America's Children: Key National Indicators of Well-Being 2003: Der US-Interagency-Bericht zur Kinder- und Jugendgesundheit im Diskurs

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Details

Titel: America's Children: Key National Indicators of Well-Being 2003: Der US-Interagency-Bericht zur Kinder- und Jugendgesundheit im Diskurs
Autor: M.Sc. Rena Truschinski
Fach: Gesundheitswissenschaften
Veranstaltung: Studiengang Gesundheitswissenschaften - Gesundheitsberichterstattung
Institution/Hochschule: Hochschule Neubrandenburg (Fachbereich Gesundheit und Pflege)
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 82
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 74  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 457 KB
Archivnummer: V61018
ISBN (E-Book): 978-3-638-54564-8
ISBN (Buch): 978-3-638-68054-7

Zusammenfassung / Abstract

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen steht im Vordergrund jeder Gesellschaft. Damit dies effektiv und zielführend erreicht werden kann, nutzt die Gesundheitspolitik die Gesundheitsberichterstattung (GBE). Gesundheitspolitische Entscheidungen müssen jedoch gemäß der gesundheitlichen Situation und Entwicklungen der – in diesem Fall – Kinder und Jugendlichen getroffen werden, die von Land zu Land aufgrund gesellschaftlicher Besonderheiten sowie verschiedener Gesundheits- und Datensysteme variieren. Vor diesem Hintergrund setzt sich die vorliegende Arbeit im Rahmen des Konzepts der GBE mit dem Thema Kinder- und Jugendgesundheit in den USA auseinander. Sie diskutiert die gesundheitliche Lage der US-Kinder bezüglich der Differenzierung nach der Rasse/ethnische Gruppe, die prekäre Handlungsfelder für die US-Gesundheitspolitik darstellen. Dies zeigt zeigt sich hinsichtlich der Indikatoren: Rauchen, Übergewicht, Bildung, Säuglingssterblichkeit und Gewaltverbrechen. Insbesondere die Indikatoren „Höhere Bildung“ oder „Säuglingssterblichkeit“ bestätigten einen sozialen Gradienten zwischen den US-Bevölkerungsgruppen. Der US-Bundesberichts „America´s Children“ ist ein indikatorenbasierter Bundesbericht, den Vertreter der US-Bundesstatistik- und Bundesforschungsbehörden gemeinsam im Rahmen eines sog. Interagency Forums erstellt haben. Diese Berichtsform zu dieser spezifischen Zielgruppe existiert in Deutschland noch nicht, so dass dieser Beitrag eine aktuelle Gültigkeit und Relevanz erfährt. Das Interagency Forum produziert den Bericht seit 1997 jährlich, wobei spezielle Kernindikatoren konzipiert wurden und werden, die kritische Aspekte aus dem Leben der US-Kinder reflektieren. Basis für die Indikatorenentwicklung bilden Daten, die seit den 70-iger bzw. 80-iger Jahren in Form von Surveys oder amtlichen Statistiken erhoben werden. Diese relativ lange Tradition von Datenerhebungen ermöglicht es dem Bericht, die Kernindikatoren überwiegend im Trend darzustellen. Die kooperative und zentrale Organisationsstruktur sowie die Konzeption des Berichts machen dieses Produkt der GBE zur Kindergesundheit einzigartig. Damit verkörpert der Bericht „America´s Children“ einen Bericht, den es in Deutschland bislang noch nicht gibt, da sich die deutsche GBE zur Kindergesundheit auf Bundesebene mit der KIGGS-Studie des RKI erst im Aufbau befindet. Insgesamt lässt der Bericht erkennen, dass die USA über etliche Jahre mehr Erfahrung in der GBE verfügt als Deutschland.

Textauszug (computergeneriert)

America′s Children: Key National Indicators of Well-Being
2003: Der US-Interagency-Bericht zur
Kinder- und Jugendgesundheit im Diskurs

von: Rena Truschinski

 


INHALT

1 Aufgabenstellung und Zielsetzung

2 Die Berichterstattung zur Kinder- und Jugendgesundheit: Ursprünge, Relevanz und Stand

3 Hintergründe und Rahmenbedingungen zu „America’s Children“

3.1 Charakteristiken des Berichts
3.2 Die Präventionspolitik der USA und Brennpunkte der gesundheitlichen Lage
3.3 Das US-statistische System

4 Die Organisation des Berichts „America´s Children“

4.1 Struktur und Darstellung
4.2 Methodenspezifische Aspekte

4.2.1 Indikatoren: Begriff und Qualitätskriterien
4.2.2 Die Population des Berichts nach den Merkmalen Alter und Rasse/ethnische Gruppe
4.2.3 Die Datenquellen des Berichts

5 Wie gut geht es den Kindern in den USA?

5.1 „Charakteristik der Bevölkerung und der Familien“: Bedeutung der Lebenszusammenhänge für die Gesundheit
5.2 Beschreibung der gesundheitlichen Lage und Trends anhand

6 ausgewählter Indikatoren

5.2.1 Zugang zur Gesundheitsversorgung
5.2.2 Epidemiologische Daten zur Säuglingssterblichkeit
5.2.3 Die verhaltensbedingten Risikofaktoren: Übergewicht, Rauchen und Kriminalität.
5.2.4 Bildung und Wohlbefinden

6 Fazit

7 Literatur
 

 


ABKÜRZUNGEN

AOLG = Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden
BMG = Bundesministerium für Gesundheit
CDC = Centers for Disease Control and Prevention
EPA = Environmental Protection Agency
FIFCFS = Federal Interagency Forum on Child and Familiy Statistics
GAO = General Accounting Office
GBE = Gesundheitsberichterstattung
KIGGS = Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland
MCHB = Maternal Child Health Bureau
NCCAI = North Carolina Child Advocacy Institute
NCCDPHP = National Center for Chronic Disease and Prevention and Health Promotion
NCHS = National Center for Health Statistics
NC OIM = North Carolina Institute of Medicine
NICH = National Institute of Child Health
OMB = Office of Management and Budget
RKI = Robert-Koch-Institut
StBA = Statistisches Bundesamt
SVR = Sachverständigenrat für die Konzentrierte Aktion im Gesundheitswesen


 

 

1 AUFGABENSTELLUNG UND ZIELSETZUNG

Auf Basis des US-Bundesberichts „America´s Children: Key National Indicators of Well-Being 2003“ setzt sich die vorliegende Arbeit im Rahmen des Konzepts GBE mit dem Thema Kinder- und Jugendgesundheit in den USA auseinander. Dieser Bericht ist ein indikatorenbasierter Bericht, den ein sog. Interagency Forum erstellte. Diese Berichtsform zu dieser spezifischen Zielgruppe existiert in Deutschland noch nicht, so dass der Bericht „America`s Children“ in dieser Abhandlung referiert werden soll. Vor dem Hintergrund, dass sich Gesundheitsindikatorenkonzepte bzw. Kernindikatoren gegenwärtig international und national als eine mit vielen Vorzügen ausgestattete Variante der Datenhaltung durchsetzen (BARDEHLE 1998, S. 149f.), erfährt dieser Beitrag eine aktuelle Gültigkeit und Relevanz. Dies wird durch den Fokus auf die Kinder- und Jugendgesundheit, den diese Arbeit setzt, unterstützt, denn die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen ist ein Thema mit einer hohen gesundheitspolitischen Bedeutung und Aktualität sowohl im nationalen als auch im internationalen Raum. So erklärt die UN-Kinderrechts-Konvention, „[…] dass das Kind den höchsten erreichbaren Standard an Gesundheit (Artikel 24,1) und das Recht auf eine sichere Umwelt hat.“ Die Konvention unterstreicht die gesellschaftliche Verantwortung, Kinder zu schützen und ihnen die notwendigen Unterstützungen zu geben. (NETZWERK KINDERGESUNDHEIT UND UMWELT 2004, S. 63) Das Wohl der Kinder und Jugendlichen steht im Vordergrund jeder Gesellschaft. Damit dies effektiv und zielführend erreicht werden kann, nutzt die Gesundheitspolitik die GBE. Gesundheitspolitische Entscheidungen müssen jedoch gemäß der gesundheitlichen Situation und Entwicklungen der – in diesem Fall – Kinder und Jugendlichen getroffen werden, die von Land zu Land aufgrund gesellschaftlicher Besonderheiten sowie verschiedener Gesundheits- und Datensysteme variieren.

Vor diesem Hintergrund führt die vorliegende Arbeit dem Leser die gesundheitliche Lage der US-Kinder vor Augen. Dies soll anhand des Berichts „America´s Children“ umgesetzt werden, wozu diese Arbeit nötige berichts- und einige landesspezifische Hintergrundinformationen liefert und letztlich mittels 6 ausgewählter Indikatoren das Wohl der US-Kinder beschreibt. Zunächst wirft diese Abhandlung einen vertiefenden Blick auf die gesundheitspolitische Relevanz der Kinder- und Jugendgesundheit und erörtert, worum es der heutigen Gesundheitspolitik im Besonderen geht. In diesem Kontext wird ein kurzer historischer Abriss bezüglich der Kindergesundheit gegeben, das Konzept GBE reflektiert und Aufgaben sowie Ziele der GBE benannt. Anschließend nimmt die vorliegende Arbeit deutsche und USamerikanische Berichte zur Kinder- und Jugendgesundheit nach den Kriterien Jahr der ersten Erscheinung und Berichtsturnus unter Augenschein, um Aussagen zum Stand der GBE hinsichtlich der Kinder- und Jugendgesundheit treffen und diesen eingehender beurteilen zu können. (Gliederungspunkt 2)

Nach den einführenden allgemeinen Grundlagen zur Kinder- und Jugendgesundheit stellt Gliederungspunkt 3 Hintergründe und Rahmenbedingungen zum Bericht „America´s Children“ vor. Darin werden die Besonderheiten des Berichts sowie die entsprechende gesetzliche Grundlage vorgestellt. Zugleich geht Punkt 3.2 auf die US-Gesundheitspolitik ein und diskutiert drei Aspekte, die die präventiv ausgerichtete Gesundheitspolitik maßgeblich begründen. Gliederungspunkt 3 endet mit der Ausführung zum US-statistischen System, auf dessen Grundlage der Bericht „America´s Children“ erstellt worden ist. Das US-Statistik-System unterscheidet sich vom deutschen Daten- und Informationssystem, so dass eine kurze Einführung zum Verständnis erforderlich ist.

Nach den Hintergrundinformationen geht die vorliegende Arbeit explizit auf Aspekte betreffend der Organisation des Berichts ein (Gliederungspunkt 4). Dazu wird der konzeptionelle Aufbau sowie die Darstellung des Berichts näher betrachtet. Dem gefolgt werden methodenspezifische Gesichtspunkte untersucht, wobei der Begriff Indikatoren definiert und die Population des Berichts nach den Merkmalen Alter und Rasse/ethnische Gruppe dargelegt wird. Zudem werden die Datenquellen, die für die Präsentation der Ergebnisse zur gesundheitlichen Lage der US-Kinder relevant sind, vorgestellt.

Punkt 5 der vorliegenden Arbeit stellt ausgewählte Ergebnisse des Berichts „America´s Children“ vor und gibt Auskunft darüber, wie gut es den Kindern in den USA geht. Zur Beschreibung der gesundheitlichen Lage sowie Entwicklungen wurde der Zugang zur Gesundheitsversorgung, die Säuglingssterblichkeit, verhaltensbedingte Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen und Kriminalität sowie der Einfluss der Bildung auf das Wohlbefinden ausgewählt. Abschließend (Punkt 6) resümiert diese Arbeit wesentliche Ergebnisse zum Wohl der Kinder im Zusammenhang mit gesundheitspolitischen Aspekten. Zudem werden aus den Ergebnissen Schlussfolgerungen gezogen, eine Bewertung des Berichts „America´s Children“ vorgenommen und einen kurzen Ausblick gegeben.

2 DIE BERICHTERSTATTUNG ZUR KINDER- UND JUGENDGESUNDHEIT: URSPRÜNGE, RELEVANZ UND STAND

Mit der Berichterstattung zur gesundheitlichen Lage und Entwicklungen der Kinder und Jugendlichen knüpfen Akteure der GBE sowie die Gesundheitspolitik an den moralisch hohen Werten an, die Gesellschaften mit Kindern assoziieren. Kinder sind die „wertvollste Ressource“ einer Nation (FIFCFS 2003, S. I) sowie „unsere Zukunft“ (SOZIALMINISTERIUM BADEN-WÜRTTEMBERG 2000, S. 5). Die Erhaltung, Verbesserung und Förderung der Gesundheit ist die politische Aufgabe jedes Landes, da dies gleichzeitig „eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft bedeutet“ (MA-L DEZERNAT FÜR GESUNDHEITSPLANUNG 2000, S. 9). Der Aspekt Gesundheitsförderung, der gesundheitspolitisches Anliegen ist, sowie der Titel des im Rahmen dieser Arbeit zu untersuchenden Berichts „America´s Children: Key National Indicators of Well-Being 2003“ akzentuieren das Wohlbefinden, welches die Gesundheit bestimmt. Dies erinnert an die viel zitierte Gesundheitsdefinition der WHO, die Gesundheit mit positiven Assoziationen verknüpft und es gegenüber Krankheit abgrenzt: „Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ Auf diese Definition von Gesundheit stützt sich der Bericht „America´s Children“, obwohl viele Wissenschaftler die WHO-Definition kritisieren, da sie statisch angelegt ist und den Zustand (weniger die Dynamik), die subjektiven Aspekte der Gesundheit (weniger die objektivierbaren Daten) und die Vollkommenheit betont, wodurch es ihr insgesamt an Operationalisierbarkeit mangelt und zu utopisch ist (vgl. LOHAUS 1993, S. 7f.). Sie stellt jedoch heraus, dass es der heutigen Gesundheitspolitik um das körperliche, seelische und soziale Wohlsein geht und damit vordergründig um Lebensqualität statt Lebensdauer.

Die Verlängerung des Lebens bzw. die Vermeidung des frühen Todes war in der Zeit der Seuchen- und Infektionskrankheiten (wie Tuberkulose, Pocken, Poliomyelitis, Scharlach, Diphterie, Gonorrhoe, Syphilis, Gastroenteritis, Meningitis, Wundstarrkrampf, Wochenbettfieber) lange gesundheitspolitisches Hauptanliegen gewesen. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts kämpfte die Bevölkerung bzw. der Staat gegen eine hohe Säuglings-, Kinder- und Müttersterblichkeit, die mittlerweile zurückgedrängt werden konnte. Die Säuglingssterblichkeit ist von ca. 21% auf 0,5% gesunken, die Mortalität von Kindern im Alter zwischen 1 und 15 Jahren von 1% auf etwa 0,02% und die Müttersterblichkeit war vor hundert Jahren mehr als 50mal so hoch wie heute (vgl. KURTH et al. 2002, S. 852).

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