Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Zur Förderung von Schulkindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstör... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Zur Förderung von Schulkindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)

Examination Thesis, 2006, 98 Pages
Author: Alexandra Winter
Subject: Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2006
Pages: 98
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 150  Entries
Language: German
Archive No.: V61259
ISBN (E-book): 978-3-638-54753-6

File size: 2577 KB

Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Förderung von Schulkindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS). Zunächst wird der Begriff der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung erläutert. Dabei wird ein Überblick über die für Kommunikation wohl wichtigsten auditiven Stimuli der Lautsprachproduktion gegeben, bevor die Aufnahme der akustischen Reize und ihre Weiterleitung und Verarbeitung, also der Prozess der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung (AVW), dargestellt wird. Im Anschluss werden Teilfunktionen der AVW benannt und erklärt sowie kurz ihre Einordung in Modelle der Sprachwahrnehmung und -verarbeitung angerissen. Neben einem Überblick über aktuelle Definitionen der AVWS und bisherigen Erkenntnissen zu Ätiologie und Pathogenese verschaffen ausgewählte Tabellen einen Überblick über diagnostische Verfahren zu deren Erfassung. Im Hauptteil der Arbeit werden mögliche Zusammenhänge zwischen AVWS und anderen Störungsbildern, die sich ebenfalls auf den schulischen Erfolg betroffener Kinder auswirken können als Grundlage einer beratenden Unterstützung für betroffene Eltern beleuchtet. Möglichkeiten und Beispiele der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Erfassung und Behandlung von AVWS werden allgemein dargestellt. Darüber hinaus werden ausgewählte internationale Therapiekonzepte und Fördermaterialien zu unterschiedlichen Bereichen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung vorgestellt und sowohl im Hinblick auf ihre Wirksamkeit als auch ihrer Einsetzbarkeit im Unterricht oder Gruppen sowie Einzelförderstunden diskutiert. Da die Arbeit ihren Schwerpunkt auf der Förderung von Schulkindern mit AVWS hat, beschränkt sich die Darstellung von Fördermaterialien auf solche, die für den Altersbereich von der Einschulung bis zur Pubertät, also von ca. 6 – 12 Jahren geeignet sind.


Excerpt (computer-generated)

Universität Leipzig
Erziehungswissenschaftliche Fakultät
Institut für Förderpädagogik

Zur Förderung von Schulkindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)

Alexandra Winter

 

Inhaltsverzeichnis


1 Einleitung ... 3

2 Begriffsbestimmung ... 5

2.1 Auditive Verarbeitung und Wahrnehmung ... 5
2.1.1 Akustische Signale ... 5
2.1.2 Der Hörvorgang ... 9
2.1.3 Entwicklung der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung ... 17
2.1.4 Teilfunktionen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung ... 19
2.2 Störungen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung ... 22
2.2.1 Definition der auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) ... 22
2.2.2 Ätiologie und Pathogenese ... 24
2.2.3 Überblick über ausgewählte diagnostische Verfahren ... 25

3 Förderung von Schulkindern mit AVWS ... 28

3.1 Beratung und Elternarbeit ... 28
3.1.1 Auswirkungen der Störung im persönlichen und schulischen Bereich ... 28
3.1.2 Interdisziplinarität in der Erkennung und Behandlung von AVWS ... 31
3.1.3 Konkrete Empfehlungen für Eltern von Schulkindern mit AVWS ... 32
3.2 Ausgewählte Therapieansätze und ihre Einsetzbarkeit in Schule und Unterricht ... 34
3.2.1 Übende Therapie mit sprachlichen Übungen ... 36
3.2.1.1 Therapiekonzept nach ANDREAS BURRE ... 36
3.2.1.2 Therapiekonzept nach NORINA LAUER ... 37
3.2.1.3 Therapiekonzept nach DOLORES HEBER und JUTTA BURGER-GARTNER ... 39
3.2.1.4 Amerikanische Programme ... 41
3.2.1.5 Psychomotorische Entwicklungsförderung – Auditive Wahrnehmung und Sprache nach INGRID OLBRICH ... 43
3.2.1.6 Therapie auditiver Wahrnehmungsstörungen nach ERWIN BREITENBACH ... 45
3.2.1.7 Förderung der phonologischen Bewusstheit nach SANDRA KÜSPERT und WOLFGANG SCHNEIDER ... 46
3.2.1.8 Hörtraining als Komponente der Förderung bei Lese- Rechtschreib-Störung nach MARIA KLATTE und UTE DINGEL ... 48
3.2.1.9 Psycholinguistisch orientierte Phonologie Therapie (P. O. P. T.) nach ANETTE V. FOX ... 49
3.2.1.10 Computergestützte Therapieprogramme ... 52
3.2.1.10.1 Audio 1 ... 52
3.2.1.10.2 AudioLog 3, AudioLog Home ... 53
3.2.1.10.3 Fast ForWord ... 57
3.2.1.10.4 Earobics Step 1, Earobics Step 2 und Sound Smart ... 58
3.2.2 Hörtraining/Klangtherapie ... 60
3.2.2.1 Audio-Psycho-Phonologie nach ALFRED TOMATIS ... 60
3.2.2.2 Lateraltraining nach FRED WARNKE ... 62
3.2.2.3 AUDIVA ... 63
3.2.3 Kompensation durch Technische Hilfsmittel und Raumakustik ... 68
3.2.4 „Hörerziehung“ im Unterricht ... 70
3.2.5 Übersicht zu durch die vorgestellten Konzepte abgedeckten Förderbereichen ... 72

4 Zusammenfassung ... 74

5 Verzeichnisse ... 77

5.1 Literaturverzeichnis ... 77
5.2 Internetquellenverzeichnis ... 83
5.3 Abbildungsverzeichnis ... 87
5.4 Tabellenverzeichnis ... 88

6 Anlagen ... 89

6.1 Verzeichnis der genannten Therapiematerialien und Software ... 90
6.2 Spielvorschläge für zu Hause und einige Hinweise für Eltern ... 92

 

 

1 Einleitung

Während eines vierwöchigen Blockpraktikums an einer Lernbehindertenschule lernte ich Johanna kennen. Sie war zu dem Zeitpunkt 8 Jahre und 4 Monate alt und besuchte die Klasse 1.2 der Diagnose- und Förderstufe. Vom Wesen her war Johanna hilfsbereit, freundlich und sowohl anderen Menschen als auch neuen Inhalten im Unterricht gegenüber sehr aufgeschlossen. Im Rechnen mit Rechenmaterial oder mit Hilfe von Bilddarstellungen sowie beim Rechnen vorgegebener Aufgaben auf einem Arbeitsblatt war sie im Vergleich zur Klasse gut und machte schnelle Fortschritte. Auch beim Erarbeiten von Inhalten anderer Fachbereiche im Sitzkreis brachte sie sich gut ein. Schwierigkeiten hatte sie allerdings beim Erwerb der Schriftsprache. Das Schreiben von lauttreuen Wörtern gelang ihr selten fehlerfrei, die Analyse der einzelnen im Wort vorkommenden Laute war ihr nicht möglich. Auch das Erlesen von Wörtern und einfachen Sätzen und die zu Grunde liegende Synthese fielen ihr schwer. Trotz ihres Alters substituierte Johanna noch immer [g] und [k] mit [d] und bei der Aussprache von [z] und [sch] fehlte ihr die notwendige artikulatorische Schärfe. Ihre Stimmlage war ungewöhnlich hoch und nasal gefärbt. Während meiner Beobachtungen in Unterrichtssituationen fiel mir auf, dass Johanna im Morgenkreis, wenn die Klasse regelmäßig auf das Ticken der Klassenzimmeruhr lauschte, um zur Ruhe zu kommen, das Geräusch nahezu immer entweder als letztes von 10 Kindern wahrzunehmen schien oder es gar nicht hörte. In entsprechenden Spielsituationen konnte sie die Richtung, aus der ein Geräusch kam, nicht bestimmen. Während des Spiels „Flüsterpost“ war es Johanna nicht möglich, die gehörten Wörter adäquat wiederzugeben. Wenn die Klasse ein Lied sang, fiel immer wieder auf, dass Johanna sich den Text nicht eingeprägt hatte. In Einzelförderstunden mit Johanna stellte ich außerdem fest, dass sie nicht mehr als drei lautsprachlich vorgegebene Einheiten im Kurzzeitgedächtnis behalten konnte und zum Teil bei der Wiedergabe deren Reihenfolge veränderte. Erklärte ich ihr eine Aufgabe, die ich mit ihr zusammen lösen wollte, so sah sie mich dabei sehr konzentriert an, wobei sie ihr Augenmerk auf meine Lippenbewegungen zu legen schien. Demonstrierte ich ihr eine Beispielaufgabe, so kam es des öfteren vor, dass Johanna, meine Lippen nicht aus den Augen lassend, laut und zeitlich leicht verzögert mitsprach. Während dieses Praktikums begann ich, mit Johanna Übungen aus dem Programm Hören, lauschen, lernen von Sandra KÜSPERT und Wolfgang SCHNEIDER durchzuführen, wodurch sich ihre Analyse- und Synthesefähigkeiten durchaus verbesserten. Nach meinem Praktikum wurde das Programm von einer Lehrerin an der Praktikumsschule weitergeführt.
Bei der Begegnung mit Johanna wurde mir bewusst, wie wenig ich doch über die Wahrnehmung und Verarbeitung von Sprache weiß, obwohl diese doch offensichtlich eine der wichtigsten Basisfähigkeiten im Hinblick auf den Spracherwerb und Schriftspracherwerb ist. Obwohl ich Johanna mit den Übungen tatsächlich fördern konnte, war ich mit meinem Wissensstand zu den theoretischen Hintergründen äußerst unzufrieden und wollte herausfinden, welche anderen Möglichkeiten zur Verfügung gestanden hätten. Im Anschluss an dieses Blockpraktikum absolvierte ich ein weiteres Praktikum in einer logopädischen Praxis. Auch dort traf ich auf mehrere Kinder, die Defizite in der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung aufwiesen und mit Hilfe von unterschiedlichen Therapiematerialien behandelt wurden. Auf die theoretische Grundlegung dieser Behandlung angesprochen, erklärte mir eine der dort beschäftigten Logopädinnen, dass die Existenz der auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen umstritten sei und in den Behandlungsmöglichkeiten wenige Therapiekonzepte zur Verfügung standen und gab mir die beiden Bücher zum Thema, die sie besaß, Zentral-auditive Verarbeitungsstörungen im Kindesalter von NORINA LAUER und Zentrale Hörwahrnehmungsstörungen von REGINA LEUPOLD. Darin fanden sich zwar interessante Aspekte, aber für meinen Bedarf war das Thema nicht umfassend erschlossen.
Die vorliegende Arbeit befasst sich deshalb mit der Förderung von Schulkindern mit auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS).
Zunächst wird der Begriff der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung erläutert. Dabei soll zunächst ein Überblick über die für Kommunikation wohl wichtigsten auditiven Stimuli der Lautsprachproduktion eingegangen werden, bevor die Aufnahme der akustischen Reize und ihre Weiterleitung und Verarbeitung, also der Prozess der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung (AVW), dargestellt wird.
Im Anschluss werden Teilfunktionen der AVW benannt und erklärt sowie kurz ihre Einordung in Modelle der Sprachwahrnehmung und -verarbeitung angerissen.
Nach einem Überblick über aktuelle Definitionen der AVWS und bisherigen Erkenntnissen zu Ätiologie und Pathogenese sollen ausgewählte Tabellen einen Überblick über diagnostische Verfahren zur Erfassung verschaffen.
Im Hauptteil der Arbeit schließlich sollen mögliche Zusammenhänge zwischen AVWS und anderen Störungsbildern, die sich ebenfalls auf den schulischen Erfolg betroffener Kinder auswirken können als Grundlage einer beratenden Unterstützung für betroffene Eltern beleuchtet werden. Möglichkeiten und Beispiele der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Erfassung und Behandlung von AVWS sollen allgemein dargestellt werden sowie ausgewählte internationale Therapiekonzepte und Fördermaterialien zu unterschiedlichen Bereichen der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung vorgestellt und sowohl im Hinblick auf ihre Wirksamkeit als auch ihrer Einsetzbarkeit im Unterricht oder Gruppensowie Einzelförderstunden diskutiert werden. Da die Arbeit ihren Schwerpunkt auf der Förderung von Schulkindern mit AVWS hat, wird sich die Darstellung von Fördermaterialien auf solche beschränken, die für den Altersbereich von der Einschulung bis zur Pubertät, also von ca. 6 – 12 Jahren geeignet sind.


2 Begriffsbestimmung


2.1 Auditive Wahrnehmung und Verarbeitung

2.1.1 Akustische Signale

 

[...]



Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Die Systemtherapie

Authors: Nadine Hartkopf, Melanie Begenat
Pedagogy - Pedagogic Psychology, 2003 Download as PDF-file for 14,99 EUR

Spracherwerb bei Kindern

Author: Marina Lizina
Psychology - Developmental Psychology, 2004 Download as PDF-file for 2,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/61259/zur-foerderung-von-schulkindern-mit-auditiven-verarbeitungs-und-wahrnehmungsstoerungen
please wait Please wait