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Scholary Paper (Seminar), 2005, 12 Pages
Author: Jerome Zackell
Subject: History - Early and Ancient History
Details
Institution/College: University of Dusseldorf "Heinrich Heine" (Historisches Seminar)
Tags: Konstantinische, Wende, Staat, Christen
Year: 2005
Pages: 12
Grade: 2,67
Bibliography: ~ 6 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-54609-6
ISBN (Book): 978-3-638-77958-6
File size: 135 KB
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Abstract
Welche Ereignisse führten zur „Wende“ in der Religionspolitik des Römischen Reiches? Was waren die konkreten Maßnahmen und was die Folgen der Konstantinischen Wende? Diese Fragen werden in der vorliegenden Arbeit disskutiert und beantwortet. Die Konstantinische Wende lässt sich nicht auf einen Zeitpunkt festlegen, sondern war ein langer Prozess, der mit dem so genannten Toleranzedikt des römischen Kaisers Galerius von April 311 begann und auch nach dem Tod Konstantins 337 noch nicht beendet war. Ein erster Wendepunkt in der Religionspolitik war das galerianische Edikt deshalb, weil es das Ende der Christenverfolgungen bedeutete und das Christentum zu einer religio licita - eine vom Staat offiziell geduldete und zugelassene Religion – wurde. Um diese Maßnahme und die in den folgenden Jahren von Konstantin getroffenen Entscheidungen zu verstehen, ist es zunächst notwendig auf die Umstände im Römischen Reich zu dieser Zeit einzugehen. Im weiteren beschäftige ich mich mit der Schlacht an der Milvischen Brücke und Konstantins Visionen, da diese Ereignisse in der Fachliteratur zum grössten Teil eine herausragende Rolle spielen und Anlässe zu Diskussionen bieten. Im dritten Abschnitt des Hauptteils geht es dann um Konstantins Verwicklungen in die christliche Kirche. Wo zeigte er Iniziative, wo überliess er die interne Kirchenpolitik den Bischöfen? Um den heutigen Forschungsstand über die Konstantinischene Wende aufzuzeigen, sind die Werke von Bleiken, Bleckmann, Dassmann und Hausammann zu nennen. Das von Kraft herausgegebene Buch „Konstantin der Grosse“ zeigt die Entwicklung der Forschung vom 19. bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts und enthält mit dem Aufsatz „Die „Bekehrung“ Konstantins des Großen“ von Henri Grégoire einen oft zitierten Gegenpol zu der auf Konstantin fokussierten Sichtweise. Die Grundlage für die in der Literatur aufgestellten Thesen sind stets Eusebius von Caesarea, Laktanz und Eutropius. Wobei Eusebius und Laktanz zu den christlichen Autoren gezählt werden und Eusebius zu den heidnischen Autoren gerechnet wird.1 Der Tod Konstantins stellt in dieser Arbeit das Ende des Zeitrahmens dar, denn das Fundament (nämlich die „Wende“) für die enge Bindung der Kirche an den Staat ist zu diesem Zeitpunkt längst gelegt und die Nachfolger Konstantins – mit Ausnahme der Herrschaft des Kaisers Julian (361-363 n. u. Z.), der die heidnischen Religionen restaurieren wollte - bauten auf ihm die weltumstannende christliche Kirche auf.
Excerpt (computer-generated)
HHU Düsseldorf, Wintersemester 2004/2005
Historisches Seminar III, Abteilung: Alte Geschichte
Proseminar: Der römische Staat und die Christen
Die Konstantinische Wende
von: Jerome Zackell
Inhalt
Einleitung 2
Hauptteil
I. Konstantins Zeit - Historischer Kontext 3
II. Die Visionen Konstantins 5
III. Konstantins Christenpolitik 7
Schlussbetrachtung 10
Literaturverzeichnis 11
Einleitung
Welche Ereignisse führten zur „Wende“ in der Religionspolitik des Römischen Reiches? Was waren die konkreten Maßnahmen und was die Folgen der Konstantinischen Wende? Diese Fragen werden in der vorliegenden Arbeit disskutiert und beantwortet. Die Konstantinische Wende lässt sich nicht auf einen Zeitpunkt festlegen, sondern war ein langer Prozess, der mit dem so genannten Toleranzedikt des römischen Kaisers Galerius von April 311 begann und auch nach dem Tod Konstantins 337 noch nicht beendet war. Ein erster Wendepunkt in der Religionspolitik war das galerianische Edikt deshalb, weil es das Ende der Christenverfolgungen bedeutete und das Christentum zu einer religio licita - eine vom Staat offiziell geduldete und zugelassene Religion – wurde. Um diese Maßnahme und die in den folgenden Jahren von Konstantin getroffenen Entscheidungen zu verstehen, ist es zunächst notwendig auf die Umstände im Römischen Reich zu dieser Zeit einzugehen. Im weiteren beschäftige ich mich mit der Schlacht an der Milvischen Brücke und Konstantins Visionen, da diese Ereignisse in der Fachliteratur zum grössten Teil eine herausragende Rolle spielen und Anlässe zu Diskussionen bieten. Im dritten Abschnitt des Hauptteils geht es dann um Konstantins Verwicklungen in die christliche Kirche. Wo zeigte er Iniziative, wo überliess er die interne Kirchenpolitik den Bischöfen?
Um den heutigen Forschungsstand über die Konstantinischene Wende aufzuzeigen, sind die Werke von Bleiken, Bleckmann, Dassmann und Hausammann zu nennen. Das von Kraft herausgegebene Buch „Konstantin der Grosse“ zeigt die Entwicklung der Forschung vom 19. bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts und enthält mit dem Aufsatz „Die „Bekehrung“ Konstantins des Großen“ von Henri Grégoire einen oft zitierten Gegenpol zu der auf Konstantin fokussierten Sichtweise. Die Grundlage für die in der Literatur aufgestellten Thesen sind stets Eusebius von Caesarea, Laktanz und Eutropius. Wobei Eusebius und Laktanz zu den christlichen Autoren gezählt werden und Eusebius zu den heidnischen Autoren gerechnet wird.1
Der Tod Konstantins stellt in dieser Arbeit das Ende des Zeitrahmens dar, denn das Fundament (nämlich die „Wende“) für die enge Bindung der Kirche an den Staat ist zu diesem Zeitpunkt längst gelegt und die Nachfolger Konstantins – mit Ausnahme der Herrschaft des Kaisers Julian (361-363 n. u. Z.), der die heidnischen Religionen restaurieren wollte - bauten auf ihm die weltumstannende christliche Kirche auf.
Hauptteil
I. Konstantins Zeit - Historischer Kontext
Das von Kaiser Diokletian (229-313 n. u. Z.) initiierte Mehrkaisermodell, in dem jeweils zwei augusti und caesares die Macht ausübten, brachte dem Römischen Reich nach einer Phase der Unbeständigkeit und militärischer Niederlagen wieder eine Festigung. Nachdem Diokletian Maximian (um 250-310 n. u. Z.) zum Augustus des Westreiches erhoben hatte, wurden Constantius (um 250-306 n. u. Z.) und Galerius (um 240-311 n. u. Z.) zu den beiden caesares in der heute „Tetrarchie“ genannten Herrschaftsform.2 Als im Jahr 305 Diokletian und gezwungenerweise auch Maximian von ihren Ämtern zurücktraten, stiegen Constantius und Galerius zu augusti auf. Die neuen caesares wurden Maximinus Daia und der Offizier Severus, wobei die Söhne Maximians und des Constantius - Maxentius und Konstantin - übergangen wurden.3 Nach dem Tod des Constantius im Jahr 306 und dem gewaltsamen Tod des Severus, war das gerade erst gefundene Geflecht, welches das Römische Reich zusammenhalten sollte, schon wieder zerfallen. Um 310 stellte sich die Situation wie folgt dar: Es gab vier legitime augusti, nämlich Galerius, Licinius, Konstantin und Maximinus Daia. Dazu kam noch Maxentius, der sich Italien und Afrika als nicht legitimierter Usurpator zu eigen gemacht hatte. Galeruis, der der erfahrenere - weil ältere - der beiden augusti war, stand in der Hierachie an erster Stelle. Er erliess im April 311 ein Toleranzedikt, dass nicht nur die Verfolgungen der Christen stoppte, sondern das Christentum zu einer geduldeten Glaubensrichtung machte. Da Galeruis im selben Jahr nach schwerer Krankheit verstarb, sprechen die christlichen Quellen von einer späten Reue des Galerius und seine Krankheit wird als himmlische Vergeltung dargestellt.
[...]
1 Hausammann, Susanne: Alte Kirche, Zur Geschichte und Theologie in den ersten vier Jahrhunderten, Band 2 – Verfolgungs und Wendezeit der Kirche, Gemeindeleben in der Zeit der Christenverfolgungen und Konstantinische Wende, S. 187
2 Bleckmann, Bruno: Konstantin der Große, S. 27/28
3 Bleckmann, Bruno: Konstantin der Große, S. 41
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