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Details

Institution/Hochschule: Universität Bielefeld
Tags: Gewaltprävention, Schule
Kategorie: Vordiplomarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 53
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 11  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 244 KB
Archivnummer: V59850
ISBN (E-Book): 978-3-638-53677-6

Textauszug (computergeneriert)

Universität Bielefeld
Studiengang: Diplom-Pädagogik

Gewaltprävention in der Schule

eingereicht von:
Judith Scherer

SS 2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 3

2. Definitionen von Aggression und Gewalt ... 4
2.1 Erklärungsebenen menschlichen Verhaltens ... 4
2.2 Definitionen von Aggression ... 5
2.3 Definitionen von Gewalt ... 6

3. Darstellung allgemeiner Gewalttheorien und ihr Bezug zur Entstehung von Gewalt in der Schule ... 8
3.1 Triebtheorien ... 8
3.1.1 Triebtheorien in der Psychoanalyse ... 8
3.1.2 Triebtheorien in der Ethologie ... 9
3.1.3 Triebtheorien und ihr Bezug zur Entstehung von Gewalt in der Schule ... 11
3.2 Frustrations – Aggressions – Theorie ... 11
3.2.1 Frustrations-Aggressions-Theorien und ihr Bezug zur Entstehung von Gewalt in der Schule ... 13
3.3 Lerntheorien ... 13
3.3.1 Lerntheorien und ihr Bezug zur Entstehung von Gewalt in der Schule ... 16
3.4 Interaktionstheorien  ... 16
3.4.1 Interaktionstheorien und ihr Bezug zur Entstehung von Gewalt in der Schule ... 19

4. Gewaltbegünstigende Faktoren in Schule und Umwelt ... 19
4.1 exogene Faktoren ... 19
4.1.1 gesellschaftliche Rahmenbedingungen ... 20
4.1.2 außerschulische Umweltfaktoren ... 21
4.2 endogene Faktoren ... 23

5. Möglichkeiten der Gewaltprävention in der Schule ... 25
5.1 Darstellung des Streit – Schlichter - Programms / der Mediation  ... 25
5.2 Darstellung des Anti – Mobbing - Trainings  ... 27
5.3 Darstellung des Trainings mit aggressiven Kindern ... 29
5.4 Darstellung des Ansatzes „Gestaltung – Öffnung – Reflexion“ ... 32

6. Diskussion der dargestellten Interventionsprogramme ... 34
6.1 Streit – Schlichter – Programm / Mediation  ... 34
6.1.1 Diskussion des Streit – Schlichter - Programms / der Mediation ... 34
6.1.2 Verbindung der Mediation mit den dargestellten Theorien zur Aggressionsentstehung ... 35
6.2 Anti – Mobbing - Training ... 36
6.2.1 Diskussion des Anti-Mobbing-Trainings ... 36
6.2.2 Verbindung des Anti – Mobbing - Trainings mit den dargestellten Theorien zur Aggressionsentstehung ... 39
6.3 Verhaltenstraining mit Kindern  ... 41
6.3.1 Diskussion des Verhaltenstrainings mit aggressiven Kindern  ... 41
6.3.2 Verbindung des Verhaltenstrainings mit Kindern mit den dargestellten Theorien zur Aggressionsentstehung ... 43
6.4 „Gestaltung – Öffnung – Reflexion“  ... 44
6.4.1 Diskussion des Ansatzes „Gestaltung – Öffnung - Reflexion“  ... 44
6.4.2 Verbindung des Ansatzes „Gestaltung – Öffnung - Reflexion“ mit den dargestellten Theorien zur Aggressionsentstehung  ... 46

7. Beachtung von endogenen und exogenen gewaltbegünstigenden Faktoren in den Interventionsmodellen ... 48
7.1 Beachtung der exogenen Faktoren ... 48
7.2 Beachtung der endogenen Faktoren ... 49

8. Fazit ... 51

Literaturverzeichnis ... 52

 

1. Einleitung

Gewalttätiges und aggressives Verhalten von Kindern und Jugendlichen in der Schule ist ein Thema, mit dem wir nahezu täglich, zumeist durch die Medien, konfrontiert werden. Zu Beginn des Jahres 2004 gab es den erschreckenden Fall eines 16-jährigen Berufsschülers, den vier Mitschüler über Monate hinweg in der Schule gequält und mit einer Kamera dabei gefilmt haben, um die Bilder ins Internet zu stellen. Die Gewalttaten wurden eher zufällig aufgedeckt und Lehrer und weitere Mitschüler behaupteten, in den ganzen Monaten nie etwas bemerkt zu haben.

Dieser Fall und weitere, die immer wieder in den Medien intensiv und dramatisierend dokumentiert werden, haben mich veranlasst, mich mit dem Thema „Gewalt in der Schule“ näher zu befassen. Für mich stellte sich zunächst die Frage, wie Gewalt in der Schule, abgesehen von diesen extremen Einzelfällen, auftritt und welche Schüler und Schulformen betroffen sind.

Die Forschung zu diesem Thema beginnt erst Ende der 80er Jahre, da das Phänomen „Gewalt in der Schule“ bis zu diesem Zeitpunkt kaum diskutiert wurde (Tillmann 2000, S. 15). Viele Studien sind seitdem zu dem Ergebnis gekommen, dass Fälle wie der zu Beginn geschilderte zwar relativ selten vorkommen, dass die alltägliche Gewalt und Aggression, wie Beschimpfungen oder Beleidigungen aber fast allen Schülern an allen Schulformen bekannt sind (ebd., S. 16). Weiterhin kommen die Studien zu dem Ergebnis, dass „Es […] vor allem männliche Heranwachsende, insbesondere 13- bis 15-jährige Schüler, insbesondere solche mit schulischen Leistungsproblemen [sind]“ (ebd., S. 17). Wer dabei Täter ist und wer Opfer, ist oft schwer zu entscheiden, das klassische wehrlose Opfer und den aggressiven Täter gibt es selten (vgl. Dettenborn/Lautsch 1993, Rostampour/Melzer 1997; zit. n. ebd.). Aufgrund dieser Forschungsergebnisse stellten sich für mich dann weitere Fragen: Wie gehen die Schulen gegen Gewalt und Aggression vor? Wurden trotz der noch recht jungen Forschung bereits Interventionsprogramme entwickelt? Das Interesse an der Beantwortung dieser Fragen hat mich auf das konkrete Thema meiner Hausarbeit gebracht:

Gewaltprävention in der Schule

Um mich diesem Thema zu nähern, möchte ich im Folgenden zunächst verschiedene Definitionen von Gewalt und Aggression wiedergeben. Danach möchte ich einige der bekanntesten Theorien zur Entstehung von Aggression und Gewalt darstellen. Weiterhin werde ich Faktoren beschreiben, die möglicherweise die Gewaltentstehung in der Schulebegünstigen. Auf der Basis dieser Erkenntnisse werde ich dann einige Möglichkeiten zur Gewaltprävention in der Schule vorstellen, diese diskutieren und sowohl mit den zuvor dargestellten Theorien zur Aggressions- und Gewaltentstehung als auch mit den möglicherweise gewaltbegünstigenden Faktoren in Verbindung bringen. Letztlich möchte ich in einem Fazit das Ergebnis dieser Diskussion erfassen.

2. Definitionen von Aggression und Gewalt

2.1 Erklärungsebenen menschlichen Verhaltens

Bei der Definition des Begriffs Aggression möchte ich mich auf die psychologischen Sichtweisen stützen. Zunächst möchte ich aber die verschiedenen Erklärungsebenen für menschliches Verhalten darstellen, das auch die Klassifikation von aggressivem Verhalten ermöglicht (vgl. Bierhoff/Wagner 1998, S. 4). Die Menschen verhalten sich in vielen verschiedenen Situationen aggressiv, deshalb ist es sehr schwer, dafür eine einheitliche Erklärung zu finden. Um diese verschiedenen Situationen und damit die verschiedenen Formen des aggressiven Verhaltens zumindest grob einteilen zu können, wird das System von Willem Doise (1986) benutzt, welches dieser entwickelt hat, um „[...] bei der Erklärung menschlichen Verhaltens mindestens vier Erklärungsebenen auseinanderzuhalten“ (Bierhoff/Wagner 1998, S. 4).

Die erste Erklärungsebene ist die der intraindividuellen Erklärungen. Beispiele hierfür sind Theorien, die das Verhalten in intrapsychischen Prozessen begründet sehen, unter anderem starke physiologische Erregung oder Ärger (ebd.). Die zweite Erklärungsebene nach Doise ist die Ebene der interpersonalen Erklärungen. Dies bedeutet, dass aggressives Verhalten durch zwischenmenschliche Interaktionen entstehen kann, wenn beispielsweise die Beteiligten die Situation unterschiedlich bewerten und sich dadurch missverstehen (ebd.).

[...]

Kommentare

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