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Termpaper, 2005, 24 Pages
Author: Peter Münch
Subject: Theology - Systematic Theology
Details
Institution/College: University of Heidelberg (Wissenschaftlich-heologisches Seminar)
Tags: Dein, Herz, Mantel, Martin, Luthers, Gebetstheologie, Kleinen, Katechismus, Bezug, Vorrede, Dritten, Hauptstücks, Großen, Katechismus, Luthers, Kleiner, Katechismus
Year: 2005
Pages: 24
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 9 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-54422-1
File size: 211 KB
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Gebetstheologie Martin Luthers in den Katechismen, vor allem mit seiner Auslegung des Unser Vaters im Kleinen Katechismus.
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Excerpt (computer-generated)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Systematische Theologie
Proseminar: Luthers Kleiner Katechismus
Wintersemester 04/05, Abgabetermin: 17.Mai 2005
„dass Du Dein Herz entzündest ... und nur den Mantel weit
ausbreitest“ - Martin Luthers Gebetstheologie des Kleinen
Katechismus, mit besonderem Bezug zur Vorrede des
Dritten Hauptstücks im Großen Katechismus
von: Peter Münch
Inhalt
1. Einleitung: Warum beten?
2. Die Vorrede des Dritten Hauptstücks im Großen Katechismus
2.1 Der Gebotscharakter des Gebets
2.2 Gottes Verheißung und Zusage
2.3 Das Vaterunser als Mustergebet
2.4 Luthers Gebetsbilder in Vorrede und Auslegungen des Dritten Hauptstücks im Großen Katechismus
2.4.1 „daß Du Dein Herz entzündest ... und nur den Mantel weit ausbreitest“
2.4.2 Kaiser und Bettler
2.4.3 „Gebete als ein eiserne Mauer“
2.5 Zusammenfassung
3. Gott im Himmel und der Mensch auf Erden
3.1 Vom Verständnis der Anrede
3.2 Gottes Wort und seine Annahme durch den Menschen
3.3 Gottes Name und seine Heiligung beim Menschen
3.4 Gottes Reich „hier zeitlich und dort ewiglich“
3.5 Gottes Wille und Mensch im Kampf zwischen Gott und Widergott
3.6 Gottes Gaben und die menschliche Danksagung
3.7 Des Menschen Versuchung und seine Erlösung
4. Ertrag: Das Gebet als unerlässliches Verbindungsglied zwischen Vater und Kind
5. Schluss: Vom Segen der Gebetstheologie Luthers
Literaturnachweis
1. Einleitung: Warum beten?
In Zeiten der Not geschieht es immer wieder, dass sich Menschen ihrer religiösen Wurzeln erinnern. Das zeigten in den letzten Monaten vor allem die Katastrophen von New York und Südostasien, aber auch Ereignisse wie der Tod von Papst Johannes Paul II, als tausende von Menschen auf öffentlichen Plätzen und in den Kirchen zusammenliefen um zusammen für die Betroffenen zu beten. Diese Geschehnisse haben viele Menschen regelrecht ins Gebet getrieben, selbst solche, die es im Normalfall nicht tun. Sie scheinen das Gebet in diesen Momenten als etwas Gutes und Notwendiges, als befreiende Tat zu erfahren und das relativ unabhängig von ihrer Konfession oder gar Religion. Leider, so muss man feststellen, wird das zumeist nicht in Alltag hinüber gerettet. Häufig, wenn die tägliche „Normalität“ ihre Herrschaft über das Leben des Menschen zurückgewinnt, geht dabei auch dieses in der Not aufflammende Bewusstsein der Verwiesenheit auf Gott verloren. Aber nicht überall ist es so: Bei so manchem dienen solche Vorkommnisse als eine Art religiöses Schlüsselerlebnis, wie ich in meiner Umgebung feststellen konnte. Und dann folgen in der Regel die tieferen Anfragen an diejenigen, von denen man weiß: Die glauben schon die ganze Zeit. Diese sollten sich damit auskennen. In dieser Arbeit soll es zumindest um eine dieser Fragen an den christlichen Glauben gehen: Was hat es auf sich mit dem christlichen Gebet?
Diese Frage ist nicht neu. Schon Luther hat mit seinen Vaterunser-Auslegungen versucht, den Menschen seiner Zeit Inhalt und Unerlässlichkeit des christlichen Betens vor Augen zu halten und zu begründen. Dabei begegneten auch ihm die Fragen, die sich einem jeden stellen, welcher sich mit dem Gebet beschäftigt: Warum soll ich eigentlich beten? Was erlange ich dadurch, was ich ohne es nicht erlangen würde? Und wie bete ich richtig, woran kann ich mich orientieren? All diesen Fragen entzieht sich Luther nicht, sondern er versucht mit seiner Gebetstheologie Antworten zu finden, welche in dieser Arbeit anhand seiner Vaterunser- Auslegung im Kleinen Katechismus skizziert werden sollen. Zur Methodik: Im zweiten Punkt wird die Vorrede des Großen Katechismus untersucht, da diese die für die Gebetstheologie der Katechismen Luthers grundlegenden Themen wie Gebetsmotivation, Gebetshilfe und Segen des Gebets ausführlich behandelt. Im dritten Punkt steht dann die luthersche Auslegung des Vaterunsers im Kleinen Katechismus im Mittelpunkt der Erörterung.
Jedoch wird, wo es nötig ist, auch mit Bezug zu den entsprechenden Passagen des Großen Katechismus gearbeitet. Im vierten Punkt soll dann gezeigt werden, warum das Gebet für die Beziehung zwischen Gott und Mensch unerlässlich ist.
2. Die Vorrede des Dritten Hauptstücks im Großen Katechismus
Im Folgenden sollen zunächst die Leitmotive lutherscher Gebetstheologie, Gebot und Verheißung, dargestellt werden. Daneben wird nach dem Inhalt des christlichen Betens, der diesbezüglichen Relevanz des Vaterunsers, sowie nach dem Geschehen im Gebet zu fragen sein, was der Reformator vor allem mit seinen Gebetsbildern expliziert.
2.1 Der Gebotscharakter des Gebets
Luther sieht christliches Beten auf zweifache Weise in Gottes Geboten begründet. Er führt hier zum einen das zweite Gebot an und leitet aus dem Verbot der unnützlichen Führung des göttlichen Namens, das Gebot der verherrlichenden Anrufung und Preisung ab. Hier dürfte in der Anrufung in aller Not auch das lutherische Verständnis des Ersten Gebots einfließen, denn in der Anrufung zeigt sich das völlige Vertrauen und Anhangen des Herzens an Gott, das Nichtverlassen auf eigene Werke und die unerschütterliche Verwurzelung in Gottes Schöpfer- und Erhalterwillen.
Zum anderen ergibt sich die Notwendigkeit des Betens aus dem täglichen Scheitern an Gottes Geboten. Diese kann der Mensch nicht aus sich selbst erfüllen, er ist vielmehr darauf angewiesen, dass er „Gott immerdar in [den] Ohren liege“1, um zu bitten, ihm die nötige Kraft zur Befolgung der Gebote zu geben. Durch die Verknüpfung mit Gottes Geboten nimmt der Reformator dem Gebet die Beliebigkeit. Er folgert, dass es nicht in unserem Ermessen liegt zu beten oder nicht, sondern wir „sollen und müssen beten, wollen wir Christen sein“2. Dieser Gebotscharakter fließt in der Auslegung des Amens3 und im Wörtchen „sollen“ 4 in der Auslegung der Anrede auch in den Kleinen Katechismus ein. Nun kennt Luther aber auch die Möglichkeit des menschlichen Selbstzweifels. So könnte man durchaus der Meinung sein, das Gebet sei wegen der Sündhaftigkeit der eigenen Person nutzlos und ein würdeloses Werk. Luther widerlegt dies klar und deutlich: Das Gebet ist, da in Gottes Geboten verwurzelt, ein „Werk des Gehorsams“5 und nicht von der Würdigkeit der handelnden Person abhängig. Durch Anrufung und Ansuchen Gottes wird Sein Name geehrt und nützlich gebraucht6. Der Mensch soll also nicht sein eigenes Gebet verwerfen, sondern Gott anrufen in der Gewissheit, dass das Gebet, das er spricht, dem Gebet der Heiligen in nichts nachsteht. „Ursach: denn ich will ihn [sc. Paulus] gerne lassen heiliger der Person halben, aber des Gepots halben nicht, weil Gott das Gebete nicht der Person halben ansiehet, sondern seines Worts und Gehorsams halben.“7
2.2 Gottes Verheißung und Zusage
[...]
1 BSLK 662, 26f. Im Folgenden wird bei den Bekenntnisschriften auf andere Angaben als Seiten- und Zeilenzahl verzichtet. Seitenzahl- und Zeilenangaben ohne weiteren Quellenverweis meinen dabei ausschließlich die Bekenntnisschriften.
2 663, 44f.
3 „...er selbs hat uns geboten, also zu beten...“ (515, 15f).
4 512, 23.
5 665, 7.
6 663, 48 – 664, 1.
7 665, 46 – 666, 5.
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