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Vom Fan zum Akademiker: Rezeptionsmöglichkeiten der Filme von Quentin Tarantino

Autor: Hilke Dahinten
Fach: Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

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Details

Veranstaltung: Oberseminar: Quentin Tarantino. "Die Postmoderne im Kino"
Institution/Hochschule: Universität zu Köln (Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft)
Tags: Akademiker, Rezeptionsmöglichkeiten, Filme, Quentin, Tarantino, Oberseminar, Quentin, Tarantino, Postmoderne, Kino
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 23
Note: 2,7
Literaturverzeichnis: ~ 28  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 180 KB
Archivnummer: V59796
ISBN (E-Book): 978-3-638-53634-9

Textauszug (computergeneriert)

Universität zu Köln, WS 2005/06
Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft
Oberseminar: Quentin Tarantino. "Die Postmoderne im Kino"

Vom Fan zum Akademiker: Rezeptionsmöglichkeiten
der Filme von Quentin Tarantino

von: Hilke Dahinten

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung S. 2

2. Der Fan und der Akademiker S. 3

3. Quentin Tarantino: der Fan S. 7

4. Lücken im Hypertext. Postmoderne Elemente und Popkultur in Quentin Tarantinos Filmen S. 10

4.1. Intertextualität und Zitate S. 10
4.2 Affinität der Filme zum Internet S. 14
4.3 Rezeptionsmöglichkeiten der Filme von Quentin Tarantino S. 16

5. Fazit S. 18

6. Bibliographie S. 21



 

1. Einleitung

In der Geschichte des Filmes ist Quentin Tarantino wahrscheinlich der einzige Regisseur, der einen Status erreicht hat, der nur mit dem Status eines Popstars vergleichbar ist. Eine schnelle Suche im Internet nach den letzten Nachrichten zum Thema „Quentin Tarantino“ bringt nicht nur Informationen zu seinen Filmprojekten zutage, sondern auch Neuigkeiten, die man normalerweise nicht in Filmzeitschriften, sondern in der Klatschpresse wieder findet. Mit Schlagzeilen der Form: „Kennen Sie die Verbindung von Quentin Tarantino und Britney Spears?1“ wird nur er konfrontiert, und dies auch, weil er offen mit der Presse umgeht, und jede Gelegenheit nutzt, um auf sich und seine Filme aufmerksam zu machen, mehr noch als mancher Schauspieler, von denen diese Form der Öffentlichkeitsarbeit erwartet wird.

Doch nicht die Bindung der Fans zu der öffentlichen Person Quentin Tarantino soll Thema dieser Hausarbeit sein, sondern das Fantum, das sich um sein Werk herausgebildet hat. Die Frage, die diese Hausarbeit beantworten will, ist, was Quentin Tarantinos Filme für ihre Fans interessant macht, welche Elemente hauptsächlich die Produktivität seiner Anhänger hervorrufen, auch wenn die Filme, die stark als Autorenfilme vermarktet werden, nicht gänzlich von der Person des Regisseurs getrennt werden können. Gleichzeitig möchte ich auch nach Elementen suchen, die sein Werk für Filmkritiker und das akademisch gebildete Publikum ansprechend machen, denn vor ihm ist es vielleicht nur noch Alfred Hitchcock gelungen, sowohl den Kritiker als auch den normalen Zuschauer zu überzeugen und zu begeistern.

Um darauf eine Antwort geben zu können, möchte ich zunächst klären, was Fans sind, was sie und das Fantum (das Fan-Sein) kennzeichnet und was sie von dem Rest des Publikums, insbesondre dem akademisch gebildeten, denjenigen, die die kulturelle und ökonomische Macht besitzen, unterscheidet. Ausgehend vom Konzept des „populären Textes“ von John Fiske möchte ich der Frage nachgehen, was einen Text zum Fantext macht, welche intrinsischen Eigenschaften ein Text besitzen muss, um die Produktivität der Fans anzuregen. Quentin Tarantino als Fan, seine Vorlieben und wie er diese in seinen Filmen verarbeitet sollen dabei auch erwähnt werden.

Der folgende Teil der Arbeit beschäftigt sich dann mit den Filmen von Quentin Tarantino (und vor allen Dingen mit denen, bei denen er selbst Regie geführt hat). Dabei möchte ich drei verschiedene Ansatzpunkte der Fanproduktivität präsentieren, aber auch die Elemente der Postmoderne, die diese Filme künstlerisch wertvoll machen. Der erste Teil bezieht sich auf die Zitate und Intertextualität, die in den Filmen enthalten sind, Elemente der Popkultur und Anspielungen auf andere filmische Werke, die wir in seinen Werken wieder finden. Der zweite Teil versucht die Verbindungen zwischen den Filmen und dem Internet bzw. Computer herauszustellen, und so eine Antwort auf die Frage zu erbringen, weshalb so viele Internetseiten dem Regisseur und seinen Werken gewidmet sind.

Der dritte Ansatzpunkt ist der der Struktur der Filme. In wie weit können die Filme mit Umberto Ecos Modell des „offenen Kunstwerks“ bzw. des „Kunstwerks in Bewegung“ beschrieben werden und wie Werke rezipiert werden. Die Frage soll geklärt werden, ob die Filme nur für ein Fanpublikum interessant sind, oder ob seine Filme einen Sinn ergeben und genossen werden können, auch ohne genaue Kenntnis der verwendeten Intertextualitäten zu haben.

2. Der Fan und der Akademiker

Laut dem „großen Wörterbuch der deutschen Sprache“ des Dudenverlages ist ein Fan, gekürzt aus dem englischen Wort „fanatic“ ein „begeisterter Anhänger, begeisterte Anhängerin von jemandem, etwas2“. Diese Definition ist kurz, verständlich, doch sie kann das Problem nicht umfassend umschreiben (was wir von einer Definition dieser Art auch nicht unbedingt erwarten können). Um den Terminus des „Fans“ und des „Fantum“ besser zu beleuchten und ihn auch von dem akademischen Leser zu unterscheiden, möchte ich zunächst einige theoretische Einblicke liefern. John Fiske betrachtet in seinem Essay „The Cultural Economy of Fandom“ das Fantum als im Gegensatz zu der offiziellen Kultur stehend. Fans sind dieser Sichtweise nach (und er stützt sich auf eine Theorie von Pierre Bordieu), in den Reihen derjenigen zu finden, die keine offizielle Macht haben, sei es wegen ihres Geschlechts, Alters, der sozialen Klasse oder Rasse, der sie angehören3. Was Fiske bei Bordieu vermisst, ist eine genaue Betrachtung dieser Gruppe, die es schafft, sich auf Basis der Pop- und Massenkultur ihr eigenes kulturelles Kapital zu schaffen:

Fans in particular, are active producers and users of such cultural capital and, at the level of fan organizations begin to reproduce equivalents of the formal institutions of official culture.4

[...]


1 Die Schlagzeile entstammt der Netzzeitung (www.netzzeitung.de) und ist zufällig ausgewählt (wegen ihrer sehr reißerischer Aufmachung, und weil sie eine Verbindung schafft zwischen zwei Größen der Popkultur) und bezieht sich auf eine Nacht, die der Regisseur in Las Vegas mit Shar Jackson verbracht hat, eine Nachricht, die, von der Illustrierten US Weekly am 07.07.2005 zunächst veröffentlicht, auch von Illustrierten wie People, aber auch von der dpa übernommen wurde

2 Duden: „Das große Wörterbuch der deutschen Sprache in 10 Bänden“, 1999, S. 1171

3 Vgl. hierzu und zu den folgenden Ausführungen Fiske, John: The Cultural Economy of Fandom 1992, und Fiske, John: Populäre Texte. Sprache und Alltagskultur

4 Fiske, John: The Cultural Economy of Fandom 1992, S. 33

Kommentare

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