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Autor: Thorsten Lemmer
Fach: Pädagogik - Päd. Soziologie
Details
Institution/Hochschule: Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg (Soziologie)
Tags: Sozialisation, Massenmedien, Soziologische, Theorie, Erziehung
Jahr: 2002
Seiten: 22
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 23 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 212 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13786-7
Textauszug (computergeneriert)
Sozialisation und Massenmedien
von Thorsten Lemmer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialisation und Massenmedien
3. Verschiedene Erklärungsansätze
3.1. Die ethisch-moralische Richtung
3.2. Deskriptiv-empirische Ansätze
3.3. Die reflexiv-kritische Richtung
4. Die Bedeutung des Fernsehens als Sozialisationsinstrument
5. Das Verhältnis zur Hauptsozialisationsinstanz Familie
6. Wesentliche Gesichtspunkte zur Sozialisation durch das Fernsehen
6.1. Die Einwirkung auf Gewalteinstellungen
6.2. Kognitive Beeinflussung
6.3. Mediale Sozialisation als Nachhilfelehrer:
Prosoziales Verhalten und Bildungsfaktor
6.4. Die Einwirkung auf soziales Verhalten und Einstellungen
7. Abschließende Zusammenfassung
8. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Mit dieser Arbeit soll die Wirkung, welche Massenmedien auf den Sozialisationsprozeß von Kindern und Jugendlichen haben, veranschaulicht werden.
Die Tatsache, daß Massenmedien sozialisationswirksame Leistungen erbringen können, ist nicht neu. Die Massenmedien gerieten schon früh in den Blickpunkt des Interesses von Pädagogen. Diese wurden dann entweder als geheime Verführer oder unheimliche Miterzieher verurteilt oder aber als wertvolle Hilfe begrüßt.
Die am häufigsten anzutreffende Annahme einer Einwirkung von Massenmedien ist die eines Manipulationsprozesses, dem der Rezipient beinahe hilflos ausgesetzt wird. So wurde gerade unter diesem Aspekt das elektronische Massenmedium Fernsehen auf seine Wirkung hin untersucht. "Belege" für diese Annahme sind zahlreich. Man denke dabei nur an solch plakative Beispiele wie die Massenhysterie, die Orson Welles mit seiner Rundfunksendung "Invasion vom Mars" auslöste oder an die jüngste Panik, die der Computervirus "Michelangelo" unter den Computerbesitzern auslöste.
Die Bedeutung der Massenmedien als Sozialisationsfaktor ist überwiegend akzeptiert und wird hoch eingeschätzt. über das Maß und die tatsächliche Bedeutung, welches diesem hinsichtlich der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen beigemessen werden soll, wird jedoch eine heftige Sozialisations-Debatte geführt. Die verschiedenen Ansätze, die sich innerhalb dieser Debatte herausgebildet haben, werden im weiteren Verlauf dieser Darstellung noch kurz dargestellt.
Aufgrund der vielfältigen und kontrovers dargestellten Einwirkungsmöglichkeit kann an dieser Stelle nur ein Überblick über die am bedeutendsten erscheinenden Untersuchungsaspekte zu relevanten Fragen der Sozialisationswirkung gegeben werden. Die Auswahl hierzu geschah nicht willkürlich, sondern auf der Grundlage der zu diesem Thema vorliegenden schwerpunktmäßigen Literatur. Dies sind im wesentlichen empirische Studien mit den sich daraus ergebenden Interpretationen.
Es ist an dieser Stelle anzumerken, daß es nicht die Absicht dieser Darstellung ist, bestimmte Richtungen und Ergebnisse gegeneinander abzugrenzen oder auszugrenzen. Es soll vielmehr versucht werden, aus der Fülle der Untersuchungen zu dieser Themenstellung einen gewissen Minimalkonsens zu referieren.
Innerhalb der Massenmedien hat das Fernsehen eine große Anziehungskraft. Die überwiegenden Forschungen zur Sozialisationswirkung wurden mit diesem elektronischen Massenmedium durchgeführt. Aus diesem Grunde wird das Sozialisationspotential der Massenmedien hauptsächlich aus dem Blickwinkel des Fernsehens dargestellt werden.
2. Sozialisation und Massenmedien
Der Begriff Sozialisation wird in der Wissenschaft mannigfaltig und kontrovers diskutiert. Es soll aus diesem Grunde an dieser Stelle kein umfassender überblick gegeben werden, sondern lediglich erläutert werden, welches Sozialisationsverständnis Grundlage dieser Arbeit ist.
Ausgangspunkt eines jeden Sozialisationsverständnisses sind anthropologische Erkenntnisse, wie sie beispielsweise von Gehlen oder Scheler formuliert wurden. Hierbei wird davon ausgegangen, daß der Mensch aufgrund seiner Erscheinung als "instinktreduziertes Wesen" und als "biologisches Mängelwesen" zur Kompensation dieser Nachteile eine hohe Intelligenz und Lernfähigkeit besitzt, aufgrund derer er seine Umwelt verändern oder sich ihr anpassen kann. Zusätzlich ist er in der Lage, eine Persönlichkeit auszubilden. Generell unterstellt Sozialisation also, daß der Mensch von Natur aus nicht selbständig handlungsfähig ist und sich erst zu einer handlungsfähigen sozialen Person entwickeln muss. Sozialisation ist in diesem Zusammenhang ein Prozess mit Finalcharakter, an dessen Ende eine autonome und handlungsfähige soziale Person mit einer sozialen Rolle steht. Der Begriff der sozialen Rolle kennzeichnet dabei nach Dahrendorf den Schnittbereich zwischen Individuum und Gesellschaft.
Sozialisation unterteilt sich in zwei Formen:
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