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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2002, 27 Pages
Author: Andreas Gohmann
Subject: Latin
Details
Institution/College: University of Osnabrück (Literatur- und Sprachwissenschaften - Latein)
Tags: Latein, Petron, Satyrica, Literatur, Roman, Satire
Year: 2002
Pages: 27
Grade: sehr gut
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13796-6
File size: 197 KB
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Excerpt (computer-generated)
Die literarische Einordnung von Petrons Satyrica
Andreas Gohmann
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Roman - Satire - Parodie? Einordnungskriterien 3
2.1 Titel 3
2.2 Motive 3
2.3 Sprache 8
2.4 (Vers-) Einlagen 9
2.5 Handlungsführung 12
2.6 Moralisierung 13
2.7 Realität/Irrealität 15
3. Beziehungen zu anderen literarischen Gattungen/Traditionen 16
3.1 Schelmenroman und Iolaos-Papyrus 16
3.2 Epos 20
3.3 Griechische Novelle 21
3.4 Mimus 22
3.5 Symposion-Literatur 23
4. Schluss 24
Textausgaben 25
Literatur 25
1. Einleitung
Petrons Satyrica haben in der Forschung immer wieder die Frage aufgeworfen, zu welcher literarischen Gattung dieses Werk gehört. Schwierigkeiten der Einordnung ergeben sich aus dem Fehlen eines genau entsprechenden Werkes, der Tatsache, dass verschiedene literarische Gattungen in Frage kommen, und aus dem fragmentarischen Zustand der Satyrica.
Einen ersten Ansatz zur literarischen Einordnung lieferte E. Rohde:1 Er nahm die dichterischen Einlagen zur Grundlage und versuchte daraus den literarischen Charakter des Werkes zu erklären. Er sah in Petrons Werk aufgrund der Vermengung von Prosa und Versen eine menippeische Satire. Rohde betrachtete Petrons Satyrica als spezifisch lateinisches Literaturprodukt, unabhängig von der Entwicklung des griechischen Romans.
Einen entgegengesetzten Ansatz unternahm R. Heinze:2 Er nahm an, dass ein ernsthafter griechischer Liebesroman bereits vor Petron existierte (Rohde hingegen datierte die frühesten griechischen Romane in das 2. Jh. n. Chr.). Heinze nahm zugleich an, dass auch ein parodistisches Gegenstück zum griechischen Liebesroman bereits vor Petron vorlag. Diese Parodie hätte Petron aufgegriffen und in die Form der menippeischen Satire gebracht.
Für Heinzes Theorie sprechen Papyrusfunde (Fragmente des Ninos- und Charitonromans), die die Aussage bekräftigen, dass der griechische Roman Petron vorausgeht. Ob auch bereits eine Romanparodie vor Petron anzusetzen ist, ist zu fragen.
Mit diesen beiden Forschungsansätzen sind die wesentlichen Erklärungslinien für den literarischen Charakter der Satyrica benannt: Die erste erklärt Petrons Werk aus der lateinischen Literatur (Satire), die zweite aus der griechischen Literatur (Roman).
Zwischen den Parametern Roman, (menippeischer) Satire und Parodie wird sich die Argumentation bezüglich der literarischen Einordnung bewegen, die mit Hilfe von Einordnungskriterien systematisiert wird.
Desweiteren sollen Beziehungen der Satyrica zu anderen literarischen Gattungen und Traditionen gesucht werden (komischer Roman, Epos, griechische Novelle, Mimus, Symposion-Literatur). Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Erschließung und Interpretation des Iolaos-Papyrus. Ausgehend von diesem Papyrus soll die Frage erörtert werden, ob die Satyrica in einer bis dahin nicht zu beweisenden Tradition des Schelmenromans stehen.
2. Roman - Satire - Parodie? Einordnungskriterien
2.1 Titel
Der Titel Satyrica gibt Hinweise auf die literarische Einordnung Petrons. Er erscheint als spielerische Abwandlung von Romantiteln wie z.B. den Ephesiaka des Xenophon oder von Geschichtswerken (Assyriaka).3 Aber auch Novellen (Milesiaka) kommen in Betracht.
[...]
1 Rohde, S. 266f.
2 Heinze, S. 417ff.
3 Perry, S. 191f.
4 Petersmann (1986), S. 389.
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