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Die Hauptschule als benachteiligende Bildungsinstitution

Scholary Paper (Seminar), 2006, 15 Pages
Author: Petra Effenberger
Subject: Pedagogy - School System, Educational and School Politics

Details

Institution/College: LMU Munich
Tags: Hauptschule, Bildungsinstitution
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 15
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V60858
ISBN (E-book): 978-3-638-54430-6

File size: 147 KB


Excerpt (computer-generated)

Die Hauptschule als benachteiligende Bildungsinstitution

von: Petra Effenberger

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung  1

2. Überblick  1

2.1 Aufbau und Regelungen zur Hauptschule 2
2.2 Entwicklungen der letzten Jahre  3

3. Probleme an den Hauptschulen  5

3.1 Gewalt an den Schulen 5
3.2 Hoher Ausländeranteil 6
3.2 Soziale Herkunft der Schüler  7

4. Benachteiligung 9

4.1 Benachteiligung während der Schulzeit 9
4.2 Benachteiligung im Übergang zum Berufsleben  9

5. Schluss 12


 

 

1. Einleitung

In letzter Zeit werden die Stimmen, die die Hauptschule als eine Art „Restschule“ bezeichnen, immer lauter. Noch vor wenigen Jahrzehnten war dies nicht so, die Hauptschule war die gängigste Schulform. Die ständig wachsenden Probleme der Hauptschulen, so vor allem die hohe Ausländerquote oder die schlechten Berufschancen, die die Abgänger dieser Schulform erwarten, lassen viele Eltern davor zurückschrecken, ihre Kinder auf eine Hauptschule zu schicken – die meisten versuchen dies, wenn nur irgendwie möglich zu vermeiden. Dadurch ist die Zahl der Hauptschüler im Laufe der Zeit um ein wesentliches gesunken – manche vermuten gar ein Ende der Hauptschule absehen zu können (vgl. Struck, in: Ipfling, H.-J.& Lorenz, U.(Hrsg.), 1991, S. 81). Ein weiterer Grund, der die Hauptschulen in immer schlechterem Licht erscheinen lässt, ist die immer weiter ansteigende Gewalt, die in den Pausenhöfen und auch Klassenzimmern dieser Schulform – in konzentrierter Form in sozialen Brennpunktvierteln - stattfindet.

Ein aktuelles Beispiel hierfür war in den letzten Wochen in den Medien zu sehen: eine Hauptschule im Berliner Stadtteil Neukölln, einem sozial schwierigen Viertel, forderte Polizeischutz an, da die Lehrer an dieser Schule, an der über 80 Prozent der Schüler nichtdeutscher Herkunft sind, sich nicht mehr anders zu helfen wussten. Dies ist der erste Fall einer Schule in Deutschland, bei der solche Maßnahmen ergriffen werden mussten. Im Folgenden soll näher auf die Benachteiligung, die durch diese Bildungsform bei den Schülern der Hauptschule entsteht, eingegangen werden. Dazu wird zuerst ein Überblick über die Hauptschule im Allgemeinen gegeben, danach wird auf die Probleme, die in den Hauptschulen im Moment bestehen, eingegangen. Im letzten Kapitel wird dann die Benachteiligung analysiert, die sich für Hauptschüler während der Schulzeit und im Übertritt in die Arbeitswelt ergeben.

1. Überblick

In folgendem Überblicksteil soll die Hauptschule kurz umrissen werden und eine Zusammenfassung der Zahlen rund um die Hauptschule, einschließlich der Entwicklungen und Veränderungen, die sich in den letzten Jahren ergeben haben, dargestellt werden.

1.1 Aufbau und Regelungen zur Hauptschule

Da sich die Regelungen und Ausformungen der Institution Hauptschule in den verschiedenen Bundesländern teilweise beträchtlich voneinander unterscheiden, wird im nachfolgenden Text vor allem auf die Form der Hauptschule, wie sie in Bayern existiert, eingegangen. Hier gibt es die Hauptschule in ihrer heutigen Form seit 1969/70. Sie umfasst die Klassen 5 - 9 und ist neben der Realschule und dem Gymnasium eine der drei Schulformen mit der höchsten Anzahl an Schülern. Die Klassen 7 – 10 umfasst der relativ neue so genannte Mittlere-Reife-Zug der Hauptschule, der mit dem mittleren Schulabschluss abschließt. In Bayern gab es im Jahre 2001 1063 Hauptschulen, im Vergleich dazu nur 334 Real- und 402 Gymnasien.

Nach dem BayEUG vom 15.3.2003 wird der Bildungsauftrag der Hauptschule charakterisiert. Danach „vermittelt sie eine grundlegende Allgemeinbildung, bietet Hilfen zur Berufsfindung und schafft Voraussetzungen für eine qualifizierte berufliche Bildung, sie eröffnet in Verbindung mit dem beruflichen Schulwesen Bildungswege, die zu einer abgeschlossenen Berufsausbildung und zu weiteren beruflichen Qualifikationen führen können, sie schafft die schulischen Voraussetzungen für den Übertritt in weitere schulische Bildungsgänge bis zur Hochschulreife. Die Hauptschule spricht Schüler an, die den Schwerpunkt ihrer Anlagen, Interessen und Leistungen im anschaulichkonkreten Denken und im praktischen Umgang mit den Dingen haben. Das breite Feld von unterschiedlichen Anlagen, Interessen und Neigungen wird durch ein differenziertes Auswahlangebot berücksichtigt“. (Göldner, in: Zenke, H., Ipfling, H.- J.& Bronder,D.(Hrsg), 2004, S. 41). Die Hinführung zum Arbeitsleben ist somit ein vorrangiges Ziel der Hauptschulausbildung.

[...]


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