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Autor: Martina Sedlatschek-Dussling
Fach: Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Details
Tags: Berufsvorbereitung, Jugendlichen, Lernbehinderungen, Berufsbildungswerk
Jahr: 2005
Seiten: 133
Note: 1,00
Literaturverzeichnis: ~ 59 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1097 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-54654-6
Die Arbeit besteht aus zwei Teilen: 1. Eingehend werden grundlegende Aspekte der Lernbehinderung im Zusammenhang beruflicher Rehabilitation und Ersteingliederung lernbeh. Jugendlicher erörtert. Nach Darstellung der seit 2004 von der AfA neu augel. Berufsvorbereitenden Förderkonzepte (BvB) sowie der Arbeit im BBW, erfolgt 2. die Auswertung einer bipolaren Befragung eines "laufenden Maßnahmelehrgangs" -bezogen auf konkrete Fördereffekte innerhalb des Arbeits - und Sozialverhaltens d. Jugendlichen.
Textauszug (computergeneriert)
Berufsakademie Heidenheim
Studiengang: Kinder- und Jugendhilfe (KJH)
Berufsvorbereitung von Jugendlichen mit Lernbehinderungen im Berufsbildungswerk -
Welche Unterstützungsangebote bietet ein Berufsbildungswerk lernbehinderten Jugendlichen im Kontext der neuen rehaspezifischen Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) und wie wirken sich daraus resultierende Fördereffekte konkret auf deren Berufswahl sowie die Entwicklung ihres Arbeits- und Sozialverhaltens aus?
Diplomarbeit
als Teil des Diplomstudiengangs zur Diplom-Sozialpädagogin
vorgelegt von: Martina Sedlatschek-Dußling
vorgelegt am: 04.07.2005
Wo kämen wir hin
wenn alle sagten wo kämen wir hin -
und niemand ginge um einmal zu schauen
wohin man käme wenn man ginge?
Pfarrer Kurt Marti
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung ... 6
2 Zum Phänomen der Lernbehinderung ... 9
2.1 Jugendliche mit Lernbehinderungen ... 9
2.2 Der Begriff der Behinderung allgemein ... 11
2.3 Lernbehinderung in Kontext der ICID ... 12
2.4 Lernbehinderung - (r)eine Definitionssache ... 12
2.4.1 Medizinisch-organische und personenbezogene Betrachtungsweisen ... 13
2.4.2 Soziologische Ansätze ... 14
2.4.3 Pädagogisch-Psychologische Ansätze ... 14
2.4.4 Systemorientierte Ansätze ... 15
2.4.5 Multidimensionale Ansätze ... 15
2.5 Lernbehinderung und „Persongenese“ nach Kanter ... 16
2.6 Lernbehinderung, Lernstörung, Verhaltensstörung - die drei Teilgruppen von Lernbehinderungen nach Kanter ... 17
2.7 Merkmale und Erscheinungsformen einer Lernbehinderung ... 20
2.8 Ursachen die eine Lernbehinderung bedingen können ... 21
2.8.1 Das Konzept der bio-sozialen Interaktion und Kumulation ... 22
2.8.2 Wesentliche Faktorengruppen die eine Lernbehinderung verursachen ... 24
2.9 Abgrenzung des Begriffs zu anderen Erscheinungsformen ... 25
2.9.1 Lernbehinderung und Verhaltensstörung ... 25
2.9.2 Lernbehinderung im Kontext einer Mehrfachbehinderung ... 26
2.9.3 Abgrenzung zu anderen Behinderungsformen ... 27
3 Berufsvorbereitung lernbehinderter Jugendlicher ... 27
3.1 Berufliche Rehabilitation und Ersteingliederung ... 28
3.1.1 Grundsätze beruflicher Rehabilitation ... 28
3.1.2 Die berufliche Ersteingliederung junger Menschen mit Behinderungen ... 29
3.1.3 Jugendliche mit Lernbehinderungen im Rahmen beruflicher Rehabilitation ... 30
3.2 Zur Berufswahlsituation von Jugendlichen mit Lernbehinderungen ... 33
3.3 Der Prozess beruflicher Entscheidungsfindung ... 34
3.4 Berufs- und Ausbildungsvorbereitende Bildungsmaßnahmen als Chance beruflicher Ersteingliederung ... 36
3.5 Personenkreismerkmale und allgemeiner Förderbedarf lern- und mehrfachbehinderter Jugendlicher ... 37
3.6 Die Relevanz beruflicher Schlüsselqualifikationen für die Berufsvorbereitung ... 40
3.7 Recht auf Hilfeleistung, Anerkennung als Schwerbehinderter und Möglichkeiten einer Berufsvorbereitung ... 42
4 Berufsvorbereitung lernbehinderter Jugendlicher im Rahmen neuer Förderstrukturen ... 44
4.1 Das neue Fachkonzept für berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB) der Bundesagentur für Arbeit ... 44
4.1.1 Ziele, Zielgruppen und Förderdauer ... 45
4.1.2 Eckpunkte und Neuerungen ... 46
4.2 Qualifizierungsebenen als Angebotsstruktur und Inhalt der neuen Förderstruktur ... 48
4.2.1 Die Eignungsanalyse ... 48
4.2.2 Die Grundstufe ... 49
4.2.3 Die Förderstufe ... 49
4.2.4 Die Übergangsqualifizierung ... 50
4.3 Förder- und Qualifizierungssequenzen, Qualifizierungsbausteine und Schlüsselkompetenzen ... 50
4.4 Bildungsbegleitung und Qualifizierungsplanung ... 52
4.5 Berücksichtigung des besonderen Förderbedarfs von jungen Menschen mit Behinderungen - Anlage 4 ... 54
5 Berufsvorbereitung im Berufsbildungswerk ... 56
5.1 Grundlegende Kennzeichen von Berufsbildungswerken ... 56
5.2 Ganzheitliche Rehabilitation als Auftrag der Berufsbildungswerke ... 58
5.3 Anforderungen an eine Berufsvorbereitung im Berufsbildungswerk ... 59
5.3.1 Der Lernort Berufsbildungswerk als wesentliche Voraussetzung beruflicher und gesellschaftlicher Rehabilitation ... 60
5.3.2 Das Berufsbildungswerk als sozialer Lernort ... 61
5.3.3 Das Berufsbildungswerk als Ort der Bindungs- und Beziehungsgestaltung ... 62
5.4 Pädagogik als grundlegendes Arbeitsprinzip der Rehabilitation lernbehinderter Jugendlicher im BBW ... 62
5.5 Berufsbildungswerke und deren Unterstützungs- und Leistungsangebote im Rahmen der Berufsvorbereitung - dargestellt am BBW Dürrlauingen ... 64
5.5.1 Werkstätten der Berufsvorbereitung ... 65
5.5.2 Internatserziehung als wesentlicher Beitrag beruflicher und gesellschaftlicher Rehabilitation ... 66
5.5.3 Differenzierte Wohngruppen und Externenbetreuung ... 67
5.5.4 Lernförderung ... 69
5.5.5 Freizeitgestaltung ... 69
5.5.6 Elternarbeit ... 70
5.5.7 Förderplanung ... 70
5.5.8 Die Förderberufsschule ... 71
5.5.9 Fachdienste und Bildungsbegleitung ... 71
5.6 Fachkompetenz der Ausbilder ... 72
5.7 Pädagogische Begleitung und Betreuung ... 73
5.8 Bereichsübergreifende Disziplinen als Garant für eine ganzheitliche Rehabilitation innerhalb der Berufsvorbereitung ... 74
6 Konkrete Auswirkungen der rehaspezifischen Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) auf den Maßnahmejahrgang 2004/2005 des BBW Dürrlauingen ... 75
6.1 Ausgangsituation und Ablauf der rehaspezifischen BvB im Berufsbildungswerk Dürrlauingen ... 75
6.2 Grundlegende Fragestellungen der Untersuchung ... 79
6.2.1 Beschreibung der Fragebogen ... 81
6.2.2 Befragungszeitraum ... 83
6.2.3 Befragungssituation ... 85
6.2.4 Vorgehensweise bei der Auswertung der unterschiedlichen Daten ... 85
6.3 Auswertung der Befragungsergebnisse ... 87
6.3.1 Auswirkungen auf das Arbeits- und Sozialverhalten der Rehabilitanden ... 87
6.3.1.1 Befragungsergebnisse der Ausbilder ... 87
6.3.1.2 Befragungsergebnisse der Rehabilitanden ... 90
6.3.1.3 Gegenüberstellung der Bewertungsergebnisse 92
6.3.2 Auswirkungen der BvB auf Ausbildungsreife, Berufswünsche und Berufswahlverhalten der Rehabilitanden ... 93
6.3.2.1 Erreichen der Ausbildungsreife im Kontext der verkürzten Maßnahmedauer ... 93
6.3.2.2 Berufswünsche und Berufswahlverhalten der Rehabilitanden ... 96
6.3.3 Besondere Stärken und Schwierigkeiten in der täglichen Arbeit mit den Rehabilitanden ... 99
6.3.3.1 Besondere Stärken der Jugendlichen ... 99
6.3.3.2 Besondere Schwierigkeiten der Jugendlichen ... 100
6.3.4 Benennung zusätzlicher Förderangebote ... 102
6.3.5 Beurteilung des Lehrgangs durch die Rehabilitanden ... 104
6.3.5.1 Bewertung einzelner Lehrgangsphasen- und Elemente ... 104
6.3.5.2 Positive und negative Aspekte der Maßnahme aus Sicht der Rehabilitanden ... 105
6.3.5.3 Wünsche und Anregungen der Rehabilitanden ... 109
6.4 Zusammenfassung und Interpretation der Befragungsergebnisse ... 110
7 Schlussbetrachtungen und Fazit ... 118
8 Literatur- und Quellenverzeichnis ... 123
9 Anhang ... 128
1 Einleitung
Der Beruf stellt im gesellschaftlichen Gefüge auch heute noch einen entscheidenden Faktor dar. Er weist den Status zu und erschließt gesellschaftliche Chancen. Fehlende Berufstätigkeit mindert nicht nur das Selbstwertgefühl, sondern auch die Entwicklung sozialer Kontakte.
Manche junge Menschen wissen nach der Schule nicht, welchen Beruf sie erlernen sollen oder sie verfügen aufgrund diverser Ursachen noch nicht über die notwendigen Voraussetzungen um eine Berufsausbildung oder Berufstätigkeit aufnehmen zu können
- sie sind noch nicht berufsreif.
Ohne Hilfestellungen zur beruflichen Orientierung hätten gerade junge Menschen mit Behinderungen aufgrund komplexer Wechselwirkungen zwischen persönlichen Voraussetzungen und den Anforderungen der sich ständig wandelnden Berufswelt keine ausreichende Chance, ihre berufliche Integration und damit ihre Integration in die Gesellschaft angemessen zu realisieren. Mehr noch als anderen ist es ihnen meist nicht möglich ihren Traumberuf zu erlernen.
Vor diesem Hintergrund stellen der Ausbildung vorausgehende berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit, wie sie u.a. in Berufsbildungswerken angeboten werden, eine wichtige und geeignete Voraussetzung zur beruflichen Ersteingliederung gerade dieser jungen Menschen dar.
Sie bieten ihnen die Möglichkeit, sich vorab beruflich zu orientieren und eigene Fähigkeiten und Neigungen in verschiedenen, vornehmlich handwerklich orientierten Berufsfeldern auszutesten. Damit verbessern sie die Startbedingungen für eine Berufsausbildung oder Berufstätigkeit erheblich und beugen Ausbildungsabbrüchen gezielt vor. Angebote der Berufsvorbereitung halten den Zugang zu einer Berufsausbildung auch dann offen, wenn Jugendliche und junge Erwachsene an der ersten Schwelle des Arbeitsmarktes zu scheitern drohen oder bereits gescheitert sind.
Um die „Berufsvorbereitung von Jugendlichen mit Lernbehinderungen im Berufsbildungswerk“ eingehend darstellen zu können, richte ich in meinen Ausführungen den Blickwinkel zunächst auf das „Phänomen“ der Lernbehinderung und gehe in diesem Zusammenhang auf grundlegende Aspekte und Zusammenhänge ein, welche zum Verständnis für die Arbeit mit lernbehinderten Jugendlichen und jungen Erwachsenen relevant sind.
Aufbauend auf diesen Darstellungen werden elementare Gesichtspunkte innerhalb der beruflichen Rehabilitation, Ersteingliederung und Berufsvorbereitung (lern-) behinderter junger Menschen sowie grundsätzliche Sachverhalte zu deren Berufswahlsituation und Förderbedarf beleuchtet.
Im Zuge der Einführung des „neuen Fachkonzeptes für Berufvorbereitende Bildungsmaßnahmen (BvB)“ der Bundesagentur für Arbeit haben sich, mit Wirkung ab Herbst 2004, innerhalb der Berufsvorbereitung für benachteiligte Jugendliche, auch für die Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen in Berufsbildungswerken Veränderungen ergeben. Diese „Neuerungen“ wirken sich natürlich auf die Fördereffekte der Berufsvorbereitung in einem Berufsbildungswerk aus und werden deshalb in groben Zügen aufgezeigt.
Einen weiteren Schwerpunkt stellt die anschließende Darstellung der speziellen (berufsvorbereitenden) Unterstützungs- und Förderangebote eines Berufsbildungswerkes am Beispiel Dürrlauingens dar.
Um zu untersuchen welche Fördereffekte sich aus den Veränderungen des „neuen Fachkonzeptes“ im Kontext der berufsvorbereitenden Angebote des Berufsbildungswerkes Dürrlauingen konkret in der Praxis für die Berufswahl sowie das Arbeits- und Sozialverhalten der Rehabilitanden ergeben, habe ich eine Befragung der betroffenen Maßnahmeteilnehmer sowie deren Ausbilder mittels eigens entworfener Fragebogen durchgeführt, die diese Arbeit abrunden soll. In einem Nebenforschungsfeld werden hierbei u.a. Daten zur Bewertung des Lehrgangs durch die Rehabilitanden erhoben.
Während meiner Recherchen zu dieser Diplomarbeit fiel mir auf, dass es nur wenig neuere (gute) „öffentliche“ Literatur zu den, die Arbeit berührenden Themenbereichen gibt. Deshalb stütze ich meine Aussagen hauptsächlich auf Informationen, die ich fachspezifischer Literatur wie Fachzeitschriften, Pressemitteilungen, Fachpublikationen und Veröffentlichungen der Bundesagentur für Arbeit entnommen habe. Ich beziehe mich inhaltlich teils auch auf „ältere“ Beiträge, weil ich nach umfassendem Literaturstudium zu der Auffassung gekommen bin, dass sie den „Kern der Sache“ inhaltlich teilweise wesentlich treffender wiedergeben und „Neueres“ nicht zu haben ist.
Der Personenkreis lern- und mehrfachbehinderter Jugendlicher und junger Erwachsener wird in der Fachliteratur durch verschiedene Begrifflichkeiten umschrieben: So ist auch im Zuge meiner Arbeit von Jugendlichen mit Lernbehinderungen, Lern- und mehrfachbehinderten jungen Menschen; jungen Menschen mit einer Lern- oder Mehrfachbehinderung, sowie von Rehabilitanden bzw. Maßnahme- oder Lehrgangsteilnehmern, die Rede.
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