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Wolle als Rohstoff- Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu anderen Naturfasern in Bezug auf Gewinnung, Verarbeitung, Eigenschaften und Verwendung

Autor: Kathrin Dubas
Fach: Textil, Druck, Werken

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Details

Veranstaltung: Textilgestaltung/Textilwissenschaft
Institut: Köln (Erziehungswissenschaftliche Fakultät)
Tags: Wolle, Rohstoff-, Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Naturfasern, Bezug, Gewinnung, Verarbeitung, Eigenschaften, Verwendung, Textilgestaltung/Textilwissenschaft
Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2001
Seiten: 31
Note: ohne Note
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1162 KB
Archivnummer: V6111
ISBN (E-Book): 978-3-638-13767-6
Anmerkungen :
Sehr dichte Arbeit - einzeiliger Zeilenabstand. 1.282 KB

Textauszug (computergeneriert)

Textilwarenlehre
Textilgestaltung/Textilwissenschaft
WS 2000/01

Wolle als Rohstoff - Gemeinsamkeiten und Unterschiede 
zu anderen Naturfasern in Bezug auf 
Gewinnung, Verarbeitung, Eigenschaften und Verwendung

Kathrin Dubas
2. Semester, Primarstufe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung 1
Beispiele für Tierische Fasern 1
Die Schafwolle 1
Schafrassen und Wollarten 1
Die Gewinnung der Wolle 3
Die Wollfaserstruktur 4
Eigenschaften der Schafwolle 5
Verformbarkeit unter Wärme, Feuchtigkeit und Druck 6
Wolle vermag Feuchtigkeit aufzunehmen, ohne sich nass anzufühlen 6
Wolle ist nicht schmutzanfällig und lädt sich nicht elektrostatisch auf 6
Hohes Wärmerückhaltevermögen auch im nassen Zustand 6
Die Filzkraft der Wolle 6
Dauerhafte Kräuselung 6
Geringe Reißfestigkeit in feuchtem Zustand 7
Unempfindlichkeit gegen Säuren, Empfindlichkeit gegen Laugen 7
Wolle ist besonders anfällig gegen Mottenfraß 7
Wolle ist schwer entflammbar 7
Der Farbechtheit sind bei Wolle Grenzen gesetzt 7
Einsatzgebiete der Wolle 7
Versponnene Wolle 7
Unversponnene Wolle 8
Naturseide 9
Herkunftsländer und Seidenhandel 9
Aufbau der Seidenspinnerraupe 9
Die Gewinnung des Seidenfadens 10
Grège, Organsin und Trame 10
Entbasten und Erschweren 11
Maulbeerseide und Wildseide 11
Versponnene Seiden 12
Die Florett- oder Schappespinnerei 12
Die Bourettespinnerei 12
Eigenschaften der Naturseide 12
Edler Glanz 13
Feinheit und leichtes Gewicht 13
Geschmeidigkeit und Knitterarmut 13
Hohe Elastizität und Festigkeit 13
Isolationsfähigkeit 13
Empfindlichkeit gegen Schweiß, Licht und hohe Temperaturen 13
Empfindlichkeit gegen Säuren und Laugen 13
Gute hygienische Eigenschaften 13
Bezeichnungsgrundsätze 13
Beispiele Pflanzliche Fasern 14
Die Baumwollpflanze 14
Anbau und Gewinnung 14
Der Aufbau der Faser 16
Die Qualität der Faser 16
Eigenschaften der Baumwolle 17
Ausgezeichnete spinntechnische Eigenschaften 17
Hohe Widerstandsfähigkeit gegen mechanische und chemische Einflüsse 17
Hervorragende färberische Eigenschaften 17
Hohe Preiswürdigkeit 17
Geringe Elastizität, Anfälligkeit gegen Knittern 17
Hervorragende hygienische Eigenschaften 18
Wird leicht flusig, lässt sich gut rauen 18
Einsatzgebiete der Baumwolle 18
Feingarne und Grobgarne 18
Einteilung der Baumwollgarne: 18
Feingarne 18
Gekämmte Baumwollgarne 19
Grobgarne 19
Baumwollfeinspinnerei 19
Bezeichnungsgrundsätze 20
Die Pflanze 21
Gewinnung der Faser 21
Bündelfaser und Elementarfaser 23
Leinenspinnerei 24
Eigenschaften des Leinens 24
Hohe Festigkeit in nassem und trockenem Zustand 24
Gut teilbar und gut verspinnbar 24
Unempfindlich gegen Laugen 24
Geringe Anschmutzanfälligkeit 24
Kühler Griff und seidenartiger Glanz 24
Geringe Elastizität 24
Hoher Gewichtsverlust bei der Vollbleiche 24
Unbefriedigende färberische Eigenschaften 25
Noppenbildung beim Spinnprozess 25
Geringe Feuchtigkeitsaufnahme und schnelle Feuchtigkeitsabgabe 25
Leinen ist ein hervorragender Wärmeleiter 25
Verwendung des Leinens 25
Bezeichnungsgrundsätze 26

Literaturverzeichnis 28

 

Einleitung

Das Thema meiner Hausarbeit ist die Zusammenstellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden anderer Naturfasern mit Wolle. Ich habe die Arbeit zunächst in tierische und pflanzliche Naturfasern geteilt und mir als weitere Fasern Seide, Baumwolle und Leinen ausgesucht. Jede dieser Naturfasern hat ihr eigenes Kapitel, in dem ich auf Gewinnung, Verarbeitung, Eigenschaften und Verwendung eingehe. Die Gegenüberstellung der Fasern untereinander geschieht schon in den einzelnen Kapitel, jedoch habe ich die eigentliche Gegenüberstellung zur besseren Übersicht tabellarisch am Ende der Arbeit durchgeführt.

Beispiele für Tierische Fasern

Übersicht der tierischen Fasern:

[Abb. in dieser Online-Vorschau nicht enthalten.]

Die Schafwolle

Der Hauptlieferant der tierischen Wollen ist das Schaf. Der Mensch hat schon in vorgeschichtlicher Zeit versucht, durch Tierfelle seinen Körper vor Kälte zu schützen. Später wurden durch Zusammennähen und Zuschneiden die Felle dem Körper besser angepasst. Bevor durch Verspinnen der Tierhaare eine noch besser angepasste Kleidung entstand, wurde die Wolle durch Verfilzen zusammengefügt. Da die Wolle von Natur aus dem Tierkörper als Wärmeschutz diente, war ihre Verwendung naheliegend. Durch die Kräuselung der Schafwolle wird das Spinnen zum Garn sehr erleichtert. Da das Schaf durch sein dichtes Vlies klimatisch unabhängig war, wurde seine Wolle überall verfügbar. Mit unserer Sesshaftwerdung machten wir das Schaf zu unserem Haustier, es gab schon 9000 Jahre vor unserer Zeitrechnung Schafherden.
Kurz nach der Bronzezeit wurde Wolle versponnen und verwebt. Die Kardendistel die bereits 1000 Jahre v. Chr. zum Rauen der Wolle gebraucht wurde konnte erst im 20. Jahrhundert durch neue Technik ersetzt werden.
Der Gedanke, dass bei den Germanen nur Felle von Tieren als Bekleidung genutzt wurden stimmt nicht. Den "Barbaren" war die Technik der Wollweberei bereits vor der Eroberung durch die Römer bekannt und hochentwickelt, man kannte sogar Gewebe mit teils rechts, teils links gedrehten Garnen und ihre besondere Elastizität.
Im Mittelalter war die Wollweberei der größte Zweig der textilen Manufaktur. Er wurde streng zunftmäßig organisiert. Viele Länder und Städte verdankten ihren Wohlstand der Wolle: der Norden Frankreichs, Flandern und Brabant sowie das Gebiet zwischen Maas und Rhein mit Städten wie Gent, Brügge, Aachen und Köln. Flämische Wollweber brachten ihr Wissen nach Niederschlesien, in die Lausitz, ins Vogtland und nach Thüringen. Ende des 18. Jh. war die Wollweberei in Preußen der zweitgrößte Gewerbezweig nach der Leinenweberei. Die Wollweber gerieten während des 16. Jahrhunderts wegen unredlicher Verarbeitungskniffe in Belgien, Frankreich und im Köln/Aachener Raum in Misskredit; der erreichte Vorsprung der englischen Tuchindustrie konnte erst um 17. Hundert von Deutschland wieder aufgeholt werden. Noch im 20. Jahrhundert mussten in Aachen hergestellte Tuche teilweise nach England exportiert werden, wo sie mit einem Plättstempel als "original englische Ware" versehen wurden bevor sie nach Deutschland zurückkamen.
Durch die Dampfschifffahrt verbilligte und sich der Verkehr und schloss die außereuropäischen Rohstoffländer an die europäischen Märkte an, damit gestattete er den überseeischen Erzeugerländern eine systematische Schafzucht. Heute noch wird auf der nördlichen Halbkugel mehr Wolle verbraucht und weniger Wolle erzeugt als auf der Südhalbkugel.

Schafrassen und Wollarten

Das Schaf gedeiht am besten in Trockengebieten. Geeignete Gebiete sind daher Steppen- und Savannenweiden. Wichtig für das Wachstum der Schafe und deren Wolle sind Klimafaktoren wie: Höhenlage, Niederschlag und Lufttemperatur. Bei zu großer Trockenheit werden feine Fasern brüchig, was vor allem in der Spinnerei Probleme bereitet. Bei weniger als 35 cm Regen/Jahr, braucht ein Schaf 7 ha Weideland, fällt zwischen 35 und 70 cm/Jahr Regen, kann ein ha bis zu 5 Schafe ernähren, in Hochniederschlagszonen sogar 10 Schafe/ha. Die Schafe können sich auch bei extremen Verhältnissen mit geringer Futterversorgung körperlich anpassen.
Schon im Mittelalter begann man mit der systematischen Schafzucht, ihr Sinn und Ziel ist es, die Leistungen der Elterntiere bezüglich Wolle, Fleisch und/oder Milch bei den Nachkommen zu steigern. Es ist leider nicht möglich, Schafrassen zu züchten, bei denen alle Komponenten gleichermaßen optimiert sind. Südafrika und Australien legen in ihrer Züchtung besonderen Wert auf die Wolle, während Neuseeland, Argentinien und Uruguay neben der Wolle auch großen Wert auf Fleischerzeugung legen. Bei der Verbesserung des Wollertrags kommt es auf besonders feine Wollfasern, die überdies sehr ausgeglichen gewachsen sind, an.
Die verschiedenen Wollarten unterscheidet man durch Länge, Dicke, Glanz und Kräuselung. Diese Eigenheitn stehen untereinander in engem Zusammenhang, z.B. sind Matte, stark gekräuselte Wollen gleichzeitig fein und relativ kurz, während glanzreiche Wollen eher glatt, wenig gekräuselt und länger sind. Nicht nur die Rasse der Schafe ist hierfür entscheidend, auch das Klima, in dem das Schaf lebt, bestimmt die Eigenschaften der Wolle. Auch ist die Schafhaltung für feine und extrafeine Wollen, nicht beliebig steigerungsfähig, weil diese Schafe nur in höher gelegenen, kühleren Regionen mit reichlich Regen und grüneren Weiden gedeihen. Diese Bedingungen finden sich z.B. auf der australischen Insel Tasmanien.
Die heutigen Schafrassen, mit großer ausbeute an Wolle, sind das Ergebnis jahrelanger Züchtung und Auslese.
Das Merinoschaf wurde durch die Mauren bereits 700 n. Chr. in Spanien aus dem einheimischen "Kupferschaf" und dem von den Römern gezüchteten "Römerschaf" gezüchtet. Auch das Merino-Schaf ist bereits eine "Kreuzung" aus verschiedenen Tierarten, auch die Schafrassen der überseeischen Länder wurden nach dem Siegeszug des Merinoschafes um die ganze Welt (etwa 1700), oft umgezüchtet. Für die Rinderzucht nicht mehr geeignet Böden sind, bieten für die Merinoschafe die besten Voraussetzungen, weshalb Australien die größten Mengen an feinsten Wollen hervorbringt.

Die jedermann bekannte Crossbredwolle entstand durch Kreuzung von Lincolnschafen, einer sehr geburtenfreudigen englischen Schafrasse, mit Merino-Böcken. Diese Schafe geben Fleisch und kräftige Wollen mit hohem Schurgewicht, sie brauchen jedoch fetteren Weideböden als die Merinoschafe weshalb sie in Neuseeland besonders gut gedeihen.
Die Kreuzung von Crossbred-Schafen hatte zum Ziel, größere Tiere mit mehr Wolle, zu züchten. Bei neuen Kreuzungsversuchen strebte man dann eine feinere, stark gekräuselte und dem Merino-Typ ähnlichere Wollsorten an, allerdings bei Erhaltung der hohen "Wollproduktion". Die Einteilung der im Wollhandel vertriebenen Wollsorten in Merinowollen, grobe Teppichwollen und eine Zwischenkategorie, die als Crossbredwolle alle zwischen diesen beiden Klassen liegenden Wollen umfasst, stimmt nicht ganz mit den Namen der Schafrassen überein:

1. Merinowollen = kürzere, 36 bis 150 mm lange, stark gekräuselte und feine, weiche und relativ glanzarme Wollsorten von hervorragender Gleichmäßigkeit und Elastizität. Ihr Weltmarktanteil liegt bei ca. 40 %. 80 % davon kommen aus Südafrika und Australien.

2. Cheviot- oder Glanzwollen = von Langwollschafen mit 170 bis 400 mm langer Wolle, die nur wenig geschuppt, sehr glanzreich und wenig gekräuselt ist.

Die Schur wird von professionellen Schafscherern durchgeführt, dauert je Schaf etwa 2 Minuten, und ihre Kosten liegen bei ca.10 % des Erlöses für die Wolle. Nach der Schur muss die Wolle meist an Ort und Stelle zu gleichartigen Partien zusammengestellt werden. Die Klassierung geschieht unter amtlicher Aufsicht durch berufsmäßige Klassierer. Erst dann kann die Wolle zu Ballen von etwa 160 kg Gewicht versteigert werden. Der Verkauf der Ballen erfolgt aufgrund von Zertifikaten und gezogenen Mustern. Die Wolle wird auf pflanzliche Verunreinigungen, Staub- und Schmutzgehalt und ihren Restgehalt an Wollfett und an Pestiziden geprüft. Hier erhält die Wolle auch ihr wichtigstes Qualitätskennzeichen, die Micronzahl, welche die Feinheit deutlich macht.
Wird die Wolle noch im Produktionsland gewaschen, können sich die Frachtkosten durch die Gewichtsreduzierung um etwa 25 % senken. Auch das Pressen zu "Jumbo-Ballen" mit 435 kg oder zu 3-Ballen-Einheiten von 600 kg Gewicht dient der Frachtkostensenkung. Eine Fracht dauert sechs Wochen von der Verschiffung in Australien bis zu ihrer Ankunft in Europa.
Wenn man die allgemeine Tendenz auf den Rohstoffmärkten in der verfolgen will, muss man die wichtigsten der im Wollhandel üblichen Bezeichnungen kennen, da gerade die Feinheitsbezeichnungen als Erklärung für höhere Preise viel benutzt werden. Der Wichtigste Anhaltspunkt für die Preisentwicklung auf dem Wollmarkt sind die monatlichen Durchschnittspreise für Dominionwollen. Diese Notierungen nennen die Durchschnittspreise für Wolltypen und repräsentative Wollprovenienzen. Die geographische Herkunft einer Wolle wird als Provenienz bezeichnet. Ein Wolltyp fasst Wolle zusammen, die in Glanz, Feinheit, Länge und Kräuselung annähernd gleich sind. Stärkere Unterschiede im Rohmaterial würden sich negativ auf das fertige Gewebe auswirken, und sind deshalb nicht zulässig. Die Feinheit ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, es bestimmt die Verwendungsmöglichkeit wie den Handelswert der Wolle entscheidet. Der Unterschied der Wollsorten in ihrer Feinheit ist beträchtlich, von der feinsten Merinowolle gehen etwa 80 Härchen auf 1 mm, von einer groben Cheviotwolle nur 12.
In Deutschland geschieht der Verkauf von Wolle nach Typenbezeichnungen, hier werden die großen Buchstaben von A bis F benutzt, wobei nur Wollen mit Feinheiten bis etwa C1 zur Herstellung von Bekleidungstextilien genutzt werden. Diese Großbuchstaben, treten bei internationalen Wollmarkt-Berichten leider kaum in Erscheinung.

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