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Details

Veranstaltung: Hauptseminar Buildungssoziolgie
Institution/Hochschule: Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Tags: Kinder, Migrationshintergrund, Sekundarstufe, Hauptseminar, Buildungssoziolgie
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 249 KB
Archivnummer: V60631
ISBN (E-Book): 978-3-638-54258-6
ISBN (Buch): 978-3-638-79272-1
Anmerkungen :
10 Internetadressen

Zusammenfassung / Abstract

Seit den 50er Jahren ist Deutschland ein Einwanderungsland. Wie aber Max Frisch bereits schon sagte: "Wir riefen Gastarbeiter, es kamen Menschen". Deswegen ist die Fragestellung nach dem Status der Kinder mit Migrationshintergrund (oder Migrantenkinder) im deutschen Bildungssystem sehr aktuell und rückt durch die ansteigende Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund immer mehr in den Blickpunkt. Auch die deutsche PISA-2000-E-Studie geht von der Feststellung aus, dass heute "die multi-ethnisch zusammengesetzte Klasse (...) an vielen Schulen die Regel" sei (IS 3). In der vorliegenden Arbeit soll speziell der Sachverhalt des Übergangs von der Grundschule in die Sekundarstufe von Kindern mit Migrationshintergrund betrachtet werden. Da es allerdings, wie bereits erwähnt, um Menschen geht, und damit das Thema aus so unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden kann und muss, ist es schwer, alle möglichen und nötigen Sachverhalte auszuführen, um dem Thema gerecht zu werden. Denn "[d]ie Kinder von Migrantinnen und Migranten sind keine homogene Gruppe. Aus diesem Grund sind differenzierte Lösungsansätze gefragt und keine Lösungen ‚von der Stange′, forder(...)n fast alle Expertinnen und Experten einhellig" (IS 2). Weiterhin ist zu sagen, dass eine Fokussierung des ersten Bildungsübergangs sinnvoll erscheint, denn diese Entscheidung legt die Weichen für den weiteren Bildungsweg des Kindes und ist daher maßgeblich entscheidend für die Zukunftsperspektive des Kindes. Nach der Betrachtung der historischen Gegebenheiten zur Migration in Deutschland folgen einige aktuelle bildungsstatistische Daten in Bezug auf Migrantenkinder. Anschließend sollen die allgemeinen Nachteile und die bestehenden ethnischen Unterschiede am ersten Bildungsübergang beleuchtet werden. Der nächste Punkt soll ausführen, welche Erklärungen dieser Bildungsungleichheiten von Migrantenkindern zu deutschen Kindern möglich sind und auch welche Abhängigkeiten zu bestimmten Faktoren bestehen können. Die vorliegende Arbeit soll also versuchen, einen Überblick über die bisherigen soziologischen Untersuchungen und Erklärungen zu dem Thema zu geben. Abschließend sollen knapp mögliche Lösungsvorschläge diskutiert werden, wobei insbesondere Bezug zu den Diskussionsthemen des Seminars genommen werden soll.

Textauszug (computergeneriert)

Otto-Friedrich-Universität-Bamberg
Lehrstuhl für Soziologie I

Veranstaltung: Bildungssoziologie
Semester: Wintersemester, 2005/2006

Kinder mit Migrationshintergrund und
der Übergang in die Sekundarstufe

Verfasserin: 

Sirin Tektas

16.03.2006

 

 

Inhaltsverzeichnis

I: Einleitung (S.1)

II: Kinder mit Migrationshintergrund und der Übergang in die Sekundarstufe (S.2-18)

1. Die Suche nach Arbeitern und die Manifestierung deren Kinder im deutschen Bildungssystem (S.4)
2. Die Selektionsprozesse am Abschluss der 4.Jahrgangsstufe und die aktuellen Datensätze (S.4-7)

3. Erklärungsansätze zur Bildungsungleichheit von Migrantenkindern am Übergang zur Sekundarstufe I (S.8-15)
3.1 Mögliche Erklärungen in Abhängigkeit zu individuellen Merkmalen von Migranten (S.8-12)
3.2 Mögliche Erklärungen in Abhängigkeit zu kontextuellen Merkmalen in Deutschland (S.12-15)

4. Diskussion möglicher Lösungswege gegen den Bildungsmißerfolg von Migrantenkindern am ersten Bildungsübergang (S.15-18)

III. Eine vielschichtige Perspektive zur Lösung von Bildungsungleichheiten (S.18-19)

 

 

I: Einleitung

Seit den 50er Jahren ist Deutschland ein Einwanderungsland. Bis heute steigt die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund stetig an. Doch als "(...) Deutschland in den 1950er Jahren damit begann, Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben, ging man davon aus, dass sie "Gastarbeiter seien, die sich als solche nur vorübergehend in Deutschland aufhalten (...) würden (...)" (Diefenbach, S.225). Wie aber Max Frisch bereits schon sagte: "Wir riefen Gastarbeiter, es kamen Menschen". Menschen, mit eigenen Bedürfnissen, mit ihrer eigenen Sprache, mit ihrer eigenen Geschichte und natürlich auch mit ihrer Familie. Deswegen ist die Fragestellung nach dem Status der Kinder mit Migrationshintergrund (oder Migrantenkinder) im deutschen Bildungssystem sehr aktuell und rückt durch die ansteigende Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund immer mehr in den Blickpunkt. Auch die deutsche PISA-2000-E-Studie geht von der Feststellung aus, dass heute "die multi-ethnisch zusammengesetzte Klasse (...) an vielen Schulen die Regel" sei (IS 3). In der vorliegenden Arbeit soll speziell der Sachverhalt des Übergangs von der Grundschule in die Sekundarstufe von Kindern mit Migrationshintergrund betrachtet werden. Da es allerdings, wie bereits erwähnt, um Menschen geht, und damit das Thema aus so unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden kann und muss, ist es schwer, alle möglichen und nötigen Sachverhalte auszuführen, um dem Thema gerecht zu werden. Denn "[d]ie Kinder von Migrantinnen und Migranten sind keine homogene Gruppe. Aus diesem Grund sind differenzierte Lösungsansätze gefragt und keine Lösungen ‚von der Stange′, forder(...)n fast alle Expertinnen und Experten einhellig" (IS 2). Weiterhin ist zu sagen, dass eine Fokussierung des ersten Bildungsübergangs sinnvoll erscheint, denn diese Entscheidung legt die Weichen für den weiteren Bildungsweg des Kindes und ist daher maßgeblich entscheidend für die Zukunftsperspektive des Kindes. Nach der Betrachtung der historischen Gegebenheiten zur Migration in Deutschland folgen einige aktuelle bildungsstatistische Daten in Bezug auf Migrantenkinder. Anschließend sollen die allgemeinen Nachteile und die bestehenden ethnischen Unterschiede am ersten Bildungsübergang beleuchtet werden. Der nächste Punkt soll ausführen, welche Erklärungen dieser Bildungsungleichheiten von Migrantenkindern zu deutschen Kindern möglich sind und auch welche Abhängigkeiten zu bestimmten Faktoren bestehen können. Die vorliegende Arbeit soll also versuchen, einen Überblick über die bisherigen soziologischen Untersuchungen und Erklärungen zu dem Thema zu geben. Abschließend sollen knapp mögliche Lösungsvorschläge diskutiert werden, wobei insbesondere Bezug zu den Diskussionsthemen des Seminars genommen werden soll.

II: Kinder mit Migrationshintergrund und der Übergang in die Sekundarstufe

1. Die Suche nach Arbeitern und die Manifestierung deren Kinder im deutschen Bildungssystem

Wie bereits oben erwähnt, ging man in den 1950er Jahren nicht davon aus, dass die Gastarbeiter, die man angeworben hatte, auf längere Sicht in Deutschland bleiben würden. Demzufolge war das Thema auf bildungspolitischer Ebene auch eher ein "randständiges Thema" (Diefenbach, 2004, S.225) und wurde bis in die 1970er Jahre auch so behandelt. Mittlerweile ist das Thema der Bildungsbeteiligung und des Bildungserfolges von ausländischen Schülern im deutschen Bildungssystem durch den enormen Anstieg der Migrantenzahlen und damit auch durch den Anstieg der Schülerzahlen mit Migrationshintergrund aktueller denn je. Durch bestimmte politische Entwicklungen hat "(...) sich die Zahl der ausländischen Schüler zwischen 1965 und 1975 verzehnfacht" (Diefenbach, 2004, S. 226). Der Anstieg der Schüler mit Migrationshintergrund an allgemeinbildenden Schulen von cirka 50.000 in den 1960er Jahren auf 950.490 Schüler, mit Migrationshintergrund, im Schuljahr 2000/2001, erscheint enorm. "Hinzu kommt eine unbekannte Anzahl von Schülern mit Migrationshintergrund, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und deshalb in der amtlichen Bildungsstatistik nicht identifizierbar sind" (Diefenbach, 2004, S.227). (vgl. Diefenbach, 2004)

Die größte Gruppe, unter den Schülern mit Migrationshintergrund, nämlich 40,3%, besitzen die türkische Staatsangehörigkeit oder sind türkischer Abstammung, gefolgt von italienischen Schülern, die 10,4 % der Migrantenkinder ausmachen. Serbien, Montenegro und Kroatien machen zusammen 9% der ausländischen Schüler in Deutschland, aus wobei die Schüler aus der russischen Föderation nur 2,4 % der Migrantenkinder darstellen. (vgl. IS 11)

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