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Autor: Nancy Kunze-Groß
Fach: Pädagogik - Geschichte der Päd.
Details
Institution/Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Pädagogisches Institut)
Tags: Kindergarten, Konzepte, Elementarpädagogik
Jahr: 2006
Seiten: 32
Note: 1,2
Literaturverzeichnis: ~ 18 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 371 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-53663-9
Textauszug (computergeneriert)
Johannes Gutenberg-Universität, Pädagogisches Institut
Mittelseminar: Konzepte der Elementarpädagogik
Fachsemester: 11, Diplom-Pädagogik: 7
Wintersemester 2005 / 2006
Der Kindergarten in der ehemaligen DDR
von: Nancy Kunze
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 03
2. Kindergarten in der DDR 03
2.1 Überblick über die geschichtliche Entwicklung 03
2.2 Die Institution Kindergarten in der DDR 05
2.2.1 Konzept 05
2.2.2 Aufgaben 06
2.2.3 Ziele und Inhalte 06
2.2.4 Zentrale Leitung 07
2.2.5 Personelle Rahmenbedingungen 07
2.2.6 Materielle Rahmenbedingungen 08
2.2.7 Struktur und Aufbau 09
2.3 Rolle der Erzieherin 10
2.4 Pädagogische Arbeit im Kindergarten 11
2.4.1 Bildungs- und Erziehungsprogramme 11
2.4.2 Grundanforderungen an die pädagogische Arbeit 12
2.4.3 Planung der pädagogischen Arbeit 14
2.5 Zusammenarbeit mit den Eltern 14
2.6 Tagesablauf im Kindergarten 16
2.7 Bild vom Kind 17
2.8 Exkurs: Krippenerziehung in der DDR 18
2.9 Kritik am Konzept der DDR-Kindergärten 20
3. Abschließende Bemerkungen 22
Abbildungsverzeichnis 24
Abkürzungsverzeichnis 30
Literaturverzeichnis 31
Versicherung 34
Anmerkung 34
1. Einleitung
Im Rahmen der Vorschulerziehung in Deutschland ist vor allen Dingen der Kindergarten zu betrachten. Interessant ist hier die Entwicklung des Kindergartens seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei interessiert nicht nur ein Überblick über den Kindergarten in der Bundesrepublik Deutschland. Da bis Ende der 80-er Jahre Deutschland zweigeteilt war, muss man auch den Kindergarten in der Deutschen Demokratischen Republik betrachten, dessen System doch anders war als das der BRD. Wie stellt sich die geschichtliche Entwicklung dar? Wie gestaltete sich die Institution Kindergarten? Welche Rolle besitzt die Erzieherin? Wie sah die pädagogische Arbeit im Kindergarten aus? Inwiefern arbeitete der Kindergarten mit den Eltern zusammen? Wie war der Tagesablauf im Kindergarten? Welches Bild hatte die DDR vom Kind? War die Krippenerziehung ähnlich aufgebaut wie die Erziehung im Kindergarten? – All diese interessanten Fragen sind Gegenstand dieser Hausarbeit. Einbezogen werden auch die Vorteile sowie die Kritik am Konzept der DDR-Kindergärten.
2. Kindergarten in der DDR
2.1 Überblick über die geschichtliche Entwicklung
Die geschichtliche Entwicklung des Kindergartens in der sowjetisch besetzten Zone Deutschlands und in der DDR im Zeitraum von 1945 bis 1990 lässt sich in vier Zeitabschnitte aufteilen (Berger, S. 2 ff): Beginn ist die Etappe der antifaschistisch-demokratischen Umgestaltung, die vom Ende des 2. Weltkrieges 1945 bis zur Gründung der DDR 1949 dauerte (Berger, S. 2). In der sowjetisch besetzten Zone (SBZ) wurde gleich nach Kriegsende mit dem Wiederaufbau des zerstörten Kindergarten-Wesens begonnen. Bereits drei Wochen nach Kriegsende eröffnete in Berlin der erste Kindergarten der SBZ. 1946 folgten Richtlinien für den Kindergarten der SBZ, die die Abkehr vom Nationalsozialismus und die Umerziehung der Deutschen beinhalteten (a. a. O., S. 3). Kurze Zeit später wurde das „Gesetz zur Demokratisierung der Dt. Schulen“ erlassen. Dies beinhaltete zum einen eine Erziehung nach demokratischen Prinzipien und zum anderen den Kindergarten als vorschulische Erziehungseinrichtung und erste Stufe des sowjetischen Bildungswesens. Erziehung wurde zur politischen Aufgabe, da die Menschen für das neue sozialistische Denken vom Kindergarten an vorbereitet werden sollten. Die Erziehung der Kleinkinder richtete sich auf selbständig denkende und verantwortungsbewusst handelnde Menschen (a. a. O., S. 4).
Als nächstes schloss sich die Periode der sozialistischen Umgestaltung bzw. der Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus (1949 – 1961) an (Berger, S. 5 ff). Seit Gründung der DDR am 07.10.1949 erfolgte eine rapide (quantitative) Zunahme der Kindergärten. Der Staat bekam die Aufgabe der Erziehung in kommunalen Kindergärten zugesprochen: die bewusste Erziehung einer „sozialistischen Persönlichkeit“. Dazu sollte die Kindergärtnerin die Selbsttätigkeit des Kindes in einer gesellschaftlich und politisch erwünschten Form entfalten (a. a. O., S. 6 f). 1952 wurde der planmäßige Aufbau des Sozialismus beschlossen. Die frühkindliche Erziehung richtete sich so auf sozialistische Normen und die sozialistische Moral. Im selben Jahr erfolgte auch die Verlegung der Betreuung der Schulkinder in den Hort, die vorher im Kindergarten mitbetreut wurden (a. a. O., S. 7). 1959 stellte das „Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens in der DDR“ die Kindergärten der Schule voran, die alle 3- bis 6-jährigen Kinder an das sozialistische Leben heranführen und für die sozialistische Schule vorbereiten sollte (a. a. O., S. 8).
Die dritte Stufe ist der Übergang zur Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft bzw. ein umfassender Aufbau des Sozialismus von 1962 bis 1972 (Berger, S. 10). 1963 beschloss der Parteitag der SED das Programm des Sozialismus. Die Kindergärten sollten die Kinder zielstrebiger auf die Schule vorbereiten. 1965 folgte das „Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem“, dass in § 11 festschreibt, dass die Kindergärten die Kinder angemessen auf das schul. Lernen vorbereiten und mit sozialistische Leben vertraut machen sollten. Dazu erfolgte ein Bildungs- und Erziehungsplan für Kindergärten, der ab September 1968 verpflichtende Arbeitsgrundlage darstellte (a. a. O., S. 11). Die hinter ihm stehende sozialistische Pädagogik im Kindergarten kann so formuliert werden: „Das Leben im Kollektiv der Kindergruppe selbst, das Leben im Kindergarten ist ein Teil des sozialistischen Lebens, mit dem das Kind unmittelbar verbunden ist, an dem es direkt teilnimmt“ (Berger, S. 11). 1970 betonte Margot Honecker (die Frau des späteren Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker) auf dem pädagogischen Kongress, dass die Aufgabe der Vorschulerziehung darin liegt, die körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder auszubilden sowie ihre Sprache und ihr Denken zu entwickeln sowie sie mit dem gesellschaftlichen Leben und der Natur bekannt machen (a. a. O., S. 12). Auf dem Parteitag der SED wurde ein Jahr später (1971) ein weiteres Erziehungsziel angestrebt: die sozialistische Erziehung der Jugend und die Formung des sozialistischen Bewusstseins. Es folgten stetige Verbesserungen der sozialistischen Erziehung, der Platzanzahl sowie der personalen und materiellen Bedingungen bezüglich der Kindergärten (a. a. O., S. 13).
Der letzte Abschnitt ist die Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft in der Zeit von 1972 bis 1989 (a. a. O., S. 13). Ergebnisse des Parteitages der SED von 1976 waren zum einen die Erhöhung der Kindergarten-Plätze, um die Nachfrage zu befriedigen und zum anderen in DDR weiterhin eine entwickelte sozialistische Gesellschaft zu gestalten und so die Grundlagen für den Kommunismus zu schaffen. Es folgte im gleichen Jahr die „Verordnung über Kindereinrichtungen der Vorschulerziehung“, die den organisatorischen Rahmen vorgab, die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten, Eltern und Öffentlichkeit forderte und gesellschaftliche Verantwortung für eine sozialistische Entwicklung der Kinder betonte. 1985 gab Margot Honecker (Ministerin für Volksbildung) das „Programm für die Bildungs- und Erziehungsarbeit im Kindergarten“ heraus (a. a. O., S. 14). Hiernach sollten Kinder von klein auf zu sozialistische Staatsbürgern erzogen werden: „Die Erziehung zur sozialistischen Moral ist darauf zu richten, die Kinder zur Liebe zu ihrem sozialistischem Vaterland, der DDR, zur Liebe zum Frieden, zur Freundschaft mit der Sowjetunion und allen anderen sozialistischen Ländern, im Geiste des Internationalismus und der Solidarität mit den unterdrückten, für Freiheit und Unabhängigkeit kämpfenden Völkern zu erziehen" (Berger, S. 15). Es folgte ein umfangreiches, ausdifferenziertes Curriculum mir genauen Anweisungen für Erzieherinnen und detailliert festgelegten Lernzielen und Lerninhalten zur Förderung und Entwicklung der Kinder. Kurz vor der Wende im Sommer 1989 wurde das sozialistische Bildungs- und Erziehungssystem für weitere 10 Jahre festgesetzt – mit einer noch effektiveren, wirksameren und konkreteren Heranführung an das sozialistische Leben (a. a. O., S. 17). Doch die friedliche Revolution im Herbst 1989 verhinderte dies.
2.2 Die Institution Kindergarten in der DDR
2.2.1 Konzept
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