Analyse des PMA-Teile-Marktes von Flugzeugtriebwerken

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Details
Autor: Stefan Spieler
Fach: Luft- und Raumfahrttechnik
Institution/Hochschule: Universität Stuttgart (Institut für Flugzeugbau)
Jahr: 2003
Seiten: 76
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 64 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 362 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-54533-4
ISBN (Buch): 978-3-638-68797-3
Zusammenfassung / Abstract
Durch hohen Kostendruck in der Luftfahrtindustrie wird von den beteiligten Unternehmen jede Möglichkeit der Kostensenkung wahrgenommen. Etwa zwei Drittel der Triebwerks-wartungskosten fallen für Ersatzteile an. Da PMA-Teile durchschnittlich etwa 30% günsti-ger sind als Originalersatzteile, nehmen diese einen steigenden Anteil am Ersatzteilmarkt ein. Neben wenigen Beispielen von Kooperationen zwischen PMA-Teile-Herstellern und OEMs überwiegen jedoch die konträren Interessen beider Gruppen. So haben OEMs in den letzten Jahren verschiedene Methoden gezeigt, wie sie der raschen Entwicklung des PMA-Teile-Marktes entgegentreten können: manche OEMs verweigern Garantien bei Verwen-dung von PMA-Teilen, andere schließen gleichzeitig mit dem Verkauf der Triebwerke langfristige Wartungsverträge mit den Airlines ab und sichern sich so ihre zukünftigen Ab-satzwege. Dennoch werden die Marktkräfte die Entwicklung des PMA-Geschäfts weiter vorantrei-ben, wie die im Rahmen dieser Studie durchgeführte Expertenumfrage ergab. Die meisten Befragten zählen das Thema PMA-Teile zu einem der wichtigsten zehn Themen der Luft-fahrtindustrie. Die Teilnehmer glauben, dass PMA-Teile kein besonderes Risiko für die Si-cherheit der Luftfahrt darstellen. Von Triebwerks-PMA-Teilen wird eine Wachstumsrate von 10% pro Jahr erwartet, bis im Jahr 2015 ein Marktanteil von 21% erreicht sein wird. PMA-Teile bieten durchschnittlich ein geschätztes Einsparpotenzial von 31% gegenüber Originalteilen. Die Hauptgründe für den Bezug von PMA-Teilen sind Preis und Lieferzeit. Der PMA-Teile-Markt wird weiter wachsen und eine negative Auswirkung auf die finan-zielle Situation der OEMs haben. Diese werden Gewinneinbußen von etwa 10% hinneh-men müssen. Schlagwörter: PMA, PMA-Teile
Textauszug (computergeneriert)
Analyse des PMA-Teile-Marktes von Flugzeugtriebwerken
von: Stefan Spieler
Inhaltsverzeichnis
Kurzreferat
Abstract
Einleitung 1
Teil 1 – Der PMA-Teile-Markt 3
1. Grundlagen und Definitionen 4
2. Das Umfeld – Der MRO Markt 5
2.1 Triebwerks-Überholung 6
2.2 Markttrends 8
3. Die Akteure des PMA-Markts 13
3.1 PMA-Teile-Hersteller 13
3.2 OEMs 15
3.3 Airlines 18
4. Rechtliche Bestimmungen über PMA-Teile 20
4.1 US-Vorschriften 20
4.2 Internationale Vorschriften 23
4.3 Gewährleistung 26
5. Marktentwicklung 29
5.1 Marktbeschreibung 29
5.2 Einsatzgebiet von PMA-Teilen 29
5.3 Wirtschaftliche Auswirkungen auf die OEMs 31
Teil 2 – Expertenbefragung zum Thema PMA-Teile 35
1. Zweck 36
2. Entwicklung und Durchführung 37
2.1 Online-Marktforschung 37
2.2 Teilnehmer 40
2.3 Informationskanäle 42
2.4 Aufbau des Fragebogens 42
3. Auswertung und Ergebnisse 43
3.1 Auswertungsprogramme 43
3.2 Vorbereitung der Daten 43
3.3 Ergebnisse der einzelnen Fragen 44
4. Diskussion und Zusammenfassung 57
4.1 Erkenntnisse 57
4.2 Schlussfolgerungen für die Akteure 57
Literatur- und Quellenverzeichnis 60
Anhang 65
Abkürzungsverzeichnis
AMC = Authorized Maintenance Center
ARAC = Aviation Rulemaking Advisory Committee
ASA = Airline Supplies Association
ATA = Air Transportation Association
CFMI = CFM International, Triebwerkshersteller
DER = Designated Engineering Representative
ECAC = European Civil Aviation Conference
FAA = Federal Aviation Administration
FAR = Federal Aviation Regulations
FIS = Fabrication Inspection System
GE = General Electric, Triebwerkshersteller
GEAE = General Electric Aircraft Engines
IAE = International Aero Engine, Triebwerkshersteller-Konsortium
IATA = International Air Transport Association
ICAO = International Civil Aviation Organization
JAA = Joint Aviation Administration
JAR = Joint Aviation Requirement
JAR-E = Joint Aviation Requirement on Engines
LHT = Lufthansa Technik
MARPA = Manufacturer Approved Replacement Parts Association
MRO = Maintenance, Repair and Overhaul
MTU = Maschinen- und Turbinenunion
OEM = Original Equipment Manufacturer
PAH = Production Approval Holder
PMA = Parts Manufacturer Approval
PMAH = Parts Manufacturer Approval Holder
P&W = Pratt&Whitney, Triebwerkshersteller
RR = Rolls-Royce, Triebwerkshersteller
SPSS = Statistik-Software
UAL = United Airlines
WWW = World Wide Web
Kurzreferat
Durch hohen Kostendruck in der Luftfahrtindustrie wird von den beteiligten Unternehmen jede Möglichkeit der Kostensenkung wahrgenommen. Etwa zwei Drittel der Triebwerkswartungskosten fallen für Ersatzteile an. Da PMA-Teile durchschnittlich etwa 30% günstiger sind als Originalersatzteile, nehmen diese einen steigenden Anteil am Ersatzteilmarkt ein.
Neben wenigen Beispielen von Kooperationen zwischen PMA-Teile-Herstellern und OEMs überwiegen jedoch die konträren Interessen beider Gruppen. So haben OEMs in den letzten Jahren verschiedene Methoden gezeigt, wie sie der raschen Entwicklung des PMATeile- Marktes entgegentreten können: manche OEMs verweigern Garantien bei Verwendung von PMA-Teilen, andere schließen gleichzeitig mit dem Verkauf der Triebwerke langfristige Wartungsverträge mit den Airlines ab und sichern sich so ihre zukünftigen Absatzwege. Dennoch werden die Marktkräfte die Entwicklung des PMA-Geschäfts weiter vorantreiben, wie die im Rahmen dieser Studie durchgeführte Expertenumfrage ergab. Die meisten Befragten zählen das Thema PMA-Teile zu einem der wichtigsten zehn Themen der Luftfahrtindustrie. Die Teilnehmer glauben, dass PMA-Teile kein besonderes Risiko für die Sicherheit der Luftfahrt darstellen. Von Triebwerks-PMA-Teilen wird eine Wachstumsrate von 10% pro Jahr erwartet, bis im Jahr 2015 ein Marktanteil von 21% erreicht sein wird. PMA-Teile bieten durchschnittlich ein geschätztes Einsparpotenzial von 31% gegenüber Originalteilen. Die Hauptgründe für den Bezug von PMA-Teilen sind Preis und Lieferzeit. Der PMA-Teile-Markt wird weiter wachsen und eine negative Auswirkung auf die finanzielle Situation der OEMs haben. Diese werden Gewinneinbußen von etwa 10% hinnehmen müssen.
Schlagwörter: PMA, PMA-Teile
Abstract
High cost pressure in aerospace industry forces enterprises to drop costs wherever possible. About two thirds of engine maintenance costs are for spare parts. Since PMA-parts averagely cost about 30% less than OEM-parts, they take away more and more share of the spare parts business from the OEMs. There are few examples of cooperation between PMA -parts-manufacturers and OEMs, but mostly contrary interests of both groups prevail. In recent years OEMs showed different methods how to tackle the development of the PMA -parts-business. Some OEMs refused warranties when the use of PMA-parts was discovered, others concluded long-term agreements with airlines when engines were sold, so that their future revenues are secure. But market-forces will further push the development of PMA-business, according to the survey conducted for this study. PMA parts are generally considered a top aerospace industry issue. Survey participants believe they do not represent a specific risk to aviation safety. Engine PMA parts’ market growth will range around 10% p.a. until a market share of 21% is reached. PMA parts offer a 31% cost saving compared to OEM spares. Price is the number one reason to procure PMA parts followed by parts availability. The PMA-parts-market will grow further and will have an impact on the financial situation of the OEMs. This growth will cause a loss of profit of about 10%.
Key Words
PMA, PMA-parts
Einleitung
Die Luftfahrtindustrie bleibt weiterhin starken Veränderungen ausgesetzt. Bereits vor dem 11. September 2001 haben sinkende Passagierzahlen erste Hinweise auf einen Abwärtstrend gegeben. Seither hat sich dieser Trend verfestigt, massive Konsolidierung und Umstrukturierung sind voll im Gange. Eine Folge davon war, dass Swiss Air, United Airlines, Sabena und U.S. Airways einen Insolvenzantrag stellen mussten. Allein in den Vereinigten Staaten musste die Luftfahrtindustrie im Jahr 2001 acht Milliarden US-Dollar Umsatzeinbußen hinnehmen.
Airlines haben geringfügigen bzw. keinen Einfluss auf die Treibstoffkosten oder die Erstinvestition für Flugzeuge. Ebenso wenig können Wartungsmaßnahmen eingeschränkt oder Arbeitskosten verringert werden. Um die finanzielle Situation zu kontrollieren, bleiben nicht viele Variablen übrig. Eine davon sind die Kosten für Ersatzteile. So ist es nicht verwunderlich, dass nach billigeren Alternativen für OEM-Teile, die eine extrem hohe Gewinnmarge beinhalten, gesucht wird. PMA-Teile sind Ersatzteile, welche nicht vom Originalhersteller stammen. Da PMA-Teile laut Expertenschätzungen durchschnittlich etwa 31% billiger sind als OEM-Teile, werden sie zunehmend als Alternative wahrgenommen. Obwohl sich PMA-Teile in den letzten 10 Jahren stark etabliert haben - z.B. benutzen inzwischen über 40 der 50 größten Fluggesellschaften PMA-Teile - gibt es noch sehr wenig Informationen über die Entwicklung und Größe dieses Marktes und die beteiligten Unternehmen. Diese Studie beschäftigt sich deshalb in zwei separaten Teilen mit dem PMA-Teile-Markt: Der erste Teil beschreibt den Markt an sich. Hierzu wurden mittels Sekundärforschung die wenigen über PMA-Teile verfügbare Informationen gesammelt und zusammengefasst. Dabei wurden vier Teilziele verfolgt.
1. Nach einer grundlegenden Einführung und Definitionen wird das Umfeld des PMATeile- Marktes, der MRO-Markt, beschrieben. Dabei werden insbesondere die wesentlichen Trends identifiziert und erläutert.
2. Anschließend werden die am PMA -Teile-Markt beteiligten Akteure und deren Interessen vorgestellt.
3. Das dritte Teilziel ist die Beschreibung der rechtlichen Rahmenbedingungen von PMA-Teilen, sowohl in den Vereinigten Staaten als auch außerhalb.
4. Der vierte Unterabschnitt des ersten Teils macht die Bedeutung von PMA-Teilen unter Berücksichtigung des globalen Wettbewerbsumfeldes deutlich. Der PMA-Markt, dessen Entwicklung und seine Auswirkung auf die finanzielle Situation der OEMs werden thematisiert.
Im zweiten Teil dieser Studie wird dargestellt, wie durch Primärforschung in Form einer WWW-Expertenbefragung sowohl weitere Daten erhoben als auch wichtige noch nicht ausreichend gesicherte Erkenntnisse verifiziert wurden. Nach einer allgemeinen Einführung und der Erläuterung verschiedener Marktforschungsmethoden wird konkret auf die Entwicklung, Durchführung und die anschließende Auswertung der Expertenbefragung eingegangen. Der Untersuchungsgegenstand dieser Befragung lässt sich in fünf Teilbereiche gliedern:
1. Relevanz der PMA-Teile und das mit ihnen verbundene Risiko
2. Erwartetes Wachstum des PMA-Teile-Marktes und dessen Marktanteil
3. Kostensenkungspotenzial durch PMA-Teile
4. Gründe für den Bezug von PMA-Teilen
5. Themen, die den PMA-Teile-Markt nachteilig beeinflussen
Abschließend werden die wichtigsten Erkenntnisse dieser Studie zusammengefasst und Schlussfolgerungen für die einzelnen Akteure gezogen. Der Leser soll durch diese Arbeit einen Überblick über den PMA-Teile-Markt erhalten. Viele Themen werden nur angesprochen und nicht ausführlich behandelt, um den Rahmen einer Studienarbeit nicht zu sprengen. Für interessierte Leser, die zu gewissen Themen noch mehr Informationen benötigen, werden im Anhang Angaben zu weiterführender Literatur gegeben.
Teil 1 – Der PMA-Teile-Markt
1. Grundlagen und Definitionen
In diesem Kapitel werden wichtige Begriffe erläutert, die in dieser Studie häufig verwendet werden. Um dem Leser das Verständnis zu erleichtern, werden weitere eventuell unklare Begriffe im Text oder in der Fußzeile der jeweiligen Seite erläutert.
MRO
Unter MRO-Markt (Maintenance-, Repair-, and Overhaul-Markt) wird der gesamte Markt der Wartung, Reparatur und Überholung incl. Ersatzteile verstanden. Im Folgenden wird die englische Abkürzung (MRO) verwendet, da sie in der Luftfahrtindustrie üblich ist.
Aftermarket
In ähnlichem Zusammenhang wird das Wort Aftermarket verwendet. Dieser Begriff bezeichnet den gesamten Markt, der nach dem Kauf eines Flugzeugtriebwerkes in Erscheinung tritt. In erster Linie ist dies der MRO-Markt. Auch dieses englische Wort ist in der Luftfahrtindustrie anerkannt und wird deshalb in der englischen Form verwendet.
OEM
Als OEM (Original Equipment Manufacturer) wird ein Unternehmen bezeichnet, welches ein bestimmtes Bauteil maßgeblich entwickelt hat. Im Text wird die Abkürzung OEM benutzt, da dies eine in der gesamten Industrie gängige Abkürzung ist.
PMA
PMA steht für „Parts Manufacturer Approval“, also eine Genehmigung für Teile- Hersteller. Sie wird benötigt, wenn ein Hersteller beabsichtigt, Ersatzteile herzustellen, die in zugelassenen Fluggeräten zum Einsatz kommen sollen. So lange die PMA-Teile von der FAA genehmigt sind 1, können diese legal jedes Originalteil ersetzen. Diese Genehmigung wird nur für Bauteile erteilt, die nachweislich dem Originalteil gleichwertig sind (oder besser) 2. Die Aussagen dieser Studie beschränken sich auf PMA-Teile für Flugzeugtriebwerke, sind jedoch größtenteils für PMA-Teile im Allgemeinen gültig.
2. Das Umfeld – Der MRO Markt
[...]
1 Mehr über Regulierungen bei PMA-Teilen sind in Kapitel I.4.1 zu finden
2 Über die Möglichkeiten des Nachweises vgl. I.4.1.3
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