
1 HARTY, Kevin J., Robin Hood on Film: Moving Beyond a Swashbuckling Stereotype, S. 87. Zwei Beispiele moderner Mittelalterfilme, links King Arthur, USA 2004 (v.l. Ioan Gruffudd, Keira Knightley, Clive Owen), rechts Jeanne d’Arc, F 1999 (Milla Jovovich)
2 GLEISSNER, R., Robin Hood, in: ANGERMANN, Norbert [Hrsg.], Lexikon des Mittelalters, Bd. Planudes – Stadt (Rus), München, 1995, S. 919.
3 CARPENTER, Kevin: Robin Hood – vom Wegelagerer zum Nationalhelden, in: Einblicke Nr. 22 Forschungsmagazin der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Oktober 1995, in: URL: http://www.unioldenburg.de/presse/einblicke/22/robin.html.
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