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Scholary Paper (Seminar), 2004, 18 Pages
Author: Hans-Peter Schneider
Subject: History - Non-German
Details
Tags: Reichsdeputationshauptschluss, Thil, Chronist, Zeit
Year: 2004
Pages: 18
Grade: 2
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53821-3
ISBN (Book): 978-3-638-84402-4
File size: 247 KB
Ein Minister und seine Biographie in einer der bedeutsamsten Umbruchzeiten Deutschlands und historischer Vergleich.
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Abstract
Nicht jede Lebenserinnerung, die jemals geschrieben wurde, kann dazu beitragen, einen Einblick in eine gewisse Zeit oder in bestimmte Lebensumstände zu finden. Die "Denkwürdigkeiten aus dem Dienstleben des Hessen-Darmstädtischen Staatsminister Freiherrn Du Thil" sind Erinnerungen eines Mannes, der viel erlebt hat und deshalb ist es von Nöten, sie nach der Relevanz für heutige Geschichtsforschungen zu untersuchen. Du Thil (1777-1859) lebte in einer ereignisreichen Zeit, die von epochalen Geschehnissen geradezu durchzogen war, exemplarisch nur zu nennen wäre hierbei der Reichsdeputationshauptschluss (RDH) 1803, der Rheinbund 1806 oder die Wiener Kongresse. Viele Erfahrungen konnte er selbst sammeln und auch einige Entscheidungen beeinflussen, wenn dies in seinen Möglichkeiten lag. Als Hessen-Darmstädtischer Minister konnte er in gewisser Weise prägend auf seine Zeit einwirken. Besser als jeder Außenstehende sollte er bestimmte Situationen und Begebenheiten erklären und deuten können. Seine Darstellung hat er mit dem RDH begonnen und genau auf diesen Zeitraum möchte ich mich beziehen. Ziel dieser Seminararbeit wird nun sein, das Werk Du Thils mit den tatsächlichen Ereignissen der Jahre um 1803 zu vergleichen und von diesen ausgehend eine Aussage zu der Relevanz eines Freiherrn Du Thil als Chronist dieser Zeit zu treffen, die sowohl persönliche als auch äußerliche Umstände in der Lebenswelt des Hessen-Darmstädtischen Ministers mit berücksichtigt. Als Quelle dieser Arbeit liegen natürlich die "Denkwürdigkeiten aus dem Dienstleben des Hessen-Darmstädtischen Staatsminister Freiherrn Du Thil" zu Grunde. Als Literatur habe ich neben diversen Artikeln in der Allgemeinen und der Neuen Deutschen Biographie vor allem auf die Werke "Die Entschädigungsverhandlungen Hessen-Darmstadts in den Jahren 1798-1815" von Uta Germann und auf "Agrarreformen in Hessen-Darmstadt" von Peter Fleck zurückgegriffen. Alles in allem ist die Geschichte Hessen-Darmstadts um den Anfang des 19. Jahrhunderts geschichtswissenschaftlich nicht so gut erschlossen, wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre.
Excerpt (computer-generated)
Neuere und Neueste Geschichte / Geschichtliche Fakultät
Ludwig-Maximilians-Universität München
Wintersemester 2003/ 2004
Proseminar:
1803 Reichsdeputationshauptschluss -
Du Thil als Chronist seiner Zeit
Verfasser: Hans-Peter Schneider
Studienfächer. Lehramt Gymnasium Geschichte und Deutsch
Fachsemester: 3
Abgabe: Januar 2004
Gliederung
I. Einleitung
II. Leben und Taten Du Thils S. 4
III. Entstehung der Denkwürdigkeiten S. 5
IV. Du Thils Darstellungen
1. Personendarstellung Du Thils an Hand dreier Beispiele
a) Von Barkhaus
b) Von Pappenheim
c) Van Oyen
2. Beschreibung des RDH aus der Sicht Du Thils S. 7
3. Die Entwicklung der Wetterau in der Darstellung Du Thils
V. Hessen-Darmstadt in der Geschichtsforschung
1. Die Verhältnisse Hessen-Darmstadts vor 1803
2. Die Entstehung eines neuen Staatsgedankens in Hessen-Darmstadt
3. Wie kommt es zu den Gebietsgewinnen 1803? S. 13
4. Nach den Gebietsgewinnen 1803 S. 14
VI. Du Thil als Chronist seiner Zeit S. 15
VII. Schlussbemerkung S. 17
VIII. Quellen- und Literaturverzeichnis
1. Quellen
2. Literatur
I. Einleitung
Nicht jede Lebenserinnerung, die jemals geschrieben wurde, kann dazu beitragen, einen Einblick in eine gewisse Zeit oder in bestimmte Lebensumstände zu finden. Die "Denkwürdigkeiten aus dem Dienstleben des Hessen-Darmstädtischen Staatsminister Freiherrn Du Thil" sind Erinnerungen eines Mannes, der viel erlebt hat und deshalb ist es von Nöten, sie nach der Relevanz für heutige Geschichtsforschungen zu untersuchen.
Du Thil (1777-1859) lebte in einer ereignisreichen Zeit, die von epochalen Geschehnissen geradezu durchzogen war, exemplarisch nur zu nennen wäre hierbei der Reichsdeputationshauptschluss (RDH) 1803, der Rheinbund 1806 oder die Wiener Kongresse. Viele Erfahrungen konnte er selbst sammeln und auch einige Entscheidungen beeinflussen, wenn dies in seinen Möglichkeiten lag.
Als Hessen-Darmstädtischer Minister konnte er in gewisser Weise prägend auf seine Zeit einwirken. Besser als jeder Außenstehende sollte er bestimmte Situationen und Begebenheiten erklären und deuten können. Seine Darstellung hat er mit dem RDH begonnen und genau auf diesen Zeitraum möchte ich mich beziehen.
Ziel dieser Seminararbeit wird nun sein, das Werk Du Thils mit den tatsächlichen Ereignissen der Jahre um 1803 zu vergleichen und von diesen ausgehend eine Aussage zu der Relevanz eines Freiherrn Du Thil als Chronist dieser Zeit zu treffen, die sowohl persönliche als auch äußerliche Umstände in der Lebenswelt des Hessen-Darmstädtischen Ministers mit berücksichtigt.
Als Quelle dieser Arbeit liegen natürlich die "Denkwürdigkeiten aus dem Dienstleben des Hessen-Darmstädtischen Staatsminister Freiherrn Du Thil" zu Grunde. Als Literatur habe ich neben diversen Artikeln in der Allgemeinen und der Neuen Deutschen Biographie vor allem auf die Werke "Die Entschädigungsverhandlungen Hessen-Darmstadts in den Jahren 1798-1815" von Uta Germann und auf "Agrarreformen in Hessen-Darmstadt" von Peter Fleck zurückgegriffen. Alles in allem ist die Geschichte Hessen-Darmstadts um den Anfang des 19. Jahrhunderts geschichtswissenschaftlich nicht so gut erschlossen, wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre.
Zunächst möchte ich nun auf die Lebensdaten des Autors näher eingehen, dann dem Leser einen Einblick in das Werk selbst verschaffen und hierauf in die tatsächlichen Verhältnisse dieser Zeit einführen. Abschließend werde ich dann die Denkwürdigkeiten Du Thils im Hinblick auf die zuvor erarbeiteten reellen Begebenheiten während der Anfangsjahre des 19. Jahrhunderts kritisch durchleuchten.
II. Leben und Taten Du Thils
Am 22.4.1777 wurde Carl Wilhelm Heinrich Du Bos Freiherr Du Thil in Braunfels als Sohn eines braunschweiger Oberstleutnant geboren. Nach guter Schulausbildung studierte er zunächst in Tübingen, danach in Göttingen die Rechtswissenschaften und gelangte durch etwaige Auslandsreisen zur Ausweitung seines eigenen Wissenshorizonts. Von 1799 bis 1802 war er in der solmsischen Regierung in Braunfels tätig. Im Jahr 1802 trat er über in die Dienste der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, wozu ihn einerseits der hessische Gesandte General von Pappenheim andererseits die Bekanntschaft mit dem Minister von Barkhaus bewegte.
Im hessen-darmstädtischen Dienst wurde er schon nach kurzer Zeit wichtigster Mitarbeiter des zuletzt genannten Ministers, der ihn vortrefflich in das Staatswesen einführte. Von 1802 bis 1803 nahm er als Regierungsrat an den Verhandlungen zur Reichsdeputation teil und konnte auch an anderen Plätzen seine Stellung ausweiten. Als Barkhaus jedoch im Jahr 1805 als Minister entlassen wurde, bedeutete das zugleich für Du Thil, dass er in die Provinzialverwaltung wechseln musste, eine Stellung, die seinen hohen Ansprüchen nicht gerecht wurde. 1807 schließlich bat er um seine Beurlaubung, um auf Reisen zu gehen und andere europäische Völker, Höfe und Diplomaten kennen zu lernen. Nach zweijährigen Auslandsaufenthalten kehrte er Ende 1809 wieder nach Hessen-Darmstadt zurück und trat 1810 wieder in den Hofdienst als Oberschenk ein. Nur ein Jahr später wurde er zum Hofmarschall ernannt, was er bis 1820 blieb. Wie es scheint, hielt der Großherzog Hessen-Darmstadts große Stücke auf Du Thil, was vor allem durch drei seiner bedeutenden Taten zu erklären ist; erstens wirkte er an der Vorbereitung des Rheinbundes 1806 prägend mit, zweitens spricht man ihm einen erheblichen Anteil an der Erhaltung des Großherzogtums Hessen-Darmstadt 1813 zu und drittens erreichte er es 1820 durch geschicktes Auftreten auf den Wiener Konferenzen, dass das Ansehen Hessen-Darmstadts in Österreich und bei Metternich wieder anstieg.
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