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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 1995, 96 Pages
Author: Mag. Manfred Wieninger
Subject: German Studies - Linguistics
Details
Institution/College: University of Vienna (Institut für Germanistik)
Tags: Rechtschreibreform
Year: 1995
Pages: 96
Grade: 1
Bibliography: ~ 329 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-54328-6
ISBN (Book): 978-3-638-68332-6
File size: 320 KB
Sprachwissenschaftliche Arbeit über die in Österreich zwischen 1986 und 1994 in Printmedien veröffentlichte Meinung bezüglich Orthographiereform.
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Abstract
Die vorliegende Publikation befasst sich mit der Berichterstattung über die "3. Orthographische Konferenz" in der österreichischen Tages- und Wochenpresse. Daraus ergibt sich der Beobachtungszeitraum, der von 1986, dem Jahr der "1. Wiener Gespräche", bis einschließlich 1994, dem Jahr der "3. Wiener Gespräche", reicht. Ausgewertet wurden Textzeugen des medialen Diskurses über die Rechtschreibreform in folgenden heimischen Tageszeitungen: Der Standard, Die Presse, Kleine Zeitung, Kurier, Neue Kronen Zeitung, Neues Volksblatt, Neue Vorarlberger Tageszeitung, Neue Zeit, Oberösterreichische Nachrichten, Salzburger Nachrichten, täglich Alles, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten, Wiener Zeitung. Weitere Textzeugen wurden aus folgenden österreichischen Wochenzeitungen gewonnen: Die ganze Woche, Neue Freie Zeitung, profil, Wochenpresse. Zusätzlich wurden auch Meldungen der Austria Presse Agentur (APA) über die Bemühungen um eine Rechtschreibreform während des Beobachtungszeitraumes in die Untersuchung miteinbezogen. Beiträge über die Rechtschreibreform und die "3. Orthographische Konferenz" in elektronischen Medien wurden dagegen außer Acht gelassen.
Excerpt (computer-generated)
Rechtschreibreform und Öffentlichkeit in Österreich
zwischen 1986 und 1994
von: Manfred Wieninger
GLIEDERUNG / INHALTSVERZEICHNIS
Seite 3 Vorwort
Seite 6 1) Berichterstattung von 1986 bis 1989
Seite 23 2) Berichterstattung von 1990 bis 1992
Seite 48 3) Berichterstattung von 1993 bis 1994
Seite 66 4) Quantitative Dimension der Berichterstattung
Seite 69 Bibliographie
Seite 96 Verwendete Abkürzungen
Vorwort
Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit der Berichterstattung über die "3. Orthographische Konferenz"1 in der österreichischen Tages- und Wochenpresse. Daraus ergibt sich der Beobachtungszeitraum, der von 1986, dem Jahr der "1. Wiener Gespräche", bis einschließlich 1994, dem Jahr der "3. Wiener Gespräche", reicht.
Ausgewertet wurden Textzeugen des medialen Diskurses über die Rechtschreibreform in folgenden heimischen Tageszeitungen: Der Standard, Die Presse, Kleine Zeitung, Kurier, Neue Kronen Zeitung, Neues Volksblatt, Neue Vorarlberger Tageszeitung, Neue Zeit, Oberösterreichische Nachrichten, Salzburger Nachrichten, täglich Alles, Tiroler Tageszeitung, Vorarlberger Nachrichten, Wiener Zeitung. Es kann somit als erstes Ergebnis dieser Arbeit gelten, daß sich das Gros der österreichischen Tageszeitungen2 in den acht Jahren des Beobachtungszeitraumes mit der Rechtschreibreform - mehr oder weniger intensiv - auseinandergesetzt hat. Dieser Befund spricht recht eindeutig für die publizistische Bedeutung des Themas und läßt damit indirekt auf ein dementsprechend großes Informationsbedürfnis der Leserschaft schließen. Es ist in diesem Zusammenhang auch anzumerken, daß die Reform der Orthographie, betrachtet man noch einmal obige Aufzählung, nicht nur den marktbeherrschenden Wiener Blättern3, sondern praktisch auch allen Bundesländertageszeitungen bis hin zu den Vorarlberger Nachrichten ein Thema war.
Bemerkenswert ist weiters die Tatsache, daß sich nicht nur Qualitätszeitungen4, sondern auch ausgesprochene Boulevardzeitungen5 - wenn auch in weit geringerem Ausmaß - unseres Themas angenommen haben. Weitere Textzeugen des vorliegenden Korpus wurde aus folgenden österreichischen Wochenzeitungen gewonnen: Die ganze Woche, Neue Freie Zeitung, profil, Wochenpresse6. Zusätzlich wurden auch Meldungen der Austria Presse Agentur (APA) über die Bemühungen um eine Rechtschreibreform während des Beobachtungszeitraumes in die Untersuchung miteinbezogen. Beiträge über die Rechtschreibreform und die "3. Orthographische Konferenz" in elektronischen Medien wurden dagegen außer acht gelassen7.
Im Gesamtkorpus unterscheiden wir für die Zwecke dieser Arbeit vier Textsorten: Berichte, Kommentare, Leserbriefe und Meldungen. Berichte sind für uns diejenigen journalistischen Texte, die dem Leser vor allem Fakten darbieten, auf eine Kommentierung oder Wertung der dargebotenen Fakten weitgehend verzichten und um Objektivität bemüht sind8. Kommentare dagegen drücken die subjektive Meinung des jeweiligen Journalisten bzw. der Redaktion oder der Herausgeber und Eigentümer aus9. Wertungen bestimmter Geschehnisse, Vorgänge und Personen sind darin durchaus zulässig10. Als Oberbegriff für die journalistischen Textsorten Bericht und Kommentar verwenden wir im Rahmen dieser Arbeit den Terminus Artikel.Ein Leserbrief wird von einer redaktionsfremden Person an das Printmedium - meist als Reaktion auf einen bestimmten Artikel - gerichtet, dort zuweilen redaktionell bearbeitet11 und in besonders gekennzeichneten Rubriken oder auf eigens dafür vorbehaltenen Seiten publiziert. Die im Leserbrief zum Ausdruck gebrachte Meinung muß sich nicht mit der der Redaktion decken. Als Meldungen schließlich bezeichnen wir die Texte der Presseagenturen. Meldungen sind unserer Arbeitsdefinition nach letztlich Kommentare und Berichte quasi in statu nascendi. Das heißt, der Journalist, der sich der Meldung einer Presseagentur bedient, bearbeitet diese mehr oder weniger und veröffentlicht sie schließlich als Bericht oder Kommentar. Es kann aber auch vorkommen, daß die Meldung einer Presseagentur zu einem bestimmten Thema von keiner Redaktion aufgegriffen wird und damit eine Veröffentlichung eigentlich unterbleibt.12
1) Berichterstattung von 1986 bis 1989
[...]
1 Zur Terminologie: "Seit 1986 läuft, was wir schon seit längerem die "3. Orthographische Konferenz" nennen, offiziell als "Wiener Gespräche", und zwar in den 1. Wiener Gesprächen 1986, den zweiten 1990 und den dritten 1994." Scheuringer: Geschichte, S. 84
2 In folgenden, nur regional bedeutsamen Tageszeitungen konnten keine Artikel über die Rechtschreibreform aufgefunden werden: Kärntner Tageszeitung (KTZ), Salzburger Volkszeitung und Volksbote (SVZ), Tirol Kurier. Das lag vor allem daran, daß diese Printmedien über kein elektronisches Archiv verfügen und eine ‘Rasterfahndung’ mit dem Stichwort Rechtschreibreform daher nicht möglich war. Die Tageszeitungen Arbeiter-Zeitung (AZ) und Südost Tagespost wurden im Beobachtungszeitraum eingestellt.
3 Der Standard, Die Presse, Kurier, Neue Kronen Zeitung, täglich Alles, Wiener Zeitung werden zwar bundesweit vertrieben, aber in Wien hergestellt. Die Krone geriert sich zwar in ihren Bundesländermutationen als Regionalzeitung, ist aber doch eindeutig der Wiener Printmedienlandschaft zuzurechnen.
4 Im Rahmen dieser Arbeit betrachten wir den Standard, die Presse, den Kurier und die Salzburger Nachrichten als solche. Ob diese vier Printmedien tatsächlich die Bezeichnung Qualitätszeitung verdienen oder nur in ihrer Selbstdarstellung auf dieses Epitheton ornans pochen, wird möglicherweise eine von Univ.-Doz. Dr. Günter Lipold betreute, in Arbeit befindliche Diplomarbeit von cand. phil. Christiane M. Pabst mit dem Arbeitstitel "Textlinguistische Untersuchungen vierer [Es sind ebendies: Der Standard, Die Presse, Kurier, Salzburger Nachrichten, M.E.W.] österreichischer Tageszeitungen mit besonderem Augenmerk darauf, von Quantitätsmerkmalen auf qualitative Unterschiede zu schließen" zeigen.
5 Im Rahmen dieser Arbeit rechnen wir die Kleine Zeitung, die Neue Kronen Zeitung und täglich Alles dem Boulevard zu. Von den Wochenzeitungen wäre die Ganze Woche als Boulevardmedium anzusehen. Wie täglich Alles hat sie Kurt Falk als Eigentümer.
6 Seit geraumer Zeit bereits den Doppelnamen Wochenpresse/Wirtschaftswoche führend heißt diese Wochenzeitung seit 1994 nur mehr Wirtschaftswoche.
7 Man wäre hier auch sicherlich nicht so oft fündig geworden wie in den Printmedien. So heißt es etwa in einem Schreiben von Dr. Bernhard Pelzl, im Österreichischen Rundfunk verantwortlich für die Abteilung Gesellschaft, Bildung, Wissenschaft, vom 17.8.1995 an den Verfasser: "In unserem Archiv gibt es nur eine einzige Sendung zum Themenbereich "Rechtschreibreform": ein Journal Panorama über die Wiener Gespräche 1994. [...] Zur Zeit der Tagung gab es nur einige Kurzberichte in den Journalen, die aber inhaltlich nur die Änderungen der Rechtschreibung betrafen." Weiters hat die Zeitschrift ORF-Nachlese eine Leermeldung abgegeben. In einem mit 23.5.1995 datierten Brief der zuständigen Redakteurin Christine Schnödl an den Verfasser heißt es: "Leider kann ich Ihnen die gewünschten Unterlagen nicht zur Verfügung stellen, da wir in der ORFNACHLESE keinen Artikel zur Rechtschreibreform veröffentlicht haben." Es scheint in der Natur der Sache zu liegen, daß einer Reform der Orthographie von Lesenden und Schreibenden eben entschieden mehr Interesse entgegengebracht wird als von Fernsehenden und Hörenden.
8 Die Trennungslinie zwischen Bericht und Kommentar ist in den österreichischen Printmedien nicht sehr scharf gezogen. Mit anderen Worten: Die Übergänge zwischen Bericht und Kommentar sind zuweilen fließend.
9 Wir befinden uns damit in Übereinstimmung mit Wilperts Sachwörterbuch der Literatur, in dem auf Seite 468 das Stichwort Kommentar (in publizistischem Sinne) folgendermaßen definiert wird: "In der Publizistik subjektiver Meinungsbeitrag zu e. aktuellen polit., soz., kulturellen oder ökonom. Ereignis."
10 Ein Kommentar sollte auch typographisch - etwa durch Kursivdruck - oder vom Layout her - zum Beispiel durch ‘Einkastelung’ - gekennzeichnet sein, sich also schon rein optisch deutlich von den vorherrschenden Berichten unterscheiden.
11 Zum Beispiel durch Kürzung oder Umstellung der Perioden. Auch die Auswahl der zu druckenden Leserbriefe stellt praktisch schon eine redaktionelle Bearbeitung dar.
12 Der durchschnittliche Zeitungsleser bekommt die entsprechende Meldung dann natürlich niemals zu Gesicht. Es mag aber durchaus sein, so ist anzunehmen, daß diese unpublizierten Meldungen einer Presseagentur doch eine gewisse Wirkung entfalten, indem sie nämlich wenigstens von Journalisten rezipiert werden.
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