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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2001, 17 Pages
Author: Dr. Silke Dormeier
Subject: Sociology - Political Sociology, Majorities, Minorities
Details
Institution/College: University of Cologne (Seminar für Sozialwissenschaften)
Tags: Rassismus, Vorstädten, Urbanität, Zerfall, Erneuerung
Year: 2001
Pages: 17
Grade: 1,7
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13768-3
ISBN (Book): 978-3-638-77724-7
File size: 186 KB
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Abstract
Die Struktur der französischen Gesellschaft kann als zweigeteilt bezeichnet werden. Ein Problem, das in den letzten Jahren immer deutlicher wurde, ist die soziale Ausgrenzung. Dadurch bedingt haben sich in vielen französischen Großstädten Randgruppenmilieus herausgebildet. Bezeichnend für diese Milieus ist u.a. der weit unter dem Landesdurchschnitt liegende Lebensstandard. Das eigentliche Stadtleben reduziert sich auf elementare Formen. Die wenigen positiven Ereignisse können den fortlaufenden Verfall nicht aufhalten. Die Lebensweise der in die Randbezirke "abgeschobenen" Personen ist mit dem Leben in nordamerikanischen Ghettos vergleichbar. Unruhen, Gewalt und Rassismus bestimmen das Tagesgeschehen. Die vorliegende Arbeit beschreibt die Entstehung der sozialen Probleme, die von den außerhalb der Gesellschaft stehenden Personen bewältigt werden müssen. Der Schwerpunkt liegt dabei im Bereich Rassismus, welcher mit Hilfe des Ansatzes Didier Lapeyronnies bearbeitet wird. Die gegenwärtige Situation in Frankreich wird unter den Aspekten der sozialen Abgrenzung, den Vektoren für gesellschaftliche Beziehungen und den Erscheinungsformen von Rassismus und Diskriminierung beschrieben. Zudem werden Maßnahmen aufgezeigt, die der Ausgrenzung entgegenwirken sollen.
Excerpt (computer-generated)
Rassismus in französischen Vorstädten
von Silke Dormeier
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Begriffsdefinition 3
1.1 Rassismus 4
1.2 Rassismus nach Lapeyronnie 4
2. Gegenwärtige Situation in französischen Vorstädten 5
2.1 Vektoren für Beziehungen gesellschaftlicher Gruppen 6
2.1.1 Konsummuster 6
2.1.2 Sprache 7
2.2 Soziale Abgrenzung 8
2.2.1 Räumliche Trennung 8
2.2.2 Negative "Rassen"-Identifikation 9
2.3 Rassismus und Diskriminierung 10
2.3.1 Assimilation als Ursache von Rassismus 10
2.3.2 Äußerungsformen des Rassismus 11
3. Maßnahmen gegen die Ausgrenzung 12
3.1 Eingliederungsmindesteinkommen (RMI) 12
3.2 Soziale Stadtentwicklung 13
3.3 Demokratisches Programm 14
4. Zusammenfassung und Ausblick 15
5. Literaturverzeichnis 16
Einleitung
Die Struktur der französischen Gesellschaft kann als zweigeteilt bezeichnet werden. Ein Problem, das in den letzten Jahren immer deutlicher wurde, ist die soziale Ausgrenzung. Dadurch bedingt haben sich in vielen französischen Großstädten Randgruppenmilieus herausgebildet. Bezeichnend für diese Milieus ist u.a. der weit unter dem Landesdurchschnitt liegende Lebensstandard. Das eigentliche Stadtleben reduziert sich auf elementare Formen. Die wenigen positiven Ereignisse können den fortlaufenden Verfall nicht aufhalten.
Die Lebensweise der in die Randbezirke "abgeschobenen" Personen ist mit dem Leben in nordamerikanischen Ghettos vergleichbar. Unruhen, Gewalt und Rassismus bestimmen das Tagesgeschehen.
Die vorliegende Arbeit beschreibt die Entstehung der sozialen Probleme, die von den außerhalb der Gesellschaft stehenden Personen bewältigt werden müssen. Der Schwerpunkt liegt dabei im Bereich Rassismus, welcher mit Hilfe des Ansatzes Didier Lapeyronnies bearbeitet wird.
Die gegenwärtige Situation in Frankreich wird unter den Aspekten der sozialen Abgrenzung, den Vektoren für gesellschaftliche Beziehungen und den Erscheinungsformen von Rassismus und Diskriminierung beschrieben. Im darauf folgenden Kapitel werden die Maßnahmen, die der Ausgrenzung entgegenwirken sollen, aufgezeigt.
1. Begriffsdefinition
Rassismus ist der zentrale Begriff der vorliegenden Arbeit. In diesem Kapitel soll eine allgemeine Definition des Begriffs gegeben werden. Im Anschluss daran wird auf Gemeinsamkeiten und Abweichungen im Rassismusbegriff von Lapeyronnie eingegangen.
1.1 Rassismus
Oft wird unter dem Begriff Rassismus die Fremdenfeindlichkeit einer Bevölkerungsgruppe gegenüber einer anderen verstanden. Doch Fremdenfeindlichkeit ist nur ein Aspekt, der zum Rassismus gezählt werden muss. Giddens definiert Rassismus als: "Die Zuschreibung der Überlegenheit oder der Minderwertigkeit an eine Bevölkerungsgruppe, deren Mitglieder bestimmte vererbte Körpermerkmale gemeinsam haben. Der Rassismus ist eine spezifische Form des Vorurteils, das an die physischen Unterschiede zwischen Personen anknüpft. Rassistische Einstellungen fassten vor allem während der Kolonialisierung durch den Westen Fuß, doch scheinen sie auch auf Mechanismen des Vorurteils und der Diskriminierung zu beruhen, die man in sehr vielen Kontexten des Lebens verschiedender menschlicher Gesellschaft findet." (Giddens 1995, 789)
Hervorzuheben ist hier, dass Rassismus nicht nur zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen stattfindet, sondern auch innerhalb einer Volksgemeinschaft entstehen kann (siehe dazu den Ansatz von Lapeyronnie). Zudem sind neben den physischen Unterschieden, die auch nicht in allen Fällen gegeben sind, die sozialen Verhältnisse von Bedeutung. Der Annahme, dass Rassismus auf Vorurteile, die Diskriminierung zur Folge haben, beruht, kann bezogen auf das Thema zugestimmt werden.
[...]
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