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Scholary Paper (Seminar), 2006, 47 Pages
Author: Sabine Schmohl
Subject: Economics / Business: Personnel and Organisation
Details
Institution/College: Frankfurt School of Finance & Management
Tags: Kulturelle, Besonderheiten, Arbeit, China, Interkulturelles, Management
Year: 2006
Pages: 47
Grade: 80%
Bibliography: ~ 17 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53586-1
File size: 182 KB
Die PDF-Version beinhaltet zusätzlich eine Präsentation
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Excerpt (computer-generated)
Kulturelle Besonderheiten der Arbeit in China
von: Sabine Schmohl
Sommersemester 2006
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Kulturkonzept von Trompenaars und Hampden-Turner
2.1 Einführung in den Kulturbegriff als Basis der kulturellen Differenzen
2.2 Fünf Dimensionen des Umganges untereinander nach Trompenaars und Hampden-Turner
2.2.1 Universalismus versus Partikularismus
2.2.2 Individualismus versus Kommunitarismus
2.2.3 Neutral versus Emotional
2.2.4 Spezifisch versus Diffus
2.2.5 Leistungsorientiert versus Askription
2.3 Unternehmenskulturen
2.3.1 Die Familie
2.3.2 Der Eiffelturm
2.3.3 Die Lenkwaffe
2.3.4 Der Brutkasten
3. Praktische Tipps bei der Geschäftsbeziehung
3.1 Beispiel sozialen Verhaltens in China
3.2 Verhaltensregeln nach dem Konzept von Hampden-Turner zusammengefasst am Beispiel zweier Extreme - China und GB
4. Mentale Internationalisierung
5. Literaturnachweis
6. Versicherung
1. Einleitung
Verfolgt man die aktuellen Berichte zur Entwicklung der Weltwirtschaft, dann scheint es nur ein Thema zu geben: Der unaufhaltsame Aufschwung Chinas. Seit den 80-iger Jahren ist das Wirtschaftswachstum Chinas ungebrochen hoch, was zu starker Abwanderung westlicher Industrien gen Osten führte. Dieser neue Markt bietet enorme Möglichkeiten für Industrie und Wirtschaft und ist dennoch ein wenig beängstigend. Sei es, dass China ein riesiges und schwer einschätzbares Land ist, welches eine völlig andere politische Gesinnung hat als der Westen. Oder auch wegen der von uns so verschiedenen Kultur und Tradition. „In China it is never easy, but it is always possible“1 meinte ein britischer Diplomat und beschrieb damit äußerst realitätsnah den Alltag in China und die Mentalität seiner Menschen.
Diese Seminararbeit handelt von den kulturellen Unterschieden und deren Einfluss in die alltäglichen Arbeiten zwischen zwei Welten: China und der Rest der Welt. Es ist bereits fast unmöglich die Briten oder Franzosen in ihrer Kultur und der damit verankerten Handlungsweise im Business zu verstehen. Wie sich das mit der Art und Weise im chinesischen Arbeitsalltag verhält, werde ich versuchen in dieser Hausarbeit darzustellen. 2 „Those, who are married know that it is impossible ever completely to understand even people of your own culture.”3 Es gibt unzählige gut ausgebildete, international erfahrene Manager, die einen weltweit einheitlichen Wortschatz kreiert haben, um in allen Kulturen miteinander kommunizieren zu können. Aber reicht das als „Management solution“ um weltweit effektiv miteinander arbeiten zu können? Die Antwort ist schnell und einfach gesagt und bewiesen: Nein. Es hat sich schon zu häufig auch bei international erfahrenen Unternehmen herausgestellt, dass Mitarbeiter und Unternehmen im wirklichen Arbeitsalltag eben nicht mit nur einer Universal-Strategie wirtschaftlich und wettbewerbsorientiert arbeiten können. „Payfor- performance“ mag in den USA ein motivierendes Mittel sein, in Afrika blieb es allerdings ein völliger Reinfall, da es unausgesprochene Regeln über den Zeitpunkt der Vergütung gibt. Ähnlich verhielt es sich in multinationalen Unternehmen in Südeuropa mit „Management-by-objetives“, dem sich die Manager nicht stellen wollten. Die nationale Geschäftsleitung kritisierte diese Methode und unterwarf sich den vorher festgelegten Politikrichtlinien nicht. So gibt es unzählige Beispiele, von denen ich im Laufe dieser Seminararbeit noch einige anführen werde, die verdeutlichen, dass eine einheitliche Sichtweise und Strategie im Geschäftsleben, auch wenn sie mit gut klingenden englischen Bezeichnungen tituliert werden und im Grundsatz verstanden, einfach nicht funktionieren. Kulturelle Unterschiede, die Politik des Landes, eine angemessene Kommunikation und vieles mehr spielen eine wichtige Rolle, um auch nur ansatzweise erfolgreich in das internationale Geschäft einsteigen zu können. Die Problematik dieses Themas möchte ich nun in den folgenden Seiten behandeln und versuchen, am Beispiel Chinas mögliche Gründe für Verständnisprobleme und Komplikationen in geschäftlichen Beziehungen herauszufinden. Meine eigenen vor kurzem erlangten Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Chinesen werde ich einfließen lassen und hoffe, dass es dem Leser Freude macht auf sich mit dieser Thematik zu beschäftigen.
Bevor ich nach Asien gegangen bin, um dort für kurze Zeit zu arbeiten, habe ich schon viel von den Problemen gelesen, mit denen sich expandierende Unternehmen aus dem Westen konfrontiert sehen. Sie springen in einen riesigen Markt mit enormen Möglichkeiten aber auch ungeahnten Risiken politischer Art zum Beispiel. Bestechung und Produktpiraterie tauchen in unseren Medien immer wieder auf, genauso wie mangelnde gesetzliche Absicherungen bei zum Beispiel vertraglichen Vereinbarungen und wenig Unterstützung von der Regierung. Diese bevorzugt scheinbar häufig lokale Unternehmen und verlangt den westlichen Unternehmen völlig überhöhte Zulassungsgebühren ab. Ist eine Firma dann tatsächlich ansässig geworden fehlen qualifizierte Arbeitskräfte. Einheimische Manager sind anscheinend inkonsequent in ihrer Vorgehensweise und ändern häufig ihre Strategie. Schlagworte wie Verletzung der Menschenrechte, Kinderarbeit und Zwangsarbeit von Vollzugsinsassen sowie Frauendiskriminierung kommen immer wieder vor. All diese Punkte schwirrten in meinem Kopf bevor ich nach Asien ging. Nun stehe ich vor dem Thema meiner Seminararbeit und ich lese genau dies wieder in Zeitungen, Internet usw. Zu beweisen, ob dies alles wahr ist, würde den Rahmen meiner Arbeit wahrscheinlich sprengen, aber es zeigt wie schwierig es ist, sich gerade in einem Markt wie China zu etablieren. In meiner Arbeit werde ich mich daher auf die kulturellen Unterschiede nach dem Konzept von Hampden-Turner beschränken. Im ersten Teil werde ich den Begriff der Kultur erklären. Anhand von Hampden-Turners „Fünf Dimensionen“ des Umganges untereinander werde ich die Unterschiede im Verhalten der Menschen darstellen und nachfolgend die daraus entstehenden Unternehmenskulturen. Zur Veranschaulichung der kulturellen Differenzen und als eine Art Leitlinien für Geschäftsleute, zeige ich am Ende der Arbeit einige allgemeine Beispiele zu sozialem Verhalten in China auf und verdeutliche anschließend Hampden-Turners Untergliederung durch Beispiele. Ich wünsche dem Leser bei diesem spannenden Thema viel Spaß und gebe als kurze Einleitung noch ein sehr passendes Zitat von Konfuzius mit: „Von Natur aus, sind die Menschen gleich, durch die Gewohnheit werden sie verschieden.“ (Konfuzius, chinesischer Philosoph, Lunyü 17.2)
2. Das Kulturkonzept von Trompenaars und Hampden-Turner
2.1 Einführung in den Kulturbegriff als Basis der kulturellen Differenzen
„A fish only discovers its needs for water when it is no longer in it.“ 4 Genauso habe ich mich gefühlt, als ich in Singapur angekommen bin und so viele unterschiedliche, neue Eindrücke erfahren habe. Unsere eigene Kultur umgibt uns wie das Wasser den Fisch. Wir leben in ihm und sehen vieles als selbstverständlich an, ohne darüber nachzudenken. Erst wenn es weg ist verinnerlichen wir, was uns fehlt, wie wir gelebt haben und was für uns als normal und notwendig angesehen wird. Ein bestimmtes Level an Wohlstand zum Beispiel. Für mich, als Deutscher, ist ein Auto und Laptop für mein Studien- und Arbeitsleben unbedingt Grundlage und scheinbar unabdingbar. Für einen einfachen Bauern in Afrika ist etwas ganz anderes wichtig, vielleicht eine kräftige Nahrung, um am nächsten Tag für die körperlich schwere Arbeit wieder fit zu sein. Andere Kulturen wollen materiellen „Reichtum“ überhaupt nicht haben. Buddhisten zum Beispiel verzichten auf jegliche Art von Luxus. Sie besitzen, im Einklang mit ihrer Philosophie, nur das, was ihnen gegeben wurde. Ihnen ist ihr Gedankengut und Ethik5 das wichtigste. So setzt sinnvolle Kommunikation einen beiderseits bekannten Weg der Informationsweitergabe voraus und dementsprechend gleiche Erwartungen.
Zum Begriff Kultur gehören nach Hampden-Turner auch bestimmte Sinnbilder. Es entstehen beim Hören eines Begriffs wie zum Beispiel China, ganz bestimmte Gedanken. Symbole wie Reis, schäbige Häuser, Schreine und Fahrräder schießen uns durch den Kopf. Dies bezeichnet Hampden-Turner in seinem Kulturmodell als „Äußere Kulturschicht“. Er Unterteilt das Empfinden von Kultur in drei Schichten. Die äußere Schicht enthält Symbole wie Essen, Sprache, Häuser, Kunst etc., welche meist auf Vorurteilen basieren. Geht man etwas tiefer in die Kulturschichten, trifft man auf Normen und Werte. Unter ersterem versteht man das gemeinsame Empfinden über „richtig“ oder „falsch“.
[...]
1 Siehe http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20050916&marker=shanghai Abs. “Schwierigkeiten im Alltag…“
2 Vgl. „Riding the Waves of Culture“ S.1
3 Siehe „Riding the Waves of Culture“ S.1
4 siehe „Riding the waves of culture“ S. 20, Abs.1
5 Die Ethik des Buddhismus ist geprägt von der Grundhaltung der liebevollen Güte (Maitri) und der heilenden Hinwendung (Karuna) zu allen lebenden Lebewesen. Siehe Microsoft Encarta Enzyklopädie 2005
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