Supply Chain Management: Der Ansatz des "Advanced Planning" close

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Details

Veranstaltung: Supply Chain Management
Institution/Hochschule: Universität Lüneburg (Produktion und Wirtschaftsinformatik)
Tags: Supply, Chain, Management, Ansatz, Advanced, Planning, Supply, Chain, Management
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 25
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 25  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 2131 KB
Archivnummer: V60960
ISBN (E-Book): 978-3-638-54519-8
ISBN (Buch): 978-3-638-66357-1

Zusammenfassung / Abstract

Angesichts der immer weiter fortschreitenden Globalisierung sehen sich die Unternehmen einem fortdauernd größer werdenden Kostendruck gegenüber gestellt. Um heute in der produzierenden Industrie noch wettbewerbsfähig zu sein, ist es erforderlich, seine Produkte einerseits stets günstig, andererseits mit anhaltend hoher Qualität und Zuverlässigkeit liefern zu können, wozu eine optimale Ausgestaltung aller Prozesse entlang der Supply Chain eine entscheidende Rolle spielt. Traditionell erfolgt die Planung nach einem Sukzessivplanungsansatz, in dem jedes Unternehmen basierend auf den Entscheidungen der nachgelagerten Unternehmen separat plant. Durch diese Vorgehensweise ergeben sich jedoch bei einer Gesamtbetrachtung sehr schlechte Ergebnisse, welche unter Umständen nicht einmal durchführbar sind. Der Ansatz des Advanced Planning versucht durch eine unternehmensübergreifende Planung der relevanten Supply-Chain-Bestandteile die optimale Lösung des gesamten Systems zu finden, wodurch Kostenersparnisse sowie Umsatzsteigerungen erzielt werden können. Obwohl bereits seit Ende der 90er Jahre Software auf dem Markt ist, die es ermöglicht, Supply Chains unternehmensübergreifend zu betrachten und eine entsprechende zentrale Planung für die gesamte Supply Chain durchzuführen, wird diese bis heute meist nur in unternehmensinternen Bereichen (Planung für mehrere Produktionsstandorte o.ä.) eingesetzt, die möglichen Einsparungspotentiale werden also nicht erschöpfend wahrgenommen. Diese Arbeit untersucht die Ursachen der verhaltenen Adaption der neuen Advanced-Planning-and-Scheduling-Systeme (APS-Systeme) und zeigt auf, wieso der zunächst viel versprechende Ansatz der zentralen Planung über die gesamte Supply Chain sich in der Praxis nicht durchsetzen kann.

Textauszug (computergeneriert)

Universität Lüneburg
Produktionsplanung

Supply Chain Management:
Advanced Planning Systems

eingereicht von:
Bastian Schultz

2006

 

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis ... III
Abbildungsverzeichnis ... III
Tabellenverzeichnis ... III

1 Einleitung ... 4

2 Advanced Planning ... 5
2.1 Grundlagen ... 5
2.1.1 Begriffliche Abgrenzung ... 5
2.1.2 Haupteigenschaften des Advanced Planning ... 6
2.2 Potentieller Nutzen ... 8
2.3 Nachteile der angebotenen APS-Software ... 9

3 Unternehmensübergreifende Nutzung des Advanced Planning ... 10
3.1 Aufgabe der autonomen Planung ... 10
3.2 Zielkonflikte – Betrachtung anhand eines Beispiels ... 11
3.2.1 Einführung des Beispiels ... 11
3.2.2 Durchführung einer Sukzessivplanung ... 12
3.2.3 Zentrale Planung nach unternehmensübergreifendem APS-Ansatz ... 13
3.2.4 Vergleich beider Ansätze ... 14
3.2.5 Beurteilung der Lösung ... 14
3.2.6 Ursachen für das Ergebnis ... 14
3.3 Weitere Probleme ... 15
3.3.1 Preisgabe sensibler Daten ... 15
3.3.2 Fehlende Existenz abgrenzbarer Supply Chains ... 15
3.3.3 Unzuverlässigkeit ... 16

4 Collaborative Planning ... 17
4.1 Ansatz des Collaborative Planning ... 17
4.2 Bereiche und Ablauf des Collaborative Planning ... 17

5 Fazit und Ausblick ... 19

Literaturverzeichnis ... 21

 

1 Einleitung

Angesichts der immer weiter fortschreitenden Globalisierung sehen sich die Unternehmen einem fortdauernd größer werdenden Kostendruck gegenüber gestellt. Um heute in der produzierenden Industrie noch wettbewerbsfähig zu sein, ist es erforderlich, seine Produkte einerseits stets günstig, andererseits mit anhaltend hoher Qualität und Zuverlässigkeit liefern zu können, wozu eine optimale Ausgestaltung aller Prozesse entlang der Supply Chain eine entscheidende Rolle spielt. Traditionell erfolgt die Planung nach einem Sukzessivplanungsansatz, in dem jedes Unternehmen basierend auf den Entscheidungen der nach gelagerten Unternehmen separat plant. Durch diese Vorgehensweise ergeben sich jedoch bei einer Gesamtbetrachtung sehr schlechte Ergebnisse, welche unter Umständen nicht einmal durchführbar sind.

Der Ansatz des Advanced Planning versucht durch eine unternehmensübergreifende Planung der relevanten Supply-Chain-Bestandteile die optimale Lösung des gesamten Systems zu finden, wodurch Kostenersparnisse sowie Umsatzsteigerungen erzielt werden können. 1 Obwohl bereits seit Ende der 90er Jahre Software auf dem Markt ist, die es ermöglicht, Supply Chains unternehmensübergreifend zu betrachten und eine entsprechende zentrale Planung für die gesamte Supply Chain durchzuführen, wird diese bis heute meist nur in unternehmensinternen Bereichen (Planung für mehrere Produktionsstandorte o.ä.) eingesetzt, die möglichen Einsparungspotentiale werden also nicht erschöpfend wahrgenommen.2 Diese Arbeit untersucht die Ursachen der verhaltenen Adaption der neuen Advanced- Planning-and-Scheduling-Systeme (APS-Systeme) und zeigt auf, wieso der zunächst viel versprechende Ansatz der zentralen Planung über die gesamte Supply Chain sich in der Praxis nicht durchsetzen kann.

Dazu werden in Kapitel 2 zunächst die Grundlagen des Advanced Planning dargestellt und ein kurzer Überblick über die bisherigen Entwicklungen gegeben. Im Dritten Kapitel wird daraufhin an einem Optimierungsmodell aufgezeigt, welche Probleme bei der Implementierung auftreten können und aus welche Gründen ein zentrales Planungssystem von einigen Beteiligten auch unerwünscht sein kann.

Schließlich wird dann im vierten Kapitel das Collaborative Planning vorgestellt und aufgezeigt wie dieser Ansatz die Supply-Chain-Partner in die Lage versetzt, ihre Planungsautonomie zu behalten und dennoch die Vorteile der übergreifenden Planung zu nutzen. Abschließend werden die erarbeiteten Lösungen kritisch hinterfragt und ein kurzer Ausblick auf zukünftige Entwicklungen sowie weiteren Forschungsbedarf gegeben.

2 Advanced Planning
2.1 Grundlagen
2.1.1 Begriffliche Abgrenzung

Mit einer Supply Chain bezeichnet man ein Netzwerk von Organisationen, welche über Material- und Informationsflüsse verbunden und durch die Erzeugung von Produkten oder Dienstleistungen Wert schöpfend tätig sind.3 Das Supply Chain Management verfolgt das Ziel einer zwischenbetrieblichen Integration aller an der Erstellung einer Leistung beteiligten Organisationen, unabhängig von ihrer rechtlichen und wirtschaftlichen Selbstständigkeit. Hierdurch sollen Kosten-, Zeit-, Qualitäts- und Flexibilitätsvorteile erzielt werden.4

Das Advanced Planning, welches in modular aufgebauten Softwaresystemen, den Advanced Planning and Scheduling Systems (APS-Systeme) umgesetzt worden ist, bezeichnet eine auf der hierarchischen Planung basierende Planungsmethode mit dem Ziel einen Supply- Chain-weit optimalen Gesamtplan zu erzeugen. Wichtigster Aspekt des Advanced Planning ist eine integrative Sicht der Supply Chain und ein unternehmensübergreifender Ansatz bei der Optimierung.5

Als advanced, also fortschrittlich, sind diese Systeme einerseits zu bezeichnen, weil sie durch Anwendung der hierarchischen Planung bestehende Defizite der bis dato angewandten Sukzessivplanung überwinden, andererseits, weil sie als Ergänzung der bestehenden Enterprise Resource Planning Systems (ERP-Systems) zu sehen sind, die auch weiterhin die Datengrundlage bilden und als ausführende Einheit fungieren.6

Als Sukzessivplanung werden jene Planungsansätze bezeichnet, die ein Gesamtproblem in Teilprobleme zerlegen, die getrennt gelöst werden, und keine Interdependenzen zwischen diesen Teilproblemen berücksichtigen.7 Die Wechselwirkungen können ihre Ursache innerbetrieblich haben (Interdependenzen zwischen lang- und kurzfristiger Planung) oder zwischen den Plänen mehrerer über die Supply Chain verbundener Unternehmen entstehen (Interdependenzen zwischen den Plänen von Kunde und Lieferant).

[...]


1 Vgl. Werner (2002), S. 222ff.; Vgl. Krüger/Steven (2004), S. 175f.

2 Vgl. Günther (2005), S. 38.

3 Vgl. Domschke/Kolisch/Stadtler (2003), S. 3.

4 Vgl. Krüger/Steven (2002), S. 591.

5 Vgl. Corsten/Gössinger (2001a), S. 3.

6 Vgl. Corsten/Gössinger (2001b), S. 32; Vgl. Krüger/Steven (2002), S. 591.

7 Vgl. Corsten/Gössinger (2001a), S. 17ff.

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