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Das Gewissen: Aspekte aus Theologie und Schulpraxis

Seminararbeit, 2006, 21 Seiten
Autor: Eveline Reiß
Fach: Theologie - Didaktik, Religionspädagogik

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 21
Note: 1,5
Literaturverzeichnis: ~ 6  Einträge
Sprache: Deutsch
Archivnummer: V60247
ISBN (E-Book): 978-3-638-53970-8

Dateigröße: 346 KB
Anmerkungen :
In dieser Arbeit werden zum Einen theologische Aspekte des Gewissens behandelt, zum Anderen soziale Aspekte (z.B. das Kohlberg- Modell). Zusätzlich werden die Verankerung der Thematik im Bildungsplan und ein Entwurf einer Einführungsstunde vorgestellt.


Zusammenfassung / Abstract

In dieser Arbeit werden zum Einen theologische Aspekte des Gewissens behandelt, zum Anderen soziale Aspekte (z.B. das Kohlberg- Modell). Zusätzlich werden die Verankerung der Thematik im Bildungsplan und ein Entwurf einer Einführungsstunde vorgestellt.


Textauszug (computergeneriert)

Das Gewissen: Aspekte aus Theologie und Schulpraxis

von: Eveline Reiß

WS 2005/06

 


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist das – das „Gewissen“?

1.1. Begriffsklärung: „Gewissen“ 2
1.2. Das Gewissen aus theologischer Sicht  2

2. Wie entwickelt sich das Gewissen?

2.1 Soziale Aspekte der Gewissensentwicklung 4
2.2 Die Stufen des moralischen Urteils (nach L. Kohlberg)  4

3. Der Umgang mit der Thematik in der Schulpraxis

3.1 Der Bildungsplan 2004 für die Realschule: Kompetenzen und Inhalte in Bezug auf das Thema ‚Gewissen’7
3.2 Beispiel einer Einführungsstunde zum Thema ‚Gewissen’ (Klasse 8)  9

4. Fazit und Ausblick  11

5. Literaturverzeichnis 12

6. Anhang 13


 

 

„Ich hab’ ein schlechtes Gewissen“ – diesen Satz hat wohl jeder schon einmal von sich gegeben. Manch einer wurde schon von ‚Gewissensbissen’ geplagt oder steckte gar in einem ‚Gewissenskonflikt’. Das Gewissen ist also allgegenwärtig, obgleich doch die Regung desselben unbewusst vor sich geht.

In der vorliegenden Arbeit werde ich zunächst auf den Begriff des Gewissens eingehen, dann die theologische Sicht beleuchten und anschließend auf die Entwicklung des Gewissens aus sozialpsychologischer Sicht eingehen. Abschließend betrachte ich die Verankerung der Thematik im Bildungsplan 2004 und werde ein Beispiel einer Unterrichtstunde vorstellen.

1. Was ist das – „das Gewissen“?

1.1 Begriffsklärung: „Gewissen“1

Der Begriff „Gewissen“ stammt von lat. ‚conscientia’ (dies entspricht ‚Mitwissen’; ‚Bewusstsein’; ‚Gewissen’) ab, welches wiederum von griech. ‚syneidesis’ entlehnt wurde. ‚Syneidesis’ meint die „Vorstellung, dass es für jedes sittlich schlechte Verhalten gegenüber Menschen oder Göttern einen Zeugen, nämlich das innere >Mitwissen< gibt“.2 Verwendung findet der Begriff vor allem in der christlichen Ethik.

1.2 Das Gewissen aus theologischer Sicht

Im Verlauf der Geschichte unterschied die Theologie zwischen ‚synteresis’ (von ‚syneidesis’) als der naturgegebenen Gewissensanlage und ‚conscientia’ als dem Gewissensspruch. Die Gewissensanlage legt im Menschen fest, dass Gutes zu tun und Böses zu meiden ist; der Gewissensspruch meint das konkrete Tun, welches auch abhängig ist von Erziehung und Umwelt.3 Das Gewissen wird in der Theologie als „allgemein menschliche existentielle Erfahrung“4 bezeichnet. Es ist charakterisierend für den Menschen: Tiere beispielsweise handeln nach Instinkt oder, im Falle von Haustieren, aus Dressur oder Angst vor Strafe. Das Gewissen ist jedoch mehr als das, es ist „die subjektive Norm der Moralität“.5

In der Bibel wird das Gewissenserlebnis stets mit Gott verknüpft. Der Gewissensvorgang wird im AT nicht mit dem Wort ‚Gewissen’ bezeichnet, sondern durch die Begriffe ‚Seele’, ‚Inneres’ und als „Stimme des „Herzens“, das den Menschen anklagt“6 beschrieben, was z. B. in Job 27,6 zum Ausdruck kommt: „Ob keinem meiner Tage tadelt mich mein Herz.“7 Im Neuen Testament gibt es in den Evangelien ebenso keinen Gewissensbegriff. Doch in der Bergpredigt - der zentralen Verkündigung einer christlichen Moral - fordert Jesus eine innere Glaubensüberzeugung und die redliche Gesinnung Gott gegenüber. Dies ist zwar auf das sittliche Verhalten der Menschen bezogen, gilt jedoch analog für das Gewissen des Christen, welches sich regt, wenn unsittlich gehandelt wird. Der Apostel Paulus übernimmt schließlich den Begriff ‚syneidesis’8. Laut Paulus zeigt sich Gottes Wille im Gewissen. Die Heiden, die Gottes Gesetz nicht kennen, richten sich nach dem Gewissen, vgl. Röm 2, 13-16:

„[…] Sie zeigen ja, daß (sic!) die Gesetzesforderung in ihr Herz geschrieben ist, da ihr Gewissen ihnen Zeugnis gibt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch verteidigen an dem Tage, da Gott durch Jesus Christus der Menschen Verborgenes richtet […]“.9 Also ist Paulus zufolge jeder Mensch fähig, den Willen Gottes nach sittlichem Verhalten wahrzunehmen – durch eine Regung in seinem Herzen. Das Gewissensurteil behält seine verpflichtende Kraft, egal, auf welche Art es zustande kam. Das Gewissen wird daher als „unmittelbare Richtschnur für das konkrete Tun des Menschen“ und als „letzte Instanz“10 gesehen. Das spezifische Merkmal der neutestamentlichen Gewissenslehre ist der Glaube, dass der Heilige Geist im christlichen Leben wirkt, das naturgegebene Gewissen vertieft und es in seiner Entscheidungskraft bestärkt. Hier zeigt sich der transzendentale Bezug.11 Der personale Charakter des Gewissens offenbart sich laut Kardinal J.H. Newman in der Gottesebenbildlichkeit des Menschen und seiner Berufung zur Teilnahme am göttlichen Leben. Erst die beiden Aspekte Transzendenz und Personalität ermöglichen eine tiefe Bindung des Menschen an sein Gewissen. Wie die eigene Glaubens- und Gotteserfahrung wird die Gewissenserfahrung nur der einzelnen Person zuteil. Das Gewissen ist so Ort und zugleich Beginn des Dialogs zwischen Mensch und Gott. Inwieweit dies vom Menschen erfahren wird, hängt davon ab, welchen Platz Gott im Leben des Menschen einnimmt.12

2. Wie entwickelt sich das Gewissen?

2.1 Soziale Aspekte der Gewissensentwicklung

[...]


1 nach: Duden. Das Herkunftswörterbuch. 2001, S.276f.

2 ebd., S.276

3 vgl. Gründel, Johannes: Das Gewissen in moraltheologischer Sicht. in: Engelmayer, Otto: Gewissen und Gewissensbildung. 1970, S.50

4 ebd., S.39

5 ebd.

6 ebd., S.41

7 ebd.

8 vgl. 1.1, S.2

9 ebd., S.42

10 beide: ebd.

11 vgl. ebd., S.43

12 vgl. ebd., S.44ff.


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