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Hauptseminararbeit, 2005, 30 Seiten
Autor: Christian Schiele
Fach: Wirtschaft - Bank, Börse, Versicherung
Details
Institution/Hochschule: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Lehrstuhl für Bank- und Börsenwesen)
Tags: Konsolidierung, Börsenlandschaft, Hauptseminar, Bank-, Börsenwesen
Jahr: 2005
Seiten: 30
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 48 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-54759-8
ISBN (Buch): 978-3-638-63773-2
Dateigröße: 253 KB
Zusammenfassung über die Konsolidierung des europäischen Börsenmarktes, Ziele und Aufgaben von Börsen, Beweggründe für Fusionen und kurzen Fallbeispielen zu den Themen Euronext, OMX und NOREX
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Zusammenfassung / Abstract
Nicht erst seit dem zweiten Scheitern der Übernahme der London Stock Exchange (LSE) durch die Deutsche Börse AG im März 20051 stellt sich die Frage nach der zukünftigen Struktur der europäischen Börsenlandschaft.. Die Konsolidierung ist zugleich die Suche nach optimaler Marktorganisation und Ausdruck der Konkurrenz zwischen den Börsen. Neben der dynamischen Entwicklung in Computer- und Kommunikationstechnik sehen wir seit Ende der achtziger Jahre eine anhaltende Liberalisierung und Deregulierung der internationalen Kapitalmärkte.2 Momentan gibt es einen Dreikampf der Deutsche Börse AG, der London Stock Exchange (LSE) und Euronext um die Führungsposition im europäischen Wertpapierhandel. Ist der Übernahmekampf um die LSE erst der Auftakt zu einer weit reichenden Konsolidierung?3 Diese Arbeit soll zuerst erläutern, was die konkreten Aufgaben von Börsen sind (2.1) und welcher fundamentale Konflikt zwischen ihnen entstehen kann (2.1.3). In Kapitel 2.2 soll gezeigt werden, welchen Zielen die Börse verpflichtet ist und welche Anspruchsgruppen diese Zielsetzungen einfordern. Anschließend behandelt Kapitel 2.3 den Wandel der Börse als Institution und zeigt, wie ihre neue Konkurrenz aussieht. Kapitel 3 betrachtet zuerst die momentan vorzufindende Wettbewerbssituation in Europa und geht im Folgenden darauf ein, welche Wettbewerbsvoraussetzungen europäische Börsen erfüllen müssen (3.2) und mit welchen Mitteln sie sich von der Konkurrenz differenzieren können (3.3). Kapitel 4 widmet sich dann den wichtigsten realisierten Fusionen und Kooperationen in Europa und zeigt dadurch an ihnen beispielhaft auf, wie die ersten konkreten Schritte der Börsenkonsolidierung in Europa aussehen. In Kapitel 5 werden die maßgeblichen Ergebnisse nochmals herausgestellt und ein kritischer Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der europäischen Börsenlandschaft geworfen.
Textauszug (computergeneriert)
FRIEDRICH-ALEXANDER UNIVERSITÄT ERLANGEN-NÜRNBERG
LEHRSTUHL FÜR BANK- UND BÖRSENWESEN
Hauptseminar Bank & Börse
im Sommersemester 2005
über
Die Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft
von
Christian Schiele
8. Fachsemester, BWL
Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 4
2. Aufgaben und Ziele von Börsen 5
2.1 Konkrete Aufgaben von Börsen 6
2.1.1 Liquidität 7
2.1.2 Effizienz 8
2.1.3 Markt oder Monopol 10
2.2 Ziele von Börsen 11
2.3 Die Börse als Institution 12
3. Die europäische Börsenlandschaft heute 14
3.1 Wettbewerb der Handelsplätze 15
3.2 Prüfkriterien der Wettbewerbsfähigkeit 16
3.3 Geschäftsmodelle 17
4. Überblick über die wichtigsten Fusionen und Kooperationen 19
4.1 Euronext 20
4.2 OMX Gruppe 21
4.3 NOREX Allianz 21
5. Fazit und Ausblick 23
Literaturverzeichnis 25
1. Einleitung
Nicht erst seit dem zweiten Scheitern der Übernahme der London Stock Exchange (LSE) durch die Deutsche Börse AG im März 20051 stellt sich die Frage nach der zukünftigen Struktur der europäischen Börsenlandschaft.. Die Konsolidierung ist zugleich die Suche nach optimaler Marktorganisation und Ausdruck der Konkurrenz zwischen den Börsen. Neben der dynamischen Entwicklung in Computer- und Kommunikationstechnik sehen wir seit Ende der achtziger Jahre eine anhaltende Liberalisierung und Deregulierung der internationalen Kapitalmärkte.2 Momentan gibt es einen Dreikampf der Deutsche Börse AG, der London Stock Exchange (LSE) und Euronext um die Führungsposition im europäischen Wertpapierhandel. Ist der Übernahmekampf um die LSE erst der Auftakt zu einer weit reichenden Konsolidierung?3 Diese Arbeit soll zuerst erläutern, was die konkreten Aufgaben von Börsen sind (2.1) und welcher fundamentale Konflikt zwischen ihnen entstehen kann (2.1.3). In Kapitel 2.2 soll gezeigt werden, welchen Zielen die Börse verpflichtet ist und welche Anspruchsgruppen diese Zielsetzungen einfordern. Anschließend behandelt Kapitel 2.3 den Wandel der Börse als Institution und zeigt, wie ihre neue Konkurrenz aussieht. Kapitel 3 betrachtet zuerst die momentan vorzufindende Wettbewerbssituation in Europa und geht im Folgenden darauf ein, welche Wettbewerbsvoraussetzungen europäische Börsen erfüllen müssen (3.2) und mit welchen Mitteln sie sich von der Konkurrenz differenzieren können (3.3). Kapitel 4 widmet sich dann den wichtigsten realisierten Fusionen und Kooperationen in Europa und zeigt dadurch an ihnen beispielhaft auf, wie die ersten konkreten Schritte der Börsenkonsolidierung in Europa aussehen.
In Kapitel 5 werden die maßgeblichen Ergebnisse nochmals herausgestellt und ein kritischer Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der europäischen Börsenlandschaft geworfen.
2. Aufgaben und Ziele von Börsen
„Die Börse ist ein organisierter Markt für den Handel von fungiblen Objekten wie Wertpapieren, Devisen oder Waren.“4 Die Hauptleistung von Wertpapierbörsen ist die Verbesserung der Markttransparenz und die Konzentration von Angebot und Nachfrage durch eine Organisation zur Erleichterung des Abschlusses von Geschäften.5 Neben dieser Sekundärmarktfunktion dient die Börse jedoch auch als Primärmarkt, der für die gesamte Volkswirtschaft wie für die zu listenden Unternehmen Vorteile bringt. Als Vorteile eines Börsengangs für die Unternehmen sind die Verbesserung der Risikoallokation (vor allem des systematischen Risikos), die Werbewirkung und die vergrößerte Unabhängigkeit der Unternehmensleitung (durch unbefristetes Kapital) zu nennen.6 Positive Effekte für die Volkswirtschaft sind die dauerhafte Finanzierung von jungen wachstumsstarken Unternehmen, die Finanzierung von großen Investitionen durch eine Vielzahl von kleineren Anlegern7, sowie durch die jederzeitige Handelbarkeit eine Losgrößen-, Fristen-, Informations- und Risikotransformation8. Um diesen makroökonomischen Zielen gerecht zu werden, bedarf es der Erfüllung konkreter Aufgaben um eine hohe Attraktivität des Handelsplatzes herzustellen und so den Vorstellungen von verschiedenen Interessengruppen (Handelnde, Gehandelte und Börsenträger) gerecht zu werden.
2.1 Konkrete Aufgaben von Börsen
In Deutschland ist die Markttransparenz sowie die Sicherheit der am Handel Teilnehmenden durch verschiedene Rechtsgrundlagen gesichert.
Hierzu gehören das Börsengesetz (BörsG), die Börsenzulassungsverordnung (BörsZulV), das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG), das Depotgesetz (DepotG) sowie verschiedene privatrechtliche Regelungen der jeweiligen Börsen.9 Das WpHG beinhaltet vor allem die Einrichtung der Wertpapierhandelsaufsicht sowie die Festlegung der Ad-hoc-Publizität.10 Da es in den meisten Ländern ähnliche Gesetze11 bzw. Konvergenzbestrebungen gibt, ist die Sicherheit der Handelnden und die Markttransparenz an sich weniger eine Aufgabe der Börse, sondern der Gesetzgeber.
[....]
1 Vgl. o.V. (Börsenfusion 07.03.2005).
2 Vgl. Schenk, Norman (2001), S. 374.
3 Vgl. o.V. (2005a), S. 8.
4 Gerke (2002), S. 128.
5 Vgl. Schmidt, Hartmut (1981), S. 138.
6 Vgl. Hellwig, Martin (2000), S. 32.
7 Vgl. Anhold, Hein (1981), S. 56.
8 Vgl. Rosen, Rüdiger von (2001), S. 356f.
9 Vgl. Rosen, Rüdiger von (2001), S. 360f.
10 Vgl. Rosen, Rüdiger von (2001), S. 360.
11 Vgl. Anhold, Hein (1981), S. 53.
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