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Autor: Catharina Behlmer
Fach: Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft
Details
Tags: Organisationsentwicklung, Krankenhaus, Wege, Käfig, Muster, Krankenhaus
Jahr: 2006
Seiten: 29
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 24 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 224 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-53994-4
Textauszug (computergeneriert)
Freien Universität Berlin, Institut für Psychologie
Arbeitsbereich Wirtschafts- und Organisationspsychologie
SS 2006
Organisationsentwicklung im Krankenhaus –
„Wege aus dem Käfig festgefahrener Muster im Krankenhaus“
von: Catharina Behlmer
Inhalt
1 Einleitung: Die Aktuelle Situation der Krankenhäuser in Deutschland 1
1.1 Das Krankenhaus als Patient 1
1.2 Strukturdaten im Krankenhaus 2
1.3 Wettbewerb und Konkurrenzdruck 4
1.4 Vorgehensweise zur Beantwortung der Fragestellung 5
2 Allgemeine Begriffsdefinitionen 6
2.1 Einordnung des Begriffs Organisationsentwicklung 6
2.2 Abgrenzung der Organisationsentwicklung zu anderen Bereichen des Organisationswandels 7
2.3 Ziele der Organisationsentwicklung 8
3 Geschichte und Techniken der Organisationsentwicklung 8
3.1 Entstehung der Organisationsentwicklung 8
3.2 Organisationsentwicklungstechniken 9
3.3 Organisationsentwicklung auf drei Ebenen 10
3.3.1 Ebene des Individuums 10
3.3.2 Die Survey-Feedback-Methode auf Gruppenebene 11
4 Voraussetzung für eine Organisationsentwicklung im Krankenhaus 12
4.1 Druck zur Veränderung und die Suche nach neue Lösungswegen 12
4.2 Mitglieder 12
4.3 Berater 13
4.4 Leitbilder, systemumfassendes Denken und Prozessorientierung 14
4.4.1 Systemumfassendes Denken 15
4.4.2 Prozessorientierung 15
4.5 Zertifizierung 15
4.5.1 Zur Anwendung in Krankenhäusern 16
4.5.2 Konsequenzen der Zertifizierung 17
5 Äußere Faktoren die auf die Organisationsentwicklung im Krankenhaus wirken 17
5.1 Markt/ Ökonomie 17
5.2 Politik 17
5.3 Kunden 18
6 Umsetzung der Organisationsentwicklung im Krankenhaus 18
6.1 Individuelle Ebene 19
6.1.1 Mitarbeiter 19
6.1.2 Führungskräfte 20
6.2 Gruppenebene 21
6.3 Organisations Ebene 22
6.3.1 Qualitätsmanagement 22
7 Zusammenfassung 23
7.1 Grenzen, Risiken & Gefahren der Organisationsentwicklung im Krankenhaus 23
7.2 Chancen der Organisationsentwicklung im Krankenhaus 23
7.3 Schlussbemerkung 24
Literatur 25
1 Einleitung: Die Aktuelle Situation der Krankenhäuser in Deutschland
Die Krankenhäuser in Deutschland sind zur Zeit, aufgrund von radikalen Veränderungen im Gesundheitswesen, einem enormen Veränderungsdruck ausgesetzt. Die Regierung und die Krankenkassen müssen ihre Finanzsysteme sanieren, sie können die stetig steigenden Kosten des Gesundheitswesen und damit auch der Krankenhäuser nicht mehr stützen. Die Gesundheitspolitik in Deutschland ist zum Umdenken und zur Veränderung gezwungen.
Seit Mitte der 80er Jahre gibt es bereits immer wiederkehrend neue Reformen im deutschen Gesundheitswesen; stetig neue Gesetzgebungen und Verordnungen, von der Einführung der Gesundheitsstrukturgesetze (GSG) 1992 bis zur Gründung des Fallpauschalengesetz 2003 haben den Umbau und die grundlegende Restrukturierung des Gesundheitssystem zum Ziel und sie erfordern einen entsprechenden Wandel der Krankenhausorganisationen hin zu modernen „Gesundheitsorganisationen“. In der Organisationsentwicklung und deren Techniken wird eine Möglichkeit gesehen, diesen Wandel für die beteiligten Organisationen bestmöglich zu gestalten. Der Sinn der Organisationsentwicklung liegt darin, der Organisation – wie hier am Beispiel des Krankenhauses ersichtlich gemacht werden soll – Wege zur Optimierung sowie zur Effizienzsteigerung des gesamten Systems zu suchen, zu finden und umzusetzen. Die Krankenhäuser bilden zur Zeit den zentralen Ansatzpunkt für Organisationsentwicklung innerhalb des Gesundheitswesens, da in diesen Organisationen aufgrund von Konkurrenzdruck, Wettbewerb, Kostenentwicklung, Personalmanagement, Kürzungen, Zertifizierung etc. ein erheblicher Bedarf an Veränderung besteht um die augenscheinliche „Krise“ zu bewältigen. Allerdings muss hier darauf hingewiesen werden, dass die Organisationsentwicklung, im Vergleich zu anderen Formen des organisationalen Wandels, im Krankenhaus bis heute selten zur Anwendung gekommen ist. Warum viele Krankenhäuser zu einem solchen Schritt nicht bereit sind, kann im weiteren Verlauf der Arbeit nur vermutet werden.
1.1 Das Krankenhaus als Patient
Die Organisation Krankenhaus in ihrer derzeitigen Situation braucht eine ganzheitliche Therapie. Oben im Text nur angedeutete Symptome (Konkurrenzdruck, Kostenentwicklung, Lizensierung etc.) vermitteln eine Ahnung davon, worunter die Krankenhäuser hierzulande leiden: Sie sind krank und die bisher angewandten Therapiekonzepte, wie Qualitätsmanagement und Lizensierung allein, konnten sie nicht von dieser Krankheit befreien. So macht beispielsweise eine neue McKinsey Studie darauf aufmerksam, dass „[...]trotz intensiver Sanierungsanstrengungen, erfolgreicher Privatisierungen und einer deutlich verbesserten Wettbewerbsfähigkeit [...] viele deutsche Krankenhäuser nicht kosten deckend arbeiten.“1 Auch das Deutsche Krankenhausinstitut e.V. (DKI) kommt in seiner Jahresumfrage 2005, dem „Krankenhaus-Barometer“2, zu einem Ergebnis, demzufolge 40 % der Krankenhäuser ihre derzeitige wirtschaftliche Situation als schlecht einschätzen, wohingegen aber nur 17,8 % sie als gut befinden.3 In der Organisationsentwicklung wird nun eine Konzept gesehen, welches die Krankenhausorganisation dabei unterstützen kann, ein alternatives Therapiekonzept zu entwickeln um damit eigens einen Weg aus der Krise zu finden.
1.2 Strukturdaten im Krankenhaus
In diesem Kapitel sollen die Strukturdaten hervorgehoben werden, welche hauptsächlich für die schlechte Situation der Krankenhäuser verantwortlich gemacht werden können. Der demografische Wandel in Deutschland hat gravierende Auswirkungen auf das Gesundheitssystem: Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt und somit auch der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung, deren Behandlungshäufigkeit ebenfalls mit zunehmendem Alter ansteigt.4 Den Daten der Diagnosestatistik5 des Statistischen Bundesamtes 2005 zufolge liegt das Durchschnittsalter der vollstationär im Krankenhaus behandelten Patienten im Jahr 2003 bereits bei 53 Jahren.6 Vor 13 Jahren lag das Durchschnittsalter noch bei 48 Jahren.7 Diese Altersentwicklung ist als eine Ursache der massiven Steigerung der Ausgaben im Gesundheitswesen und damit auch in den Krankenhäusern zu nennen, denn je älter ein Patient, desto pflegeintensiver ist er. Für die Krankenhäuser bedeuten diese immer mehr und immer älteren Patienten also einen viel größeren Pflegebedarf und eine stärkere Belastung der Pflegekräfte. Einen weiteren Grund für die schlechte Situation stellt die kontinuierliche Verbesserung und Erweiterung des Leistungsspektrums im Krankenhaus dar: So steigen von Jahr zu Jahr der medizinische sowie der medizintechnische Fortschritt qualitativ erheblich an und verbessern bzw. erweitern die Möglichkeiten der pflegerischen und ärztlichen Versorgung der Patienten im Krankenhaus. Gleichzeitig kommt es dadurch aber zu einem enormen Ausgabenanstieg, der das Gesundheitssystem in Deutschland massiv belastet. Die Krankenhäuser müssen auf diese Veränderungen die zum Großteil ökonomische Folgen haben, reagieren. Politik und Gesellschaft erwarten von den Krankenhausorganisationen mehr Wirtschaftlichkeit und eine Effizienzsteigerung. Doch nicht nur Patienten, Wettbewerb und medizintechnische Ausgaben bereiten den Krankenhäusern Probleme und Sorgen, auch die Personalsituation, der Umgang mit den Mitarbeitern sowie die Krankenhauskultur bedürfen einer gewaltigen Veränderung, bzw. Entwicklung. Das Krankenhaus als Organisation muss neue Werte schaffen, die sich den Erwartungen des modernen Arbeitswelt anpassen. Die Kultur des Krankenhauses muss die Möglichkeit erhalten sich zu verändern, und mit ihr das Verhalten der Mitarbeiter. Zur Zeit sind in deutschen Krankenhäusern ca. eine Millionen Arbeitnehmer beschäftigt. Das sind beinahe 3% aller Erwerbstätigen in diesem Land. Damit sind die Krankenhäuser ein sehr bedeutender Arbeitgeber. Doch die Arbeitssituation im Krankenhaus ist geprägt von einer Menge negativer Faktoren, wie verhältnismäßig schlechter Vergütung, unzumutbaren Überstundenkontingenten, Personalmangel, belastenden Schichtarbeitszeiten, hoher psychischer und physischer Belastung, sowie stetigen Konflikten zwischen den einzelnen Hierarchieebenen, ins besondere zwischen Ärzten und dem Pflegepersonal, die die Atmosphäre am Arbeitsplatz erheblich schlecht beeinflussen. Momentan macht besonders das Ärztepersonal der Krankenhäuser mit einem lang anhaltenden Tarifstreik8 auf die schlechte Situation an ihrem Arbeitsplatz aufmerksam.
[...]
1 Vgl. Krankenhausreform weitgehend ausgereizt. http://www.mckinsey.de/presse/060502_business_breakfast.htm.
2 Die Ergebnisse dieser „Krankenhaus-Barometer“ Studie repräsentativen Befragung von allgemeinen Krankenhäusern, die in der Zeit von April bis Juli 2005 durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 319 Krankenhäuser an dieser Stichprobe teil. Vgl. DKI (2005).
3 Vgl. DKI (2005): Krankenhaus-Barometer 2005.
4 Vgl. Klauber (Hrsg.) (2006), S.269.
5 „Bei der Diagnosestatistik handelt es sich um eine jährliche Vollerhebung. Befragt werden alle Krankenhäuser. Diese machen Angaben über alle Patienten und Patientinnen, die im Berichtsjahr aus der vollstationären Behandlung der Einrichtung entlassen wurden. [...] Ihre Ergebnisse bilden die statistische Basis für viele gesundheitspolitische Entscheidungen des Bundes und der Länder und dienen den an der Krankenhausfinanzierung beteiligten Institutionen als Planungsgrundlage. Daneben liefert sie die Datengrundlage für Wissenschaft und Forschung und trägt zur Information der Bevölkerung bei. “ Vgl. Statistisches Bundesamt (2005), S.4.
6 Vgl. Statistisches Bundesamt (2005), S. 8.
7 Vgl. Ärzte Zeitung (01.12.2003)
8 Vgl.: http://www.zeit.de/online/2006/23/aerzte-streik-uniklinik .
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