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Autor: Dipl.-Geogr. Elena Haupt
Fach: Pädagogik - Schulpädagogik
Details
Tags: John, Dewey, Erziehungstheorie, Pragmatismus
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 24 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 975 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-53884-8
Zusammenfassung / Abstract
In dieser Arbeit wird John Dewey, der amerikanische Philosoph aus dem Ende des 19. Jh. und dem Beginn des 20. Jh. behandelt. In Deutschland wird seine Philosophie deutlich weniger beachtet als seine Reformpädagogik und Erziehungstheorie. Erst in den letzten Jahren sind einige Schriften über seine Philosophie publiziert worden. Doch diese Zahl steht in keinem Verhältnis zu der Anzahl an Deweys eigenen Veröffentlichungen zu Philosophie, Psychologie und Pädagogik, die in seinen gesammelten Werken 37 Bände („The Collected Works of John Dewey, 1882-1953“) umfassen und die teilweise aus einzelnen Monografien aber auch aus zusammen-gestellten Essays und Briefen bestehen. Das Hauptaugenmerk bei der Betrachtung von Deweys Werk in dieser Arbeit liegt zunächst auf der Philosophie – insbesondere dem von Dewey beeinflussten Pragmatismus – und hauptsächlich (durch den Rahmen dieser Arbeit) auf seiner Erziehungstheorie. Über die Erziehung hat Dewey zahlreiche Werke publiziert, die in Deutschland – wenn überhaupt – im Grundschulunterricht berücksichtigt werden. In der Grundschule findet sich der Einfluss vor allem im Sachunterricht, da sich Dewey ausgiebig mit der Vermittlung von Sachthemen in der Schule in Abhängigkeit von Entwicklungsphasen von Kindern befasst hat. Bei dieser entwicklungspsychologischen Betrachtung sind also nicht das Stoffpensum, sondern die Interessen und Fähigkeiten der Kinder für die Gestaltung des Unterrichts und die Auswahl der Themen maßgeblich. Diese Arbeit wurde an der Universität Bremen als Zwischenprüfung im Fach Sachunterricht geschrieben und mit "sehr gut" benotet.
Textauszug (computergeneriert)
John Dewey - Erziehungstheorie und Pragmatismus
von: Elena Haupt
Inhalt
1 Einleitung 1
2 Biografie 2
3 Thesen 5
3.1 Philosophische Konzepte 5
3.2 Erziehungstheorie 7
3.2.1 Grundlagen und Definition von Erziehung 7
3.2.2 Ziele der Erziehung 8
3.2.3 Schulkonzept 9
4 Wirken 12
4.1 Laborschule Chicago 12
4.2 Dewey in Deutschland 13
4.2.1 Einflüsse auf deutsche Reformpädagogen 14
4.2.2 Laborschule Bielefeld 14
5 Abschlussbetrachtung 16
6 Literatur 17
1 Einleitung
In dieser Arbeit wird John Dewey, der amerikanische Philosoph aus dem Ende des 19. Jh. und dem Beginn des 20. Jh. behandelt. In Deutschland wird seine Philosophie deutlich weniger beachtet als seine Reformpädagogik und Erziehungstheorie. Erst in den letzten Jahren sind einige Schriften über seine Philosophie publiziert worden. Doch diese Zahl steht in keinem Verhältnis zu der Anzahl an Deweys eigenen Veröffentlichungen zu Philosophie, Psychologie und Pädagogik, die in seinen gesammelten Werken 37 Bände („The Collected Works of John Dewey, 1882-1953“) umfassen und die teilweise aus einzelnen Monografien aber auch aus zusammengestellten Essays und Briefen bestehen.
Das Hauptaugenmerk bei der Betrachtung von Deweys Werk in dieser Arbeit liegt zunächst auf der Philosophie – insbesondere dem von Dewey beeinflussten Pragmatismus – und hauptsächlich (durch den Rahmen dieser Arbeit) auf seiner Erziehungstheorie. Über die Erziehung hat Dewey zahlreiche Werke publiziert, die in Deutschland – wenn überhaupt – im Grundschulunterricht berücksichtigt werden. In der Grundschule findet sich der Einfluss vor allem im Sachunterricht, da sich Dewey ausgiebig mit der Vermittlung von Sachthemen in der Schule in Abhängigkeit von Entwicklungsphasen von Kindern befasst hat. Bei dieser entwicklungspsychologischen Betrachtung sind also nicht das Stoffpensum, sondern die Interessen und Fähigkeiten der Kinder für die Gestaltung des Unterrichts und die Auswahl der Themen maßgeblich. Zunächst wird eine kurze Einführung in John Deweys Biografie gegeben (s. Kap. 2). In Kapitel 3 werden die philosophischen Grundlagen Deweys und vor allem seine Erziehungstheorie näher betrachtet. Auf Deweys Wirken zu seiner Zeit – die Erprobung seiner Methoden in der Praxis in Chicago – die Annahme seiner Theorien in anderen Ländern sowie die Umsetzung seiner Thesen in Deutschland wird in Kapitel 4 eingegangen.
2 Biografie
John Dewey wird am 20. Oktober 1859 in Burlington, Vermont im Nordosten der Vereinigten Staaten von Amerika geboren. Sein Vater Archibald Sprague Dewey führt ein Gemischtwarengeschäft, während sich die Mutter, Lucina, um die drei Söhne (Davis, John und Charles) kümmert und in der Gemeinde der Congregations-Kirche mitarbeitet. Nachdem der Vater sich 1864 freiwillig für den Bürgerkrieg gemeldet hat, ziehen die Mutter und die drei Kinder nach North Virginia, um dem Mann und Vater nahe sein zu können. Dort bleibt die Familie bis 1867, wodurch die Söhne in diesen drei Jahren viel von den Kriegswirren miterleben (SCHREIER, 1991). Obwohl John Dewey kein leidenschaftlicher Schüler ist, interessiert er sich sehr für Bücher und macht im Sommer 1875 den High School Abschluss. Im gleichen Jahr entscheidet sich Dewey für den Besuch des Colleges. An der Universität von Vermont studiert er Griechisch, Latein, Mathematik, Geschichte und Naturwissenschaften. Besonders intensiv befasst sich der Student mit der Philosophie. Nach seinem Examen im Jahr 1879 unterrichtet Dewey zwei Jahre lang an der High School in South Oil City in Pennsylvania die Fächer Latein, Mathematik und Naturwissenschaften. In dieser Zeit befasst er sich weiter mit der Philosophie und wird stark durch das von William T. Harris herausgegebne Journal of Speculative Philosophy beeinflusst. 1881 wartet John Dewey während seiner ein halbes Jahr andauernden Lehrtätigkeit an der Lake View Seminary Academy in seiner Heimatstadt Burlington auf eine Antwort von Harris, dem Dewey einen Artikel zur Veröffentlichung geschickt hatte. Harris’ Antwort fällt positiv aus und ermuntert Dewey ein Studium der Philosophie aufzunehmen (TALISSE, 2000; SUHR, 2005). Im September 1882 beginnt Dewey ein Graduiertenstudium an der Johns Hopkins University in Baltimore. Unter dem Einfluss von George Sylvester Morris befasst sich John Dewey vor allem mit Georg W. F. Hegels Idealismus. In diesen Studien findet Dewey wonach er bereits in seiner Zeit an der Universität von Vermont gesucht hat, löst sich jedoch bald vom gängigen Fachjargon und definiert seine eigene Sicht im empirischen Naturalismus oder Experimentalismus (TALISSE, 2000). 1884 verfasst John Dewey seine Dissertation über die Psychologie Immanuel Kants (SUHR, 2005).
Nach seinem Studium folgt er seinem Mentor Morris an die University of Michigan in Ann Arbor und wird dort Dozent für Ethik, Geschichte der Philosophie und Psychologie. In dieser Zeit verbringt Dewey viel Zeit mit der Publikation verschiedener Aufsätze und Bücher, in denen er sich weiter von den Thesen Hegels entfernt und eigene Gedanken über Psychologie und Ethik darlegt (SCHREIER, 1991). Nach Morris’ Tod im Jahr 1889 übernimmt John Dewey dessen Professur und wird Leiter der philosophischen Abteilung der University of Michigan. Die Erteilung der Kurse in Psychologie überlässt er dann seinen Assistenten James H. Tufts und später George Herbert Mead (BOHNSACK, 2005).
An der Universität lernt Dewey Alice Chipman kennen, die er im Jahr 1886 heiratet. Sie lenkt John Deweys Interesse auf soziale Themen, insbesondere die „soziale Lage der Unterdrückten […], der Indianer, der Arbeiter, der Frauen, der Kinder“ (SCHREIER, 1991: 7). Alice und John Dewey haben in ihrer Ehe sechs Kinder, von denen zwei im frühen Kindesalter auf Auslandsreisen sterben (BOHNSACK, 2003a).
Im Jahr 1894 erhält Dewey (s. Abb. 1) einen Ruf an die neu gegründete Universität von Chicago, an der er Professor für Philosophie und Direktor des Seminars für Psychologie, Philosophie und Pädagogik wird (BOHNSACK, 1976, 2003a). Kurz darauf eröffnet er die „Universitätsgrundschule“, die bald in „Laborschule“ umbenannt und als „Dewey-Schule“ bekannt wird (s. Kap. 4.1). In dieser Schule werden verschiedene Theorien zu Philosophie, Pädagogik und Demokratie der Mitglieder Deweys Abteilung erprobt und untersucht. In diesem Zusammenhang entwickelt Dewey seine Philosophie der Erziehung und veröffentlicht einige pädagogische Bücher (unter anderem My Pedagogic Creed, 1897; The School and Society, 1900; The Child and the Curriculum, 1902), die unter anderem die Erfahrungen in der Laborschule und die daraus gezogenen Schlüsse darstellen (SUHR, 2005).
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