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Diploma Thesis, 2006, 101 Pages
Author: Hermann Schmidt-Nohl
Subject: Pedagogy - Miscellaneous Topics
Details
Tags: Beratungsleitbild, Beratung, Hintergrund, Entwicklungen, Beratungsforschung
Year: 2006
Pages: 101
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 88 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-55027-7
ISBN (Book): 978-3-638-77580-9
File size: 851 KB
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Abstract
Was ist innerhalb der Vielfalt, die der Begriff „Beratung“ umfaßt, das Spezifikum der ,Sozialen Beratung´; bspw., wodurch unterscheidet sie sich von anderen Beratungsformen, an wen ist sie gerichtet und wer führt sie nach welchen Kriterien aus bzw. ist berechtigt sie auszuführen? In diesem Sinne ist die vorliegende Arbeit eine theoretische Arbeit, die literaturbezogen den aktuellen Diskurs um eine eigenständige theoretische Konzeption einer berufsspezifischen Beratung als Hintergrund für die Soziale (sozialpädagogische) Beratung bzw. für die Soziale Arbeit sammeln und sichten soll.
Excerpt (computer-generated)
Philipps-Universität Marburg
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Überlegungen zu einem professionellen Beratungsleitbild für die soziale Beratung vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen innerhalb der Beratungsforschung
Hermann Schmidt-Nohl
Inhaltsverzeichnis
Einleitung ... 1
TEIL A: Theoretische Grundlagen ... 4
1. Abgrenzung der Beratung von der Therapie ... 4
2. Skizzierung verschiedener Beratungsprägungen ... 7
2.1. Psychologische Beratung ... 7
2.2. Pädagogische Beratung ... 9
2.3. Psychosoziale Beratung ... 11
2.4. Soziale Beratung ... 12
3. Beratungsorientierungen ... 14
3.1. Theoretische Hintergründe ... 14
3.1.1. Systemische Beratung ... 14
3.1.2. Lebensweltorientierte Beratung ... 17
3.1.3. Netzwerkorientierte Beratung ... 19
3.1.4. Ressourcenorientierte Beratung ... 21
3.1.5. Die Gemeindepsychologie und der Empowermentansatz ... 24
3.2. Beratungsmodelle in der Sozialen Beratung ... 28
3.2.1. Klientenzentrierter Beratungsansatz ... 28
3.2.2. Lösungsorientierter Beratungsansatz ... 31
3.2.3. Sozialökologischer Beratungsansatz ... 34
TEIL B: Entwicklungstendenzen und Forderungen nach einer eigenständigen, berufsspezifischen Beratungsrichtlinie ... 39
1. Anforderungen an eine „Theorie“- was soll ein theoretischer Rahmen grundsätzlich leisten können ... 39
2. Beratung als Basisqualifikation für in der Sozialen Arbeit Tätige ... 44
3. Grundbestandteile einer Theorie bzw. eines professionellen Beratungsleitbildes Sozialer Beratung ... 48
3.1. Grundbestandteile eines professionellen Beratungsleitbildes ... 48
3.2. Zusätzliche Grundbestandteile und Charakteristika einer professionellen Leitlinie für den Bereich der Sozialen Beratung ... 55
TEIL C: Folgen für die sozialpädagogische Professionalität ... 65
1. Konsequenzen einer theoretischen Leitorientierung für die Qualifikations- und Kompetenzanforderungen an das Personal in der Sozialen Beratung ... 65
2. Relevanz und etwaige Konsequenzen einer theoretischen Leitorientierung für das Praxis- und Arbeitsfeld Sozialer Beratung ... 75
Resumé ... 82
1. Zusammenfassung ... 82
2. Schlussbemerkung zu Auswirkungen auf die Anerkennung und das Selbstbewusstsein der Beraterinnen in halb- bis formeller Sozialer Beratung ... 87
Literaturverzeichnis ... 90
Einleitung
In der Regel lässt man sich beraten, wenn man Probleme jedweder Art vermeintlich nicht mehr alleine lösen kann. Beratung erhält man heute allerorten in unterschiedlichsten Formen – ob nun im Elektrofachgeschäft zum defekten Schnellkochtopf, beim Juristen zu Rechtsfragen, beim Ökotrophologen zu Ernährungsfragen, Betriebe konsultieren Unternehmensberaterinnen, die Politik lässt sich von sogenannten ,Wirtschaftsweisen` beraten usw. Was ist nun innerhalb dieser Vielfalt, die der Begriff „Beratung“ umfaßt, das Spezifikum der ,Sozialen Beratung´; bspw., wodurch unterscheidet sie sich von anderen Beratungsformen, an wen ist sie gerichtet und wer führt sie nach welchen Kriterien aus bzw. ist berechtigt sie auszuführen?
In diesem Sinne ist die vorliegende Arbeit eine theoretische Arbeit, die literaturbezogen den aktuellen Diskurs um eine eigenständige theoretische Konzeption einer berufsspezifischen Beratung als Hintergrund für die Soziale (sozialpädagogische) Beratung bzw. für die Soziale Arbeit sammeln und sichten soll. Zu fragen ist, inwiefern das bereits durch die Fachwelt Diskutierte eine theoretisch verbindliche Basis für die sozialpädagogische Professionalität sein kann und welche praxisrelevanten Folgen das Entstehen einer theoretischen Leitorientierung für das Arbeitsfeld der Sozialen Beratung und sein Personal haben könnte.
Die Entstehung der Fragestellung ist insbesondere darauf zurück zu führen, dass sich das Arbeitsfeld der Beratung in Deutschland nach wie vor stark vergrößert und immer unübersichtlicher zu werden scheint und zugleich- aufgrund der zunehmenden Sparzwänge und des damit einhergehenden ökonomischen Effektivitätsdrucks1 - von verschiedenen Berufsgruppen umkämpft wird. Aus diesem Grund mehren sich die Stimmen, die eigene Standards einer sozialprofessionellen Beratung fordern2. Die Hauptfragestellung der Arbeit ist deshalb darauf gerichtet, wie solche, allgemein verbindlichen, theoretischen Leitlinien Sozialer Beratung aussehen könnten und welche Konsequenzen diese für die Praxis und das Personal Sozialer Beratung hätten.
Zur Klärung dieser Frage wähle ich folgenden Dreischritt:
In Teil A werden zunächst die theoretischen Grundlagen rekonstruiert. Zum allgemeinen Begriffsverständnis soll einleitend Beratung von (Psycho-)Therapie unterschieden werden, damit im späteren Verlauf der Arbeit auf diffizilere Abgrenzungsfragen eingegangen werden kann.
Sodann soll eine theoretische Differenzierung der verschiedenen aktuellen Konzeptionen von Beratung vorgenommen werden, um dem Leser ein Mindestmaß an Überblick bieten zu können und um die Berechtigung einer eigenständigen Betrachtung der Sozialen Beratung darzustellen. Dabei werden zuerst folgende vier verschiedenen Beratungsprägungen vorgestellt, um die Abgrenzung der Sozialen Beratung von den anderen zu verdeutlichen: Die Psychologische Beratung, die Pädagogische Beratung, die Psychosoziale Beratung und insbesondere die Soziale Beratung.
Nach den vier Disziplinen werden verschiedene theoretische Hintergründe von Beratung erklärt. Systemische Beratung, Lebensweltorientierte Beratung, Netzwerkorientierte Beratung, Ressourcenorientierte Beratung und Gemeindepsychologie mit dem darin enthaltenen Empowermentansatz werden bündig dargestellt und deren Relevanz für die Soziale Beratung verdeutlicht. Zum Abschluss des ersten inhaltlichen Blockes wird die Arbeit mit drei konkreten Beratungsmodellen vorgestellt, die in der Sozialen Beratung Anwendung finden können: Klientenzentrierter, Lösungsorientierter und Sozialökologischer Beratungsansatz sollen durch ihre Grundmerkmale erläutert werden.
Teil B beschäftigt sich mit Entwicklungstendenzen und Forderungen nach eigenständigen und berufsspezifischen Leitlinien Sozialer Beratung. Meinungen und Positionen dazu werden aufgezeigt und im nächsten Schritt soll geprüft werden, wie diese zu bewerten sind und aus welcher Perspektive argumentiert wird. Hier soll die aktuelle Diskussion um die theoretische Konzeption einer berufsspezifischen Sozialen Beratung nachgezeichnet und aufgegriffen werden. Dazu ist es nötig vorab anzudeuten, was ein theoretischer Rahmen Sozialer Beratung generell leisten sollte und könnte. Die weitere Bearbeitung der Fragestellung in Teil B soll im Wesentlichen durch zwei inhaltliche Hauptpfeiler getragen werden: Der erste Aspekt widmet sich der Ausgangsfrage, ob Beratung eine zwingende Basisqualifikation für in der Sozialen Arbeit Tätige ist. In einem zweiten ausführlicheren die möglichen Grundbestandteile einer Theorie bzw. eines professionellen Beratungsleitbildes Sozialer Beratung zusammengestellt und diskutiert werden.
Der abschließende Teil C zeigt die Konsequenzen und Folgerungen auf, die durch die Festlegung theoretischer Standards für eine eigenständige sozialprofessionellen Beratung für die Profession Soziale Arbeit entstehen könnten. Exemplarisch läßt sich des Weiteren zeigen, inwieweit ein theoretischer Rahmen Praxisrelevanz für die soziale Beratungsarbeit beanspruchen könnte.
Zum einen sollen die denkbaren Folgen einer theoretischen Leitorientierung für die Qualifikationsanforderungen an das Personal in der Sozialen Beratung aufgefächert werden. Dies beinhaltet neben Qualifikationswegen und Studiengängen auch die Frage, ob postgraduale Weiterbildung, Aufbaustudiengänge und andere Zusatzausbildungen verpflichtenden Charakter haben sollten.
Zum anderen stellt sich anschließend die Frage, inwieweit ein theoretischer Rahmen relevant für die Praxis Sozialer Beratung wäre.
Im Resumé werden die wesentlichen Erkenntnisse dieser Überlegungen zusammengefasst. Das Schlusswort bilden Überlegungen zu Folgen von theoretischen Standards für die Anerkennung und das Selbstbewusstsein der Beraterinnen3 in halb- bis formeller Sozialer Beratung.
TEIL A: Theoretische Grundlagen
[...]
1 vgl. Engel/ Nestmann 1995; S.183.f.
2 Einzelne Werke, die hier exemplarisch zu nennen wären sind neben anderen:
Belardi, Nando u.a.: Beratung. Eine sozialpädagogische Einführung. 4. Auflage. - Weinheim und München: Juventa 2005.
DBSH Landesverband Baden-Württemberg; Schulz-Wallenwein, Uwe; Beilmann, Michael (Hrsg.): Beratung. Eine Schlüsselqualifikation in der Sozialen Arbeit- ein Diskussionsbeitrag. - Berlin: VWB 2002.
Nestmann, Frank (Hrsg.): Beratung. Bausteine für eine interdisziplinäre Wissenschaft und Praxis. – Tübingen: DGVT 1997.
Nestmann, Frank/ Engel, Frank/ Sickendiek, Ursel (Hrsg): Das Handbuch der Beratung. 2 Bände. - Tübingen: DGVT-Verlag 2004.
3 Um den Lesefluss nicht zu stören, werde ich weibliche und männliche Formen abwechselnd verwenden, wobei das andere Geschlecht jeweils mitgemeint ist.
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