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Scholary Paper (Seminar), 2005, 21 Pages
Author: Maher Beiruti
Subject: Economics / Business: Supply, Production, Logistics
Details
Institution/College: University of Siegen (Lehrstuhl für Industriebetriebslehre)
Tags: Verlagerung, Produktionsstätten, Ausland, Analyse, Erklärungsansätze, Kompaktseminar, Produktions-, Logistikmanagement
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 2,7
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-53997-5
ISBN (Book): 978-3-638-77952-4
File size: 148 KB
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Abstract
Heutzutage, im Zeitalter der Globalisierung, wagen immer mehr Unternehmen den Schritt, ihren Produktionsstandort in das Ausland zu verlagern oder zumindest eine Tochtergesellschaft im Ausland aufzubauen. Eine Umfrage von 1630 Unternehmen im Jahr 2001 zeigte, dass ein Drittel aller deutschen Unternehmen über mindestens einen ausländischen Produktionsstandort verfügt.1 Was veranlasst diese Unternehmen zu diesem Verhalten? Seit den 1960er Jahren befassen sich Ökonomen intensiv damit, Theorien zu entwickeln, um Auslandsproduktion der bislang national tätigen Unternehmen erklären zu können. Es ist eine Vielzahl von Erklärungsansätzen in der Literatur zu finden, wobei nur wenige Ansätze eine befriedigende Erklärung bieten. Das Ziel dieser Seminararbeit ist, aus einer Vielzahl von Erklärungsansätzen den gelungensten Erklärungsansatz auszuwählen und vorzustellen. Der Schwerpunkt dieser Seminararbeit wurde auf Gliederungspunkt II und III gesetzt. In II werden die wichtigsten Motive und empirischen Daten zur Produktionsverlagerung ins Ausland vorgestellt. Danach werden die in der Literatur wichtigen Erklärungsansätze anhand einer Abbildung dargestellt. Im umfangreicheren Gliederungspunkt III wird ein Erklärungsansatz ausgewählt und vorgestellt, welcher in der Literatur als der am besten gelungene Ansatz über Auslandsaktivitäten der Unternehmen gilt. Nachdem dieser Erklärungsansatz ausführlich vorgestellt wurde, soll versucht werden, den ausgewählten Erklärungsansatz anhand eines Beispiels deutlicher darzustellen und die Anwendbarkeit in der Praxis zu testen.
Excerpt (computer-generated)
Universität Siegen, Lehrstuhl für Industriebetriebslehre
Kompaktseminar zum Produktions- und Logistikmanagement (PLM)
Wintersemester 2005/2006, Abgabetermin: 05.12.2005
Verlagerung von Produktionsstätten in das Ausland: eine
modelltheoretische Analyse traditioneller Erklärungsansätze
von: Maher Beiruti
Inhaltsverzeichnis
I. Einführung 1
II. Ursachen und Theorien zur Verlagerung der Produktionsstätte in das Ausland 1
1. Motive und empirische Daten der Auslandsproduktion 1
2. Überblick und Einordnung traditioneller Erklärungsansätze für die Verlagerung der Produktionsstätten in das Ausland 3
III. Der Erklärungsansatz von Dunning 5
1. Darstellung der eklektischen Theorie von Dunning 5
2. Anwendung der eklektischen Theorie auf ein Beispiel 9
3. Kritische Würdigung der eklektischen Theorie 14
IV. Schlussbetrachtung 15
Literaturverzeichnis 16
I. Einführung
Heutzutage, im Zeitalter der Globalisierung, wagen immer mehr Unternehmen den Schritt, ihren Produktionsstandort in das Ausland zu verlagern oder zumindest eine Tochtergesellschaft im Ausland aufzubauen. Eine Umfrage von 1630 Unternehmen im Jahr 2001 zeigte, dass ein Drittel aller deutschen Unternehmen über mindestens einen ausländischen Produktionsstandort verfügt.1 Was veranlasst diese Unternehmen zu diesem Verhalten? Seit den 1960er Jahren befassen sich Ökonomen intensiv damit, Theorien zu entwickeln, um Auslandsproduktion der bislang national tätigen Unternehmen erklären zu können. Es ist eine Vielzahl von Erklärungsansätzen in der Literatur zu finden, wobei nur wenige Ansätze eine befriedigende Erklärung bieten. Das Ziel dieser Seminararbeit ist, aus einer Vielzahl von Erklärungsansätzen den gelungensten Erklärungsansatz auszuwählen und vorzustellen. Der Schwerpunkt dieser Seminararbeit wurde auf Gliederungspunkt II und III gesetzt. In II werden die wichtigsten Motive und empirischen Daten zur Produktionsverlagerung ins Ausland vorgestellt. Danach werden die in der Literatur wichtigen Erklärungsansätze anhand einer Abbildung dargestellt. Im umfangreicheren Gliederungspunkt III wird ein Erklärungsansatz ausgewählt und vorgestellt, welcher in der Literatur als der am besten gelungene Ansatz über Auslandsaktivitäten der Unternehmen gilt. Nachdem dieser Erklärungsansatz ausführlich vorgestellt wurde, soll versucht werden, den ausgewählten Erklärungsansatz anhand eines Beispiels deutlicher darzustellen und die Anwendbarkeit in der Praxis zu testen.
II. Ursachen und Theorien zur Verlagerung der Produktionsstätte in das Ausland
1. Motive und empirische Daten der Auslandsproduktion
In diesem Abschnitt der Seminararbeit werden einige mögliche Motive zur Auslandsproduktion im Zusammenhang mit empirischen Daten vorgestellt. Kinkel und Lay haben in Ihrem Aufsatz Motive, strategische Passfähigkeit und Produktionseffekte des Aufbaus ausländischer Produktionsstandorte, welcher 2004 in der ZfB erschienen ist, eine Umfrage bei 1630 deutschen Betrieben des verarbeitenden Gewerbes durchgeführt. Dieser Abschnitt basiert größtenteils auf diesen Daten. Das Ergebnis der Befragung2 sieht wie folgt aus:
Das bedeutendste Motiv für eine Auslandsproduktion ist die Kostenreduktion, meinen 65% der befragten Unternehmen. Unter den Punkt Kostenreduktion fallen u.a. die Arbeitskosten. Damit sind die Kosten gemeint, die ein Arbeiternehmer ein Unternehmen durchschnittlich pro Stunde kostet. Im Jahr 2002 stand Deutschland weltweit auf dem zweiten Platz, was die Höhe der Arbeitskosten anbelangt. Im verarbeitenden Gewerbe betrug der durchschnittliche Arbeitslohn 25,08 USD pro Stunde. Damit lag Deutschland knapp hinter Norwegen, wo der Arbeiternehmer ein Unternehmen 27,40 USD je Stunde kostete.3 In der Literatur wird oftmals behauptet, dass die Erschließung von Absatzmärkten das wichtigste Motiv für eine Auslandsproduktion sei.4 Nach der Umfrage von Kinkel und Lay ist die Erschließung von Absatzmärkten mit 60% von 1630 befragten Unternehmen das zweitwichtigste Motiv für eine Verlagerung der Produktionsstätte ins Ausland. Unter dem Ausdruck der Erschließung von Absatzmärkten versteht man, „...die Bestrebung von Unternehmen, in neu aufkommenden Märkten frühzeitig eine strategische Vor-Ort-Präsenz aufzubauen, um schnell auf Nachfragezuwächse und -verschiebungen reagieren zu können.“5 Mit Hilfe der Erschließung von Absatzmärkten kann ein Unternehmen u.a. auch Exportbeschränkungen umgehen, wenn es seinen Produktionsstandort in das jeweilige Land verlagert, in dem sich der Absatzmarkt befindet. Als drittwichtigstes Motiv kam bei der Befragung mit 34% das Motiv des Following Customer heraus. Dieses Motiv trifft besonders die Unternehmen, die abhängig vom Endabnehmer sind und aus diesem Grund pünktlich (just-in-time) liefern und servicenah präsent sein müssen.6 Das viertwichtigste Motiv der Befragung war die Erschließung von Technologien und Know-how, meinten 8% der Befragten. Hierbei werden Regionen bevorzugt, die ein hohes Maß an Wissen in der Branche des Unternehmens aufweisen können. Unternehmen, die sehr stark nach neuen Innovationen streben, verlagern nicht nur den Forschungs- und Entwicklungsbereich, sondern auch ihren Produktionsstandort wegen dieses Motivs ins Ausland. Die Erschließung von Technologien und das Know-how sind wichtig, um auf dem aktuellsten Stand der Produkt- und der Prozesstechnologie zu kommen und zu bleiben. In der folgenden Abbildung7 ist das Ergebnis der Umfrage von Kinkel und Lay abgebildet:
Abb1: Zentrale Motive für den Aufbau von Produktionsstätten im Ausland [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Am Beispiel der chemischen Industrie und der Maschinenbauindustrie, wird gezeigt, wie sich die Höhe der Investitionen von deutschen Unternehmern, in im Ausland tätigen Unternehmen, erhöht: Die Unternehmen empfingen von deutschen Investoren am Ende des Jahres 1994 einen Betrag von 23.935 Mill. € für die chemische Industrie und einen Betrag von 6.880 Mill. € für die Maschinenbauindustrie.8 Zehn Jahre später, Ende 2003 hatten die deutschen Unternehmer eine Summe von 41.488 Mill. € in die chemische Industrie und einen Betrag von 13.703 Mill. € in die Maschinenbauindustrie investiert.9 Im Laufe dieses Jahrzehnts haben deutsche Unternehmen also ihre Investitionen in die chemische Industrie um ca. 73% gesteigert, bei der Maschinenbauindustrie war es knapp das Doppelte.
2. Überblick und Einordnung traditioneller Erklärungsansätze für die Verlagerung der Produktionsstätten in das Ausland
[...]
1 Vgl. Kinkel, S. und Lay, G. (2004), S. 425 f.
2 Mehrfachnennungen bis zu drei Motiven zulässig
3 Vgl. Statistisches Jahrbuch 2004 für das Ausland (2004), S. 346
4 Vgl. Baumann, H. (1977), S. 5 ff.; vgl. auch Jungnickel, R.; Krägenau, H.; Lefeldt, M. und Holthaus, M. (1977), S. 65
5 Kinkel, S. und Lay, G. (2004), S. 419
6 Vgl. Kinkel, S. und Lay, G. (2004), S. 419
7 Vgl. Kinkel, S. und Lay, G., (2004), S. 428
8 Vgl. Statistisches Jahrbuch (1996), S. 681, Umrechnung von DM in €, Stand:17.11.2005 1DM = 0,51129€
9 Vgl. Statistisches Jahrbuch (2005), S. 660
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