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Details

Veranstaltung: David Hume
Institution/Hochschule: Universität Bayreuth (Philosophische Fakultät)
Tags: Hume, Religion, Philosophie, Klassiker
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2002
Seiten: 23
Note: 1,0
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 253 KB
Archivnummer: V6051
ISBN (E-Book): 978-3-638-13735-5
ISBN (Buch): 978-3-638-78693-5
Anmerkungen :
Eine Abhandlung über das Argument in David Hume´s -Dialoge über natürliche Religion- sowie Einordnng in Hume´s Schaffen sowie Interpretation der Intention.
209 KB

Zusammenfassung / Abstract

Über kein Thema mit Ausnahme seiner Geschichtsbände hat David Hume mehr veröffentlicht als über die Religion. Für die Betrachtung der Humeschen Religionsphilosophie sind drei Werke von entscheidender Bedeutung , „Dialogues Concerning Natural Religion“ , „Natural History of Religion“ und den 10. Abschnitt, „Of Miracles“, der „Enquiry Concerning Human Understanding“. Die vorliegende Arbeit gibt auf 20 Seiten einen Überblick über die „Dialogues Concerning Natural Religion“. Diese werden von vielen als sein wahrscheinlich bestes Werk, ja sogar der ganzen englischsprachigen Philosophie gesehen. Dieses Urteil beruht nicht nur auf dem philosophischen Gehalt, sondern auch auf der stilistischen Umsetzung in alter Tradition antiker Dialoge. Noch in Angesicht seines baldigen Ablebens machte Hume letzte Verbesserungen und sorgte mit Akribie für die posthume Veröffentlichung. Dabei konzentriert sich die Arbeit auf den darin vorgestellten teleologische Gottesbeweis, der die Existenz eines göttlichen Schöpfers aus der im Universum zu beobachtenden Ordnung ableitet. Weiterhin der wird der kosmologische Gottesbeweis, bei dem sich die Existenz und Natur eines Gottes aus der existierenden Wirklichkeit mit ihren kausalen Zusammenhängen erschließt, kurz behandelt und um das Argument um den Theodizee Problem ergänzt. Die Arbeit schließt mit einer Diskussion zur Meinung Humes in dem Sachverhalt. Die Arbeit wurde für ein Seminar auf Deutsch mit Bezug auf den englischen Originaltext verfasst.

Textauszug (computergeneriert)

David Hume - Dialoge über natürliche Religion

von Mirko Gropp


David Hume
(1711-1776)

"Our connection with each other, as men of letters, is greater than our difference as adhering to different sects or systems. Let us revive the happy times, when Atticus and Cassius the Epicureans, Cicero the Academic, and Brutus the Stoic, could, all of them, live in unreserved friendship together, and were insensible to all those distinctions, except so far as they furnished agreeable matter to discourse and conversation."
David Hume



Gliederung

1. Der historische und persönliche Kontext 3

2. Die Dialoge

2.1. Der teleologische Gottesbewei 5

2.2. Der kosmologische Gottesbeweis 14

2.3. Das Theodizee Problem 15

2.4. Das Finale 17

3. Die Meinung Humes 19

4. Zusammenfassung 20

Bibliografie 22

1. Der historische und persönliche Kontext

Über kein Thema mit Ausnahme seiner Geschichtsbände hat David Hume mehr veröffentlicht als über die Religion. Für die Betrachtung der Humeschen Religionsphilosophie sind drei Werke von entscheidender Bedeutung . Es handelt sich dabei um die hier thematisierten "Dialogues Concerning Natural Religion" (kurz: Dialoge), "Natural History of Religion" und den 10. Abschnitt, "Of Miracles", der "Enquiry Concerning Human Understanding". Zweifelsohne könnte man auch den 11. Abschnitt des letztgenannten Werkes zu diesem Kern zählen, welchen man aber auch ohne größere Probleme als eine Kurzfassung der Dialoge bezeichnen darf.

Bei seinen Werken folgte Hume der historischen Trennung von natürlicher Religion und Offenbarung , als den zwei Säulen des Glaubens der orthodoxen Kirche der Aufklärung. Die Bereiche des Glaubens, die kraft der religiösen Erfahrung und des Verstandes erschließbar waren, zählte man zur natürlichen Religion. Alles was sich aus diesen Quellen nicht erschließen ließ, musste man mit Rückgriff auf klerikale Autoritäten wie das Evangelium, Propheten oder Ordensträgern, also aus der Offenbarung, legitimieren. Im Bereich der natürlichen Religion entwickelten Philosophen des Mittelalters eine Reihe von "logischen" Beweisen für die Existenz bzw. Natur Gottes. Dabei waren drei Beweise besonders einflussreich für die natürliche Religion. Zum einen der teleologische Gottesbeweis , der die Existenz eines göttlichen Schöpfers aus der im Universum zu beobachtenden Ordnung ableitet. Weiterhin der kosmologische Gottesbeweis , bei dem sich die Existenz und Natur eines Gottes aus der existierenden Wirklichkeit mit ihren kausalen Zusammenhängen erschließt. Unter Zurückverfolgung dieser Kausalitätsbeziehungen kommt man auf einen letzten Grund, dem Ursprung alles Seiendens und Seiens - Gott. Der dritte populäre Beweis für die Existenz Gottes ist das ontologische Argument , nach dem zu unserer immanenten Vorstellung Gottes als vollkommenes Wesen auch zwingend seine Existenz gehört, um nicht kontradiktorisch zu sein. Während des 17. und 18. Jahrhunderts wurden diese Beweise weiter ausgebaut und die neuen Erkenntnisse aus der Wissenschaft (Biologie und Astronomie) flossen speziell zur Stützung des teleologischen Ansatzes ein.

In den Dialogen zur natürlichen Religion macht Hume vor allem den teleologischen Gottesbeweis zum Objekt seiner Betrachtung. Im Neunten Teil geht er weiterhin kurz auf den kosmologischen Beweis ein. Da man davon ausgeht, dass Hume wie die Mehrheit seiner Zeitgenossen nicht mit dem ontologischen Gottesbeweis vertraut war, ist es nicht verwunderlich, dass dieser in den Dialogen nur indirekt im Zusammenhang mit dem kosmologischen Beweis Berücksichtigung findet. Damit sind wir auch schon beim konkreten Objekt der folgenden Betrachtung, den "Dialogen über die natürliche Religion".

Humes "Dialogues Concerning Natural Religion" wird von vielen als sein wahrscheinlich bestes Werk, ja sogar der ganzen englischsprachigen Philosophie gesehen. Dieses Urteil beruht nicht nur auf dem philosophischen Gehalt, sondern auch auf der stilistischen Umsetzung in alter Tradition antiker Dialoge. Noch in Angesicht seines baldigen Ablebens machte Hume letzte Verbesserungen und sorgte mit Akribie für die posthume Veröffentlichung. Daher lies er zuletzt mehrere Exemplare anfertigen und bestimmte seinen Neffen per Testament die Veröffentlichung umzusetzen, falls (wie dann auch eingetreten) die Verlage eine Publizierung und deren Konsequenzen zu meiden suchten. Humes allgemein vorsichtiges Vorgehen hatte hauptsächlich gesellschaftspolitische Wurzeln. Zwar hatte sich das Klima für Diskussionen religiöser Tatbestände in Anbetracht der Existenz verschiedener protestantischer Splittergruppen im England des 18. Jahrhunderts verbessert, aber auch nur solange man im christlichen Rahmen blieb. Die Macht der Kirche war ungebrochen und der Ruf ein Atheist oder Agnostiker zu sein, ein gesellschaftliches Todesurteil. So ist es auch zu verstehen das Hume auf Grund seiner kritischen Äußerungen nie in den Genuss eines (doch von ihm so begehrten) universitären Amtes kam.

Zu den angesprochenen Vorsichtsmaßnahmen gehören weiterhin die Konzentration auf ein Standbein des Glaubens je Werk (natürliche Religion oder Offenbarung), der bis zum Schluss unklare Standpunkt Humes in den Dialogen, das Stilmittel der Ironie und eine Reihe von Ablenkungsmanövern, zu denen manche Kritiker auch das gesamte Zwölfte Kapitel zählen. Doch beginnen wir erst einmal von ganz vorn.

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