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Fairer Handel für faire Chancen - Alternative Formen zum konventionellen Welthandel mit Kaffee, Tee und Kakao

Diploma Thesis, 2005, 82 Pages
Author: Bettina Edtbauer
Subject: Geography / Earth Science - Miscellaneous

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2005
Pages: 82
Grade: Sehr gut
Bibliography: ~ 29  Entries
Language: German
Archive No.: V61366
ISBN (E-book): 978-3-638-54837-3

File size: 1277 KB


Excerpt (computer-generated)

Diplomarbeit
für die Zulassung zur Diplomprüfung
für das Lehramt an Hauptschulen
an der Pädagogischen Akademie des Bundes in der Steiermark

Fairer Handel für faire Chancen - Alternative Formen zum konventionellen Welthandel mit Kaffee, Tee und Kakao

Bettina Edtbauer

 

Inhaltsverzeichnis


1. Einleitung ... 6

2. Geschichte ... 7

2.1. Eroberung Südamerikas ... 9
2.2. Eroberung Asiens ... 10
2.3. Eroberung Afrikas ... 12
2.4. Folgen des Kolonialismus ... 14

3. Kaffee ... 16

3.1. Geschichte der Verbreitung des Kaffees ... 16
3.2. Die Kaffee-Anbaugebiete der Welt ... 21
3.3. Der Handel mit Kaffee ... 21
3.4. Das schaurige Märchen vom Kaffeekönig und dem Campesino Pedro ... 24

4. Tee ... 26

4.1. Geschichte des Tees ... 27
4.2. Verbreitung des Tees ... 30
4.3. Der Handel mit Tee ... 31

5. Kakao ... 33

5.1. Herkunft und Verbreitung ... 33
5.2. Handel mit Kakao ... 37

6. Der faire Handel ... 38

6.1. Definition des fairen Handels ... 38
6.2. Geschichte des fairen Handels ... 39
6.3. Worum geht es beim fairen Handel ... 40
6.4. Die Ziele des fairen Handels ... 40
6.5. Fairer Handel – Vorteile für Produzenten und Konsumenten ... 41
6.6. Fachgeschäfte für Lebensmittel aus ökologischem Anbau und fairem Handel – Siegel und Kennzeichen ... 42

7. Fairtrade ... 44

7.1 Geschichtliche Entwicklung des fairen Handels ... 45
7.2. Label-Initiativen ... 46
7.3. Label-Entwicklung In Österreich ... 46
7.4. Fairtrade Kriterien ... 48
7.5. Fairtrade Vertriebskanäle ... 50
7.6. Fairtrade Marktanteile ... 51
7.7. Fairtrade in Zahlen ... 51
7.8. Internationale Fairtrade Dachorganisationen ... 52
7.9. Der Erfolg von Fairtrade ... 54
7.10. Ökologie und Fairtrade ... 54
7.11. Kaffee, Tee und Kakao (Schokolade) ... 55
7.11.1. Kaffee ... 55
7.11.2. Tee ... 56
7.11.3. Kakao (Schokolade) ... 58

8. EZA – Entwicklungszusammenarbeit mit der Dritten Welt ... 60

8.1. Leitsätze der EZA Dritte Welt ... 60
8.2. Kriterien für die Projektpartner der EZA ... 61
8.3. Maßnahmen zur Förderung ... 63
8.4. Die EZA als Handelspartner des fairen Handels ... 64
8.5. Partner der EZA ... 65
8.6. Vertriebskanäle der EZA ... 65

9. Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) ... 67

9.1. Ziele ... 67
9.2. Das Max Havelaar-Gütesiegel ... 68
9.3. Funktionsweise und Produkte der Stiftung ... 69
9.4. Die internationalen Fair-Trade-Standards ... 69
9.5. Qualitative Ergebnisse ... 70
9.6. Max Havelaar und andere Initiativen ... 71

10. ARGE Weltläden ... 72

10.1. Aufgaben der ARGE Weltläden ... 72
10.2. Ziele der ARGE Weltläden ... 73
10.2.1. Warenverkauf ... 73
10.2.2. Information und Bildungsarbeit ... 74
10.2.3. Politische Aktionen ... 74
10.2.4. Produktauswahl ... 74
10.2.5. Kooperation mit Institutionen des fairen Handels und der Entwicklungszusammenarbeit ... 74
10.3. Kriterien für Weltläden ... 75
10.4. Entwicklung und Perspektiven ... 76

11. Welthaus ... 78

12. Schlussbetrachtung ... 80

Literaturverzeichnis ... 81

 

 

1. Einleitung

Bereits während meiner Schulzeit befasste ich mich mit dem Thema des fairen Handels. Ich wählte dieses Thema auch als Spezialgebiet für meine Matura in Geographie und Wirtschaftskunde.
Am Ende meines Studiums wählte ich dieses Thema für diese Diplomarbeit erneut, um mich intensiver mit dem fairen Handel zu befassen. Ein besonderes Anliegen waren mir die Ungerechtigkeiten und Ungleichheiten, welche durch eine globalisierte Welt entstehen und entstanden sind, aufzuzeigen und den Grund ihrer Entstehung näher zu beleuchten.
Der Beginn dieser Arbeit soll einen Hintergrund zu dem Thema schaffen. Dabei wird die Geschichte der Kolonialisierung behandelt. Hierbei wird die Geschichte der Kontinente Südamerika, Afrika und Asien in Kontext mit dem Welthandel gestellt.
Weiters werden die Exportgüter (Kaffee, Tee und Kakao) aus den ehemaligen Kolonialländern, die noch immer einen wichtigen Stellenwert für das Bruttoinlandsprodukt der betreffenden Länder haben, näher beschrieben. Der Hauptteil dieser Arbeit befasst sich mit Organisationen, die eben diese ehemaligen Kolonialwaren fair, das heißt zu einem gerechten Preis handeln und verkaufen, anbieten. Einer näheren Betrachtung werden die Organisationen Fairtrade, Max Havelaar, EZA und den ARGE Weltläden unterzogen.
Die Autorin bekennt sich zur Gleichberechtigung der Geschlechter. Aus Platzgründen und um die Arbeit besser lesbar zu machen, wird in den folgenden Kapiteln die maskuline Form verwendet.


2. Geschichte

Schon lange vor dem so genannten Entdeckungszeitalter, dem 15. und 16. Jahrhundert nach Christus, beschränkten sich die geographischen Kenntnisse der antiken Kulturvölker nicht nur auf den Mittelmeerraum und auf Vorderasien.
Entdeckungs- und Handelsfahrten der Phöniker, Araber, Griechen, Inder und Chinesen hatten vielmehr einen weltweiten wirtschaftlichen Austausch geschaffen, in dem nur noch Nordostasien, die beiden Teile Amerikas und die Südspitze Afrikas völlig unbekannt waren. Die Kaufleute unternahmen die waghalsigsten Entdeckungsfahrten auf ihren kleinen, nur für die Küstenfahrt ausgerüsteten Schiffen, und legten ohne Zweifel die weitesten Strecken auch auf den Weltmeeren zurück. Sie entdeckten aber nicht nur die Meere und ihre Küsten, weite und entbehrungsreiche Reisen führten die Kaufleute der „Alten Welt“ tief ins Innere der Kontinente, ja selbst über die höchsten Gebirge hinweg zu den noch unerschlossenen Schätzen der Erde.1
Die Geschichte der europäisch-überseeischen Beziehungen ist bis zum Beginn des vorletzten Jahrhunderts weitgehend als Entdeckungsgeschichte verstanden und beschrieben worden. Das zivilisatorische Sendungsbewusstsein des imperialistischen Zeitalters begünstigte diese Sichtweise, welche die Leistung des weißen Forschungsreisenden als notwendige Vorstufe kolonialpolitischer Einflussnahme, wirtschaftlicher Erschließungen und Ausbeutung begriff. Mit dem Akt der Entdeckung hatte der Europäer, so meinte man, dem überseeischen Territorium erst eigentlich zu seiner überlieferungswürdigen Existenz verholfen. Dem zu folge ließen die Historiker ihre Darstellung zu dem Zeitpunkt beginnen, da der europäische Seefahrer erstmals seinen Fuß an Land gesetzt hatte. In solch einer Perspektive erschien die überseeische Kultur nicht als Phänomen von selbstständiger Bedeutung, sondern lediglich als der mehr oder minder gefügige Rohstoff in den Händen des kolonisierenden Europäer.2
Die Europäer verhielten sich zu Beginn der überseeischen Kulturberührungen zumeist sehr friedlich, was aber nicht bedeutete, dass man den Vormachtsanspruch aufgegeben hätte. Denn ganz im Gegenteil: Alles, was die Europäer nach ihrem Eintreffen an fremden Küsten unternahmen, zielte darauf ab, klarzustellen, dass mit ihrer Präsenz eine neue und letzte Instanz auf den Plan getreten war. Bereits bei der Landung und beim Betreten der fremden Küste achtete man auf ein bestimmtes Zeremoniell, sowohl um sich selbst die Bedeutung der Entdeckung, die durch die Konstruktion des Finderrechts nahezu einem Akt der Besitzergreifung gleichkam, vor Augen zu führen als auch um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen und Respekt einzuflößen. Sie feuerten Salutschüsse ab, setzten Flaggen, kleideten sich besonders prächtig und formierten einen Cortege aus den wichtigsten Persönlichkeiten an Bord, der zuerst das neue Land betrat. Besonders berühmt ist die Ankunft des Christoph Kolumbus auf der Insel San Salvador, welche später vom Kupferstecher Theodor de Bry festgehalten wurde.

 

[...]


1 vgl. Berneck Ludwig, 1964, Kaufleute erobern die Welt, Wien, Seite 79.
2 vgl. Bitterli Urs, 1992, Alte Welt – Neue Welt, München, Vorwort.


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