'Sapere aude' - Evaluationsstudie zur Umsetzbarkeit von ethischen Empfehlungen am Klinikum Nürnberg

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Details

Titel: 'Sapere aude' - Evaluationsstudie zur Umsetzbarkeit von ethischen Empfehlungen am Klinikum Nürnberg
Autor: Diplom - Pflegewirt (FH) Toralf Lehnert
Fach: Pflegemanagement / Sozialmanagement
Institution/Hochschule: Evangelische Fachhochschule Nürnberg
Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 88
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 22  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 381 KB
Archivnummer: V60399
ISBN (E-Book): 978-3-638-54088-9

Textauszug (computergeneriert)

Evangelische Fachhochschule Nürnberg

„Sapere aude“ - Evaluationsstudie zur Umsetzbarkeit von ethischen Empfehlungen am Klinikum Nürnberg

Toralf Lehnert

 

Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung ... 1

2 Ethische Grundlagen ... 4

2.1 Ethik ... 4
2.2 Moral ... 5
2.3 Tugend ... 6
2.4 Verantwortung ... 8
2.5 Zusammenfassung ... 9

3 Das Klinikum Nürnberg und seine ethischen Strukturen ... 10

3.1 Allgemeines ... 10
3.2 Ethische Grundsätze als Bestandteil der Klinikumskultur ... 10
3.3 Ethikzirkel und Ethikkreise ... 11
3.4 Fernlehrgang Ethik ... 12
3.5 Das Ethik Forum und die Zentrale Mobile Ethikberatung ... 12
3.6 Zusammenfassung ... 13

4 Ethische Empfehlungen ... 15

4.1 Entstehung und Information ... 15
4.2 Inhalte ... 15
4.3 Grundsätze der Bundesärztekammer (BÄK) ... 16
4.4 Vergleich beider Empfehlungen ... 17
4.5 Zusammenfassung ... 18

5 Sozialwissenschaftliches Vorgehen ... 19

5.1 Empirische Sozialforschung ... 19
5.2 Quantitative und qualitative Methode ... 20
5.3 Methodenkombination ... 20
5.4 Zusammenfassung ... 21

6 Das Forschungsprojekt ... 23

6.1 Forschungsfrage und Forschungsziel ... 23
6.2 Forschungsinstrumente ... 23
6.3 Forschungszeitraum und Forschungsgruppe ... 24
6.4 Eigenes Umfeld ... 24
6.5 Sonderbeobachtung Auszubildende ... 25
6.6 Vorgehensweise und Ablauf ... 25
6.7 Erwartungen und Prognose ... 26
6.8 Kennzahlen ... 26
6.9 Kritische Würdigung ... 27
6.10 Zusammenfassung ... 27

7 Ergebnisse der Erhebungen und Vorstellung ... 28

7.1 Inhaltsanalyse ... 28
7.1.1 Struktur und Bewertung ethischer Empfehlungen ... 28
7.1.2 Informationspolitik und Bildung ... 30
7.1.3 Systemisches Denken ... 32
7.1.4 Menschenbild ... 34
7.2 Vorstellung der Studie im Ethik Forum ... 35
7.2.1 Reaktionen und Ideen ... 35
7.3 Vorstellung der Studie in der Krankenpflegeschule ... 37
7.3.1 Reaktionen und Ideen ... 37
7.4 Zusammenfassung ... 38

8 Interpretation und Schlussfolgerungen ... 40

8.1 Praktische Struktur der ethischen Empfehlungen ... 40
8.2 Transparenz und Information im Alltag ... 43
8.3 Über den Tellerrand hinaus ... 45
8.4 Über und mit dem Menschen ... 52

9 Ethik und Unternehmenskultur ... 55

9.1 Interdisziplinäre Zusammenhänge ... 55
9.2 Die Zukunft ethischer Empfehlungen ... 56
9.3 Die Zukunft der Auszubildenden ... 57
9.4 Beantwortung des Forschungsziels ... 59
9.5 Zusammenfassung ... 60

10 Die Vernetzung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ... 61

10.1 Globalisierung ... 61
10.2 Historisches und gegenwärtiges Berufsverständnis ... 63
10.3 Der Einfluss der Philosophie ... 66
10.4 Der Sinn in der Sinnfrage ... 68
10.5 Tabuthema Tod und Sterben ... 72
10.6 Die Struktur der Verantwortung ... 74
10.7 Zusammenfassung ... 75

11 Schlussgedanken ... 77

12 Abschließende Würdigung ... 81

 

 

1 Einleitung

In den letzten Jahren ist es, besonders in den Bereichen des Gesundheitswesens, zu vielen Veränderungen gekommen. Ein neues Entgeltsystem wurde eingeführt, bei dem jeder Behandlungsfall mit einem Pauschalpreis bezahlt wird. Gesundheitszentren, nach dem Vorbild der Polikliniken, einer Errungenschaft der ehemaligen DDR, sprießen überall aus dem Boden. Kleinere Kliniken und Krankenhäuser wurden und werden von größeren Häusern aufgekauft, oder fusionieren miteinander. Die Versorgung der Kranken nimmt in den ländlichen Regionen deutlich ab und dafür in den größeren Städten zu. In Zeiten knapper Kassen wird besonders in den Einsatz neuster Technologie investiert, was auf der anderen Seite zu einem Abbau von Arbeitskräften führt. Diese wiederum streiken für höhere Löhne und bessere Arbeitsplatzbedingungen und zeigen dabei eine Beharrlichkeit die manchmal auch an anderer Stelle von Nöten wäre. Der monetäre Wert vieler Dinge scheint über andere Werte erhaben zu sein und sich unserer Sinne zu bemächtigen. Ob nun für den Einzelnen, die Familie, das Unternehmen oder den Staat, alle brauchen Geld. Heutzutage scheint das Kapital die Basis dafür zu sein, wohin der Weg jedes Einzelnen geht. Diese Abhängigkeit von einem Faktor ist erschreckend, doch viel schockierender ist es, das wir uns dessen bewusst sind und kaum etwas dagegen tun. Alles ist käuflich und in vielen Dingen unseres oberflächlichen Denkens steht, am Anfang der Reflexion, die Frage nach dem was es kostet! Sind wir in unserem zunehmend materialistisch gesteuerten Denken überhaupt noch Herr der Lage? Wissen wir über die Folgen überhaupt Bescheid, wenn wir uns kaum die Zeit nehmen diese zu bedenken?
Entfernen wir uns nicht immer weiter vom Zeitalter der Aufklärung, die das Denken mit den Mitteln der Vernunft in den Vordergrund stellt? Selbstbestimmend und ohne Vorgaben von Obrigkeiten, heute durch den Missbrauch von Hierarchien bestens widerlegt, soll der Mensch sein. Ist das überhaupt möglich oder besser gesagt, war es in der Geschichte der Menschheit je möglich gewesen? Ich mag das sehr bezweifeln und die Gegenwart zeigt eher Tendenzen zurück in die Abhängigkeit, als aus ihr heraus.
Dennoch könnte gerade die Umsetzung der ethischen Empfehlungen, des Klinikums Nürnberg, einen Beitrag leisten, um uns auf der einen Seite der zunehmenden Abhängigkeit bewusst zu werden und um uns auf der anderen Seite aktiv aus dieser zu befreien.

Dies bedarf einer notwendigen Reflexion und Auseinandersetzung der verschiedensten Dimensionen, die die ethischen Empfehlungen mit sich bringen. Dazu gehören beispielsweise die Bedeutung von Verantwortung, Moral und Tugenden, als ethische Grundlagen. Des Weiteren ist auf geschichtliche und gesellschaftliche Aspekte zu achten, wie zum Beispiel die Bedeutung von Familie, Staat und Unternehmen. Besonders unser geistiges Verhalten, im Sinne unserer Vernunft, oder der Auseinadersetzung auf philosophischer Ebene, ist eine nicht zu unterschätzende Dimension. Der Sinn unseres Seins, die zunehmende Globalisierung und der Einsatz von Technik sind weitere Einflussfaktoren, für die Umsetzbarkeit ethischer Empfehlungen. Hier ist zu betonen, dass es bei weitem nicht ausreicht nur eine Handlungsanweisung zu erstellen, die Vielen vielleicht bekannt sein mag, aber die in der Praxis keine Anwendung findet. Ein Phänomen unserer Zeit, das sich in den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens zu etablieren begonnen hat. Die Komplexität des Gesamten scheint kaum erfassbar, doch gerade die Zerteilung in seine einzelnen Dimensionen, zeigt die Notwendigkeit der Reflexion, jeder einzelnen Bestandteile. Im Laufe des Forschungsprojektes werden weitere dazu kommen.
Die Gemeinsamkeiten der Dimensionen bestehen darin, das sie vom Menschen genutzt werden, das sie für sich betrachtet etwas Ganzes sind, die in ihre Einzelteile zerlegt werden müssen, um sie besser zu verstehen und das sie als Ganzes wiederum ein Teil von einem anderen Ganzen sind.
Viele der einzelnen Bestandteile zeigen die Grundlagen unseres Seins und Handelns. Deshalb ist es umso wichtiger, dass man diese auf die jeweilige Dimension projiziert und dabei vor allem auf ihre wechselseitige Beeinflussung und Beziehung achtet. Der Sinn entsteht erst durch das Verstehen und dieses bekommt man durch die Reflexion und Auseinandersetzung mit dem Gesamten und seiner Einzelteile.
Die ethischen Empfehlungen sollen zeigen, wie viel der Mensch für sein Sein und Handeln tun möchte und wie sehr er dazu die Grundlagen des Menschseins benötigt, besser gesagt, wie sehr er davon abhängig ist.
Dennoch scheint sich immer wieder eine These zu bestätigen, nämlich die der Unvereinbarkeit, zwischen dem Wesen und seinem Sein.
Der Wunsch nach Autonomie und der Unantastbarkeit der Würde eines jeden Menschen
ist ein Ideal unseres Wesens, das sich vollkommen und vollendet sieht. Doch unser Sein, unser reales Selbst, zeigt uns, wie unvollkommen und unvollendet wir wirklich sind. Aber ist nicht dies ein Zeichen von Menschlichkeit, nicht perfekt zu sein?
Anders gefragt, kann der Mensch überhaupt je perfekt sein und was bedeutet das in seiner Konsequenz? Streben wir nicht nach etwas, was uns den Sinn des Lebens nimmt, wie er auch in der Unsterblichkeit zu finden wäre?
Schon jetzt wird einem bewusst in welche unterschiedlichen Dimensionen ethische Empfehlungen führen können und das es sich nicht nur um eine Dimension handelt. Sie sind und dürfen nie nur ein beschriebenes Blatt von Instruktionen unseres möglichen Verhaltens sein und schon gar nicht bedarf es „Obrigkeiten“ die über deren Ausübung verfügen. Deshalb ist eine Reflexion, der möglichen Wirkungen und Handlungen im Vorfeld, zwingend erforderlich und zwar für jeden Einzelnen.

 

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