Architekturmosaiken am Beispel der drei Jordanischen Städte Madaba, Umm al-Rasas und Gerasa

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Details

Titel: Architekturmosaiken am Beispel der drei Jordanischen Städte Madaba, Umm al-Rasas und Gerasa
Autor: Jana Vogt
Fach: Archäologie
Veranstaltung: Kirchen und Synagogen im Heiligen Land
Institution/Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 32
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 22  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2771 KB
Archivnummer: V59736
ISBN (E-Book): 978-3-638-53588-5
Anmerkungen :
Die Arbeit umfasst neben der Darstellung der einzelnen Architekturmosaiken, einen zusammenfassenden Vergleich derer sowie eine Beschreibung der Orte und Kirchen, in denen sich die Mosaike befanden/befinden.

Textauszug (computergeneriert)

Hochschule: EMA-Universität Greifswald
Seminar: Kirchen und Synagogen im Heiligen Land

Architekturmosaiken am Beispiel der drei
Jordanischen Städte Madaba,
Umm al-Rasas und Gerasa

eingereicht von:
Jana Vogt

 SS 2004

 

Inhalt

Einleitung ... 3

1. Madaba ... 5
a) der Ort ... 5
b) Georgskirche ... 7
c) Datierung des Mosaiks ... 8
d) Beschreibung des Mosaikbodens ... 8
e) Interpretation der Karte 1... 2

2. Umm al-Rasas ... 14
a) der Ort ... 14
b) Stephanuskirche ... 15
c) Datierung des Mosaiks ... 16
d) Beschreibung des Mosaikbodens ... 16
e) Interpretation des Pavimentums ... 21

3. Gerasa ... 22
a) der Ort ... 22
b) Johanneskirche ... 24
c) Datierung des Mosaiks ... 25
d) Beschreibung des Mosaikbodens ... 25
e) Interpretation des Pavimentums ... 28

4. Vergleich der architektonischen Mosaike ... 29

Literaturliste ... 31

Anlage 1 ... 32

 

Einleitung

Heute sind architektonische Darstellungen aus antiker und byzantinischer Zeit eine Seltenheit, doch damals dürften sie sich großer Beliebtheit erfreut haben. Nicht nur in öffentlichen und sakralen Gebäuden schmückte man die Wände und Fußböden mit Stadtbildern, sondern auch in Privathäusern, wie die Abbildung Alexandrias1 im Haus des Leontis in Beth She’an (Abb. 1) zeigt. Ihre Anordnung war sehr unterschiedlich. Sie konnten sich in der Mitte (Beth She’an) oder im Randbereich (Haditha2) eines Mosaiks (Turnheim 2003, 19) befinden.

Solche Bilder besaßen aber ein noch größeres Verbreitungsgebiet, neben den genannten aus Israel, ließen sie sich in Italien, Spanien, Nordafrika und in Jordanien (Turnheim 2003, 22) finden. Auf letzteres und insbesondere auf die Johanneskirche in Gerasa, die Georgskirche in Madaba und die Stephanuskirche in Umm al- Rasas soll in dieser Arbeit ein gesonderter Blick geworfen werden, denn hier entdeckte man einige der eindruckvollsten Stadtabbildungen aus der Zeit zwischen 530 und 785. Ihre Darstellungsweise ist breit gefächert. Während in Madaba die bis heute älteste, originale, biblische Landkarte in griechischer Sprache (Schulten 1901, 3) gefunden wurde; zeigt Gerasa durch eine halbrunde Aneinanderreihung der Stadtbilder enge Verbundenheit mit ägyptischen Wallfahrtsorten auf (Andresen 1980, 555). In Umm al-Rasas fand man Vignetten von den wichtigsten palästinensischen (Norden), jordanischen (Süden) und ägyptischen Ortschaften (im Rahmen des zentralen Mosaiks).

In manchen Fällen mosaizierten die Künstler die urbanen Siedlungen so hervorragend, dass eine Identifikation ohne Inschrift möglich wäre, wie später am Beispiel Jerusalems auf der Madabakarte ausgeführt wird. Häufiger verwendete man allerdings eine Symbolsprache, in der bestimmten Bauten eine gewisse Form gegeben wurde, um ihren Charakter bildlich zu erläutern und abschließend mit einer Inschrift die genaue Identifikation zu ermöglichen3.

Welchem Zweck solche Mosaikböden zur Entstehungszeit dienten, kann wohl nicht mit absoluter Sicherheit geklärt werden. Sicherlich war ein Aspekt das Aufzeigen von besonderenHandels- und Pilgerbeziehungen. Wie bereits oben erwähnt will diese Arbeit versuchen einen Einblick in die Kirchen der Städte Gerasa, Madaba und Umm al-Rasas und deren Geschichte zu geben.

Zu Beginn soll eine kurze Abhandlung der Stadtgeschichte stehen. Dem folgen die Beschreibung und Datierung bzw. Datierungsvorschläge der Kirche und der Mosaiken. Hauptteil soll die Beschreibung der dort befindlichen Mosaikböden sein. Einige Aspekte sollen herausgegriffen und ein erster allgemeiner Überblick geschaffen werden. Eine Interpretation wird versucht, aber erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zum Abschluss soll ein Vergleich der Mosaikdarstellungen anhand von ausgewählten Beispielen folgen, um die Gemeinsamkeiten und vor allem Unterschiede in der Mosaizierung, Datierung, Raumlage und -wirkung sowie die Bedeutung für die Stadt und den Christen zu erörtern.

1. Madaba

a) Der Ort

Madaba befand sich ab dem Beginn des 2. Jh.s an der so genannten „Via nova traiana“ (Anlage 1), einer Handelsstraße, die es neben Händlern und Soldaten auch Pilgern erlaubte schneller und, was weitaus wichtiger war, geschützter an ihre Ziele zu gelangen. Dies förderte den wirtschaftlichen Aufschwung des Ortes. Die Geschichte der Stadt begann aber weitaus früher, bereits in biblischen Zeiten, muss sich dort eine Ansiedlung befunden haben. Erwähnung fand es an vielen Stellen des Alten Testamentes, von denen das 4. Buch Mose (Num. 21,30) stellvertretend genannt sei. Die eisenzeitliche Siedlung, welche wohl die Grundlage der biblischen Erwähnungen war, lässt sich archäologisch indirekt durch eine Nekropole und deren Grabbeigaben des 13. bis 12. Jh. v. Chr. belegen (Piccirillo 1995, 902).

[...]


1In Abbildung 1 zu sehen: eine eher schemenhafte Umzeichnung eines Turmes, in der oberen linken Ecke; einer Säulenstellung bestehend aus zwei Säulen, die vielleicht zum Cardo Maximus gehörten oder einen Platz bzw. ein Atrium umstellten. Für Letzteres spricht, dass dachähnliche Gebilde mit Giebel oberhalb der zwei Säulen. Dieses Gebäude könnte sich allerdings auch direkt am Cardo Maximus befunden haben, womit sicherlich ersteres ebenfalls als mögliche Interpretation der Säulenreihe akzeptiert werden kann.

2 Eine Hauskirche aus der zweiten Hälfte des 6. Jh.s (http://maritime.haifa.ac.il/cms/newslett/cms26/ cms26_13.htm)

3 So erlaubte die Auswertung der Madabakarte, dass Rätsel um die topographische Lage der Stadt Askalon zu erhellen.

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