Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Sven Weißer
Fach: Geschichte - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
Details
Tags: Armee, Erkenntnisse, Grafen, Mirabeau
Jahr: 2006
Seiten: 15
Note: 1,2
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 151 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-54886-1
Textauszug (computergeneriert)
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Proseminar: Preußische Monarchie und französische Revolution
SS 2006, Abgabedatum: 11.07.2006
Das "Auf und Ab" der preußischen Armee und die
Erkenntnisse des Grafen von Mirabeau
von: Sven Weißer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das stehende Herr in seiner Bedeutung für das 18. Jahrhundert 4
2.1 Die Probleme der „alten“ französischen Armee 5
3. Der Weg zur friderizianisch preußischen Armee 7
3.1 Die preußische Armee unter Friedrich dem Großen 8
4. Die Erkenntnisse des Grafen von Mirabeau 10
5. Schlussfolgerungen 12
6. Quellenverzeichnis 14
7. Literaturverzeichnis 15
1. Einleitung
„Friedrich Wilhelm wird mehr als 300 Millionen in seinen Truhen haben, zweihunderttausend Mann, welche die ohne Vergleich beste Armee Europas bilden […].“1
So gibt der Graf von Mirabeau2 nicht nur seine eigene Meinung, sondern auch die vorherrschende Meinung im Europa zur Zeit Friedrichs des Großen3 wieder. Doch noch im 17. Jahrhundert und auch wieder gegen Ende des 18. Jahrhunderts galt das französische Heer als das beste in Europa. Die vorliegende Arbeit soll nun zweierlei leisten: Zum einen sollen die militärisch relevanten Gründe für dieses „Auf und Ab“ des preußischen Heers herausgearbeitet werden und zum anderen soll untersucht werden, in wie weit Mirabeau schon 1788 im militärischen Teil seines Werkes „De la monarchie prussienne sous Frédéric le Grand“4 die Nachteile, die zu den oben genannten Umständen führten, erkannt und beschrieben hat. Um diese beiden Fragestellungen bearbeiten zu können, soll zunächst die Bedeutung der wichtigsten militärischen Neuerung beleuchtet werden, nämlich die des stehenden Heeres und seine Umsetzung in der königlichen französischen Armee. Anschließend wird der Weg der preußischen Armee zur besten Europas und der Zustand unter Friedrich II. zu untersuchen sein. Mit den hier gewonnen Erkenntnissen bezüglich der Vor- und Nachteile des Heeres können dann aus Mirabeaus Werk seine Erkenntnisse zu diesen herausgearbeitet werden. Hierfür stehen zwei Quellen zur Verfügung, das schon genannte Werk Mirabeaus und ein Aufsatz von Gerhard J.-D. Scharnhorst5 aus dem „Neuen militärischen Journal“ von 1789 zu eben diesem Werk. Die Arbeit soll dabei einen wissenschaftlichen Beleg für die These herausarbeiten, dass die „Größe“ der preußischen Armee unter Friedrich dem Großen wie auch in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf Adaption von Neuerungen im Militärwesen des französischen Heeres beruht!
Die Forschungsliteratur zum ersten Themenschwerpunkt ist zahlreich, da in der älteren Militärgeschichtsforschung zum einen sehr genau über die militärischen Entwicklungen in Preußen gearbeitet wurde6, was in der Orientierung an den militärischen Bedürfnissen begründet liegt, und weil sich die neuere Militärgeschichtsforschung seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts verstärkt mit den sozialen Auswirkungen der jeweiligen Aspekte des Heeres beschäftigt hat7. Beide Forschungsschwerpunkte sind zu beachten und mit in die Betrachtung einzubinden, will man eine möglichst vollständige Analyse der Fragestellung vornehmen. Eine ausführliche Untersuchung der militärischen Aspekte von Mirabeaus Werk hat es seit dem Aufsatz Scharnhorst´s von 1789 zumindest in der deutschen Militärforschung nicht gegeben und überhaupt setzte sich die Forschung nur sehr unzureichend mit diesem Teil des Werkes auseinander. Gerade deshalb beginnt das vorliegende Werk nicht mit der Zeit Friedrichs des Großen und der Person Mirabeaus, sondern führt Schritt für Schritt in die wichtigsten Entwicklungen im Militärwesen des 18. Jahrhunderts ein, wie zum Beispiel der des stehenden Heeres, was als die wohl bedeutendste Neuerung galt.
2. Das stehende Heer in seiner Bedeutung für das 18. Jahrhundert
In der Militärgeschichte des 18. Jahrhunderts kam dem stehenden Heer eine außerordentliche Bedeutung zu, doch was sind die Gründe hierfür? Der bedeutendste ist, dass es einen grundlegenden Machtpfeiler des entstehenden Absolutismus bildete und dieser die Organisation und den Unterhalt eines solchen Heeres erst mit seinen zentralistischen Strukturen in Verwaltung wie Finanzen ermöglichte. Einen zweiten bedeutenden Grund lieferte H. Delbrück: „Die ungeheuren Nachteile des Kriegsführens mit nur auf Zeit angenommenen Söldnern war von Anfang an den Staatsmännern wie den Theoretikern nicht verborgen. (…) Die Soldbanden wurden nicht ersetzt durch ein Kriegertum anderen Ursprungs, sondern sie änderten ihren Charakter, indem sie dauernd unter den Fahnen blieben und zu stehenden Heeren wurden.“8
[...]
1 Mirabeau, Über die gegenwärtige Lage Europas, in: Mirabeau, Redner der Revolution, S. 120.
2 Honoré Gabriel Victor du Riqueti, comte de Mirabeau (1749-1791) war französischer Politiker, Physiokrat und Publizist.
3 Friedrich II. (1712-1786) war seit 1740 preußischer König und erhielt den Beinamen „der Große“.
4 1788 in London erschienen.
5 Gerhard Johann David Scharnhorst (1755-1813) war preußischer Offizier und Lehrer an der Kriegsschule, bis er sich nach 1807 als preußischer Kriegsminister maßgeblich verantwortlich zeichnet für den Aufbau eines Volksheeres.
6 Bedeutendste Vertreter sind hier Heinz G. Nitschke und Siegfried Fiedler.
7 Hier zählen Otto Busch und Hans Bleckwenn zu den bedeutendsten Vertretern.
8 Delbrück, Hans, Die Epoche der stehenden Heere, S. 255.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: