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Das städtische Handwerk der tunesischen Souks im Umbruch

Hauptseminararbeit, 2006, 23 Seiten
Autor: Nicole Lamour
Fach: Geowiss. / Geographie - Wirtschaftsgeographie

Details

Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 23
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 20  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V59976
ISBN (E-Book): 978-3-638-53758-2

Dateigröße: 1839 KB


Textauszug (computergeneriert)

Geographisches Institut der RWTH Aachen

Das städtische Handwerk der tunesischen Souks im Umbruch

von

Nicole Lamour

 

 

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGS- & TABELLENVERZEICHNIS 2

1. EINLEITUNG 3

2. DER BEGRIFF „HANDWERK“ 3

3. DER BEGRIFF „SOUK“ - DAS STÄDTISCHE WIRTSCHAFTSZENTRUM 5
3.1 WICHTIGE MERKMALE VON BAZAREN 6

4. RÄUMLICHE ORDNUNGSMUSTER VON HANDEL UND HANDWERK 8
4.1. DIE MOSCHEEZONE 8
4.2. DIE WENIGER ZENTRAL GELEGENE SOUKS 10
4.3. DER ÄUßERE RING VON HANDWERK UND GEWERBE 11

5. FUNKTIONSWANDEL / UMBRUCH DER SOUKS IM BEREICH HANDWERK 17
5.1. DAS HANDWERK VOR DEM UMBRUCH 17
5.2. DAS HANDWERK NACH DEM UMBRUCH 18

6 . FAZIT 22

LITERATURVERZEICHNIS 23

 

 

Abbildungs- & Tabellenverzeichnis
Abbildung 1 Gerberei ... 11
Abbildung 2 räumliches Ordnungsmuster der Wochenmärkte in Tunesien  ... 13
Abbildung 3 Tunis Funktionalräumliche Gliederung  ... 15
Abbildung 4 Die Souks in der Medina von Tunis  ... 16
Abbildung 5 Untersuchung der Textilbranche in der Medina von Tunis 1987  ... 20

 

 

1. Einleitung

Die Wirtschaft der islamischen Altstädte des Vorderen Orients und Nordafrikas war während der zurückliegenden drei Jahrzehnte vielfältige Veränderungen ausgesetzt. Große Teile der traditionellen Branchen von Handwerk und Handel verloren mangels innerer Wandlungsfähigkeiten, unter dem Einfluss industrieller Konkurrenz, wegen veränderter Konsumgewohnheiten und Nachfrage ihre Existenzgrundlage. Aus diesen Gründen ergaben sich Umstellungen im Bereich Angebot und Nachfrage in den verschiedenen Zonen des tunesischen Souks.

In meiner Arbeit mit dem Titel „Das städtische Handwerk der tunesischen Souks im Umbruch“ werde ich die Situation in dem Land Tunesien näher erläutern. Die Ergebnisse dieser Arbeit beruhen auf Informationen, die per Literaturrecherche aus Monographien, Sammelwerken, Internet und Fachzeitschriften gewonnen werden konnten. Im weiteren Verlauf der Arbeit soll es zunächst um die begriffliche Abgrenzung der Wörter „Handwerk“ und „Souks“ gehen. Die Begriffe werden dabei definiert. Des Weiteren werden dann die verschiedenen Zonen innerhalb der Souks für den Handel und das Handwerk näher betrachtet. Anschließend folgt das Kapitel über den Funktionswandel in den Souks sowie die Erläuterung an zwei Beispielen. Am Ende der Arbeit werden in einem gesonderten Kapitel noch einmal alle Ergebnisse zusammengefasst.

2. Der Begriff „Handwerk“

Für den Begriff „Handwerk“ gibt es in den arabischen Ländern und auch in der westlichen Welt keine einheitliche Auffassung1. Während man im Deutschen Begriffe wie Handwerk, Kunsthandwerk, Heimindustrie, Heimgewerbe, im Englischen handicraft, trade, home-industry verwendet, benutzt man in der arabischen Sprache Begriffe, die wörtlich ungefähr mit „Gewerbe“, „Handindustrie“ oder „traditionelle Industrie“ zu übersetzen sind. In der deutschen Handwerksforschung gilt die Bezeichnung „Handwerk“ für Gewerbe und Erwerbstätigkeiten in den Bereichen der Be- und Verarbeitung von Stoffen sowie der Reparaturdienstleistungen, die in Betrieben geringer Größe oder von selbständigen Einzelunternehmern traditionell mit der Hand unter beschränktem Einsatz von maschinellen Hilfsmitteln ausgeführt werden1. Im gewerblichen Bereich wird unterschieden zwischen Handwerk und Manufaktur, da im Bereich der Manufaktur die ökonomische und soziale Selbständigkeit des Handwerks nicht berücksichtigt wird2. In Tunesien würde der Ausschluss der Manufaktur in einer Behandlung des Handwerks eine Unvollständigkeit ausdrücken, so dass zum Beispiel der größte Teil der Teppichherstellung unberücksichtig bliebe. Dazu kommt noch das Faktum, dass das tunesische Amt für Handwerk „Office National de l’Artisanat“ keinen Unterschied zwischen Handwerk und Manufaktur macht.

Das Handwerk in Tunesien kann unter verschiedenen Gesichtspunkten typisiert werden. Ibrahim charakterisiert in seinem Buch das Handwerk nach:

• Erzeugnissen
• Rohstoffen
• Funktionen
• wirtschaftlichen Gesichtspunkten
• Geschlecht
• Betriebsformen
• Kunsthandwerk oder Gebrauchshandwerk
• modernem oder traditionellem Handwerk
• raumrelevanten Ansatz

[....]


1 Ibrahim 1975, S. 3

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1 Encarta Enzyklopädie 2005

2 Ibrahim 1975, S. 3


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