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Keiretsu: Die japanische Herausforderung

Scholary Paper (Seminar), 2006, 34 Pages
Author: Dipl.-Kfm. Patrick Domagalski
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2006
Pages: 34
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 30  Entries
Language: German
Archive No.: V61152
ISBN (E-book): 978-3-638-54669-0
ISBN (Book): 978-3-638-66786-9
File size: 308 KB

Abstract

Die japanische Wirtschaft ist geprägt durch netzwerkartige Verflechtungen, die eine lange Tradition besitzen und heute in Form von Keiretsu-Unternehmensgruppen anzutreffen sind. Diese Industriekonglomerate sind in horizontale und vertikale Keiretsu zu unterscheiden und in nahezu allen Wirtschaftssektoren Japans zu finden. Nach dem Platzen der sogenannten „Bubble-Economy“ Anfang der 90er Jahre und den Einflüssen der Globalisierung auf die japanische Wirtschaft, zeichneten sich Veränderungen in den Strukturen der Keiretsu-Unternehmensgruppen ab, deren Wirtschaftsmacht über Jahrzehnte im Ausland gefürchtet war und zwangen die japanischen Großunternehmen zu umfangreichen Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Dabei zeigen sich zunehmend Aufweichungen in den alten traditionellen Verflechtungen der Industriekonglomerate. Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den Erscheinungsformen und der Wettbewerbsfähigkeit der Keiretsu-Unternehmensgruppen. Hierzu wird in Kapitel 2 die geschichtliche Entwicklung der Keiretsu dargestellt und eine genaue Definition der Keiretsu vorgenommen. Des Weiteren wird in Kapitel 3 der Dualismus der japanischen Wirtschaft erläutert, der das Verhältnis zwischen mittelständischen Betrieben und Großunternehmen prägt. Das Kapitel 4 stellt die Organisation, Koordination und Kooperation in horizontalen Keiretsu-Unternehmensgruppen in den Mittelpunkt und verdeutlicht Gründe für die Zugehörigkeit zu einer horizontalen Keiretsu-Unternehmensgruppe. Im darauf folgenden Kapitel 5 wird die Toyota Motor Corporation explizit beleuchtet, die als ein Beispiel für die Organisation, Koordination und Kooperation einer vertikalen Keiretsu-Unternehmensgruppe dienen soll. Abschließend werden in Kapitel 6 das Wettbewerbsverhalten und die Zukunft der Keiretsu-Unternehmensgruppen erörtert. Hierzu werden die Ursachen des nationalen Wettbewerbs und die Auswirkungen auf die Großkonzerne dargelegt. Ferner werden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Keiretsu-Unternehmensgruppen näher betrachtet sowie Marktchancen für ausländische Unternehmen aufgezeigt.


Excerpt (computer-generated)

Helmut Schmidt Universität
Universität der Bundeswehr Hamburg
Fachbereich Wirtschafts- und Organisationswissenschaften
Professur für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre
Seminararbeit zum Thema:

„Keiretsu: Die japanische Herausforderung“

eingereicht von:
Patrick Domagalski

2006

 

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis ... I
Abkürzungsverzeichnis ... III
Abbildungsverzeichnis ... IV
Tabellenverzeichnis ... V

1 Einleitung ... 1

2 Geschichtliche Entwicklung der Keiretsu ... 2
2.1 Die Zaibatsu ... 2
2.1.1 Definition und Bedeutung der Zaibatsu ... 2
2.1.2 Struktur der Zaibatsu ... 3
2.1.3 Auflösung der Zaibatsu und Herausbildung der Keiretsu ... 4
2.2 Die Keiretsu ... 5
2.2.1 Definition der Keiretsu ... 5
2.2.2 Horizontale Keiretsu ... 6
2.2.3 Vertikale Keiretsu ... . 7
2.2.4 Keiretsu Business Groups (KBG) ... 7

3 Dualismus der japanischen Wirtschaft ... 10
3.1 Definition der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ... 10
3.2 Bedeutung der kleinen und mittleren Unternehmen ... 11

4 Horizontale Keiretsu-Unternehmensgruppe ... 13
4.1 Organisation und Koordination in horizontalen Keiretsu ... 13
4.1.1 Die Mitsubishi-Gruppe ... 13
4.2 Kooperation in horizontalen Keiretsu ... 14
4.2.1 Die Gruppenprofile von Mitsui, Mitsubishi, Sumitomo Fuyô, DKB und Sanwa ... 14
4.2.2 Netzwerkverflechtungen ... 15
4.2.2.1 Geschäftliche Netzwerkverflechtungen ... 15
4.2.2.2 Netzwerkverflechtungen durch „Cross-Shareholding“ ... 17
4.2.2.3 Personelle Netzwerkverflechtungen ... 17
4.2.3 Gründe für die Zugehörigkeit zu einer horizontalen Keiretsu-Unternehmensgruppe ... 18

5 Vertikale Keiretsu-Unternehmensgruppen ... 19
5.1 Fallbeispiel: Toyota Motor Corporation ... 19
5.1.1 Organisation der Toyota-Gruppe ... 19
5.1.2 Kooperation in der Toyota-Gruppe ... 20
5.1.3 Koordination der Toyota-Gruppe ... 20
5.2 Gründe für die Zugehörigkeit zu einer vertikalen Keiretsu-Unternehmensgruppe ... 21

6 Wettbewerbsverhalten und Zukunft der Keiretsu-Unternehmensgruppen ...23
6.1 Nationaler Wettbewerb ... 23
6.2 Internationaler Wettbewerb und Folgen für die Keiretsu-Unternehmensgruppe ... 24

7 Schlussbetrachtung ... 26

Literaturverzeichnis ... VI

 

1 Einleitung

Die japanische Wirtschaft ist geprägt durch netzwerkartige Verflechtungen, die eine lange Tradition besitzen und heute in Form von Keiretsu-Unternehmensgruppen anzutreffen sind. Diese Industriekonglomerate sind in horizontale und vertikale Keiretsu zu unterscheiden und in nahezu allen Wirtschaftssektoren Japans zu finden.1

Nach dem Platzen der sogenannten „Bubble-Economy“ Anfang der 90er Jahre und den Einflüssen der Globalisierung auf die japanische Wirtschaft, zeichneten sich Veränderungen in den Strukturen der Keiretsu-Unternehmensgruppen ab, deren Wirtschaftsmacht über Jahrzehnte im Ausland gefürchtet war und zwangen die japanischen Großunternehmen zu umfangreichen Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Dabei zeigen sich zunehmend Aufweichungen in den alten traditionellen Verflechtungen der Industriekonglomerate.2

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit den Erscheinungsformen und der Wettbewerbsfähigkeit der Keiretsu-Unternehmensgruppen. Hierzu wird in Kapitel 2 die geschichtliche Entwicklung der Keiretsu dargestellt und eine genaue Definition der Keiretsu vorgenommen. Des Weiteren wird in Kapitel 3 der Dualismus der japanischen Wirtschaft erläutert, der das Verhältnis zwischen mittelständischen Betrieben und Großunternehmen prägt. Das Kapitel 4 stellt die Organisation, Koordination und Kooperation in horizontalen Keiretsu-Unternehmensgruppen in den Mittelpunkt und verdeutlicht Gründe für die Zugehörigkeit zu einer horizontalen Keiretsu- Unternehmensgruppe. Im darauf folgenden Kapitel 5 wird die Toyota Motor Corporation explizit beleuchtet, die als ein Beispiel für die Organisation, Koordination und Kooperation einer vertikalen Keiretsu-Unternehmensgruppe dienen soll. Abschließend werden in Kapitel 6 das Wettbewerbsverhalten und die Zukunft der Keiretsu-Unternehmensgruppen erörtert. Hierzu werden die Ursachen des nationalen Wettbewerbs und die Auswirkungen auf die Großkonzerne dargelegt. Ferner werden die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Keiretsu- Unternehmensgruppen näher betrachtet sowie Marktchancen für ausländische Unternehmen aufgezeigt.

2 Geschichtliche Entwicklung der Keiretsu

Die Entwicklung von großen Unternehmenskonglomeraten in Japan lässt sich bis in die Zeit der Meiji-Restauration gegen Mitte des 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Diese Restauration hatte die Abschaffung der Macht des Shogunats und die Rückkehr zu der direkten Herrschaft des Kaisers und dem damit verbundenen traditionellen politischen System Japans zur Folge. Dabei war das höchste Anliegen der Meiji-Führung die Schaffung einer zuverlässigen Militärmacht, um die nationale Verteidigung gegen fremde Mächte und den militärischen Schutz gegen bedrohliche Elemente innerhalb des Landes sicherzustellen. Hierzu war die Entwicklung einer modernen strategischen Industrie dringend erforderlich, um die Erreichung der nationalen Ziele zu gewährleisten.3

Als der erste bedeutende Wendepunkt in der wirtschaftlichen Entwicklung Japans ist das Jahr 1880 zu betrachten, da sich die Regierung aus einer Vielzahl von Gründen dazu entschlossen hatte, nahezu alle Unternehmen der Regierung an wohlhabende Familien zu verkaufen. Diese Regierungsunternehmen mit modernster Ausstattung und die Übernahme des geschulten Personals verschafften den Familien einen erheblichen permanenten Vorteil. Im Laufe der Zeit bauten viele Familien ihre Unternehmen zu beachtlichen finanziellen und industriellen Großkonzernen aus, die allgemein als Zaibatsu bekannt sind.4

[...]


1 Vgl. Vieweg/Hilpert (1993), S. 86f.

2 Vgl. Kanaya (2004), S. 15; Kreft (2000), S. 156.

3 Vgl. Steinbrenner (1997), S. 7; Yoshino (1970), S. 43f.

4 Vgl. Steinbrenner (1997), S. 7; Yoshino (1970), S. 44f.


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