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Details

Veranstaltung: Romanisches Seminar: Hauptseminar: Die Hölle, das sind die anderen – Islam und Judentum in spanischen, französischen und portugiesischen Epen, Romanen und Sachtexten
Institution/Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Tags: Christenheit, Chanson, Roland, Romanisches, Seminar, Hauptseminar, Hölle, Islam, Judentum, Epen, Romanen, Sachtexten
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2005
Seiten: 22
Note: 2,0
Literaturverzeichnis: ~ 10  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 181 KB
Archivnummer: V61315
ISBN (E-Book): 978-3-638-54798-7

Textauszug (computergeneriert)

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Romanisches Seminar
Hauptseminar: Die Hölle, das sind die anderen –
Islam und Judentum in spanischen, französischen
und portugiesischen Epen, Romanen und Sachtexten

Die Christenheit in der altfranzösischen Chanson de Roland

eingereicht von:
Anja Krechel
Studienrichtung: Englisch/ Französisch (LA)
6. Fachsemester

Sommersemester 2005

 

Gliederung

1. Einleitung ... 3

2. Der geschichtliche Hintergrund ... 4
2.1. Entstehung der Kreuzzüge ... 5

3. Das Rolandslied ... 6
3.1. Entstehung und Historizität ... 6
3.2. Die Christenheit im Rolandslied ... 9
3.3. Die wichtigsten Vertreter der Christenheit ... 11
3.3.1. Karl der Große ... 11
3.3.2. Erzbischof Turpin ... 13
3.3.3. Ganelon ... 15
3.3.4. Roland ... 19

4. Schluss ... 21

5. Literatur: ... 22

Primärliteratur: ... 22
Sekundärliteratur: ... 22

 

1. Einleitung

Christentum, Islam und Judentum, die drei großen monotheistischen Weltreligionen, vertraten alle einen Absolutheitsanspruch. Im Gegensatz zu den Juden versuchten die Christen und die Muslime Nicht- und Andersgläubige zu bekehren und so kam es zwischen ebendiesen im Laufe der Geschichte immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Diese Thematik wurde auch in der Literatur aufgegriffen, wie beispielsweise in der altfranzösischen Chanson de Roland.

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung der Christenheit in diesem Epos. Das Ziel ist ein Vergleich von historischer Wirklichkeit und Fiktion anhand von Analysen einzelner Charaktere.

Das Kapitel 2 soll zunächst einen Überblick über die Vorfahren Karls des Großen und den Beginn seiner Herrschaft geben. Hierbei soll besonders seine Position innerhalb der katholischen Kirche dargestellt werden.

Anschließend soll in 2.1 die Entstehung der im Rolandslied thematisierten Kreuzzugsbewegung erläutert werden. Von Konstantin über Augustin bis hin zu Papst Urban II. wird die Bedeutung der Christianisierung und die Legitimation des Kriegsdienstes dargestellt. Im Rahmen dieser Arbeit kann leider nur ein kurzer Überblick über die Geschichte und keine detaillierte Darstellung gegeben werden.
Im Kapitel 3 wird in Form einer Gegenüberstellung von historischer Wirklichkeit und Fiktion in der CdR auf die in Kapitel 2 gebotenen Informationen zurückgegriffen.

Das Kapitel 3.1 soll eine Einführung in die CdR, deren Entstehung und Historizität bieten, bevor in 3.2 die Christen als Einheit dargestellt werden. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Rolle des christlichen Glaubens als Motivation für die Kreuzzüge und auf der positiven Beschreibung der Christen in der CdR. In 3.3 werden abschließend die wichtigsten Vertreter der Christenheit in der CdR dargestellt. Es sollen Gemeinsamkeiten wie auch Unterschiede der Individuen zu dem in 3.2 erläuterten Bild der Christen im Allgemeinen herausgearbeitet werden. Hierzu werden Textstellen zu vier Vertretern des Christentums auszugsweise untersucht. Diese Analyse soll zeigen, inwiefern die in den vorangegangenen Kapiteln erläuterten Theorien im Bezug auf individuelle Charaktere in der CdR Anwendung finden und es soll geklärt werden, zu welchem Grad sich dieses Epos an der historischen Wirklichkeit orientiert.

2. Der geschichtliche Hintergrund

Im Mittelalter existierten die drei großen Weltreligionen nebeneinander. Die in Europa vorherrschende Religion war das Christentum. Die Eroberung Frankreichs durch die Mohammedaner verhinderte Karl-Martell, der Großvater Karls des Großen, 732. Daraufhin bot Papst Gregor III ihm an, ihn zum König der Franken zu erheben, sofern er ihm gegen die Norditalien beherrschenden und Rom bedrohenden Langobarden zu Hilfe käme. Doch Karl-Martell lehnte dies immer wieder ab. Nach seinem Tod 741 beschlossen seine Söhne, einen Merowinger zum Scheinkönig zu wählen, da ihnen die Autorität ihres Vaters fehlte, um ohne König regieren zu können.

Im Jahre 747 verzichtete Karlmann auf die Herrschaft und somit wurde Pippin der Kurze, der Vater Karls des Großen, zum Alleinherrscher des neugeeinten Frankenreiches. 751 ging er auf erneute Angebote der Kurie ein, schickte den letzten Merowinger ins Kloster, woraufhin er und seine Söhne vom Papst zu fränkischen Königen gesalbt wurden. Er wurde damit zum Begründer der arnulfingischen Monarchie, die fortan, nach Karl-Martell, die Karolingische hieß. Unter seinem Sohn, Karl dem Großen, nahm diese einen ungeahnten Aufstieg und umfasste schließlich das ganze Abendland als ein festgefügtes Kaisertum. Karl der Große wurde als der von Gott gesandte Führer der Christenheit angesehen. Er war für alle weltlichen Angelegenheiten der katholischen Kirche verantwortlich und der Papst befasste sich mit den geistlichen Aufgaben. Einzig der christliche Glaube wurde als der wahre Glaube angesehen. Alle anderen Religionen wurden als Heidentum bezeichnet.

„[...] ebenso gäbe es jetzt nur noch Christen und Heiden; das fränkische Prinzip sei zum allgemein christlichen geworden.“1

[...]


1 R. Wahl, Karl der Große, S. 64.

Kommentare

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