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Termpaper, 2001, 26 Pages
Author: Astrid Vorhoff
Subject: Psychology - Personality Psychology
Details
Institution/College: University of Vechta
Tags: Identitätsentwicklung, Lebenslauf, George, Herbert, Mead, Seminar, Identitätsentwicklung, Lebenslauf
Year: 2001
Pages: 26
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 5 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53694-3
File size: 283 KB
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Excerpt (computer-generated)
Hochschule Vechta,
Seminar: Identitätsentwicklung im Lebenslauf
Identitätsentwicklung im Lebenslauf
nach George Herbert Mead
von: Astrid Vorhoff
SS 2001
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 3
2. George Herbert Mead: Geist, Identität und Gesellschaft; Teil III, Identität ... 4
2.1 Identität und Organismus ... 4
2.2 Der Hintergrund der Entstehung der Identität ... 5
2.4 Die Identität und das Subjektive ... 9
2.5 Das „I“ und das „me“ ... 10
2.6 Gesellschaftliche Haltungen und die physische Welt ... 12
2.7 Geist als Hereinnahme des gesellschaftlichen Prozesses in das Individuum ... 13
2.8 „I“ und „me“ als Phasen der Identität ... 14
2.9 Die Verwirklichung der Identität in der gesellschaftlichen Situation ... 15
2.10 Die Beiträge des „me“ und des „I“ ... 16
2.11 Die gesellschaftliche Kreativität der Identität ... 17
2.12 Gegenüberstellung von individualistischen und gesellschaftlichen Theorien der Identität ... 18
3. Lothar Krappmann: Soziologische Dimensionen der Identität ... 19
3.1 Identität und Beteiligung an Interaktionsprozessen ... 19
3.2 Balancierende Identität ... 22
4. Beurteilung aus gerontologischer Sicht ... 24
5. Literaturverzeichnis ... 26
1. Einleitung
Als erstes stelle ich den III. Teil des Werkes „Geist, Identität und Gesellschaft“ von George Herbert Mead dar. George H. Mead (1863 – 1931) gilt als Begründer des symbolischen Interaktionismus. Sein wissenschaftliches Arbeiten und die Entwicklung seines Werkes wurden durch den Darwinismus und den Pragmatismus geprägt. Zum ersten war das Darwins Evolutionstheorie. Charles W. Morris schreibt : „Daraus schien zu folgen, dass nicht nur der menschliche Organismus, sondern auch der ganze geistige Prozess innerhalb der evolutionären Entwicklung interpretiert werden müsse, dass er diese Eigenschaft der Veränderlichkeit teile und aus dem Zusammenspiel von Organismus und Umwelt entstanden sei.“1 Der Organismus muss sich nach dieser Theorie an seine Umwelt anpassen um zu überleben.
Der Darwinismus ist u. a. auch wieder eine Strömung der den amerikanischen Pragmatismus, der zu dieser Zeit erst richtig entstand, beeinflusst hat. Mead selbst bezeichnet sich als ein Vertreter dieser philosophischen Richtung. Die nach Darwin beschriebene aktive Lebenssicherung des Organismus ist nicht als deterministisch anzusehen, sondern ist abhängig von problemlösenden Denken und Handeln der Menschen. Mead hat daran gearbeitet eine These zu entwickeln, die die Entstehung des selbstbewussten Subjekts, also der Identität, beschreiben kann. Dies gelingt nur in einer Gemeinschaft handelnder und kommunizierender Menschen.2 Auf der einen Seite war Mead Pragmatist, auf der anderen war er Sozialpsychologe. Geist und Identität mussten durch die Gesellschaft entstanden sein und Gesten, in sprachlicher Form, sind die Voraussetzung für ihre Entwicklung. Im zweiten Teil meiner Arbeit stelle ich dann einen Teil der soziologischen Dimensionen der Identität nach Lothar Krappmann vor. Krappmann geht stark auf die Bedeutung und den Ablauf von Interaktionen und den notwendigen Beitrag des Individuums ein. Als drittes versuche ich auf mögliche gerontologische Fragestellungen einzugehen.
2. George Herbert Mead: Geist, Identität und Gesellschaft; Teil III, Identität
2.1 Identität und Organismus
Als Grundvoraussetzung einer Identitätsbildung sieht George H. Mead den Sprachprozess. Identität bildet sich erst durch die Teilnahme am gesellschaftlichen Prozess heraus, sie ist also ein Ergebnis der Beziehungen eines Individuums zur Gesellschaft als Ganzes und zu anderen Individuen dieses gesellschaftlichen Prozesses.3 Die Identität kann für sich selbst ein Objekt sein, wir können als intelligente Menschen handeln und auch unsere Erfahrungen machen, wir nehmen dies aber nicht notwendigerweise als Identität war. Im Alltag laufen viele Tätigkeiten wie automatisiert ab und benötigen keine Identität. Die Körperteile sind von der Identität zu unterscheiden, wir nehmen einzelne Teile unseres Körpers nicht anders wahr als wir unseren Computer als ein Objekt erkennen. „ Der Körper erfährt sich selbst nicht in dem Sinn als ein Ganzes, in dem die Identität in die Erfahrung eintritt.“4
Für das Individuum ist es wichtig, das es aus sich heraus treten kann, um für sich selbst ein Objekt zu werden. Man muss sich selbst gegenüber objektiv sein, damit man intelligent und rational handeln kann. Reflektiere ich mein eigenes Verhalten nicht objektiv genug, kann ich meine Wirkung auf andere nicht gut genug einschätzen und mich gegebenenfalls nicht angemessen verhalten. So nehme ich in der Situation, in der ich mich selbst als Objekt sehe, die Sichtweise anderer Personen meiner gesellschaftlichen Gruppe ein. Hier spielt auch die Kommunikation eine wichtige Rolle, da sie sich an das Individuum selbst richten kann. „Wo man aber auf das reagiert, was man an einen anderen adressiert, und wo diese Reaktion Teil des eigenen Verhaltens wird, wo man nicht nur sich selbst hört, sondern sich selbst antwortet, zu sich selbst genauso wie zu einer anderen Person spricht, haben wir ein Verhalten, in dem der Einzelne sich selbst zum Objekt wird.“5
Identität ist eine gesellschaftliche Struktur. Ist die Identität erst einmal aufgebaut, dann kann sie selbst für gesellschaftliche Erfahrungen sorgen, das Individuum kann mit sich selbst diskutieren. Wir verhalten uns auch nicht anders in alltäglichen Gesprächen; wir sagen etwas, hören uns dabei selber zu und erst dann wissen wir auch, was wir sagen, und wir wissen wie wir handeln, erst wenn wir handeln. So üben wir ständig Kontrolle über diesen Prozess aus. Wir können einen Satz beginnen und in dem wir uns selbst hören, können wir dann schon den Satz verändern und was anderes sagen als wir ursprünglich wollten. Die Gesten der Kommunikation werden hier zwischen dem Individuum und ihm selbst ausgetauscht. „ Für die Identität ist es notwendig, dass die Person auf sich selbst reagiert.“6
Durch unsere eigenen gesellschaftlichen Erfahrungen beeinflussen wir, wie unsere Identität in eine Kommunikation einfliest. So können wir in verschiedenen Situationen verschiedene Identitäten darstellen. Wir spalten gewissermaßen unsere Persönlichkeit auf, im Normalfall schafft man aber ein einheitliches Bild dieser Identitäten. Aber aus Berichten von multiplen Persönlichkeiten ist bekannt, dass bei diesem Krankheitsbild diese Vereinigung nicht gelingt, oftmals aus eigenem Schutz, weil so zum Beispiel Kindesmissbrauch verdrängt wird. Nach Mead spiegelt die Einheit und Struktur der kompletten Identität die Einheit und Struktur des gesellschaftlichen Prozesses als Ganzes wider. Einzelne Aspekte der Identität entsprechen einzelnen Aspekten dieses Prozesses.7
2.2 Der Hintergrund der Entstehung der Identität
[...]
1 Morris, Charles W.; Einleitung: G. H. Mead als Sozialpsychologe u. Sozialphilosoph. In : G. H. Mead Geist, Identität und Gesellschaft,1968, S. 13
2 vgl. Joas, Hans ; 1980, S. 38ff.
3 Mead, George H.; 1968, Geist, Identität und Gesellschaft, S. 177. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels werde ich nur Seitenzahlen angeben, weil ich mich in diesem Abschnitt der Arbeit nur mit dem Werk „ Geist, Identität und Gesellschaft“ beschäftige.
4 S. 178
5 S. 181
6 S. 184
7 vgl. S.185f
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