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Details

Veranstaltung: LV.: „Die Kunst des 19. Jahrhunderts“
Institution/Hochschule: Hochschule Bremen
Tags: Kunst, Jahrhunderts, Moderne, Kunst, Jahrhunderts“
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 20
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 21  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 195 KB
Archivnummer: V59981
ISBN (E-Book): 978-3-638-53762-9

Textauszug (computergeneriert)

Universität Bremen, Wintersemester 2005/2006
LV.: „Die Kunst des 19. Jahrhunderts“

Die Kunst des 19. Jahrhunderts als Weg in die Moderne

von: Justyna Purwin

 


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung 2

2. Der Begriff „modern“ / „Moderne“ 3

3. Das Welt- und Menschenbild des 19. Jahrhunderts  6

4. Die Reflexionen über Kunst in der Philosophie um 1800 8

4.1. Karl Philipp Moritz 8
4.2. Emmanuel Kant 10

5. Die Reflexionen über Kunst im 19. Jahrhundert  11

5.1. Otto Philipp Runge 11
5.2. Charles Baudelaire 12
5.3. John Ruskin  13

6. Die Kunst des 19. Jahrhunderts 14

6.1. Romantik 14
6.2. Naturalismus und Realismus 15
6.3. Impressionismus  16

7. Schlussbetrachtung  17


 

 

1. Einführung

Im Gegensatz zum an handwerkmäßig auszuführenden Auftragsarbeiten gebundenen Künstler, der Vorschriften bezüglich des Themas sowie der Art und Weise der Darstellung unterlag, stand der so genannte „freie“ Künstler der Neuzeit. Der „freie“ Künstler war nicht mehr an dem Auftraggeber gebunden und dadurch hatte er die Möglichkeit für individuelle künstlerische Entfaltung. Er arbeitete für den freien Markt. Das Verschwinden des Auftraggebers und der Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeit und die Gunst eines anonymen Publikums führten sowohl konservative als auch progressive Künstler dazu, sich von ihrer Bindung an die bisher überlieferten Bildthemen zu befreien. Im 19. Jahrhundert befreit sich die Kunst von allen Zwecken und Bindungen. Sie fällt aus alten Lebenszusammenhängen und wird autonom. Ab diesem Zeitpunkt spricht man nicht vom Handwerk sondern von einer „freien“ Kunst.

Die Entwicklung der Kunst zur „freien“ Kunst ist unter anderem durch die Gründung der Kunstakademien und die Errichtung der Kunstmuseen bedingt. Die Gründung der Akademie demonstriert die der Kunst zugestandene Stellung, ihre Lösung vom Handwerk und die Anerkennung von Malerei und Plastik als Kunst im „modernen“ Sinn. Das Ausstellen des nationalen Kunstbesitzes war zu diesem Zeitpunkt eine revolutionäre Tat aber es demonstrierte zugleich die Funktionslosigkeit der als Schauobjekte ausgestellten Kunstwerke. Die Kunst wird isoliert und aus dem allgemeinen Zusammenhängen gelöst. Der Funktionsverlust ermöglicht aber der Kunst einen bis dahin nicht gekannten Grad der Wertschätzung. Die der Kunst zugestandene „Freiheit“ und „Autonomie“ ermöglicht die Kunst eine scheinbar von der herrschenden Klasse unbeeinflusste Eigenentwicklung. Daraus folgt eine Kunst, deren treibende Kraft ihre Eigengesetzlichkeit und Freiheit ist.1 In der Kunst des 19. Jahrhunderts liegen die Wurzeln der modernen Kunst. Hier wurden die entscheidenden Grundlagen für die moderne Kunst gelegt: die Deutung der Realität statt deren Wiedergabe sowie die Selbstbefreiung der Farbe.

In meiner nachfolgenden Arbeit widme ich mich dem Thema „Kunst des 19. Jahrhundert als Weg in die Moderne“. Im ersten Ausführungsteil erkläre ich den Begriff „modern“ / „Moderne“. Hier wird die Herkunft und Bedeutung dieses Begriffes in verschiedenen Epochen dargestellt. Daraufhin widme ich mich der politischen und gesellschaftlichen Situation im 19. Jahrhundert, die meines Erachtens für das Verständnis der Kunst im 19. Jahrhundert von großer Bedeutung ist. Im Hauptteil meiner Arbeit thematisiere ich die bürgerliche Philosophie um 1800, die eine theoretische Begründung für die „freie“ Kunst geliefert hat. Hier bringe ich die Überlegungen von Karl Philipp Moritz und Emmanuel Kant näher. Im Folgenden erläute ich die Thesen von Otto Philipp Runge, Charles Baudelaire und John Ruskin über die Kunst im 19. Jahrhundert, die man teilweise als eine zusammenfassende Bestätigung der Moderne betrachten kann. Im darauf folgenden Teil präsentiere ich die wichtigsten Kunstströmungen im 19. Jahrhundert: Romantik, Naturalismus, Realismus und Impressionismus. Ich behandle den Klassizismus nicht, da er meiner Meinung nach sehr wenig zur Herausbildung der modernen Kunst beigetragen hat. Der letzte Teil meiner Arbeit ist die Schlussbetrachtung. Hier fasse ich die wichtigsten Elemente der Kunst im 19. Jahrhundert und gehe auf die wesentlichen Elemente der Kunst des 19. Jahrhunderts ein, die zur Moderne im heute vorherrschenden Verständnis geführt haben. Die Analyse dieses Themas erfolgt durch die Auswertung der einschlägigen Fachliteratur sowie von Informationen, die im WorldWideWeb zur Verfügung stehen.

2. Der Begriff „modern“ / „Moderne“.

Es ist sehr schwer den Begriff „modern“ zu erklären. Die Schwierigkeit liegt darin, dass dieser Begriff eine lange Geschichte und ein weites und großes Bedeutungsspektrum hat. „Modern“ hat für alle Zeiten nicht den gleichen Sinn. „Modern“ ist das, was gerade neu und zeitgemäß ist, eine inhaltlich schwankende Vorstellung, die ständig überholt wird von etwas noch Modernerem – oder eben von der „Postmoderne“. Der Begriff beinhaltet eine flüchtige Tendenz. Die „Moderne“ wurde geboren aus den vorangegangenen gesellschaftlichen Umbrüchen durch die Aufklärung und der Entdeckung des Menschen als Individuum. Als wesentliche Elemente der Moderne werden angesehen:

• die Säkularisierung als Folge der Aufklärung
• die Industrialisierung
• der Fortschrittsglaube d. h. die Vorstellung dass die materiellen Errungenschaften des Menschen unbegrenzt fortschreiten könnten.
• die Rationalität d. h. der Glaube an die Vernunft und die Vorherrschaft rationaler Überlegungen
• die Autonomie gesellschaftlicher Bereiche wie Ethik, Politik, Recht, Kunst und Wirtschaft

Epochengeschichtlich wird der Beginn der Moderne häufig auf die Französische Revolution gelegt. So sieht der US-amerikanische Soziologe Daniel Bell den Hereinbruch der Moderne mit dem Jahr 1789. Andere sehen eher einen Prozess der Entstehung der Moderne der sich nach 1789 im 19. Jahrhundert vollzogen hat. 2

Kunsthistorisch betrachtet, ist die „Moderne“ die Epoche die zwischen dem Ende (?)der 1880er und dem II Weltkrieg ihren Höhepunkt fand. „Most historians of literature and the plastic arts – the fields in which the term has most play – date it from the late 1880s to the Second World War“.3

[...]


1 Damus, Martin: Funktionen der Bildenden Kunst im Spätkapitalismus. Frankfurt, 1973. S. 144-185.

2 http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Moderne.html

3 Vargish, Thomas, Modernism, In: E.Craig, Routledge Encyclopedia of Philosophy. London/New York, 1998. S.447

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