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Erschaffung eines Engels - Mediale Inszenierung eines nichtmenschlichen Helden am Beispiel der Max Guevara in der 1. Staffel der Serie 'James Cameron's Dark Angel'

Scholary Paper (Seminar), 2006, 18 Pages
Author: Robert Klohe
Subject: Film Science

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 18
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 19  Entries
Language: German
Archive No.: V60498
ISBN (E-book): 978-3-638-54158-9

File size: 119 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Frankfurt
Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Proseminar „Helden“ WS 05/06

Erschaffung eines Engels -
Mediale Inszenierung eines nichtmenschlichen Helden am Beispiel der Max
Guevara in der 1. Staffel der Serie „James Cameron’s Dark Angel“

von

Robert Eric Klohe

(1. Sem.; Hauptfach Theater-, Film- und 
Medienwissenschaften / Magisterstudiengang)

 

 

Inhalt:

1. Einleitung

2. Dark Angel - Die Serie

3. Max′ Fähigkeiten

4. Mediale Darstellung
4.1 Visuelle Effekte
4.2 Handlung
4.3 Text
4.4 Andere Darsteller
4.5 Die Frau
4.6 Titel, Trailer und Gene
4.7 Schwächen

5. Resümee

Literaturverzeichnis

 

 

1. Einleitung

Schon immer haben mythische Figuren die Fantasie der Menschen angeregt und häufig besaßen diese Charaktere Hintergründe und Fähigkeiten, die im Allgemeinen als übermenschlich oder übernatürlich bezeichnet werden. In den meisten Fällen trifft der Erzähler bereits hier auf erste mögliche Schwierigkeiten in der Akzeptanz der Empfänger. Ist ein Nebencharakter oder auch Gegner des Helden mit derartigen Dingen ausgestattet, am besten noch das Umfeld der Geschichte ein phantastisches, ist das Publikum leicht geneigt, sich auf etwas eben außerhalb ihrer alltäglichen Erlebniswelt einzulassen. Dem Helden übermenschliche Möglichkeiten an die Hand zu geben, ist dagegen ein gewagteres Unterfangen. Nicht nur besteht die Gefahr, damit die gesamte Geschichte unglaubwürdiger zu machen; auch, dem Rezipienten die Nähe zur Figur, seine Möglichkeit zur Identifikation - und damit Sympathie - mit dieser zu nehmen, wächst mit jedem weiteren Schritt der Entfremdung.

Zunehmend schmaler wird der Grat dieser Wanderung, wenn die Figur nicht nur von ihren Fähigkeiten, sondern auch ihrem Hintergrund oder gar Aussehen her im wahrsten Sinne ent-menschlicht wird.

In jenen Fällen, in denen sich der Erzähler auf dieses Wagnis eingelassen hat, sind oft wahre Kunstgriffe, sowie eine überwältigende Beliebtheit der Figuren unter den Empfängern zu finden. Kino und Fernsehen zeigen immer wieder Beispiele, für gelungene Akzeptanz, man denke nur an den Halbvulkanier Spock aus "Star Trek", den Vampirpolizisten Nick Knight aus "Forever Knight", oder den wirklichen "Superman" Clark Kent.

In der vorliegenden Arbeit nun richtet sich mein Augenmerk auf die Methoden, mit welchen der Regisseur seine Figuren und deren ungewöhnliche Fähigkeiten in Szene setzt. Die Serie "Dark Angel" beheimatet viele unterschiedliche Charaktere, die oftmals eben jenes Nicht-Menschsein an den Tag legen. Am Beispiel der Hauptfigur Max Guevara stelle ich mir die Frage, wie der Regisseur die an ihr fremd anmutenden Punkte in die Geschichte einbringt. Welche medialen Mittel stehen ihm zur Verfügung? Auf welche Art wendet er sie an? Wie erreicht er dabei die Gunst des Publikums?

2. Dark Angel - Die Serie

Als der Pilotfilm im Oktober 2000 erstmals ausgestrahlt wurde, bildete er den Startpunkt für eine Serie, deren Hauptfigur ein Held mit nie zuvor da gewesener Konstellation von Attributen war: Eine Herkunft, die nur teilweise menschlicher und natürlicher Form ist, verbunden mit Fähigkeiten, die schon über-menschlich zu nennen sind, alles vereint in einer zierlichen jungen Frau.

Diese ist Max Guevara, gespielt von Jessica Alba, das Produkt eines wissenschaftlichen Projektes namens Manticore. Genmanipulation, Isolation, Indoktrination und brutale Ausbildung von Beginn an sollten aus Kindern die perfekten Soldaten machen. Ein Teil der dort inkarzerierten Kinder kann jedoch fliehen. Die Serie spielt zehn Jahre später.

Max ist einer der Flüchtlinge und auf der Suche nach ihren damaligen Mitgefangenen, die sie selbst ihre "Geschwister" nennt. Tagsüber arbeitet sie als Fahrradkurier, vor allem, um einen Passierschein durch die einzelnen, abgesperrten Gebiete jener veränderten Gesellschaft zu haben. Dieser hilft ihr bei ihrer nächtlichen Aktivität als Einsteigerin. Damit wiederum finanziert sie in erster Linie ihre Suche.

Erst die Bekanntschaft mit Logan Cale, einem Cyberjournalisten, ändert ihre desillusionierte, distanzsuchende Art nach und nach. Als "Eyes Only" macht Logan Piratensendungen, um Korruption und Misstände aufzudecken. Er wird von Max einmal zynisch als "hochmoralischer, idealistischer, linker Humanist"1 bezeichnet und widerspricht in seiner Art vielem, was sie auf harte Weise gelernt hat. Doch gerade damit eröffnet er der flüchtigen Soldatin eine neue Sicht auf die Welt. Basierend auf einem Handel, aus dem mehr wird, unterstützen sie sich gegenseitig in ihren Missionen.

[....]


1 Folge 1.4, "C.R.E.A.M. -Tod eines Volkshelden", Regie: Chris Long, USA 2000, Min. 00:17:15: "A high-minded, idealistic, lefty humanist […]".


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