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Scholary Paper (Seminar), 2002, 25 Pages
Author: Carsten Heuring
Subject: Economics / Business: Political Economics
Details
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre - Mikoökonomik)
Tags: Branchenstudie, Pharmazeutische, Industrie, Seminar, Industrieökonomik
Year: 2002
Pages: 25
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53865-7
ISBN (Book): 978-3-638-68497-2
File size: 261 KB
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Abstract
Die pharmazeutische Industrie befand sich ebenso wie das gesamte Gesundheitswesen seit Ende des Zweiten Weltkrieges in einer Expansionsphase. Diese Entwicklung führte aufgrund einer hohen Einkommenselastizität der Nachfrage in diesem Bereich sowie einer ständigen Ausdehnung des Leistungskataloges der Krankenversicherungen in den Folgejahren zu einer permanenten Erhöhung der Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten. Die damit verbundene Steigerung der Gesundheitsausgaben standen - und stehen - Finanzierungsproblemen der GKV gegenüber. Die dabei auftretende Frage der Sicherung der Gesundheitsversorgung, gerade im Zuge der demographischen Entwicklungen, steht im Mittelpunkt einer breiten und kontroversen öffentlichen Diskussion. In den vergangenen Jahren wurde die deutsche Gesundheitspolitik und damit auch die staatliche Reglementierung im Bereich der pharmazeutischen Industrie durch eine Vielzahl von Reformen und gesetzgeberischen Neuerungen geprägt, so daß sie erheblichen Einfluß auf die Marktstruktur aber insbesondere das Wettbewerbsverhalten innerhalb der pharmazeutischen Industrie haben. Daher sollen die Auswirkungen der gesetzlichen Reglementierungen auf die Marktstruktur, Marktverhaltensweise und das –ergebnis dargestellt werden.
Excerpt (computer-generated)
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, - Mikroökonomik -
Seminars „Industrieökonomik“
SS 2002, Fachsemester: 7
Branchenstudie Pharmazeutische Industrie
von: Carsten Heuring
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Rahmenbedingungen 2
2.1. Angebotsseite 2
2.2. Nachfrageseite 3
3. Marktstruktur 6
3.1. Arzneimittelhersteller und Konzentration 6
3.2. Kostenstruktur der Pharma-Industrie 7
3.3. Markteintrittsbarrieren 7
4. Unternehmerische Aktionsparameter: Marktverhaltensweise und Marktergebnis 9
4.1. Preis 9
4.2. Produkt 11
4.3. Werbung und Information 12
4.4. Forschung und Entwicklung 14
5. Zusammenfassung 15
Anhang - Abbildungen
Anhang - Tabellen
Literaturverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
AABG = Arzneimittelausgaben- Begrenzungsgesetz
ABAG = Arzneimittelbudgetablösungsgesetz
AMG = Arzneimittelgesetz
ApBetrO = Apothekenbetriebsordnung
BfArM = Bundesministerium für Arzneimittel und Medizinprodukte
BPI = Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie
IMS = Institut für Medizinische Statistik
VFA = Verband forschender Arzneimittelhersteller
[...]
1. Einleitung
Die pharmazeutische Industrie befand sich ebenso wie das gesamte Gesundheitswesen seit Ende des Zweiten Weltkrieges in einer Expansionsphase. Diese Entwicklung führte aufgrund einer hohen Einkommenselastizität der Nachfrage in diesem Bereich sowie einer ständigen Ausdehnung des Leistungskataloges der Krankenversicherungen in den Folgejahren zu einer permanenten Erhöhung der Nachfrage nach pharmazeutischen Produkten. (Oberender (1984)) Die damit verbundene Steigerung der Gesundheitsausgaben standen - und stehen - Finanzierungsproblemen der GKV gegenüber. Die dabei auftretende Frage der Sicherung der Gesundheitsversorgung, gerade im Zuge der demographischen Entwicklungen, steht im Mittelpunkt einer breiten und kontroversen öffentlichen Diskussion. In den vergangenen Jahren wurde die deutsche Gesundheitspolitik und damit auch die staatliche Reglementierung im Bereich der pharmazeutischen Industrie durch eine Vielzahl von Reformen und gesetzgeberischen Neuerungen geprägt, so daß sie erheblichen Einfluß auf die Marktstruktur aber insbesondere das Wettbewerbsverhalten innerhalb der pharmazeutischen Industrie haben. Hieraus ergibt sich auch das Ziel und die Struktur dieser Arbeit, welche nun im Folgenden kurz erläutert werden sollen.
So sollen die Auswirkungen der gesetzlichen Reglementierungen auf die Marktstruktur, Marktverhaltensweise und das –ergebnis dargestellt werden. In einem ersten Schritt sollen dafür die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die sich für die Angebots- und Nachfrageseite ergeben, dargestellt werden. In einem zweiten Schritt wird versucht, die Marktstruktur anhand der Konzentration, der Kostenstruktur innerhalb der Branche und den Markteintrittsschranken zu determinieren. Aufbauend auf den vorangestellten Abschnitten soll dann das Wettbewerbsverhalten anhand von vier unternehmerischen Aktionsparametern1 beleuchtet werden. Bei den Darstellungen zum Wettbewerbsverhalten wird jeweils eine theoretische Vorbetrachtung - basierend auf Kap. 2 und 3 - vorangestellt. Weiterführend soll dann - soweit möglich - versucht werden, die gewonnen Erkenntnisse anhand von empirischen Materialien zu untersuchen.2 Aufgrund enger Verbindungen zwischen wettbewerblichen Verhaltensweisen und Marktergebnis werden diese beiden Teile in einem Kapitel zusammen betrachtet.
Bei den Absatzmärkten der Pharma-Industrie muß grundsätzlich zwischen Krankenhaus- und Apothekenmarkt unterschieden werden. Trotz der - für die pharmazeutische Industrie - strategisch wichtigen Stellung des Krankenhausmarktes3 soll aufgrund der am Umsatz gemessenen untergeordneten Bedeutung4 auf eine Betrachtung in dieser Arbeit verzichtet werden. Ferner stellt sich eine auf empirischen Materialien angelegte Untersuchung problematisch dar, da hierfür kaum aktuelle und öffentlich zugängliche Daten vorhanden sind.
2. Rahmenbedingungen
2.1. Angebotsseite
Die präventive Sicherheitskontrolle bei Arzneimitteln nimmt in der Bundesrepublik Deutschland einen hohen Stellenwert ein. Hierdurch soll die Sicherheit und Wirksamkeit neuer Arzneimittel gewährleistet werden. Grundlage dafür stellt das AMG dar, welches genaue Vorschriften für die Zulassung von Arzneimitteln (§§ 21 - 37 AMG) enthält. (VFA (2000)) Dabei muß ein neu entwickeltes Medikament ein umfangreiches Zulassungsverfahren durchlaufen, „was laut Gesetz zwar maximal sieben Monate beanspruchen darf, derzeit jedoch zum Teil weit über zwei Jahre dauert.“ (BPI (2001)) Jedoch ermöglicht § 36 AMG Standardzulassungen bei Arzneimitteln, wenn die Anforderungen an „Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit“ als erwiesen angesehen werden können ( Nachahmerpräparate oder Generika). (VFA (2000))
In Deutschland beträgt die Dauer des Patentschutzes derzeit 20 Jahre. Dabei ist zu beachten, dass ein Patent sehr früh im Forschungsstadium angemeldet werden muss, um das Prioritätsrecht zu sichern.5 (BPI (2001)) Betrachtet man die Tatsache, dass der Zeitraum vom F&E bis zur Zulassungsreife durchschnittlich fast zehn Jahre dauert, und hierzu noch der Zeitrahmen des oben kurz angerissenen Zulassungsverfahren kommt, bleibt die Feststellung, dass die Hersteller neuer Substanzen nur wenige Jahre zur Verfügung haben, um die F&E- Kosten über den Arzneimittelpreis zu amortisieren.
Bestimmte Arzneimittel unterliegen aus gesundheitspolitischen Gründen einer Verschreibungspflicht (§ 48 AMG), für die im Weiteren ein Publikumswerbeverbot (§ 10 Heilmittelwerbegesetz) besteht. (VFA (2000)) Das heißt, daß diese Stoffe nur gegen Vorlage eines ärztlichen Rezeptes an Verbraucher abgegeben und für diese nur bei Ärzten geworben werden darf. Die Möglichkeit eines gezielten wettbewerblichen Einsatzes des Parameters Werbung bei verschreibungspflichtigen Substanzen seitens der Hersteller ist damit nur eingeschränkt über die Arztebene ( i.d.R. wissenschaftliche Information) möglich. Die ApBetrO legt Reglementierungen im Bereich der öffentlichen Apotheken fest. So ist es Apotheken verboten, aus preisgünstigeren Großpackungen Teilmengen zu entnehmen und diese zu veräußern (Auseinzelungsverbot). (Wähling (1996)) Ferner wurde durch das AABG festgelegt, daß Apotheker nicht mehr auf die Abgabe des vom Arzt verschriebenen Medikamentes verpflichtet werden6, es sei denn, daß der Arzt darauf besteht. Vielmehr ist es die Pflicht der Apotheken aus wirkungs- und wirkstoffgleichen Medikamenten das kostengünstigere Arzneimittel auszusuchen (Aut-Idem-Regelung). (URL: http://www.bmgesundheit.de/presse/2002/2002/17.htm (2002)) Hierdurch rückt der Preiswettbewerb innerhalb Generikahersteller stärker in den Mittelpunkt.
2.2. Nachfrageseite
[...]
1 Hierfür wurden die Parameter Preis, Produkt, Werbung/wissenschaftliche Information und F&E ausgewählt.
2 Dabei sollen - im Wesentlichen - die Auswirkungen auf die am aktuellsten verfügbaren Daten untersucht werden.
3 In Krankenhäusern werden die Verschreibungsgewohnheiten der in der praktischen Ausbildung befindlichen Ärzte entscheidend beeinflußt, so daß junge Mediziner frühzeitig an Präparate gebunden werden können. Des Weiteren wird bei Krankenhauspatienten der Hausarzt über den Erfolg der angewandten Präparate unterrichtet.
4 Bezogen auf den gesamten Arzneimittelmarkt weist der Krankenhausmarkt einen Umsatzanteil zu Herstellerabgabepreisen von 14,3% in 2000 auf. (BPI (2001))
5 Bei den nachfolgenden Betrachtungen soll angenommen werden, daß bei einem patentgeschützten Medikament keine Konkurrenzsituation gegeben ist. Der Anbieter des jeweiligen Präparates tritt somit als Monopolist auf.
6 Vgl. hierzu die bis zum Inkrafttreten des AABG geltende Regelung des Aut-Simile-Verbotes (z.B. in Oberender (1984)).
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