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"Daily Soaps" und ihre Bedeutung für die Sozialisation von Schülern - Unter besonderer Beachtung geschlechterspezifischer Unterschiede

Autor: Andrea Aumeier
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik

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Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 115
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 68  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 579 KB
Archivnummer: V60081
ISBN (E-Book): 978-3-638-53840-4
Anmerkungen :
...wurde zunächst als Zulassungsarbeit für das Lehramt an beruflichen Schulen verwendet und später als Diplomarbeit anerkannt.

Textauszug (computergeneriert)

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

"Daily Soaps" und ihre Bedeutung für die Sozialisation von Schülern - Unter besonderer Beachtung geschlechterspezifischer Unterschiede

Andrea Aumeier

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 1

2. Das Phänomen „Daily Soaps“ ... 3

2.1 Definitionen ... 3
2.1.1 Soap Opera ... 3
2.1.2 Daily Soap ... 3
2.1.3 Cliffhanger ... 4
2.1.4 Genre ... 5
2.1.5 Rezipient ... 6
2.2 Herkunft und Entstehung ... 6
2.3 Geschichtliche Entwicklung ... 7
2.4 Stellung und Rolle der Soaps im deutschen Fernsehen ... 9
2.5 Etablierung und Platzierung der deutschen Daily Soaps ... 12

3. Struktur und Aufbau von Daily Soaps ... 15

3.1 Merkmale ... 15
3.1.1 Regelmäßigkeit im Programm ... 15
3.1.2 Makelloses Erscheinungsbild der Darsteller ... 15
3.1.3 Charakterstabilität ... 16
3.1.4 Übertriebene Dramatik ... 16
3.1.5 Persönlichkeitsfreiräume ... 17
3.1.6 Inszenierung von Minderheiten ... 17
3.2 Dramaturgie ... 17
3.3 Figurenkonstellationen ... 19
3.4 Themen und Konflikte ... 21
3.4.1 Themenauswahl ... 21
3.4.2 Konfliktfelder ... 23
3.5 Darstellungsprinzipien ... 23
3.5.1 Personalisierung ... 24
3.5.2 Privatisierung ... 24
3.5.3 Intimisierung ... 25
3.6 Grundtypen der Rezeption ... 26
3.6.1 Der dynastische Typ ... 26
3.6.2 Der gemeinschaftliche Typ ... 27
3.6.3 Der dyadische Typ ... 27

4. Der geschlechterspezifische Aspekt ... 28

4.1 Die Geschlechterspezifität im Fernsehen ... 28
4.1.1 Das Altersbild der Protagonisten ... 28
4.1.1.1 Merkmale der Altersdarstellung ... 29
4.1.1.2 Die Unterscheidung verschiedener Alterstypen ... 30
4.1.1.2.1 Der Altruist ... 30
4.1.1.2.2 Der Professionelle ... 31
4.1.1.2.3 Der Engagierte ... 31
4.1.1.2.4 Der Autoritäre ... 32
4.1.2 Die Darstellung verschiedener Rollenbilder ... 33
4.1.2.1 Das Familienbild ... 33
4.1.2.2 Das Frauen- und Männerbild ... 34
4.1.2.2.1 Das Frauenbild ... 34
4.1.2.2.2 Das Männerbild ... 36
4.1.2.3 Das Jugendbild ... 37
4.1.2.3.1 Der Pubertierende ... 37
4.1.2.3.2 Der Ich- Bezogene ... 38
4.1.2.3.3 Der Selbstbewusste ... 38
4.1.3 Die Akteursstruktur ... 39
4.1.3.1 Das Geschlechterverhältnis der Akteure ... 39
4.1.3.2 Der Durchschnittstyp ... 40
4.1.3.3 Die Schichtzugehörigkeit der Soap- Akteure ... 41
4.2 Die geschlechterspezifische Rezeption ... 42
4.2.1 Geschlechterspezifische Genrepräferenzen ... 42
4.2.1.1 Bildungsabhängige Rezeption ... 45
4.2.1.2 Altersunterschiedliche Nutzung ... 46
4.2.2 Typische Aneignungsmuster der Soap ... 48
4.2.2.1 Unterhaltung und Information ... 48
4.2.2.1.1 Spannung und Harmonie ... 48
4.2.2.1.2 Nutzung als Lernprogramm ... 50
4.2.2.1.3 Distanz als Selbstdarstellung ... 51
4.2.2.2 Widerspiegeln der eigenen Vorstellung ... 52
4.2.2.2.1 Wiederfindung und Bestärkung ... 52
4.2.2.2.2 Atmosphäre von Jugendlichkeit ... 53
4.2.2.2.3 Inszenierung von Idealen ... 54
4.2.2.3 Lückenfüller für die eigene Lebenswelt ... 55
4.2.2.3.1 Soap als emotionaler Resonanzboden ... 55
4.2.2.3.2 Entwickeln von Idealvorstellungen ... 57
4.2.2.3.3 Emotionale Bindung an die Stars ... 57
4.2.3 Die parasoziale Beziehung zu einer Soap- Figur ... 59
4.2.3.1 Die parasoziale Integration in den Freundeskreis ... 60
4.2.3.2 Die parasoziale Liebesbeziehung ... 61
4.2.4 Die Daily Soap als Begleitung in der weiblichen Adoleszenz ... 63
4.2.4.1 Der „Verlust der Stimme” ... 63
4.2.4.2 Frauen in handlungsbestimmenden Rollen ... 65
4.2.4.3 Der Aspekt des Vergnügens ... 66
4.2.4.3.1 Das realistische Vergnügen ... 66
4.2.4.3.2 Das formale Vergnügen ... 67
4.2.4.3.3 Das inhaltliche Vergnügen ... 67
4.2.4.3.4 Das fantasievolle Vergnügen ... 67
4.2.4.3.5 Das kommunikative Vergnügen ... 68
4.2.5 Folgen und Wirkungen regelmäßigen Soap- Konsums ... 69
4.2.5.1 Allgemeine Befunde ... 69
4.2.5.2 Die Bedeutung von Schönheitsidealen ... 70
4.2.5.2.1 Die Affinität zwischen Protagonisten und Rezipienten ... 71
4.2.5.2.2 Die gesellschaftliche Relevanz von Schönheit ... 71
4.2.5.2.3 Die Auswirkungen auf das Körperbild der Rezipienten ... 72

5. Die Bedeutung von Soaps im schulischen Alltag ... 75

5.1 Die Schulklasse als Gruppe ... 75
5.2 Die Beziehungen zwischen den Schülern ... 78
5.2.1 Positive Schüler- Schüler- Beziehungen ... 79
5.2.2 Negative Schüler- Schüler- Beziehungen ... 83
5.2.2.1 Außenseiter ... 83
5.2.2.2 Cliquenbildung ... 85
5.2.2.3 Fraktionsbildung ... 87

6. Befragung ... 89

6.1 Beweggründe ... 89
6.2 Zielgruppe ... 89
6.3 Zusammenfassung der Ergebnisse ... 90
6.3.1 Mädchen ... 90
6.3.2 Jungen ... 94

7. Schlussbetrachtung/Ausblick ... 97

Literaturverzeichnis ... V

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis ... XIV

Anhang: Fragebogen zum Thema „Daily Soaps“ ... XV

 

 

1. Einleitung

Eine bewegte Phase voller Veränderungen und Konflikte steht denjenigen Jugendlichen bevor, die die Zeit der Pubertät und der darauf folgenden Adoleszenz zu bewältigen haben. Die Suche nach realitätsnahen Konzepten für das soziale Miteinander spielt in dieser Phase eine besonders wichtige Rolle. Dadurch, dass die Jugendlichen mit diesbezüglichen Bedürfnissen an bestimmte Inhalte des Fernsehens herantreten, versprechen sie sich Hilfestellungen beim Übergang vom Kindsein zum Erwachsenwerden. Ganz besonders Mädchen, welche sich im Reifungsprozess zur Frauwerdung befinden, suchen nach Lösungsstrategien für Problembereiche, die auch in ihren eigenen Leben präsent geworden sind. Bei der Herausbildung der individuellen Persönlichkeit und Identität der Heranwachsenden hat in den vergangenen Jahren das Angebot im Fernsehen gewaltig mitgemischt. Da die täglichen Seifenopern im deutschen Fernsehen überwiegend Themen behandeln, welche sich von den Jugendlichen auf ihr persönliches Erleben übertragen lassen, machen diese einleuchtenden Handlungsvorschläge eine spezifische Auseinandersetzung kaum noch notwendig. Die eindrucksvolle Laufzeit der Daily Soaps verdeutlicht, dass sie ihren festen Platz im deutschen Fernsehen errungen haben. Wurden sie auch anfangs heftig kritisiert, so sind sie mittlerweile nicht mehr aus dem Vorabendprogramm wegzudenken. Der durchwegs hohe und konstante Zuschauerzuspruch demonstriert, wie sehr sich die Gruppe der Pubertierenden und Heranwachsenden für diese Realserien begeistern lässt, welche ausschließlich naheliegende Themen und Konflikte aus dem Alltag aufgreifen. Doch es sind nicht nur die Einstellungen der Jugendlichen, die sich von den Soaps beeinflussen lassen, sondern auch die Bildung sozialer Beziehungen zu den Mitschülern in der Schule ist davon betroffen.
Die regelmäßige Rezeption von Daily Soaps kann sich sowohl in negativer Weise auf die Entwicklung der Schüler auswirken, als auch positiv das Heranreifen der jugendlichen Generation fördern. Der hohe Stellenwert und die orientierende Bedeutung des Genres dürfen demnach nicht unterschätzt werden, selbst wenn die Vorliebe für diese Art des Fernsehens von außenstehenden Personen nur schwer zu begreifen ist.
Mit der vorliegenden Arbeit soll ein detaillierter Einblick in das Format der Daily Soaps gewonnen werden. Gleich zu Beginn der Arbeit soll das Phänomen „Daily Soaps“ in seiner Entwicklung und Struktur erfasst werden. Im Anschluss daran soll das Genre unter dem Aspekt der Geschlechterspezifität näher betrachtet werden; dabei scheint es wichtig, die Darstellung der Geschlechter im Fernsehen von der unterschiedlichen Aufnahme der Geschlechter vor dem Fernsehgerät zu differenzieren. Nach der Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Daily Soaps auf den schulischen Alltag der Jugendlichen, soll eine kleine Befragung Rückschluss auf die zuvor festgehaltenen Vermutungen und Thesen geben und somit dem Werk zur Veranschaulichung dienen.


2. Das Phänomen „Daily Soaps“


2.1 Definitionen

Um das Verständnis zu fördern und die folgenden Zusammenhänge nachvollziehen zu können, sollen die wichtigsten gebräuchlichen Begriffe in ihrer medienspezifischen Bedeutung erläutert werden.


2.1.1 Soap Opera

Udo Göttlich bezeichnet die „Soap Opera“ als ein dialogisches Medium (vgl. Göttlich 2000, S. 40). Sie kann als eine fortlaufende Serie mit offener Erzählstruktur bezeichnet werden. Gekennzeichnet ist sie durch ihre überdeutliche Handlung, was durch das ständige Wiederholen desselben Sachverhalts ersichtlich wird. In der Regel geht es um alltägliche Freuden und Probleme einiger Jugendlicher und Erwachsener, die einer kleinen Gemeinschaft angehören; das Genre kann infolge dessen dem Bereich der „Human- interest- Geschichten“ zugeordnet werden (vgl. Heinrichs/Jäckel 1999, S. 50).
Es muss hochdramatisch und emotional zugehen wie in einer Oper, wo in der Regel die beiden Hauptdarsteller unglücklich ineinander verliebt sind, was die Zuschauer rührt. Genau dieser Effekt ist auch für die „Soap Opera“ wünschenswert (vgl. Süß/Kosack 2000, S. 49).


2.1.2 Daily Soap

 

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