Octavian und seine Soldaten

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Details

Titel: Octavian und seine Soldaten
Autor: Tobias Heyer
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike
Veranstaltung: Proseminar Propaganda und Selbstdarstellung im Prinzipat des Augustus
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Institut für Alte Geschichte)
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 12
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 9  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 117 KB
Archivnummer: V60651
ISBN (E-Book): 978-3-638-54276-0
ISBN (Buch): 978-3-638-75286-2
Anmerkungen :
Meine erste Hausarbeit in Geschichte. Mein Dozent hatte inhaltlich absolut nichts zu beanstanden und schien bei der Besprechung sehr zufrieden.

Zusammenfassung / Abstract

Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Beziehung von Octavian zu seinen Soldaten in der Zeit von 44 bis 31 v. Chr. Die Legionen stellten einen immensen politischen Machtfaktor dar. Es wird auch anhand von Quellen dargestellt, mit welchem Geschick Octavian Soldaten für seine Ziele gewann, und wie wichtig es war, die Gunst der Legionen für sich zu sichern.

Textauszug (computergeneriert)

Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen, Institut für Alte Geschichte
Proseminar: „Selbstdarstellung und Propaganda im Prinzipat des Augustus“
Wintersemester 2005/06, Semester 2

Octavian und seine Soldaten

von: Tobias Heyer

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung (Seite 3)

2. Hauptteil

2.1 Die politische Macht der Soldaten

2.1.1 Aktives politisches Handeln von Soldaten (Seite 4)
2.1.2 Soldaten als politischer Machtfaktor (Seite 6)

2.2 Die Beziehung zwischen Octavian und seinen Soldaten

2.2.1 Loyalitäten (Seite 8)
2.2.2 Abhängigkeitsverhältnis (Seite 10)

3. Schluss (Seite 11)

4. Quellen- und Literaturverzeichnis

4.1. Quellen (Seite 12)
4.2. Sekundärliteratur (Seite 12)



 

1. Einleitung

Mit dem Attentat auf Julius Cäsar war ein weiterer Höhe-, aber auch Wendepunkt in der römischen Welt des letzten Jahrhunderts vor Christi Geburt eingetreten, mit unvorhersehbaren Folgen für die Republik, die seit Jahrzehnten im Wandel begriffen war, ihn aber aufgrund eines Kräftemessens gleich einem Tauziehen mächtiger Gruppen noch nicht zu vollbringen im Stande war. In den von Unklarheit geprägten Tagen nach den Iden des März im Jahre 44 trat ein neuer Akteur auf die politische Bühne des alten Roms. Es war der Stiefsohn des ermordeten Diktators, Gaius Octavius, der in dessen Testament zum Haupterben erklärt und adoptiert wurde. Dieser wartete eigentlich in Apollonia auf seinen Großonkel um mit ihm zu einem Feldzug gegen die Parther aufzubrechen als ihn die Nachricht von der Ermordung Cäsars erreichte.

In seinem Tatenbericht beschrieb er die folgenden Ereignisse auf diese Weise: „Im Alter von neunzehn Jahren habe ich als Privatmann aus eigenem Entschluss und aus eigenen Mitteln ein Heer aufgestellt, mit dessen Hilfe ich den der Willkürherrschaft einer bestimmten Gruppe ausgelieferten Staat befreite“1 . Rückblickend erzählte er hier, dass er die Partei der Cäsarmörder besiegt hatte, wobei er davor aus eigener Kraft ein Heer rekrutiert habe.

Dies war der Anfang der politischen Karriere des Octavian, die Rom aus den Wirren des langen Bürgerkrieges befreien und ihm eine neue Staatsform geben sollte. Untrennbar verbunden war ebendiese Laufbahn vor allem in den Jahren von 44 bis 31, dem Jahr der Schlacht bei Aktium, mit seiner Beziehung zum Militär. Es bildete einen immensen politischen Machtfaktor, so dass es unumgänglich für die politisch denkenden und ambitionierten Feldherren war, sich die Loyalität von großen Mengen von Soldaten zu sichern. Dass in diesem Zeitraum die Beziehung und die Machtverhältnisse unter den ehrgeizigen Hauptkontrahenten Antonius und Octavian oft zu schwanken schienen, macht es umso interessanter einen Blick auf die Wechselbeziehungen zwischen Heer und Octavian zu werfen, nicht nur weil Antonius bei der Schlacht von Aktium seine Herrschaftsansprüche endgültig genommen wurden und das Heer zu der Schaffung klarer Verhältnisse den Löwenanteil beitrug, sondern auch weil viele Feinheiten der Beziehung zwischen Octavian und seinen Soldaten aufzuklären sich lohnt. Deshalb ist es nicht nötig, sich mit den Schlachten dieser Zeit oder militärtechnischen und taktischen Details zu beschäftigen, es gilt nur die Beziehungen zwischen Octavian und den Offizieren und Soldaten zu erläutern.

2.1. Die politische Macht der Soldaten

2.1.1 Aktives politisches Handeln von Soldaten

„Das Konsulat hat er im 20. Lebensjahr an sich gerissen, indem er seine Legionen drohend auf Rom marschieren ließ und Leute vorausschickte, die dieses Amt für ihn im Namen des Heeres verlangen sollten. Bei dieser Gelegenheit hat der Zenturio Cornelius, der Anführer der Gesandtschaft, als der Senat zögerte, seinen Mantel zurückgeschlagen, den Griff seines Schwertes sehen lassen und sich nicht gescheut, in der Kurie zu erklären: ‚Dieses wird ihn zum Konsul machen, wenn ihr ihn nicht dazu macht!‘“2 An dieser Stelle wird der politische Einfluss des Militärs sehr deutlich, obwohl der Zenturio Cornelius nicht ausschließlich aus eigener Motivation handelt, sondern auch, und vor allem im Auftrag Octavians. Aber sein provokantes Auftreten, sich aus der Gesandtschaft zu lösen und vor der ehrwürdigen Institution des römischen Senates die Hand an den Schwertknauf zu legen zeigt auch, dass er in seinem und im Interesse seiner Soldaten gehandelt hat. So lag das primäre Interesse der Legionäre im finanziellen Bereich, sowie in der Zuteilung von Landstücken nach abgeleisteter Dienstzeit. Denn neben dem Konsulat für Octavian forderten sie noch „die Zahlung der ihnen bewilligten Gelder“3 4. Als der Senat zögerte kam es zu der provozierenden Geste des Zenturio in der Kurie5. Dass dies keine leere Drohgebärde war, bewiesen Octavian und sein Heer nach Ablehnung der Forderungen, als sie nun auf Rom zumarschierten und „Octavian alles, was er gefordert hatte, die Gelder für alle seine Legionen und das Privileg, sich in absentia um das Konsulat bewerben zu dürfen“ bewilligt wurden6.

Allerdings zeigte sich bei anderer Gelegenheit, dass die Soldaten auch politischen Instinkt besaßen und übergeordnete Ziele, die nicht ihren Aufgaben entsprachen verfolgten. Denn beim Vertrag von Brundisium im Jahre 40 waren es die Abgesandten der Legionäre,die den drohenden Ausbruch von Kampfhandlungen zwischen Octavian und Antonius7 in eine Aussöhnung wandelten. „Die Tribunen (...) veranlaßten eine Begegnung zwischen Antonius und Octavian, die nach einem Streitgespräch einen Freundschaftsbund schlossen8 . An anderer Stelle berichtet Appian von der Aussöhnung so: „Als Octavians Truppen von diesen Vorgängen hörten, wählten sie Abgesandte, (...). Man kam zur Auffassung, daß zwischen Antonius und Octavian gegenseitige Amnestie für das Vergangene und Freundschaft für die Zukunft gelten solle“9 .

[...]


1 RG, 1

2 Suet. Kapitel 26,1

3 Dio 46, 43, 1

4 Botermann, S. 152

5 Dio 46, 43, 2

6 Botermann, S. 153

7 Botermann, S. 171

8 App. 3, 30, 115

9 App. 5, 64, 272

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